Neuseeland für Familien

Plan B: 20 tolle Ideen für Regenwetter-Tage in Neuseeland

Neuseeländisches Wetter als „wechselhaft“ zu bezeichnen, wäre untertrieben. Wer es nicht erlebt hat, der kann gar nicht glauben, wie schnell in Neuseeland auf grauestes Regenwetter strahlender Sonnenschein folgen kann. Wenn der Regen aber doch mal länger dauert, brauchen Eltern in Neuseeland einen Plan B…

Lake Wakatipu near Queenstown

… und deshalb haben wir hier ein paar Ideen zusammengestellt, was ihr mit Kindern in Neuseeland machen könnt, wenn es seit Stunden Bindfäden regnet und die Temperaturen nicht mehr dazu einladen, draußen barfuß durch die Pfützen zu hüpfen (nehmt euch hier nicht die Kiwi-Kinder zum Vorbild, die scheinen gegen kalte Füße und Schnupfennasen komplett immun zu sein).

1) Ab ins Museum!

In jeder größeren Stadt warten tolle und oft sogar kostenlose Museen darauf, dass es endlich wieder regnet. In Dunedin haben wir das Otago Museum besucht, in Christchurch das hervorragende Canterbury Museum und natürlich waren wir auch im Te Papa Tongarewa in Wellington. Alle sind geeignet, mehrere Stunden oder einen kompletten Tag drin zu verbringen, und das für Kinder in jedem Alter.

2) Höhlen entdecken

Ist irgendwo eine Höhle in eurer Nähe? Dann nichts wie hin, wenn es regnet. Drinnen ist es zwar meist kühl und feucht, aber das macht ja bei Regenwetter nichts. Spektakulär sind die Glow-worm Caves bei Te Anau, durch die ihr per Boot gefahren werdet. Einen Geheimtipp, wo ihr euch auch in der Hochsaison nicht an anderen Touristen stören müsst, die euch die Glow-worms wegschauen könnten, haben wir in diesem Gastbeitrag über die Waipu Caves vorgestellt.

3) Stadtrundfahrt für lau

In Auckland gibt es ganz ähnlich wie in Berlin eine Buslinie, die euch zum normalen Ticketpreis eine schöne Runde durch die hübschesten Stadtviertel und vorbei an einigen Sehenswürdigkeiten bringt. Genauer gesagt, sind es sogar drei:

Der knallrote City Link Bus fährt euch für 50 Cent alle paar Minuten (es gibt keinen Fahrplan) vom Britomart über Queens Wharf die Queen Street rauf bis zur Karangahake Road und dann wieder zurück. Der grüne Inner Link Bus fährt für 2 NZD nach Parnell, durch Newmarket und über K Road und Ponsonby Road am Victoria Park entlang durch die Skycity zurück zum Britomart. Schließlich gibt es den orange-gelben Outer Link Bus, der euch für 2 bis 4 NZD durch die Außenbezirke Parnell, Newmarket, Balmoral, St Lukes und Mt Albert, bis zum Eingang des Verkehrsmuseums MOTAT (ebenfalls perfekt für Regentage!) bringt.

Eine Regenstunde in Neuseelands Metropole haben wir so hervorragend rumgebracht. Hier gehts zu den Haltestellen und Abfahrtszeiten (und by the way, welches öffentliche Verkehrsunternehmen in Deutschland hat so eine schicke Website?).

Die Britomart Station direkt im Zentrum Downtown haben Frieda und ihre Zwillis kürzlich übrigens zum regenfesten Picknickplatz umfunktioniert.

4) Ab unter die Erde in die Devonport Tunnels, am North Head in Auckland

Bei schönem Wetter kann man hier auf den grünen Hügeln sommerrodeln (ein Stück Pappe oder Plastik genügt), bei schlechtem Wetter taucht man kurzerhand ab: Am North Head errichteten die Einwohner bereits Jahrhunderte vor dem Zweiten Weltkrieg Anlagen zur Verteidigung. Die besorgten Stadtväter bauten die Festungsanlage Ende des 19. Jahrhunderts ordentlich aus, und tatsächlich konnte kein deutscher Nazi seinen Fuß auf neuseeländischen Boden setzen!! Räusper. Die militärischen Bunkeranlagen finden nicht nur kleine Jungs spannend – es gibt massig Tunnel zu entdecken, überirdisch sind einige alte Kanonen und Suchscheinwerfer zu sehen.

