Neuseeland Where to go in NZ

Weltwunderfrau Top Ten – die feminine Seite Neuseelands

Haha, das habt ihr euch so gedacht, was? Wer an dieser Stelle meine besten Shoppingtips für Auckland oder Adressen von Spas in Neuseeland erwartet, der kennt mich gar nicht gut … Hier sind meine ganz persönlichen Favoriten für Neuseeland; nicht eben „typisch Frau“, aber doch typisch Weltwunderfrau 🙂

Weltwunderer Weltwunderfrau

1 “Hobbiton Movie Set” in Matamata

Ganz offiziell sei es zugegeben: Ohne den „Herrn der Ringe“ wären wir höchstwahrscheinlich nie das erste Mal nach Neuseeland gefahren. Und ohne den „Hobbit“ wären wir kein zweites Mal nach Matamata gekommen, wo wir 2002 zwar schon das abgebaute Set von „Hobbingen“ wussten, aber mangels Besichtigungsmöglichkeit damals keinen Zugang fanden. Da nützten auch die gut gemeinten, aber typisch neuseeländischen Hinweise der Nachbarn von Mr. Alexander nichts – wir fanden keine Hobbits.

Klar, dass ich spontanes Herzrasen bekam, als wir tief in den Catlins auf eine Schlagzeile der „Southland News“ stießen, dass das „Movie Set“ für den Hobbit-Dreh in Matamata nun öffentlich zugänglich sein sollte – und das während unserer Reisezeit! Obwohl wir uns fest vorgenommen hatten, uns nichts vorzunehmen, buchten wir Last-Minute Tickets für den Eintritt, und zwar den letzten Tag vor Beginn der Dreharbeiten (dachten wir. Dass Mr. Jackson dann wegen Magen- oder Geldproblemen doch erst ein paar Wochen später aufkreuzte und wir darum ganz umsonst nach Norden gehetzt waren – geschenkt).

Die Wartezeit von über zehn Jahren hat sich definitiv gelohnt, das wussten wir schon fünf Minuten nach Beginn unserer Tour über das Drehgelände. Und da ich schon so ausführlich viel dazu geschrieben habe, muss ich mich hier gar nicht wiederholen. Tolkien-Fans, wenn ihr nur einen einzigen kostenpflichtigen Drehort in Neuseeland besuchen wollt, dann wählt diesen! Alles andere verblasst daneben.

Hobbiton Movie Set

2 Begegnung mit Delfinen im Abel Tasman National Park

Ich habe ja schon mehrfach unseren im Rückblick enttäuschenden (wenn auch dauerhaft in Erinnerung bleibenden) Swimming-with-dolphins-Ausflug in Tauranga beschrieben – und dafür sogar Preise gewonnen! Vergleiche ich diese arg kommerzialisierte und eben leider auch „üble“ Erfahrung in der Bay of Plenty mit dem Zauber, den eine ungeplante, nicht durchgetaktete und von allen Beteiligten mit Freude und Überraschung erlebte Begegnung mit Delfinen auslösen kann, dann möchte ich allen Neuseelandreisenden eigentlich nur abraten von geführten Touren.

Klar weiß ich, dass die meisten ihren Schwimm-Ausflug mit den klugen Nullbeinern sehr genossen haben, und das ist angesichts der Preise solcher Touren auch beglückwünschenswert! Aber die Faszination unserer beiden Spezies aneinander, wenn bei einer regulären Seataxi-Fahrt plötzlich eine Schule von Delfinen auftaucht und der Kapitän des kleinen Motorboots daraufhin seinen Fahrplan umwirft, damit er und seine Passagiere Kontakt zu den neugierigen Tieren aufnehmen können, die Hände ins Wasser halten und hoffen, dass man sich berührt … das ist meines Erachtens das wahre Erlebnis.

Abel Tasman Aquataxi

3 Die paradiesische Stille hinter Glenorchy

Mit Kindern auf Reisen ist es sowieso schon immer recht geräuschintensiv, obwohl wir uns damals vor zwei Jahren noch „nur“ einem Ein-Kind-Dauermonolog ausgesetzt sahen – der längste (und erste vollständige) Satz des Weltwundersohnes war und blieb für längere Zeit: „Ich möchte bitte eine Banane.“ Ahhh, was war das für eine Ruhe… aber noch viel grandioser war die sagenhafte Stille, die uns alle umfing, als wir ein paar Kilometer hinter dem Örtchen Glenorchy aus dem Campervan stiegen. Kein Meeresrauschen, kein Schafblöken, kein Vogelzwitschern – nur das gigantische Schweigen der Bergriesen am Horizont. Wahnsinn.

