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Surfen am Muriwai Beach – Top Ten Campingplatz am Top Ten Strand

Unsere letzten Tage in Neuseeland und der Abschiedsschmerz, der sich in jedes Erlebnis in dieser Zeit mischte, sind untrennbar verbunden mit dem schwarzen, nebelfeuchten Strand von Muriwai, den Surfern, den Sonnenuntergängen und dem Muriwai Beach Motorcamp. Seufz…

Der Strand von Muriwai ist brettflach, schwarzsandig und sage und schreibe fünfzig Kilometer lang. Wenn man hier auf einer der sanft geschwungenen Dünen den Sonnenuntergang bewundert, kann der Blick nach links und rechts durch die neblige Gischt wandern und bleibt nirgends hängen, außer vielleicht an ein paar verspäteten Surfern. Verwunderlich, dass es Muriwai Beach trotzdem nicht unter die Top Five der beliebtesten Strände Neuseelands geschafft hat – für uns steht dieser Strand extrem weit oben auf der Favoritenliste.

Mystic Muriwai Beach

Der Platz

Einen ebensolchen Platz in unseren Herzen bekam das direkt hinter den Dünen liegende Muriwai Beach Motorcamp. Zunächst mal für den Preis: Nur 28 NZ$ zahlten wir beiden (Vorschulkinder sind kostenlos) für eine Powered Site am hinteren Rand des Platzes, zogen nach einer Nacht Stromtanken jedoch frohgemut die (genauso teure) Unpowered-Variante vor. Da konnten wir nämlich kreuz und quer nach Gusto in den grasbewachsenen Dünen im Schatten von sturmgebeugten Pinien stehen. Es gab zwar keinen Spielplatz, aber einen Schaukelstrick, der vom Ast einer riesigen Pinie hing – yeah!

Für den günstigen Preis – das Motorcamp gehört nämlich zu den Auckland Regional Parks – gibt es akzeptable Toiletten und Duschen, obwohl die eher von der rustikalen Kategorie sind und man für warmes Wasser extra zahlen muss (passende Münzen bereithalten!). Auch die Gemeinschaftsküche war recht spartanisch eingerichtet und ausgestattet – aber bei kostenlosem Internet auf dem ganzen Platz (wenn auch unzuverlässig, da immer mal spontan weg) kann man nicht meckern.

Muriwai Beach Motor Camp

Das einzige echte Manko: Zum Einkaufen muss man ein ordentliches Stück die lange, gewundene Straße bergauf; zum Laufen ist es sowohl zu steil als auch zu weit. Das ist besonders für Campervan-Reisende echt blöd, wenn plötzlich das Brot alle ist (oder gar das Bier!), denn dann heißt es alles zusammenpacken und fahrbereit machen. Uff!

Der eigentlich recht einsame Campingplatz ist nur 40 km von der Großstadt entfernt; was im Gegensatz zu den Regional Parks im Osten von Auckland aber nicht zu Wochenend-Überfüllung führte. Auf dem großen, grasigen und hügeligen Platz hatte man immer das Gefühl, ganz allein zu sein, auch wenn objektiv ganz schön viel los war.

Das bemerkten wir erst am Strand, der am Wochenende abrupt von mystisch-verwunschen und einsam auf trubelig-überfüllt umschaltete. Dann war auch der große Spielplatz ca. 50 m neben dem Eingang zum Motorcamp auf einmal voller kreischender Kinder, während an Wochentagen die Tölpelkolonie auf den Felsen am südlichen Rand von Muriwai Beach das einzige war, was kreischte.

Muriwai Gannet Colony

Das Surfen

In Muriwai sind wir drei Tage geblieben, aber es hätten auch locker zwei Wochen sein können. Der Weltwundermann und die Tochter bekamen nämlich gar nicht genug vom Surfen, das sie hier für sich entdeckt haben. Während Piha Beach weiter im Süden den Ruhm für seine tollen, aber gefährlichen Wellen erntet, sind die in Muriwai nicht schlechter, und einen netten Lifeguard, der aufpasst, gibt es auch. Noch besser: Gelegenheitssurfer können in Muriwai ein Brett und einen Wetsuit ausleihen, was an den neuseeländischen Stränden nicht selbstverständlich ist, wie wir herausgefunden hatten – hier hat nämlich jeder ein eigenes Board, ausleihen ist eher unüblich.

