Where to go in NZ

Oh, Neuseeland-Fernweh! Diese 11 Dinge vermissen wir am meisten

Wenn es ums Vermissen auf Reisen geht, fallen bei Neuseeland meist dieselben Stichwörter: „richtiges“ Brot, genießbare Wurst, guter Käse. Abgesehen davon haben wir in unseren zwei Monaten in Neuseeland nichts vermisst. Andersherum tun wir das durchaus, und allen Neuseeland-Rückkehrern geht es sicherlich genauso!

I just need to go to New Zealand

Die gute Luft!

Ahhh… Jeder, der schon mal in Neuseeland war, weiß, wovon wir reden: Sobald man aus dem Flughafen tritt und den ersten Atemzug nimmt, fühlt man sich wie auf Droge – oder wahlweise wie nach einer ausgiebigen Detox-Kur. Die neuseeländische Luft ist nicht nur unglaublich klar und frei von Feinstaub und Allergenen, sie riecht auch absolut magisch. Stimmts?

Pohutukawa-Blüten

Wie wunderschön es doch aussieht, wenn die Küsten der Nordinsel von den roten Blüten der „Christmas Trees“ erleuchtet werden. Leider ist es offenbar unmöglich, die in den Souvenirshops verkauften Pohutukawa-Samen zum Keimen zu bringen – wir haben jedenfalls von noch niemandem gehört, der es geschafft hätte. Diesen Anblick kann und darf man wohl nur in Neuseeland genießen…

Taschentuch-Alarm!

Pohutukawa Tree by Flickr/iainurquhart

© Flickr/iainurquhart

Freundliche, offene, kinderliebe Menschen

Wir waren und sind begeistert von der warmherzigen, toleranten und vor allem höflichen Art der Kiwis. Wie sehr wir das vermisst haben, hat uns im Sommer 2015 unsere Reise nach Japan gezeigt – wo die Menschen, wenn das überhaupt möglich ist, noch kinderfreundlicher und höflicher sind (gleichzeitig aber auch distanzierter und, sorry, oft auch etwas … verschroben).

Wer von Neuseeland nur die Naturfotos und Reisereportagen gesehen hat, der wundert sich wahrscheinlich über die Schwärmerei der Neuseeland-Addicts, und schüttelt über Auswanderungsprojekte um den halben Erdball nur den Kopf. Aber wer auch nur eine Woche unter diesen absolut netten, zuvorkommenden und entspannten Menschen verbracht hat, der möchte – wenigstens im Traum – hier leben. Stimmts?

Freundliche Verkehrsschilder

Die Neuseeländer sind nicht nur generell großartige Menschen, sie haben auch noch Humor – und nehmen sich selbst nicht ernst, auch wenn sie die Verkehrsbehörde oder der Premierminister sind. Beamtensprech und Behörden-Irrsinn haben ihren Weg über den blauen Pazifik noch nicht gefunden,  genauso wenig wie die im Befehlston formulierten Hinweisschilder, die beim Lesen automatisch die Mundwinkeln nach unten ziehen.

Statt „Für Kinder über 10 Jahre verboten!“ zu blaffen, sagt dieses Hinweisschild auf einem Spielplatz in Auckland etwa Folgendes:

Auf dem Spielplatz

Auf dem Spielplatz in Neuseeland

Wie würden wir uns in Deutschland über so ein augenzwinkernd und nett formuliertes Schild freuen. Wir würden die Anweisung darauf wahrscheinlich sogar gern und ohne typisch deutsche Meckerei befolgen!

Jederzeit links ranfahren und einen Kaffee kochen können

Wofür ist Deutschland berühmt? Richtig, für seine Autobaaaahn. Hier kann man mit 180 km/h (im Ersten!) Kilometer schrubben, dass es eine Freude ist. (Ich frage mich oft, wie der Rest der Menschheit, an Tempolimits von 120 oder weniger km/h gewöhnt, unsere Autobahnen überlebt.)

Und wofür sollte Neuseeland berühmt sein? Richtig, für seine netten, zweispurigen, kurvigen und durch grandiose Landschaften und Einöden führenden Highways. Statt seelenloser Autobahnraststätten mit stinkenden Dixieklos oder teuren Sanitärpalästen, wo man nur fix die Kinder auslüftet und dann weiterrast, laden in Neuseeland schon die Schnellstraßen zur gemütlichen Rast – und zwar an jeder Ecke!

