Camping Neuseeland für Familien Unterkünfte

Campingplatz-Geheimtipp in den Marlborough Sounds: Smiths Farm Holiday Park

Diesen Top-Ten-Kandidaten fanden wir zufällig in den Marlborough Sounds, als wir uns bei einem geschätzt 100 Jahre alten Buschmann in der iSite in Havelock (wie sich herausstellte, war er ein Angestellter) nach einer Tour mit dem berühmten Postboot erkundigten. Der riet uns nach einem Blick auf die Kinder entschieden vom Postboot ab („hours and hours of sitting around and looking at lots of water!“) und empfahl uns einen Abstecher nach Linkwater.

Die Empfehlung war Gold wert – obwohl der „Smiths Farm Holiday Park“ ein wenig landeinwärts, ungefähr mittig zwischen den Marlborough Sounds und dem Pelorus Sound, liegt und somit leider weder Meerblick noch Meeresbrise bot, was bei den Anfang Februar herrschenden Hochsommertemperaturen (30° C waren es bestimmt) schon schön gewesen wäre.

Die Smiths Farm © Smiths Farm

Die Smiths Farm © Smiths Farm

Angesichts der Konkurrenz ringsherum, namentlich die 35 (!) klitzekleinen und in abgeschiedenen Buchten der Sounds verborgenen DOC-Campsites wie Nikau Cove, hatte es unser Top-Ten-Kandidat daher schwer, zu überzeugen. Wie hat er es dennoch geschafft?

Warum die „Smiths Farm“ unser Neuseeland-Campingplatz-Tipp ist

1) Superfreundlicher Familien-Empfang: Kaum hatten wir das Gelände des Campingplatzes betreten, wurden uns frisch gebackene Muffins und Luftballons überreicht, die Kinder der Familie Faulls (nein, die Besitzer heißen nicht Smith!) umschwärmten uns und wir fühlten uns willkommen wie bei einer Rückkehr nach Hause.

2) Tiere! Die Smiths Farm heißt nicht nur so, sie ist tatsächlich auch ein Bauernhof – mit den dazugehörigen Kühen, Schafen und Hunden, die nach Herzenslust bewundert, gestreichelt und gefüttert werden dürfen.

3) „Luxus“: Im Vergleich zu den zwar tollen, aber eben auch rustikalen DOC-Campsites gab es hier nichts zu meckern; die Facilities waren makellos, und weil nicht viele Gäste da waren, hatte man alles weitgehend für sich.

4) Der Preis: Die Smiths Farm ist ein Mitglied der Family-Parks-Kette, was für uns bedeutete, dass wir als „Mitglieder“ im nächsten Family Park 10 % Rabatt bekommen würden. (Den wir dann allerdings erst auf der Coromandel-Halbinsel aufsuchten.) So kostete uns der Aufenthalt 41 NZ$ für eine Powered Site.

Der Platz © Smiths Farm

Der Platz © Smiths Farm

5) Ruhe: Der Campingplatz liegt in einem weiten, weiten Tal zwischen sanft geschwungenen Hügeln, auf denen außer Wald und Weiden nichts zu sehen ist. Der unmittelbare Eindruck ist der von absoluter Ruhe, hie und da unterbrochen von einem Blöken oder dem Flöten von Tuis und Bellbirds. Freudig kreischende Kinder auf dem Trampolin (das es natürlich gibt, und einen Spielplatz auch) klingen auf einmal gaaanz leise…

Das hört sich jetzt alles nach „nett, aber nichts Besonderes“ an? Richtig. Das Alleinstellungsmerkmal, das den Campingplatz in unsere Top Ten gehoben hat, kommt ja noch.

Bonus: der Campingplatz mit dem gewissen Extra

Und zwar: die Schatzkarte. Die wurde unseren Kindern gleich nach dem Einchecken mit geheimnisvoller Miene überreicht – die Weltwundertochter war elektrisiert. Dann aber doch ein wenig eingeschüchtert, denn die Vorgabe lautete: Wir müssen den Schatz im Dunklen suchen gehen.

Und die eingezeichnete Route war lang – sie führte quer über drei abgezäunte Schafweiden und mitten in den Wald hinein, der sich an den Hängen des Mount Oliver erstreckte.

Sonnenuntergang - gleich gehts los! © TripAdvisor

Sonnenuntergang – gleich gehts los! © TripAdvisor

In Gesellschaft einer österreichischen Familie, die perfekt mit Stirnlampen ausgerüstet waren, zogen wir also in der Dämmerung los; eine lange Reihe von Kindern, allen voran die Weltwundertochter mit der Schatzkarte, hintendrein ich mit dem schon etwas müden Weltwundersohn auf dem Rücken. Hier ging es also lang:

 Schatzkarte Smiths Farm

Als wir uns über eine Brücke in den (wirklich!) dichten Urwald geschlagen hatten, hörte das aufgeregte Geplapper der Entdecker schlagartig auf – hier drin war es echt gruselig!! Ein kinderschulterbreiter Trampelpfad schlängelte sich endlos bergan, erhellt nur vom Schein unserer Taschenlampen und – zum Glück – der wesentlich helleren Stirnlampen aus Austria.

Eine Weile später wurde es noch anstrengender: Nun hieß es, bergan über Steine kraxeln, weil neben uns ein Bergbach rauschte, der sich rückwärts zum Wasserfall entwickelte. Irgendwann mussten wir aufgeben – ein Erdrutsch hatte bei den Unwettern der vergangenen Wochen den Pfad unter sich begraben.

Und nun? Der Schatz? Als sich gerade Enttäuschung und Erschöpfung breitmachen wollten, entdeckten wir ihn:

(Wer noch auf Schatzsuche gehen will, liest hier besser nicht weiter!)

 

Rings um uns herum leuchteten leise, ganz leise, als wir mutig alle Lampen löschten, immer mehr Sterne auf – die Bäume und Felsen rings um den Wasserfall waren mit Myriaden von Glow-worms übersät.

(Davon kann ich leider kein Foto zeigen, weil: Es war stockfinster und wir hatten nur das olle iPhone 4 mitgenommen – das macht zwar am Tag ganz brauchbare Bilder, ist aber bei Nacht nur als Taschenlampe zu gebrauchen. Hier daher ein handgemalter Eindruck von der Sache.)

Schatzsuche Smiths Farm

Verzaubert und gar nicht mehr müde staunten wir über diesen unerwarteten Schatz – und waren froh, uns nach dem langen Tag in der Sommerhitze zu dieser Wanderung überwunden zu haben. Zurück zum Campervan kamen wir mitten in der Nacht und auch wieder nur dank der starken Stirnlampen unserer Trekking-erfahrenen Begleiter.

Klar, ein zweites Mal würde diese Überraschung nicht funktionieren, und natürlich sind wir am nächsten Tag weitergefahren und haben lieber ohne Luxus direkt in den Sounds am Strand übernachtet – aber für diese eine Übernachtung war der „Smiths Farm Holiday Park“ perfekt.

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