Anreise: Rund ums Fliegen

Spiel, Spaß und Beschäftigung am Flughafen

Auf Langstreckenflügen sitzt man nicht nur lange im Flugzeug. Gern wird vergessen, dass sich außerdem erhebliche Zeiten für das Einchecken, das Warten im Transit, das Warten am Gate, das Warten bei Verspätungen und das Warten am Gepäckband addieren. In diesen endlosen Minuten und Stunden wollen die Kinder adäquat beschäftigt sein. Damit erkauft man sich nicht nur heile Nerven, sondern auch ausgepowerte und im Flugzeug dann friedlich schlafende Kinder.

Die Grundregel bei der Wartezeit-Bekämpfung lautet: Action! Auf vielen Flughäfen gibt es Spielzonen, Indoorspielplätze oder gar Gärten, in denen Kinder einfach mal Dampf ablassen können. Und Bewegung ist natürlich auch für Erwachsene gut!

Es schadet nicht, wenn man bei der Planung der Reise bereits recherchiert, auf welchen Flughäfen ein Zwischenstopp spielplatztechnisch lohnenswert wäre. Changi Airport in Singapur ist hier der Alltime Favourite, obwohl wir dazu noch keine persönliche Meinung haben.

Auf Flughäfen ohne tolle Spielecken muss man selbst für Spaß sorgen. Hier empfehlen sich die folgenden Maßnahmen:

Das Terminal erkunden: Flughäfen sind eine große und fremde Welt. Beim Herumschlendern und Entdecken sollten sich immer interessante Dinge finden; und wenn sie nur interessant für Kinderaugen sind. (Ein Erwachsener kann die Expedition leiten, einer passt auf das Gepäck auf und hat gewonnen.)

Die Fortbewegungsmethode ändern: Wenn Kindern nicht mehr rennen mögen (oder können), empfiehlt sich eine (vorsichtige) Rallye per Buggy oder mit dem Gepäckwagen. Buggys kann man an vielen Flughäfen auch ausleihen!

Schauen: Auf fast jedem Flughafen gibt es eine Aussichtsterrasse, wo man neben frischer Luft ausgezeichnete Ansichten von startenden und landenden Flugzeugen und dem Bodenverkehr bekommt. Auch im Boarding-Bereich gibt es meist Fenster, aus denen man einen Blick auf das Flughafengelände werfen kann. Ähnlich wie mit Fernsehen sind Kinder hier stundenlang beschäftigt.

Aus der Not eine Tugend machen: Statt über die Verspätung zu meckern oder über den langen Zwischenstopp zu stöhnen, kann man das Positive sehen und eine besondere Gelegenheit für die Kinder daraus machen. Kinderkinos oder Fast-Food-Restaurants sind dann eben ausnahmsweise mal erlaubt, für jeden Handgriff lässt man sich extraviel Zeit, jeder darf endlos lange auf der Toilette sitzen…

Leere Gänge nutzen: Auf allen Flughäfen ist Platz, man muss ihn nur finden. Fang- und Rennspiele in den breiten Korridoren oder Power-Walking-Touren zwischen Terminals halten fit und machen die Kids müde für den Weiterflug. Praktische kleine Bewegungsmotivierer sind zum Beispiel Hackysack-Bälle aus Stoff, die mit Einsatz jedes Körperteils in der Luft gehalten und zum nächsten Spieler gekickt werden müssen; ältere Kinder lassen sich auch gut mit Jojos, Jonglieren, Flechten von Freundschaftsbändern, Fingerstricken, Abnehmen spielen (Schnüre einpacken!) usw. beschäftigen.

Elektronik: Die Kür ist ein mitgebrachtes Abspielgerät für DVDs oder Mediadateien, etwa ein Laptop oder iPad. Ein iPhone mit einigen Spiel-Apps (die man auch schnell noch kostenlos herunterladen kann) genügt für ein Kind auch (das Display ist zu klein, um mehrere Personen zuschauen zu lassen). Zur Not gibt es auf vielen Flughäfen freistehende Fernseher, vor denen man eine Weile abhängen kann. Oder man gibt den Fotoapparat zur Verwendung frei, wenn man den Kindern den Umgang damit zutraut. Daraus kann ein kreatives Urlaubsprojekt werden – oder Spaß beim Fotografieren der schlimmsten Grimasse.

Socialise: Wer Glück hat, findet eine Familie in einer ähnlichen Lage, die ebenfalls im Wartemodus Zeit totschlagen muss. Perfekt sind dabei Kinder im ähnlichen Alter oder aber ältere Mädchen, die gern den Babysitter machen.

Die Spiele, die man für das Flugzeug eingepackt hat, können bei Verspätungen natürlich auch ausgepackt und genutzt werden – allerdings raubt man sich damit die Beschäftigung während des Fluges. Hier also gut abwägen!

Schlange stehen

Beim Anstehen in Warteschlangen am Flughafen darf man sich nicht von der Stelle bewegen und es gibt viele Sicherheitsbeschränkungen – keine ideale Umgebung für Kinder. Herumtoben ist meist verboten und selbst herumlaufen ist zu gefährlich, weil die Kids schnell außer Sichtweite geraten (dazu später mehr).

Wichtig ist hier: Den Kindern vorher erklären, warum man hier ansteht und was gleich passieren wird. (Je länger die Schlange, desto gründlicher kann man sich vorbereiten, auch am Beispiel anderer Passagiere.) Dabei betonen, dass es am Flughafen Sonderregeln gibt, über die NICHT DISKUTIERT wird. Wenn etwas verboten ist, dann gilt das absolut.

Was man noch tun kann:

Die Zeit zum praktischen Vorbereiten nutzen: Beim Einchecken schon mal die Pässe und Flugtickets durchblättern (und kichern, wie ulkig Mama und Papa vor sechs Jahren aussahen), vor der Schleuse die Kleidung auf Metallgegenstände durchsehen, die Schuhe aufmachen, die Jacken ausziehen…

Ablenken: Mit Essen, Trinken, Süßigkeiten, Lästern über andere Passagiere (aber psst!). Warten ist scheiße, Ausnahmen von den Regeln sind hier also erlaubt.

Spielzeuge rausholen: Puppen können Rollenspiele übernehmen, Autos können auf Koffern um die Wette fahren. Wer kein Spielzeug parat hat, muss auf „Ich sehe was, was du nicht siehst“ oder „Wer schneidet die hässlichste Grimasse?“ zurückgreifen.

Aufteilen: In der idealen Kernfamilienkonstellation kann einer der Erwachsenen die Verantwortung für das Gepäck und den Eincheck-Vorgang übernehmen, der andere konzentriert sich auf die Kinder (und kann dabei evtl. sogar aus der Warteschlange ausscheren).

Am wichtigsten: cool bleiben! Nervöse und gereizte Eltern sind das sicherste Rezept für nervende, laute und anstrengende Kinder.

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