Neuseeland-Reise 2011

NZ-Reisetagebuch: Auf dem „Vanished World Trail“ bei Oamaru

Dieser Tag stand, wie sich gleich nach dem Frühstück herausstellen sollte, ganz im Zeichen der „Vanished World„, die sich gleich um die Ecke von Oamaru befindet. Wenn man sie denn findet!

Zwischen den Elephant Rocks

Zwischen den Elephant Rocks

Unsere neuen Dresdner Freunde erboten sich zwar, uns dahin zu führen, entpuppten sich aber schnell als ebensolche Kartenlese-Legastheniker wie wir. Obwohl man da mitunter wirklich nichts dafür kann – gestern zum Beispiel wollte ich den Weltwundermann fachmännisch über Nebenstraßen zur Pinguinkolonie führen und führte uns stattdessen geradewegs in eine Sackgasse mit 90° Gefälle. Von deren Ende konnten wir die gesuchte Straße auch sehen – dass die Sackgasse nicht durchgehend war, hatten die Kartographen des Lonely Planet halt irgendwie übersehen.

Nach mehrfachem Wenden und Diskutieren fanden wir zu aller Überraschung schließlich doch die gesuchten „Elephant Rocks“: idyllisch auf einer Schafweide herumliegende, pittoresk erodierte Limestone-Felsen, die Fossilien enthalten und auf die man (ähnlich wie in der Sächsischen Schweiz) gut heraufklettern kann. Damit und mit einem frugalen Mahl verbrachten wir dort allesamt die Mittagszeit unter brennender Sonne und stellten uns vor, wie hier die „Chroniken von Narnia“ gedreht wurden.

Gegen den ollen Kombi sah unser Campervan plötzlich recht groß aus

Gegen den ollen Kombi sah unser Campervan plötzlich recht groß aus

Dann hieß es auch schon wieder Adé sagen, weil sich unsere Wege vorerst trennten; T. will nach Ranfurly und dort Mountainbiken, während seine Frauen ihm im Auto hinterher- (oder eher vorneweg-) fahren. Wir wollen aber nach Dunedin und weiter in Richtung Antarktis – kälter geht’s immer!

Wir besichtigten noch schnell eine noch viel pittoreskere Ecke mit fossilen Walknochen und ergötzten uns an der tollen Gegend um Ngarata, in der keine Menschenseele zu leben scheint, bevor es zurück nach Oamaru ging, wo Milch & Co. gekauft und mit Supermarkt-Bonuspunkten günstig vollgetankt wurde. Endlich mal was, das billiger ist als zu Hause!

Versteinerte Walknochen lagen gleich hier um die Ecke

Versteinerte Walknochen lagen gleich hier um die Ecke

Huch, schon Nachmittag! Also schwangen wir uns zurück auf unsere Sitze und brausten gen Süden, nur um nach wenigen Kilometern wieder abzubremsen und auszusteigen für das letzte Stück des „Vanished World Trail“: die fantastischen Moeraki Boulders. Was für ein toller Strand, was für mystische Steine – da kann man sich glatt totfotografieren! Die Weltwundertochter jammerte, ihr sei kalt und barmte, als befürchte sie eine Springflut, die sie auf ewig auf einer der großen Steinkullern gefangen halten würde. Aber sie ist ja lernfähig und als sich herausstellte, dass die Wellen nichts tun, sprang sie bald mit dem kleinen Bruder lustig im knöcheltiefen Wasser herum. Zu dem ist sie immer ausgesucht lieb und umsorgt ihn rührend, was sehr praktisch ist, wenn die beiden für uns unerreichbar am hinteren Ende des Campervans sitzen.

Wah, eine Springflut?!

Wah, eine Springflut?!

Nun neigte sich schon der Abend, also spülten wir schnell unsere sandigen Füße ab und traten die letzte Etappe des Tages an: zum Strand-Campingplatz in Waikouaiti. Hier ist es zwar sehr hinterwäldlerisch und die Anlagen sehen aus wie von 1960, aber sie sind – typisch NZ – tipptopp in Schuss. Man könnte fast denken, der Zeltplatz wäre restauriert worden. Natürlich gibt es auch ein Trampolin und eine Ente. Gut, die Duschen kosten extra, aber der wahnsinnsbreite Strand mit superfeinem weißen Sand direkt vor dem Campingplatz ist die 30 NZ$ schon wert. Am liebsten hätten wir uns direkt dahin gestellt, aber auch hier stehen an jeder schönen Stelle die „No camping“-Schilder. Da sage noch einer, auf der Südinsel könne man überall frei campen!

Waikouaiti Beach - mystisch und menschenleer

Waikouaiti Beach – Attacke mit getrocknetem Kelp

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