Hobbit & Co.

Review: Lohnt sich ein Besuch von „Hairy Feet“ in Waitomo mit Kindern?

Unsere treue Leserin Ljubi war im Dezember 2014 mit ihrer Familie in Neuseeland unterwegs und hat dort fleißig die Blog-Tipps abgearbeitet: auch den zum „Hobbit“-Drehort bei Piopio, der als „Hairy Feet“ inzwischen kommerziell ausgeschlachtet vermarktet wird. Ob sich ein Besuch lohnt und vielleicht sogar besser ist als „Hobbiton“, lest ihr hier!

Ordentliche „Hobbit“-Fans schauen sich heutzutage nicht mehr nur das Hobbingen-Filmset in Matamata an – das ist ja inzwischen regelrecht uncool, weil jeder verdammte Tourist dahin pilgert. Aufregend, neu und angeblich auch richtig gut ist ein Filmset, das nur im ersten „Hobbit“-Film zu sehen ist: die etwa sechs Minuten lange Szene im „Trollshaw Forest“.

Praktischerweise liegt das Mangaotaki Valley gar nicht weit entfernt von Matamata, und unsere Leserin Ljubi hat sich das mit ihrer Familie mal angeschaut. Wir übergeben die Tastatur nun also an sie und bedanken uns schon mal ganz herzlich für den Gastbeitrag!

Unsere Mädels mit 'Warrick' vor der schönen Kulisse von Denize Bluffs

Unsere Mädels mit ‚Warrick‘ vor der schönen Kulisse von Denize Bluffs © Ljubica Formaro

Wir sind eine kleine, reiselustige Familie – Mama Ljubi, Papa Stefan und unsere zwei Mäusetöchter, mittlerweile 5 und 2 Jahre alt. Das (Fern-) Reisen haben wir erst mit unserer ersten Tochter für uns entdeckt, damals bekamen wir eine Hochzeitseinladung für Australien, die glücklicherweise genau in unsere Elternzeit passte. Seitdem haben wir einige Flugkilometer zurückgelegt und viele wunderschöne Länder besucht. Eines davon war Neuseeland im Dezember 2014.

Und da wir ein Faible für Fantasy haben, suchten wir dort nach Drehorten von „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“. Von einem dieser Drehorte möchten wir hier gern berichten.

Wir sind eher per Zufall auf „Hairy Feet“ gestoßen. Wir waren auf dem Weg zu den Waitomo Caves und haben im Internet geschaut, was wir in der Gegend noch besuchen können. Und ich meine mich zu erinnern, dass wir den Tipp mit dem „Trollshaw Forest“ auf eurer Seite entdeckt haben! Die Bilder und euer Text haben unser Interesse geweckt und da wir in der Gegend waren – und nebenbei auch Herr-der-Ringe-Fans sind – haben wir „Hairy Feet“ spontan in unsere Planung mit aufgenommen.

Wir hatten ein Navi, welches uns zum Ziel geführt hat. Allerdings hatten wir das Gefühl, dass wir über Umwege dorthin gekommen sind. Irgendwann waren wir auf einer „gravel road“ und dachten, wir haben uns verfahren, weil der Weg schier unendlich war. Aber eigentlich kann man sich nicht verfahren, der Weg war ab Piopio ausgeschildert und ging von dort aus – durch wunderschönes Umland – nur geradeaus, bis man an die Abzweigung zu „Hairy Feet“ kam.

Was passiert bei einer „Hairy Feet“-Tour?

Die Tour war sehr gut durchdacht. Zur Einstimmung haben wir ein Video angeschaut, worin ein paar Ausschnitte gezeigt wurden, wie die Filmcrew die Farm umgebaut hat. Suzie hat uns dazu die komplette Geschichte erzählt, wie es dazu kam, dass ihre Farm ausgewählt wurde etc. Nach dem Video und den Erzählungen hatte man das Gefühl, man wäre live dabei gewesen 🙂

Bei der Tour selbst führte uns Suzie dann über ihre Farm (mit einem Van und zu Fuß) und erzählte uns etwas dazu. Zu den Filmlocations hatte sie Bilder dabei, die uns nochmal vor Augen führten, welche Szenen sich dort abgespielt hatten. Sie erzählte uns aber nicht nur etwas zu den Hobbit-Filmen, sondern auch über die Tier- und Pflanzenwelt auf ihrer Farm, was wir sehr interessant fanden.