Hier könnt ihr ein Faltblatt des emsigen DOC herunterladen, das natürlich auch hierfür einige Wanderwege und Informationen vorbereitet hat. Auf Wunsch wird in einem der historischen Gebäude sogar ein kurzer Film vorgeführt.

5) Auckland Domain – Wintergardens

Gärten sind bei Regen traditionell nicht die beste Idee, denn dann tropft es noch stärker von oben. Es sei denn, die Gärten sind überdacht! In den „Wintergardens“ in der Auckland Domain, einer riesigen Parkanlage, findet ihr genau das. Perfekt für Nieselregentage mit kleinen Kindern, die trotzdem rennen und toben wollen (und auch müssen!).

6) Drinnen baden

… in den Parnell Salt Pools in Auckland oder in irgendeinem anderen überdachten und gewärmten Schwimmbad. Davon gibt es sehr viele im ganzen Land, fragt einfach in der nächsten i-Site, wenn das Wetter mal wieder so gar nicht zum Baden einlädt. Mit älteren Kindern könnt ihr euch vielleicht auch in ein Spa wagen – dank der vielen heißen Quellen gibt es auch hiervon sehr viele sehr schöne (haben wir uns mangels älterer Kinder bisher nur sagen lassen…).

7) Visitor Centres der Nationalparks besuchen

An den Eingängen vieler Regional- und Nationalparks stehen wahre Schmuckstücke von Besucherzentrum. Hier könnt ihr auch bei Sch…wetter schon mal vom überdachten Aussichtsdeck oder aus dem Panoramafenster schauen, wo es hingehen soll, sobald sich die Wolken verziehen. Und die Kinder beschäftigen sich derweil in der großen Spielecke, fläzen auf den Sofas oder bestaunen die kleinen Ausstellungen zur lokalen Fauna und Flora. Unsere Empfehlung: Das Besucherzentrum am Aoraki/Mount Cook oder auch das Arataki Visitor Centre in den Waitakere Ranges bei Auckland.

8) Raglan Recycle Centre

Lockt das Wetter in Raglan nicht zum Surfen, dann schaut euch mal die örtliche Müllhalde an. Xtreme Zero Waste ist nicht irgendeine olle Müllverbrennungsanlage, sondern ein Gemeindeprojekt zur Müllvermeidung – hier wird re- und upcycelt, was das Zeug hält. Mit Kindern, die alt genug sind, um nicht alles anzufassen und -zulecken, könnt ihr hier stundenlang staunen, stöbern und auch tolle Kreationen kaufen.

9) Kiwis kucken

Die scheuen und nachtaktiven Nationalvögel werdet ihr aller Wahrscheinlichkeit nach niemals in freier Wildbahn sehen – nur hören kann man sie oft, vor allem im Tongariro National Park oder auf Stewart Island. Hier kommen die übers ganze Land verstreuten Kiwi-Häuser ins Spiel, die durchaus sehenswert sind und sich dem Schutz der vielen bedrohten endemischen Tier- und Pflanzenarten Neuseelands verschrieben haben. Ob nun in Otorohanga („Kiwi House“), Rotorua („Rainbow Springs Kiwi Encounter“) oder Christchurch („Southern Encounter“) – überall könnt ihr Regentage dazu nutzen, euch einen Eindruck von der faszinierenden Tierwelt zu machen.

Weltwunderer Rotorua Rainbow Springs

10) Draußen baden im Kerosene Creek bei Rotorua

Zugegeben, bei Regen werdet ihr hier trotzdem nass. Aber wenn ihr bis zum Hals in warmem bis heißem, schweflig müffelnden Wasser sitzt, ist euch das garantiert herzlich egal. Ihr dürft nur nicht darüber nachdenken, dass ihr irgendwann wieder aussteigen müsst aus dem Flüsschen im Hinterland von Rotorua. Und eure Sachen solltet ihr am besten in einer Plastiktüte am Ufer deponieren.

