Spanien

Spanien-Vorfreude: 1000 Dinge, die wir in Andalusien mit Kindern tun könnten

Es ist nicht mehr lange hin bis zu unserem Sommerurlaub in Andalusien – yay! Was macht man denn so in Andalusien mit Kindern, bei 40°C im Schatten? Wir haben mal herumgefragt, und eine ganze Reihe toller Tipps bekommen.

Andalusien mit Kindern Tarifa Beach Hiddengem.de

Der Strand von Tarifa – sieht wirklich recht windig aus… ©Hiddengem.de

Eva von hiddengem.de reist mit ihrer Familie um die Welt und schreibt ganz exquisite Texte darüber. Wenn sie uns Tarifa empfiehlt, muss das wohl wirklich schick sein!

Tarifa ist kein klassisches Familienreiseziel, aber ein richtig lässiges Städtchen. Ich möchte behaupten, auch mit Familie kann man dort voll auf seine Kosten kommen. Natürlich ist Tarifa als „Windhauptstadt Europas“ vor allem die Anlaufstelle für Surfkönner und Kiter aus aller Welt. Nichts für Anfänger und auch nichts zum Sandburgen Bauen. Im Sommer blasen dort Levante und Poniente auch mal wochenlang, und die Straße von Gibraltar beschleunigt den Wind wie eine Düse. Das ist Fluch und Segen zugleich.

Die Stadt ist somit zwar vom Massentourismus verschont geblieben und konnte sich ihren Charme bewahren, dafür ist die Gegend etwas ärmlich im direkten Vergleich zu den Tourismus Hochburgen wie Marbella oder Malaga. Voll wird es im Sommer dennoch.

Ich verbinde mit Tarifa viele positive Erinnerungen. Schon in den Zwanzigern haben wir dort wochenlang im VW-Bus campiert.

Wer mit Wassersport nichts am Hut hat, guckt einfach nur zu, chillt in einer Strandbar oder erfreut sich am idyllischen weißen Altstadtkern, der von einer imposanten alten Befestigungsmauer umgeben ist. Durch die engen Gassen schlendernd kommt man an unzähligen Shops, gestylten Surfboutiquen, charmanten Restaurants, Tapasbars und Pubs vorbei. Unweigerlich sitzt man früher oder später im „Café Central“, dem In-Treffpunkt im Altstadtzentrum.

Ab Tarifa beginnt ein feinsandiger Strand, der in einer riesigen Wanderdüne an der Punta Paloma endet. Danach schließt sich ein weiterer Strand an. Vergesst aber den Windschutz nicht oder ihr endet schnitzelgleich paniert.Etwas geschützter liegt die Playa Chica, der Familienstrand Tarifas, gleich neben dem Hafen. An diesem relativ kleinen Strand ist im Sommer allerdings die Hölle los.

An Aktivitäten soll es rund um Tarifa nicht mangeln. In nur 45 Minuten ist man mit der Fähre in Tanger, das man an klaren Tagen auch sehen kann. Oder wie wär’s mit „Fish and Chips“ und lustigen Begegnungen mit rotzfrechen Affen im nahen britischen Gibraltar?“

Lena Marie von family4travel: „Vor ziemlich genau einem Jahr waren wir mit unseren beiden Jungs im Grundschulalter in Andalusien unterwegs. Ungefähr zwei Wochen haben wir auf unserem 10-monatigen Europa-Roadtrip diesem traumhaften Reiseziel gewidmet. Natürlich haben wir uns auch Sevilla, Cadiz, Gibraltar und die typischen Urlaubsorte an der Küste angesehen. Aber besonders gefallen hat uns der Nordosten der Region. Hier sind unsere Gründe.

  • Die Alhambra: Granada ist die größte Stadt im Nordosten Andalusiens, und mit der Alhambra verfügt sie über den Touristenmagneten überhaupt. Generell gehen wir Menschenansammlungen gerne aus dem Weg, aber an der Alhambra führt zu Recht kein Weg vorbei. Die Festungsanlage aus der Maurenzeit ist ein Paradebeispiel orientalischer Pracht. Dazu gibt es wunderbare Gärten mit Wasserspielen und Ruinenfelder. Auf dem weitläufigen Gelände lässt sich leicht ein ganzer Tag verbringen. Die tägliche Besucherzahl ist begrenzt, deshalb unbedingt schon von zu Hause online ein Ticket vorbuchen! Wir empfehlen, das Vormittags-Zeitfenster zu wählen, dann aber nicht zur Hauptstoßzeit am Ticketschalter zu sein, sondern die vorbestellten Tickets etwas später abzuholen, wenn die größten Massen schon durch sind (wir haben nämlich trotz Vorbuchung noch eine Stunde anstehen müssen, um das Tor zu passieren). Und  nicht verzagen: Der Stress lohnt sich wirklich, auch unsere Jungs waren begeistert!
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Die Alhambra in ihrer ganzen Pracht © family4travel

