Aktuelles

Venus-Durchgang – historisches Ereignis für Neuseeland

Venus TransitDeutsche Frühaufsteher haben ihn vielleicht bemerkt, wenn auch nur aus den Nachrichten: Heute Morgen konnte (mit Hilfe eines entsprechend präparierten Mikroskops) eine Mikro-Sonnenfinsternis beobachtet werden, als die Venus sich vor die Sonne schob.

Wegen der Größenverhältnisse beider Himmelskörper war die Venus nur ein kleiner schwarzer Punkt – aber immerhin, ein solcher Durchgang passiert nur sehr selten, den nächsten im Jahr 2117 werden wir alle nicht mehr erleben.

Was diese Nachricht für astronomische Nerds mit Neuseeland zu tun hat? Also bitte. Bekanntlich war es ein anderer Venus-Durchgang, zu dessen perfekter Beobachtung Kapitän James Cook 1969 eigens nach Tahiti segelte. Mit den Aufzeichnungen in der Tasche, ging es dann weiter nach Neuseeland, bis dato nur ein vager Vermerk aus den Entdeckungsaufzeichnungen des Niederländers Abel Tasman.

(Nebenbei: Dies war eine Geheimmission gewesen! Den Befehl, den Südpazifik zu erkunden und entdecktes Land für die Britische Krone zu beanspruchen, hatte Cook in einem versiegelten Umschlag von zu Hause mitgenommen und erst lesen dürfen, nachdem er seine Venusbeobachtung durchgeführt hatte. Wie mag er sich gefühlt haben, als er erfuhr, dass diese für ihn als Wissenschaftler bedeutende Unternehmung für seine Sponsoren nur ein Deckmantel gewesen war?)

Während Tasman 127 Jahre zuvor nur die Nordwestküste der Südinsel bemerkt und sie zunächst für eine Halbinsel vor Argentinien gehalten hatte (er hatte die Golden Bay angesteuert, was die dort ansässigen Maori nicht gut fanden und ihn schnell vertrieben), erkundete Cook in Ruhe die gesamte Küstenlinie Neuseelands und strich es damit als Kandidat für den so dringend gesuchten „südlichen Kontinent“, den es aus Balancegründen einfach geben musste!

Im selben Jahr fand noch ein weiterer Durchgang statt, nämlich der des Merkurs. Auch dieser wurde von Cook beobachtet und aufgezeichnet, und anhand der Daten war ihm die genaue Lokalisierung seines aktuellen Standorts und damit Neuseelands möglich.

Preisfrage: Wo genau fand diese Beobachtung statt? Die Antwort ist naheliegend und wird täglich von hunderten meist ahnungslosen Touristen besucht: Es ist die Mercury Bay auf der Coromandel Peninsula, wo heute das Städtchen Whitianga liegt, dessen Besucher in Glasfußbodenbooten den Blick eher nach unten richten.

Gestern schauten die Whitianger (?) aber nach oben und freuten sich über einen klaren Blick auf die Venus.

Venus Transit in Whitianga (c) Peter Drury

(Credits: Das Foto ist von der Website stuff.co.nz und wurde von Peter Drury gemacht)

2 Kommentare

  • auch wir haben es hier versucht- und leider wegen Wolken rein gar nichts gesehen… Aber das frühe Aufstehen war für die Kiddies wenigstens auch so speziell. Übrigens, mit Teleskop gehts besser als mit Mikroskop 😉
    Wie schreiten eure Vorbereitungen für Asien voran?

    • Ach du Sch…, was hab ich mir denn dabei gedacht *rotwerd* Lass ich das jetzt als Stilblüte drin?
      Reisevorbereitungen: Schritt für Schritt wird die Liste abgearbeitet, wobei nicht alles Spaß macht. Ich berichte natürlich weiter!

Hier kommt deine Meinung rein.