Gut zu wissen

Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe… Volkszählung in Neuseeland

Die Geschichte ist hinlänglich bekannt: Der römische König Augustus befiehlt eine Volkszählung, für die sich jeder – unter anderem auch Josef mit Gattin Maria – an seinem Geburtsort in die Steuerlisten eintragen muss. In Neuseeland war die letzte Volkszählung für den 8. März 2011 angedacht gewesen …

… leider kam das große Erdbeben in Christchurch dazwischen, weshalb man aus Gründen der Praktikabilität das ganze Unternehmen um zwei Jahre verschoben hat. Am 5. März war es nach nunmehr sieben Jahren höchste Zeit: Alle Menschen, die sich an diesem Tag in Neuseeland aufhielten, wurden gezählt.

Ja, richtig gelesen: alle. Auch die Touristen, die sich gerade auf Neuseeland-Reise befanden, durften bitteschön ein mehrseitiges Formular ausfüllen (in Englisch oder Maori), das sie von ihrer jeweiligen Herberge ausgehändigt bekamen. Wer an diesem Tag in der Wildnis gecampt hatte, der darf das Ausfüllen nachholen. Bis dato ist die Frist noch nicht abgelaufen und das Ganze geht auch bequem online – hört, hört!

Wir Deutschen haben ja eine interessante Tradition der Datenverweigerung (und tröten derweil sämtliche persönlichen Informationen samt Partybildern auf Facebook heraus…), weshalb es vor der letzten Volkszählung im Mai 2011 zu heftigen Diskussionen kam. Zur Information: Wer sich in Neuseeland nicht zählen lassen will, der kann mit einer Strafe von 500 NZ$ rechnen, plus 20 NZ$ für jeden weiteren Tag, an dem man seine Daten verweigert.

Eine gute Freundin, deren Namen ich (aus Datenschutz-Gründen selbstverständlich) nicht nennen soll, tingelt gerade mit ihrer Familie durch Neuseeland und wurde ebenfalls vom „Census“ überrascht. Sie hat uns freundlicherweise ein paar Live-Bilder von ihrem Volkszählungsbogen-Stapel geschickt – auch das Baby soll einen ausfüllen!

NZ Census 2013 form

Census - Volkszählungsbogen Neuseeland 2013

Was ist mit euch – wurdet ihr auch gezählt? Und wie viele wart ihr? 😉

Hier kommt deine Meinung rein.