Und dann: „Mamaaa…?“

Dart River Glenorchy

4 “Radio Tairua” hören in Tairua

Radio gehört zu den wenigen Dingen in Neuseeland, die noch schlechter sind als in Deutschland – das ist eine meiner Globetrotter-Lieblingsweisheiten. Wer auf Achtziger-Pop à la Bonnie Tyler oder „Lemon Tree“ steht, der fühlt sich mit Radiobedudelung in NZ wohl, alle normalen Menschen bekommen recht schnell blutende Ohren und werfen CDs ein.

Wir hatten nach fast zwei Monaten Selbstbeschallung so langsam auch von unserer eigenen Musik die Nase voll und schalteten daher sehr zögernd mal wieder durch das örtliche Senderangebot – als wir uns beim Durchfahren des Örtchens Tairua auf der Coromandel-Halbinsel urplötzlich mit „Friday I’m in love“ von The Cure konfrontiert sahen, gefolgt „Out of Space“ von The Prodigy und anderen Electro-Schätzen. Und das Programm blieb abwechslungsreich und gut, egal wann man reinhörte.

Wir blieben nicht nur wegen des lokalen Senders drei ungeplante Tage in Tairua – aber der war es, den wir schon 15 km weiter am schmerzlichsten vermissten. Denn hinter dem nächsten Berg war der Empfang bereits weg. Glückliche Einwohner Tairuas!

5 Wandern im Mount Aspiring National Park

Das Wandern mag des Müllers Lust sein, aber nicht so sehr meine. Den Rob Roy Valley Glacier Walk hatte ich aber schon Monate vor unserer Abreise fest auf die Agenda gesetzt; drei bis vier Stunden und vom Niveau her einfach, das schien mir auch mit einem lauffaulen Zweijährigen machbar. Der Rob Roy winkte schon von weitem verlockend mit einem blütenweißen Gletscher, zog sich aber dann Stunde um Stunde und Höhenmeter um Höhenmeter dezent zurück, als wollte er uns veralbern. Mit uns startende Familien mit Babys (!) und solche, die gleich weiterliefen zu einem Mehrtages-Trek, gaben uns aber genug Elan für den enorm anstrengenden Aufstieg – den der Weltwundersohn überraschend zu mehr als der Hälfte selbst bestritt.

Das Hochgefühl, völlig entkräftet den Fuß des Gletschers zu erreichen, sich auf eine weiche Almwiese fallen zu lassen und mit neugierigen Keas sein Picknick zu teilen, umgeben von der gigantischen Stille der Berge und dem fernen Rauschen eines Wasserfalls, ist unvergesslich.

Rob Roy Glacier

6 Die Stimmung auf dem Campingplatz „The Barn“ in Marahau

Ich liebe Neuseeland, wirklich. Aber es hat bestimmte Dinge einfach nicht – Dinge, die man nur in tropischen Ländern wie Thailand findet. Die Grundstimmung, die ich als Gefühl tiefenentspannter „LMAA“-Zufriedenheit unter sanft blasenden Ventilatoren in Erinnerung an unsere Thailand-Reisen habe, die reaktivierte sich ganz unerwartet auf dem auch ansonsten sehr hübschen Campingplatz „The Barn“ am Eingang zum Abel Tasman National Park.

Hier trafen subtropisches Klima, Feigenbäume, Sonnenbrand nach langem Strandtag, eine Sonnenterrasse mit Billardtisch und ein auffällig junges Backpacker-Publikum („The Barn“ scheint einen Vertrag mit dem Busunternehmen „Stray“ zu haben, denn hier wurden regelmäßig Busse voller Anfangzwanziger ausgekippt) auf wundersame Weise zusammen und entführten uns in einen „Urlaub vom Urlaub“. Schööön!

