Unterwegs in Neuseeland

Sightseeing in Neuseeland mal anders: Briefkästen!

Das Tollste an Neuseeland ist seine Natur – ja, wissen wir. Aber Sightseeing kann man hier natürlich auch machen. An Kirchen, Schlössern und Palästen ist das Angebot ja eher übersichtlich: „Historic sites“ bekommen das stolze Etikett schon angepappt, wenn sie älter als fünfzig Jahre sind (oder wenigstens so aussehen). Dafür gibt es ganz andere Sachen zu bestaunen!

Ein Wal-Briefkasten (der Witz ist auf Englisch besser) in Papatowai

Ein Wal-Briefkasten (der Witz ist auf Englisch besser) in Papatowai

Die 150 Jahre alte (oho!) Christchurch Cathedral wird demnächst immerhin aus Pappe wiederauferstehen, das Larnach Castle auf der Otago Peninsula oder das angeschubberte Regierungsviertel von Wellington beeindrucken den Europäer wenig. Aber Neuseeland überzeugt mit ganz anderen Arten von Sehenswürdigkeiten.

New Zealand Letterbox Briefkästen

Neuseelands Briefkästen in voller Pracht

Was gibt es da nicht Seltsames zu bestaunen auf beiden Inseln: ein von Friedensreich Hundertwasser gestaltetes Klo in Kawakawa; einen Wohnwagen voller Klimbim und selbstgebauter Maschinchen in Papatowai; einen Vorgarten voller Teekannen in Owaka; einen mit zig Schuhen behängten Viehzaun in Waihola; einen (inzwischen wohl verschwundenen) Zaun voller BHs irgendwo in der Einöde von Otago; und natürlich ein erstaunlich lebensecht gestaltetes Hobbit-Dorf auf einer Schaffarm bei Matamata (räusper).

Neuseelands Briefkästen, das fanden wir schon auf unserer ersten Reise 2002, verdienen ebenfalls den Status einer Attraktion für Touristen. Viele Reisende kommen mit Fotos von besonders originellen Exemplaren aus dem Urlaub zurück, und es gibt sogar eine Website und einen Tumblr-Blog, die Fotos von neuseeländischen Briefkästen sammeln.

Für den Postboten ist es sicherlich anstrengend, hier immer die richtige Öffnung zu finden. Immerhin die Höhe ist seit einiger Zeit bei 1,50 m festgelegt, damit die armen Postler sich weder bücken noch zu sehr strecken müssen. Form, Material und Farbe des Briefkastens stehen hingegen jedem frei, hier leiten lediglich praktische Erwägungen die Konstruktion.

Ob in Traktorform, als Biene oder Wal, ob aus einer alten Mikrowelle oder mit Muscheln beklebt – Briefkästen-Gestalten scheint ein nationales Hobby zu sein. Die bunte Vielfalt zeigt sich besonders auf dem Land und in den Vororten, wo mitunter regelrechte Wettbewerbe um den schönsten/seltsamsten/hässlichsten Briefkasten zu herrschen scheinen.

Dass es natürlich auch bereits einen Briefkastenführer („Kia Ora Postie“)* gibt, in dem Chrissie Ward über 50 ungewöhnliche Briefkästen fotografiert und mit launigen Anekdoten über die neuseeländische Post versehen hat, wundert uns nicht.

Wünschen würden wir uns noch einen Reiseführer, mit Routenvorschlägen an den schönsten „Letterbox“-Strecken entlang!

Habt ihr einen noch schöneren Briefkasten entdeckt und fotografiert? Dann schickt uns euer Bild, wir präsentieren es gern hier!

1 Kommentar

  • Ich war erst im letzten Jahr in Neuseeland auf Trekkingtour mit meinem Mountainbike. Mir sind diese eigentümlichen Exemplare auch aufgefallen, sodass ich mir in diesem Jahr genau so einen Briefkasten mit einem treffenden Slogan angeschafft habe. In diesem Land geht es mir jedoch vielmehr um die beeindruckende Landschaft und die damit verbundenen Herausforderungen, vor denen man als Sportler gestellt wird. Ich plane schon die nächste Reise!

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