Keine Ahnung, wie das Neuseeländer finden, die Berufspendler sind und gern schnell nach Hause wollen, aber wir denken bei jeder Deutschland-Querung sehnsüchtig an die „scenic spots“ mit ihren Picknickbänken, den sauberen „long drop toilets“ (immer mit Klopapier!) und vor allem der schönen Aussicht. Seufz.

Otago Peninsula

Auf der Otago Peninsula will man alle zehn Meter ranfahren und Pause machen

Pinguine

Wer liebt sie nicht, die knuffigen kleinen Gesellen? Der Weltwundersohn vergöttert sie, seit er 2 ist. In echt, also in freier Natur, hat er sie bis jetzt nur in Neuseeland gesehen. Und wenn nicht ein Wunder geschieht und wir mal die Familienkreuzfahrt in die Antarktis bezahlen können, wird es dabei wohl auch bleiben.

Deshalb: Leute, wenn ihr schon mal in Neuseeland seid, schaut unbedingt auf der Südinsel bei den Pinguinen vorbei!

Die kaum befahrenen Highways

Mal abgesehen vom Großraum Auckland kann man als Nicht-Neuseeländer eigentlich nur abschätzig lachen, wenn es um das Verkehrsaufkommen auf den neuseeländischen Straßen geht. Stundenlang fahren und dabei den Gegenverkehr an einer Hand abzählen können, während man nur wenige Kilometer entfernt von einer Stadt wie Dunedin oder Tauranga unterwegs ist, das ist Urlaubsgefühl pur.

Und natürlich fährt es sich für Linksverkehr-Anfänger mit großem Wohnmobil-Lenkrad auch wesentlich besser, wenn man nicht angstschwitzend zwischen hupenden, drängelnden Autos navigieren muss. Daumen hoch!

Weltwunderer West Matukituki River Valley Wanaka

Okay, das hier ist kein richtiger Highway. Und es ist ganz schön was los auf der Fahrbahn!

Frische Avocados

Kommen wir zum Essen. Food-Reisebloggerin Julia kann dazu noch wesentlich mehr erzählen, aber selbst wir Geschmacksbanausen erkennen den Unterschied zwischen nachgereiften Container-Avocados und „the real thing“, frisch vom Baum gepflückt.

Es. Schmeckt. Einfach. Himmlisch!

Riesige Portionen von Fish and Chips

Wollten wir jeden Tag die gigantischen Haufen frittierter Kartoffelstreifen und Fisch verzehren, würden wir binnen kurzer Zeit so beeindruckend aussehen wie ein Großteil der neuseeländischen Bevölkerung (von uns liebevoll „Landwale“ genannt). Deshalb ist es vielleicht sogar ganz gut, dass es dieses oberleckere Take-away-Essen hierzulande nicht gibt (und Abklatsch-Versuche im Vergleich frech teuer sind).

Aber wenn man die Kinder fragt, was sie in Neuseeland toll fanden, sind „Fish and Chips“ immer ganz vorn dabei!

Fernsicht bis zum Horizont, ohne ein Zeichen von Zivilisation

Der wichtigste Grund, warum Peter Jackson seine Mittelerde-Filme bei sich zu Hause ums Eck gedreht hat, ist weniger seine Faulheit, sondern das: Es ist in Neuseeland total einfach, ein Landschaftspanorama ohne jegliches Anzeichen menschlicher Besiedlung einzufangen. Und man muss dabei nicht einmal wie die Herr-der-Ringe-Filmcrew per Helikopter in die unwegsame Wildnis fliegen – oft reicht es, am Highway links ranzufahren. (siehe oben)

Wie wenig selbstverständlich das ist, zeigte uns wiederum unsere Japan-Reise, wo wir es selbst weitab von der nächsten Stadt schwierig bis unmöglich fanden, auch nur mal kurz auf einer Wiese oder auf Waldboden zu laufen – geschweige denn in die Ferne zu blicken, ohne dabei Strommasten, eine Staumauer oder ein Hotel zu sehen. (Wusstet ihr zum Beispiel, dass der Film „Last Samurai“ mit den großartigen Aufnahmen des Mount Fuji im Hintergrund in Neuseeland gedreht wurde – wobei Mount Taranaki das Fuji-Double war? In Japan lassen sich einfach keine echten Landschaftsaufnahmen mehr drehen 🙁 )

Queenstown Lake Wakatipu Road

Für manche die schönste Straße der Welt

Freedom Camping mitten in der Natur

Deshalb macht auch das von uns so intensiv beworbene Freedom Camping in Neuseeland solchen Spaß, auch wenn man kein harter Naturburschi ist. Einfach ranfahren, und schon sitzt man mitten in der herrlichsten Natur, die man sich erträumen könnte.