7 Der unwirkliche schwarze Strand von Piha

Die anderen Weltwunderer liebten Muriwai Beach – klar, da kann man surfen und es gibt einen tollen Spielplatz. Aber für mich toppte der schwarze Strand von Piha gleich nebenan  den Strand von Muriwai noch um ein winziges Bisschen. Der mächtige Lion Rock, der den Strandabschnitt in zwei Hälften teilt, und unsere tolle Wanderung, die beinahe mit einem Klippenabsturz oder auch einem Tod durch Ertrinken in der hereinkommenden Flut geendet hätte – und auch ohne das alles in einer erinnernswerten Komplettdurchnässung bis auf die Schlüpfer beendet wurde – halten mir Piha Beach bis heute in lebhafter Erinnerung.

8 Die Sicht vom Skytower in Auckland

Bei den Weltwunderern herrscht in einem wichtigen Punkt diametrale Uneinigkeit: Höhenangst. Während Söhnchen und ich gar keine Probleme damit haben, auf hohen Klippen zu sitzen oder von Türmen zu schauen, bekommen der Weltwundermann und die Tochter dabei Kniezittern, Zahnschmerzen und Ohrensausen – und barmen wortreich, warum denn das jetzt wohl wieder sein muss. Das war so am Holmenkollen und auf dem Preikestolen in Norwegen, das war nicht anders auf den Hängebrücken in Vietnam und auf neuseeländischen Wanderwegen – und ganz besonders schlimm war es auf dem Skytower in Auckland.

Dessen Aussichtsplattform ist nämlich rundum verglast, und teilweise auch am Boden. Genauso wie der Fahrstuhl, der die Gäste bequem „auf Höhe“ bringt. Die Komplettsicht auf Auckland, die Stadt im Meer, wäre ohne den Glasboden nur halb so beeindruckend. Meine Meinung.

Auckland Skytower

9 Nacht am Hafen in Wellington

Wenn ich mir eine Stadt aussuchen könnte, in der ich leben wollte, dann würde Wellington ganz sicher sehr weit oben auf der Liste stehen – trotz Dauerwind, Erdbebengefahr und steigenden Preisen. Als WoMo-Touristen und Eltern waren wir bei unserer Erkundung der Hauptstadt doppelt eingeschränkt, denn innerhalb der Stadt gibt es keine Campingplätze, man müsste weit hinter die Stadtgrenzen fahren, um übernachten zu können. Am Erkunden der nächtlichen Szene hinderten uns außerdem die Lütten – nicht, weil sie abends müde wären, haha, aber mit Kindern im Schlepptau sieht man in einer Bar halt schlecht aus.

Wellingtons Hafen bot uns ganz überraschend nicht nur einen „fast echten“ Campingplatz für die Nacht, sondern auch die abendliche Hafenpromenade als tolles Spiel-, Entdeckungs- und Schlendergelände für einen mehrstündigen kinderfreundlichen Ausflug. Hierher will ich auf jeden Fall zurückkommen!

10 Die stürmischste Nacht unserer Reise am Mount Cook

Ich bin wahrlich nicht die Sorgloseste, wenn es um Wilde-Wetter-Situationen geht. Unsere Partnerschaft funktioniert normalerweise so: „Es sieht nach Regen aus, lass uns zusammenpacken“ (Weltwunderfrau) – „Ach, das zieht vorbei!“ (Weltwundermann) – „Krach, bumm, blitz“ (Gewitter, das ganz überraschend doch schneller kam, als Mann dachte).

Auf der Anfahrt zum Mount Cook waren wir beide sicher, dass es auf „Krach, bumm, blitz“ hinauslaufen würde, aber „metservice“ hatte für den nächsten Tag Sonnenschein versprochen. Mit diesem Versprechen im Herzen und echt wackeligen Knien durchlebte ich einen Abend und eine Nacht voller wohliger Angstschauer, während Sturmböen und Regen unseren Campervan umpeitschten und durchrüttelten – und wurde belohnt mit einem sonnenklaren Morgen mit Bergpanorama-Überraschungsauftritt. So eine wilde Nacht im sicheren Campervan, die lob ich mir! (Die Weltwunderkinder schliefen übrigens wie die Murmeltiere und scherten sich überhaupt nicht um das Geruckel und das Tosen. Pff.)

Mount Cook View

PS: Wer die Top Ten des Weltwundermanns oder unserer Kinder verpasst hat, der kann hier vergleichen!

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