Suzie zeigt uns die Szene mit Bilbo und seinem Schwert

Suzie zeigt uns die Szene mit Bilbo und seinem Schwert © Ljubica Formaro

Und wie schneidet „Hairy Feet“ im Vergleich zu „Hobbiton“ ab?

Weil der Van maximal neun Plätze für Gäste hat, sind die Touren bei „Hairy Feet“ deutlich persönlicher und lange nicht so überlaufen wie die Touren in „Hobbiton“. Wir (zwei Erwachsene, ein Kind und ein Baby) waren sogar die Einzigen auf der Tour, persönlicher ging es nicht!

„Hobbiton“ in Matamata ist natürlich, was die Filmlocations angeht, schon sehr spektakulär, da sich dort ziemlich viel abgespielt hat. Als Fan steht man plötzlich mitten unter den Hobbits und läuft genau dort entlang, wo Gandalf mit seiner Kutsche gefahren ist, man steht direkt vor Bilbos Haustür und kann im „Green Dragon Inn“ gemütlich etwas schlürfen.

Wobei „gemütlich“ sehr darauf ankommt, wie viele Touristen mit dabei sind und wie viel Zeit man noch hat! Denn aufgrund der vielen Besucher wird man doch ziemlich schnell „durchgeschleust“. Außerdem muss man schnell sein und ein wenig Glück haben, möchte man ein Bild möglichst ohne andere Touristen darauf haben.

Uns haben beide Touren gefallen, wobei mir persönlich die „Hairy Feet“-Tour mit Suzie viel besser gefallen hat. Die kann ich auch Nicht-Herr-der-Ringe-Fans empfehlen. Für „Hobbiton“ sollte man der Fantasy-Reihe schon ein wenig Interesse entgegenbringen, finde ich.

Suzie führt uns zum 'verlassenen Bauernhaus'

Suzie führt uns zum ‚verlassenen Bauernhaus‘ © Ljubica Formaro

Eine Film Location mit Kindern besuchen – hat das funktioniert?

Unsere Mädels waren zu der Zeit vier und eins. Die Kleine habe ich in einer Tragetasche getragen und die Große ist gelaufen. Die „Hairy Feet“-Tour dauerte etwa 90 Minuten, die Kleine hat fast die komplette Tour verschlafen (was für uns Eltern recht angenehm war).

Unsere Große lief fleißig mit und wir haben für sie auch fleißig übersetzt. Sie fand die Erklärungen zu den Filmlocations natürlich nicht sonderlich interessant. Umso spannender fand sie allerdings die Tiere, die zu sehen waren, und das „Wandern“ durch den Wald. Auch die Requisiten, mit denen wir uns fotografieren durften, wie zum Beispiel mit Bilbos Schwert vor der Höhle oder Gandalfs Stab und Hut, fand sie sehr witzig.

Das spannendste Event für Kleinkinder ist so eine Location-Tour definitiv nicht – aber todlangweilig auch nicht, so dass die Kinder das ruhig mitmachen können 🙂

Lina, Polly das Schaf und Suzie

Lina, Polly das Schaf und unser Guide Suzie © Ljubica Formaro

Fazit: Lohnt sich ein Besuch von „Hairy Feet“?

Die ganze Tour hat uns sehr gefallen – das Persönliche, Suzies Erzählungen zu den Filmlocations auf ihrer Farm und die Erläuterungen zu der Farm an sich. Suzie war sehr freundlich und man hat gemerkt, dass sie ihre Arbeit als Guide sehr gern macht.

Anfangs dachten wir, dass der Preis nicht ganz günstig ist. Allerdings war die Tour sehr persönlich und sie hat sich für uns allemal gelohnt. Im Hinblick darauf, dass die Warricks in den „tourgerechten“ Umbau ihrer Farm neben viel Schweiß und Arbeit auch viel Geld investiert haben, finden wir den Preis in Ordnung.

Die Tour war spitze! Wir würden sie jederzeit wieder machen und auch jedem weiterempfehlen, auch Besuchern, die keine Herr-der-Ringe-Fans oder Hobbit-Fans sind. Ihr werdet es nicht bereuen!

Wer mehr wissen will: hairyfeetwaitomo.co.nz

Wegweiser zu Hairy Feet bei Piopio

Wegweiser zu Hairy Feet bei Piopio © Ljubica Formaro

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