Bis heute gehören die Nächte, die wir ganz allein unter einem gigantischen Sternenhimmel am Ufer des Lake Taupo oder am tosenden Pazifik verbracht haben, zu unseren schönsten Erinnerungen. Und wir würden gern welche hinzufügen, jetzt, wo wir so viele tolle neue Freedom Camping Spots recherchiert haben!

Freedom Camping Pazifikküste

Morgens direkt auf den Pazifik blicken – unbezahlbar

Und wie steht es mit euch – wonach sehnt ihr euch am meisten zurück, wenn ihr an Neuseeland denkt?

7 Kommentare

  • Wird für mich wohl wirklich Zeit für Neuseeland! Pinguine finde ich auch total super. Ihr müsst nicht unbedingt in die Antarktis – ich habe sie in freier Natur schon ein paar Mal in Südafrika gesehen.

  • Jedem Punkt deiner Liste kann ich nur wehmütig lächelnd zustimmen.
    Zwei ganz wichtige Dinge fehlen da aber noch:
    Das Licht!
    In Neuseeland scheint die Luft zu leuchten und die Farben intensiver als anderswo zu sein.
    Dass man einfach an den Strand gehen und die Angel ins Meer halten oder ein paar Muscheln zum Abendessen sammeln kann. In Deutschland undenkbar.
    Danke übrigens fürs Verlinken oben! Hier ist der direkte Link zu unserem Liebesbrief an die neuseeländischen Avocados 🙂

    http://www.jaegerdesverlorenenschmatzes.de/avocados-eine-hass-liebe/

  • Ich kann mich Dietrich nur anschließen…die tollen und in so gut wie jedem Ort verfügbaren i-Sites.
    Das hat uns wirklich sehr beeindruckt! Und wir waren so immer top informiert.

    Außerdem die freundlichen und hilfsbereiten Kassierer/innen die sogar die Einkäufe sortieren und einpacken UND immer noch Zeit für ein kleines Schwätzchen haben…da könnten sich die Discounter hier in Deutschland eine dicke Scheibe abschneiden.

  • Noch 5 Wochen später wache ich jeden Morgen mit Neuseelandbildern im Kopf auf. Ein entzündeter sandflystich soll mich wohl auch an dieses wunderbare Land erinnern.
    Es ist schon fast beängstigend.
    Keine meiner Reisen hat so einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
    Und ich lese noch immer dein tolles Blog und zig andere….ja, ich will noch mal hin .
    Grund? Vielleicht das Grün und das Blau.

  • Seit gestern Nacht wieder in Deutschland – und bereits am Frankfurter Airport hatte ich Sehnsucht nach NZ. Mich begeisterte in NZ, dass fast jeder Ort mindestens eine öffentliche Toilette anbietet. Nicht nur dass diese wie ein Straßenschild ausgeschildert ist, sie sind alle äußerst gepflegt, immer ausreichend Toilettenpapier vorhanden und sogar mal mit musikalischer Untermalung. Am Airport wurde ich dann gleich wieder mit „Duft“ und Dreck konfrontiert.
    Wie schaffen es die „Kiwis“, dass das „Örtchen“ so angenehm sauber gehalten werden kann?

  • Ergänzung: Die jederzeit hilfsbereiten I-Sites und das leckere Barfood zur ebenfalls erwähnenswerten unübersehbaren Auswahl der (leider) sehr süffigen Biere. Ansonsten (nach bisher 4 Wochen zwischen Christchurch und Westport beim inzwischen 5. Trip) spricht der Artikel aus der Seele, auch wenn man nicht campt und auch keinen Fisch mag.

  • Jetzt bekomme ich noch mehr Vorfreude!
    Im November starte ich mein Neuseeland Abenteuer und bleibe voraussichtlich 1 Jahr 🙂
    Vielen Dank für eure tollen Bericht!

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