11) Volcanic Activity Centre in Taupo

Wenn ihr noch nicht in einem der vielen tollen Museen gelernt habt, wie das mit der Plattentektonik und den Vulkanen in Neuseeland funktioniert, dann könnt ihr euch das mit euren Kids ganz in Ruhe im Volcanic Activity Centre anschauen. Inklusive Erdbebenhaus (mit stärkerem Beben als im Te Papa!), Tornadomaschine und Erdplattenpuzzle – das schauen wir uns beim nächsten Mal in NZ bestimmt an! Der Eintritt ist mit 9 NZD für einen Erwachsenen moderat, geöffnet ist täglich von 9 bis 17 Uhr.

12) Sterne kucken im Planetarium

Anders als in einer Sternwarte kann man in einem Planetarium den Sternenhimmel auch tagsüber sehen, nämlich in einer Animation. Das macht sich besonders gut bei Regenwetter, denn da sind ja sonst eher keine Sterne zu sehen. Ein schönes Planetarium, das Wissenschaft mit Maori-Volkstum verbindet, findet ihr zum Beispiel in Wellington: Das „Carter Observatory“, Neuseelands staatliches Planetarium, liegt gleich oben am Ausstieg der Cable Car – auch ein netter Zeitvertreib bei Regen.

13) Wasser anschauen im Aquarium

Es ist nicht so groß und pomfortionös wie „Kelly Tarlton’s“ in Auckland mit seinen Kaiserpinguinen und dem Hai-Tunnel und, vor allem, dem Überraschungs-Papp-Orca. Dafür könnt ihr im Aquarium in Picton ganz in Ruhe die Fische in den Touch Tanks streicheln und beim Füttern und Versorgen der kleinen Blaupinguine zusehen. (Und billiger ist es außerdem.)

Weitere tolle Aquarien in Neuseeland liegen unter anderem in Napier und in Portobello auf der Otago Peninsula. Und sie alle sind besser als „Kelly Tarlton’s“…

Portobello Aquarium Dunedin

14) Cadbury’s Schokoladenfabrik in Dunedin

Auch die Otago Peninsula ist nicht gerade berühmt für ihre vielen Sonnenstunden. Hier kommt (neben dem Otago Museum) ein Besuch der örtlichen Schokoladenfabrik in Frage, wo ihr mit älteren Kindern einen netten Rundgang durch die Produktion macht und natürlich auch lecker Cadbury’s-Schokolade abgreifen könnt. (Papa schaut sich inzwischen vielleicht lieber die Speight’s Brauerei an?)

15) Eine Zugfahrt, die ist lustig…

… zum Beispiel mit der Taieri Gorge Railway. Dieser Museumszug fährt von Dunedins an sich schon tollem historischem Bahnhof durch die Taieri-Schlucht bis nach Middlemarch zu tschuffen. Unterwegs passiert ihr viele tolle Brücken, Haarnadelkurven und Viadukte sowie Orte, die „Hobbit“-Fans aufhorchen lassen: Strath Taieri und Middlemarch sind Locations aus Teil 1 des Films. Das Tolle an den Zügen sind die offenen Aussichtsplattformen – auch bei Regen nutzbar, denn sie sind überdacht. Und schüttet es wie aus Kannen, nutzt ihr einfach die Panoramafenster der Waggons.

Ein billiger Spaß ist die Fahrt für 110 NZD pro Person nicht, aber Kinder sind immerhin kostenlos und ihr seid einen ganzen Tag beschäftigt.

16) Puzzling World in Wanaka

Über diesen ganz überraschend ausgezeichneten Zeitvertreib in Wanaka haben wir schon ausführlich berichtet, alles Weitere erübrigt sich also. Zwei bis drei Stunden sind die Kinder hier auf jeden Fall höchst amüsant beschäftigt, und wenn es länger regnen sollte, liegen tonnenweise Puzzles und andere Geduldsspiele bereit.

