Gut zu wissen

Neuseeland-Safari: die “Big Five” von Godzone

In Südafrika sind sie der Renner bei Safaris: die Big Five, aka Nashorn, Büffel, Löwe, Leopard und Elefant. Heute finden Big-Five-Safaris politisch korrekt ohne Schießgewehr statt, es geht inzwischen um den perfekten Schnappschuss fürs Fotoalbum. In Neuseeland muss man sich seine Big-Five-Safaris noch in Eigenarbeit zusammenstellen, aber begehrte „Big Five“ haben die Kiwis natürlich auch zu bieten!

Als da wären:

Big Five Nr. 1: Schafe

Man sieht sie quasi überall, besonders im Frühling und besonders auf der Südinsel. Im Gegensatz zur touristischen Illusion stehen sie nicht treudoof am Weidezaun herum, sondern hauen stante pede ab, sobald man das Mietauto verlässt. Schisser, die!

Fleeing sheep

Big Five Nr. 2: Wale

Die sieht man nicht überall, aber einen Eindruck von der spirituellen Verbindung zwischen Maori und Walen bekommt man zum Beispiel in Whangara am East Cape, wo die Geschichte „Whale Rider“ von Witi Ihimaera spielt. Ganz wie in der Geschichte, aber im Alltag eher tragisch, hört man häufiger in den Nachrichten von Gruppen gestrandeter Wale an Neuseelands Küsten. Ganz in Ruhe und an Land kann man sich die Überreste fossiler Wale auf dem „Vanished World Trail“ im Umland von Oamaru anschauen – sehr empfehlenswert in Verbindung mit einem Museumsbesuch, wo man viel über die lange Naturgeschichte von Neuseeland lernen kann.

Otago MuseumIn den Meeren um Neuseeland kann man 38 verschiedene Wal-Arten beobachten; das ist die Hälfte aller Arten, die es weltweit gibt. Der gemeine Tourist trifft nur wenige Arten: der Pottwal und der Südkaper (oder Südlicher Glattwal) sind häufig zu sehen, hin und wieder erblickt man auch noch Blauwale, Buckelwale oder Grindwale.

Wer genug Geld übrig hat, der kann vor der Küste von Kaikoura sein Glück beim Whale Watching versuchen. Hier sind die Chancen, ein paar Pottwale beim Dümpeln zu erwischen, recht hoch. Der Spaß dauert vier Stunden, ist nicht ganz billig und kann für empfindliche Mägen schnell zum Desaster werden (Sick Bags bereithalten!), aber wer kann, sollte es wagen. Es ist wirklich ein Erlebnis…

Wal in PapatowaiBig Five Nr. 3: Moa

Die größten Vögel der Welt lebten in Höhlen im neuseeländischen Wald und stellten sich dort trotz ihrer Größe offenbar so doof an, dass die Maori sie bald nach ihrer Ankunft auf den Inseln ausgerottet hatten. Sehr schade und eine mahnende Erinnerung daran, dass auch die „edlen Wilden“ mit ihrer ach so naturverwurzelten Weisheit nur Menschen sind.

Big Five Nr. 4: Sea Lion

Wirklich groß und gern auch richtig böse: Wie die Wale, tummeln sich auch Seelöwen in den Gewässern rund um Neuseelands Küsten, und an den abgelegeneren von ihnen liegen sie auch gern mal im Sand oder zwischen den Felsen herum. Ziemlich wahrscheinlich findet man welche in den Catlins (hier besonders einfach am Campground Curio Bay, wo die Freunde auch mal zwischen den Zelten spazieren watscheln). Die Begegnung mit einem friedlich in der Sonne liegenden Seelöwen, dem man von weitem gern mit einer fetten Nacktschnecke verwechselt, gehört zu den echten „Auge in Auge mit Mutter Natur“-Erlebnissen, die man nicht so schnell vergisst. Besonders, wenn man ahnungslos dem schlummernden Tier den Fluchtweg Richtung Meer versperrt, zwischen Mutter und Jungtier latscht oder im Wasser auf einen solchen Kaventsmann trifft … Schluck. Der beste Schutz vor Überraschungen: am Strand Augen und Nase offenhalten. Die Viecher stinken wie… alter Fisch. Irgendwie logisch.

Big Five Nr. 5: Possum

Okay, die sind recht klein, aber hier gilt Masse statt Klasse! Leider sieht man diese niedlichen, behäbigen Gesellen in Neuseeland meist nur in zweidimensionaler Form, nämlich plattgequetscht und totgefahren auf den Highways. Hier legen die sonst so friedlichen und umgänglichen Kiwis eine unglaubliche Aggression an den Tag, denn es geht darum, das neuseeländische Grün vor den emsig nagenden Possum-Zähnen zu schützen.

Dead PossumDer Tourist, der sich an diesem moralisch mindestens zweifelhaften Projekt beteiligen will, kauft folgsam Handschuhe, Mützen und „Nipple warmers“ aus (herrlich weichem) „Possum fur“ in den Souvenirshops. Wer mal sehen will, von wessen Leid und Tod er da profitiert, findet lebende Possums in einigen Tierparks und Zoos, unter anderem auch in der Haustier-Menagerie auf unserem Top-Familien-Campingplatz „Farmyard Holiday Park“ in Geraldine.

Und wenn man sie alle abgehakt hat, die Big Five? Dann freut man sich und macht sich ans Sammeln der „Small Five“!

8 Kommentare

  • Juhu, 4 der „Big Five“ hab ich schon gesehen! 😉
    Und dass die Hector dolphins und die Sandfly´s und natürlich der Kiwi Vogel auch mit drauf muss bin ich auch dafür.
    Echt schwierig solche Listen zu erstellen von einem Land wo es so viele tolle Sachen gibt!

    • Ach je, dann sind wir ja schon voll – der Kiwi, die Sandfly, der Hector-Delfin, der Gelbaugenpinguin und der Kea. Und was machen wir mit meinen Lieblingen: der Puriri-Motte, der Weta, dem Kakapo und ganz besonders dem Huhu-Käfer?? Ich glaube, wir brauchen ein Leser-Ranking…

    • Delfine, hm. Nicht unbedingt eine NZ-Spezialität, die gibt es ja quasi überall. Aber Keas gehören natürlich mit aufs Podest!

    • ich meine nicht Delphine allgemein dondern den Hector’s dolphin, New Zealand dolphin, den es ja nur noch in Neuseeland geben soll und dessen Population abnimmt

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