On the road in NZ

Schuld und Sühne – Bußgelder und Parktickets

Im letzten Beitrag haben wir die ganz besonderen Verkehrsregeln betrachtet, mit denen sich der kontinentaleuropäische Wohnmobil-Fahrer in Neuseeland konfrontiert sieht. Heute will ich mal erzählen, was es denn zur Folge hat, wenn sich der renitente Reisende diesen Regeln widersetzt (oder sie schlichtweg vergisst).

Rasen kostet in Neuseeland, und zwar zwischen 30 NZ$ (bei unter 30 km/h zu schnell) und 630 NZ$ (zwischen 45 und 50 km/h zu schnell). (Witzig: Bei dieser Zahl ist im Bußgeldkatalog der neuseeländischen Polizei Schluss; deutsche Autobahnraser fangen hier erst an …).

Das strikte 100-km/h-Tempolimit auf den Highways wird in Neuseeland mit zahlreichen mahnenden und erinnernden Warnschildern ins Gedächtnis gerufen, außerdem wird gern und viel geblitzt.

Der beliebten Faustregel „Höchstgeschwindigkeit plus 10 km/h, darunter messen die Blitzgeräte nicht“ sollte man in Neuseeland nicht folgen; die Kiwis sind hier gern akkurat. Im Rahmen der aktuellen „Speed kills kids“-Aktion der Polizei wird im Umkreis von Schulen, Kindergärten etc. noch strenger geblitzt als sonst – eine Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit wird bereits bei 4 km/h als Delikt gewertet und abkassiert. Dagegen lässt sich natürlich prinzipiell nichts sagen…

Besonders für Fahrer von Mietwagen kann ein Bußgeldbescheid unangenehm und teuer werden. Der Bescheid von der Behörde geht nämlich stante pede an den Halter des Fahrzeugs, in diesem Fall die Autovermietung. Für die Bearbeitung der Knöllchen schlägt Britz pauschal 60 NZ$ auf das Bußgeld auf – aua!

Damit mir das auch jeder glaubt, hier bitte: der Original-Bußgeldbescheid für unsere (nicht einmal bemerkte) Geschwindigkeitsübertretung. Offenbar befanden wir uns in dem Siedlung-an-Siedlungsmoloch nördlich von Wellington noch innerhalb einer Ortschaft, wo wir keine wähnten, oder wir fuhren zu schnell in eine ein? Wir können uns jedenfalls nicht erinnern, durch „Sanson“ gefahren zu sein.

Die Moral von der Geschicht? Immer schön kucken! 😉

Vermeiden kann man die fiese 60-NZ$-Bearbeitungsgebühr bei den Parktickets; findet man so eines am Scheibenwischer, heißt es: Schnell ins Rathaus/zur Polizeistation und die Parking Fee gleich bezahlen, bevor ein Bescheid an den Wohnmobilverleih ergeht!

Parken mit dem Wohnmobil kann in den größeren Städten zur Hauptsaison eine Qual werden – für die Riesenkiste wird mehr Platz als normal benötigt, es muss „verkehrtherum“ eingeparkt werden und zu allem Überfluss sind Parkplätze ein rares Gut. In die Innenstädte von Auckland, Wellington oder Dunedin sollte man, wenn irgend möglich, zu Fuß kommen oder viel Kleingeld mitbringen. Eine Stunde Parken kostet zwischen 2 und 4 NZ$, für 2 Stunden Parken vor dem Te Papa in Wellington haben wir 10 NZ$ gelöhnt (hat sich natürlich trotzdem gelohnt, und der Eintritt in das Museum ist ja frei). Tiefgaragen und Parkhäuser sind mit Vorsicht zu genießen – einige sind wirklich flach und Wohnmobile sind ja gern mal etwas höher. Ich erinnere mich an das New-World-Parkhaus in Warkworth, wo wir erst die Lüftungsklappe im Dach schließen mussten, um hineinzukommen…

Für Delikte rund ums Falschparken werden bis zu 60 NZ$ Strafe erhoben. Häufiger Praxisfall: Das Überziehen einer Parkuhr um 30 Minuten bis zu einer Stunde kostet 15 NZ$ „or such lesser amount as is fixed by the local authority“. Generell fallen Bußgelder wie gehabt in Form von Geld und als Punkte („demerit points“) an, wobei letztere für Urlauber zu vernachlässigen sind. Im letzten Jahr musste man für nicht angelegte Sicherheitsgurte 150 NZ$ löhnen, genauso viel wurde für das Überfahren einer roten Ampel fällig.

Extrem teuer ist Alkohol am Steuer. Personen über 20 Jahre dürfen theoretisch bis zu 0,8 Promille Blutalkohol haben. Überschreitungen dieser Menge kosten bis zu 4.500 NZ$ und bis zu 6 Monate Führerschein-Entzug! Genauso viel kostet übrigens die Verweigerung eines Blutalkoholtests bei der Polizei, also immer schön höflich bleiben, wenn man angehalten wird…

8 Kommentare

  • Die Preise scheinen angehoben zu sein 🙂

    Wir haben auf der Nordinsel in der Kolonne einen LKW überholt und waren die letzten in der Reihe… uns kam ein Polizeiwagen entgegen, im Anschluss mussten wir für 27 kmh zu schnell ganze 230 NZD zahlen.

    Freundin wurde auf der Südinsel angehalten und musste für 11 kmh auch schon 80 NZD zahlen.

  • Die Blitzer befinden sich IN den Polizeiautos, sie blitzen einfach beim Vorbeifahren… sowohl auf der Nord- als auch auf der Südinsel. 😉 24 Km/h zu schnell sind spontan 170,-NZD….

  • Deine Aussage mit den Blitzern gilt vermutlich nur für die Nordinsel, oder? Auf 3.200 km der Südinsel ist mir zumindest kein Blitzer aufgefallen (möge es so bleiben und kein Ticket nachkommen ;D) – Polizeifahrzeuge hatte ich etwa 3 gesehen.

    • Na ja – nur weil man etwas nicht sieht, heißt das ja nicht, dass es nicht da ist (altes philosophisches Problem…) 😉

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