  • Gorafe: Fährt man von Süden her auf den Canyon von Gorafe zu, ist das Erlebnis (zumindest für alle, die seine großen Geschwister in den USA nicht kennen) umwerfend. Kilometerweit scheint der Blick über die flache Ebene zu schweifen – bis diese sich auftut und die Straße in die breite Erdspalte abtaucht. Sowohl oben am Canyonrand als auch auf dem Weg nach unten befinden sich mehrere jungsteinzeitliche Großsteingräber, die frei zugänglich sind (Sonnenschutz nicht vergessen!). Unten im Tal liegt die kleine Ortschaft Gorafe. Dort gibt es ein ambitioniertes Museum, das unter enormem Multimedia-Einsatz einige Informationen über die frühzeitliche Besiedlung vermittelt.
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Der Canyon von Gorafe © family4travel

  • Guadix: Die eigentlich nicht weiter beeindruckende Kleinstadt nordwestlich von Granada hat eine verborgene Besonderheit zu bieten: das Höhlenviertel. Seit Jahrhunderten graben sich die Einwohner in die weichen Tuffsteinberge und richten in der schattigen Kühle ihre Wohnzimmer ein. Langsam mausern sich die Höhlen zur Sehenswürdigkeit, und die Gentrifizierung ist eifrig im Gange. Wir haben streitbarerweise an dem Prozess teilgenommen und eine der Höhlen als Ferienwohnung gemietet – definitiv die abgefahrenste und absolut nicht die unbequemste Unterkunft unserer ganzen Reise. Rund um die Stadt befinden sich außerdem die „Badlands“, eine Mondlandschaft, die ebenfalls absolut sehenswert ist.
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Wohnen bei den Höhlenmenschen © family4travel

  • Tabernas: Die einzige „anständige“ Wüste Europas liegt ganz im Nordosten Andalusiens, etwa eine Stunde von Granada auf der A-92. In der (in Wahrheit nur auf wenigen Kilometern) endlosen Landschaft aus Felsen und Geröll wurden etliche Western gedreht, von „Spiel mir das Lied vom Tod“ bis zum „Schuh des Manitu“. Einige Sets sind zu Erlebnis-Parks ausgebaut worden. Wir sind auf eigene Faust zu einer kleinen, verlassenen Set-Ruine gewandert, die wir ganz in der Nähe der Landstraße auf einem Satellitenbild entdeckt hatten: ein heißes, staubiges und vor allem windiges Unternehmen mit echtem Abenteuercharakter.
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Was heißt „Hände hoch!“ auf Spanisch? © family4travel

  • Sierra Nevada: Ein Ausflug in die Berge der Sierra Nevada erinnert eher an die Alpen als an die Bilder, die man von Andalusien im Kopf hat. Hier ist es grün und kühl (wer in kurzen Hosen loswandern will, erlebt eine Überraschung).

Ariane hat (noch?) keine Kinder. Ihr Herz schlägt für Lamas und rostige Kleinbusse in Peru, und darüber schreibt sie ganz wunderbar auf ihrem Blog www.heldenwetter.de. Deshalb haben wir sie nach ihrem Top-Tipp für Andalusien gefragt, und sie hat uns Málaga bei Sonnenuntergang ans Herz gelegt. Klingt gut!

„Ich gebs zu: In Südspanien gibt es für mich schönere Städte als Málaga. Trotzdem lohnt sich der Besuch, alleine wegen der entspannten Stimmung kurz vor Sonnenuntergang. Dann ist es auch am schönsten auf dem Giralfaro, der Festung, die über der Stadt thront. Hier lässt es sich ganz wunderbar aufs Meer schauen und auf die Sonne, wie sie nach und nach darin versinkt. Auf jeden Fall sollte man jedoch nicht zu wenig Zeit für den Aufstieg einplanen – sonst kann es einem passieren, dass man erst oben ankommt, wenn die Sonne bereits untergegangen ist.

Ein absolutes Highlight in Málaga ist natürlich das Picasso-Museum – ich behaupte mal, dass auch absolute Kunstbanausen hiermit etwas anfangen können, schon allein wegen des wunderschönen historischen Gebäudes, in dem sich das Museum befindet. Das Schönste in Málaga ist jedoch das Streifen durch die Straßen. Hier in Andalusien ist die Architektur wunderbar der Sommerhitze angepasst: Häuserzeilen werden immer wieder durchbrochen durch grüne Parks, erfrischende Brunnen und mit bunten Fliesen verzierte Innenhöfe. An Straßenecken stehen Obstverkäufer, in den Gassen hängen Ballons und bunte Wimpel, die Sonne zeichnet die schönsten Schattenmuster auf den Boden.