Und so leiht man in Muriwai ein Surfbrett: Man sagt Hallo, sucht sich einen Anzug und ein Brett aus, bezahlt die Leihgebühr und geht mit dem Brett weg. Nix Pfand hinterlassen, Adresse angeben oder gar irgendwelche Formulare ausfüllen. Handschlag und ehrliches Aussehen reichen hier aus. Wie so ein Surfkurs für blutige Anfänger abläuft (den der Weltwundermann großspurig für unnötig erklärte), erzählen Christine und Markus in ihrem Blog Kiwifinch.

Muriwai Surf Course

Der Strand – pro und contra

Der Strand von Muriwai ist extrem lang und flach, weshalb die Wellen seeehr, seeehr lang sind und recht langsam hereinkommen. Ideal für Anfänger, die sich noch recht wackelig anstellen; aufpassen heißt es nur auf eventuell auftretende Rip Tides, die unter Wasser ganz schön Zug entwickeln können. Auch für unschuldige Strandspaziergänger können die Wellen eine Überraschung bereithalten; die sind nämlich so lang und langsam, dass man sie vollkommen unterschätzt und dann plötzlich von einer klitzekleinen, flachen, aber schier nicht endenden Welle bis zu den Knien überspült wird.

Ein Badestrand für kleine Kinder ist Muriwai also trotz des faszinierenden schwarz glitzernden Sandes definitiv nicht; zumal es keinerlei Schatten gibt, die Dünen sind nur mit Gräsern bewachsen. In den Mittagsstunden haben wir uns daher anders beschäftigt – am besten fanden die Kinder es, zwischen den hohen Felsen am Südende des Strandes herumzustromern, die kleinen Flutbecken zu erkunden und sich in den Höhlen zu verstecken (Eltern, auf Ebbe und Flut achten!). Auch die Start- und Landeversuche der tausenden jungen Tölpel (auf Englisch „gannets“) zu beobachten, macht großen Spaß und ist von den Besucherterrassen aus sehr bequem möglich.

Muriwai Beach

Was mir ein flaues Gefühl im Magen machte, waren die „Extrem-Angler“ auf den gischtumtosten Klippen. Allein schon die hilfreich bereithängenden Rettungsringe und die Warnhinweise hätten für mich genügt, hier niemals nicht auf Fischfang zu gehen, und tatsächlich kommt es hier wohl immer wieder zu Unglücken. Aber ein echter Kiwi trotzt halt den Wellen, dädädä …

Muriwai Beach Dangerous Cliffs

Wenn man nach einem langen und anstrengenden Surfnachmittag dann auch noch gemütlich in einem schicken und angenehm chilligen Café wie dem „Sand Dunz“ abhängen kann, das jeden Tag geöffnet hat und leckere kleine Mittagsgerichte serviert, ist doch alles perfekt, oder? Die Kinder toben gegenüber auf dem Spielplatz und nach dem Flat White wechselt man auf die große Wiesenfläche, wo Barbecue-Gasgrills darauf warten, benutzt zu werden… Ja, die Aucklander haben tatsächlich gleich mehrere Wochenend-Paradiese direkt vor der Haustür. Glückwunsch!

4 Kommentare

  • Hey,

    ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen 🙂 Sehr schön!
    Weißt du auch ob man an diesem Strand Kitesurfen kann? Wir reisen vielleicht bald nach Neuseeland und sind noch am suchen für ein paar schöne und windige Spots 😀

    VG

  • Wir waren zur Vorsaison im Dezember auf dem Campground und uns hat der Campground nicht wirklich gefallen. Im Bereich der in Laufnähe zu den Duschen war (und nicht 10 Min übern Berg laufen) war es rappelvoll, vorwiegend mit Dauercampern und ab und an einer freier Platz wo man dann als Tourer dazwischen gestellt wird. Das ist für mich keine Wohlfühlumgebung, sondern da bleibt man halt weil man duschen will und nix besseres gefunden hat. Die Umgebung ist toll, der Strand und die Gannet Kolonie und der Aussichtsparkplatz hinter der Gannet Kolonie und der Strand (also auf der andere Seite der der Kolonie) genial, aber der Campground war für uns nur ein notwendiges Übel. Wir sind auf unserer 5 wöchigen Rundreise fast immer schöner gestanden.

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