17) Adrenalin wie üblich in Queenstown

Sind eure Kinder älter als etwa sechs Jahre und habt ihr das Geld übrig, könnt ihr es in Queenstown an Regentagen mit genauso viel Spaß ausgeben wie bei Sonnenschein. Es warten das Spukhaus („Haunted House“), das brandneue „Odyssey Sensory Maze“ oder auch „Dark Ride“, ein interaktives Kino.

Wir haben anno dazumal und mit weniger Lust zum Geld ausgeben das „Underwater Observatory“ besucht, wo man unter dem Lake Wakatipu die hier hausenden Lachse und Forellen beim Schwimmen beobachten kann. Und das sind ganz schöne Brummer! Ein paar lustige Enten haben hier die Kunst des Tieftauchens erlernt und schnappen den Fischen elegant das Futter weg. Unserem Zweijährigen hat es gefallen…

… und wir Eltern waren zufrieden, als wir gleich gegenüber im „Café Patagonia“ leckersten Kaffee und noch leckereres Schokoladeneis bekamen.

18) Lost Gypsy Gallery in Papatowai in den Catlins

Eigentlich muss man die Catlins draußen erleben, bei Wind und Regen genauso wie bei Sonnenschein. Klassisches „schönes Wetter“ ist ohnehin so selten, dass man nicht drauf warten sollte. Schlimme Regengüsse könnt ihr mit Kindern, die nicht mehr alles sofort in den Mund stecken oder herunterwerfen, im umfunktionierten und mit Massen an Kinkerlitzchen und Kunsthandwerk vollgestopften Wohnwagen von Blair Somerville herumbringen. Hoffentlich hört es dann aber kurz auf zu regnen, denn der Draußen-Bereich ist noch einmal genauso spannend!

Weltwunderer Catlins Lost Gypsy Gallery

19) Splash Palace, Invercargill

Das „unterste Ende“ Neuseelands ist so eine Gegend, wo eine warme Badegelegenheit für die Kids ein absolutes Highlight darstellt. Nachdem ihr also am Slope Point wart und die Lost Gypsy Gallery durchstöbert habt, könnt ihr das Nieselwetter im Frühling, Sommer, Herbst und Winter überlisten und im „Splash Palace“ mal einen Tag Wasserspaß einlegen.

 20) Trotzdem rausgehen!

Der altbekannten Weisheit „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur …“ fügen Outdoor-Enthusiasten hinzu: „Let Goretex be your friend“. Also rein in die wetterfesten Klamotten, die ihr doch bestimmt sowieso in weiser Voraussicht eingepackt habt, und raus in den Regen. Einige Gegenden Neuseelands sind im Regen sogar besser anzuschauen als bei Trockenheit – Nummer eins ist dabei der Milford Sound mit seinen tausenden Wasserfällen, die bei entsprechendem Nachschub natürlich am beeindruckendsten aussehen.

Milford Rain

4 Kommentare

  • Neuseelands Bibliotheken haben tolle Kinder-Abteilungen – nicht nur mit viiiiieeeeeelen Büchern (eh klar), sondern auch mehr oder weniger großer Spielecke mit Kuscheltieren, Spielzeug und mehr! Und zwar in jedem halbwegs großen Ort! Und für die Eltern gibts praktischerweise kostenloses Wlan 🙂
    Zweiter Tipp: Kinovorstellungen für Eltern mit Babies. Haben wir selbst nicht ausprobiert, haben uns aber sagen lassen, dass das total toll sei (nicht so laut, nicht ganz dunkel wie im normalen Kino und wenn man gaaaaanz viel Glück hat, verpennt das Baby den Film). Am besten danach in der iSite vor Ort fragen.
    Die Cadbury’s Tour fanden wir jetzt nicht ganz so toll… (mehr dazu bei uns im Blog)

    • Super Tipp mit der Bibliothek, vielen Dank! Wobei ich das WLAN in den Bibliotheken meistens so lahm fand, dass ich das Bedürfnis hatte, mitzukurbeln… 😉

  • Tolles Alternativprogramm! Bei Schokoladenfabrik, Höhlenwanderungen & Museumsbesuchen vergisst man doch komplett auf das Regenwetter und wenn es dann auch noch den Kindern Spaß macht – perfekt!

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