Bei der Hitze, die einen im Sommer hier kaum atmen lässt, kann man gar nicht anders, als es langsam angehen zu lassen, den Stadtplan zurück in den Rucksack zu stecken und umherzuschlendern – das ist das eigentliche Geheimnis dieser Stadt.“

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Wunderschönes Málaga © Heldenwetter.de

Die Lifetravellerz Melanie und Jürgen fahren in ihrem VW-Bus Luigi durch die Welt und mögen am liebsten Kite-surfen und gut essen. Sie haben uns ebenfalls Tarifa ans Herz gelegt – okay, dann fahren wir da mal hin!

„Andalusien und insbesondere Tarifa sind ein riesiger Spielplatz für die ganze Familie. Fast rund ums Jahr scheint die Sonne bei angenehmen Temperaturen. Allerdings sollte einem der starke Wind nichts ausmachen, denn nicht umsonst ist Tarifa bei Wind- und Kitesurfern aus der ganzen Welt ein beliebtes Reiseziel. Für Eltern mit abenteuerlustigen Kindern gibt es hervorragende Bedingungen zum Mountainbiken, Klettern, Bouldern, Wellenreiten und Kitesurfen.

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Blick auf Tarifa © Lifetravellerz

Ganz besonders beeindruckt hat uns aber die abwechslungsreiche Flora und Fauna, die für Naturliebhaber jeden Alters interessante Ausflugsmöglichkeiten bietet. Entlang der gesamten Küstenlinie um Tarifa erstreckt sich der Naturpark Parque Natural del Estrecho mit zahlreichen Wanderwegen und auch die Meeresgründe vor der Küste gehören zum Naturpark.

Von vielen Aussichtspunkten entlang der Wanderwege hat man einen grandiosen Blick auf Tarifa, den tosenden Atlantik und die Meerenge von Gibraltar bis hin nach Marokko. Viele Vögel brüten hier und auch kleinere Säugetiere kann man mit entsprechender Geduld entdecken. Kühe, Esel, Pferde und die berühmten schwarzen Schweine laufen meist frei entlang der Wege herum.

Zum Park gehört auch die Düne von Bolonia, eine aktive Düne von mehr als dreißig Metern Höhe und 200 Metern Breite. Eine Wanderung auf die Düne ist durch den tiefen Sand extrem anstrengend wie eben bei einer Wüstenwanderung.

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Die Wanderdüne von Bolonia © Lifetravellerz

Eine weitere Dünenlandschaft gibt es in Los Caños de Meca, wo auch der bekannte Leuchtturm am Kap Trafalgar steht, zu dem man hinausspazieren kann und einen unglaublichen Blick auf die Küstenlinie hat. Tipp: Wenn starker Levante (der vorherrschende Wind rund um Tarifa) weht, dann sollte man den Weg zum Leuchtturm meiden. Durch den breiten Sandstrand und die Düne wird man von unglaublichen Sandmengen „berieselt“ und das ist nicht sehr angenehm.

Kinder, die gerne im Sand spielen, finden in Tarifa wohl das absolute Paradies!“

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Die Dünenlandschaft von Los Canos de Meca ©Lifetravellerz

Sooo viele Tipps, die wir auf unsere Andalusien-Bucket-List setzen wollen – vielen Dank!

Was wir in den (leider nur) zwei Wochen tatsächlich unternehmen, außer in der flirrenden Hitze am Pool herumzugammeln und leckere Tapas zu essen, darauf sind wir selbst gespannt. Die Tickets für den Caminito del Rey sind schon gebucht, die Eintrittskarten für die Alhambra in Granada auch.

Mein größter Wunsch ist eine Whale-Watching-Tour mit der Stiftung FIRMM in Tarifa, und von dort möchte ich auch sehr gern einen Tagestrip nach Marokko machen – mit der Fähre sind es immerhin nur 30 Minuten bis Afrika!

Habt ihr noch Tipps, was wir zwischen Cadiz und Almeria unbedingt mit unseren drei Kindern unternehmen oder anschauen sollten? Dann gern her damit!

Update: Der Urlaub ist vorbei, leiderleider. Hier berichten wir, was denn nun wirklich so gemacht haben. Unter anderem.

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6 Kommentare

  • Spontan fallen mir die Alpujarras, das Cabo de Gata und der kleine Ort La Mamola ein…
    Aber egal wo ihr seid Andalusien wird Euch sicher sehr gefallen!!!

    • Danke, Lasse! Ich setze es mit auf die Liste. Fürchte schon, dass uns gar keine Zeit zum Rumhängen am Pool mehr bleibt… 😉

  • Wann geht´s denn jetzt eigentlich los? In jedem Fall viel Spaß. Ihr werdet Andalusien bestimmt lieben. Es gibt ja so unendlich viel zu tun und sehen dort. Ronda ist zwar kein Geheimtipp, hat mir aber auch ziemlich gut gefallen.

  • Wow, das sind tolle Ideen für einen Urlaub mit der ganzen Familie. *-* Wir fahren immer ins Hotel und wandern viel, zum Glück macht uns das allen Spaß und die Kinder kommen auch noch mit. Wobei unsere Älteste sich langsam schon mehr für den Wellnessbereich interessiert. *g*

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