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Vietnam-Reisevorbereitung, Teil 7: Hotelbuchungsportal-Vergleich: Booking.com oder Agoda?

Wah, es sind ja nur noch knapp zwei Wochen, bis unsere große Asien-Expedition startet! Da wird es höchste Zeit, schon mal die erste Übernachtung zu klären. Dafür bieten sich die großen Hotelbuchungsportale an – nur welches ist das beste?

Zwar platzt Saigon vor Hotels und man kann sicherlich ein günstiges Guesthouse direkt vor Ort auftun, aber mit zwei wahrscheinlich übermüdeten Kindern im Schlepptau sind wir auf einmal nicht mehr so entspannt wie als sorglose junge Backpacker. Wenigstens die erste Unterkunft soll schon feststehen, wenn wir am Flughafen Tan Son Nhat ankommen.

Wir brauchen also ein Hotel in Saigon. In Bangkok schliefen wir anno dazumal in einem ca. 5 m2 großen Kämmerchen mit Fenster zum Lichthof, Ventilator an der Decke und einem Dusch-Klo-Verschlag, was im Backpacker-Viertel Banglamphu schon relativen Luxus darstellte. Mit zwei Kindern und deutlich besserem Einkommen stellen wir schon mehr Ansprüche.

Ich suchte also ein Zimmer mit folgenden Kriterien: Es muss genug Platz sein, damit zwei Kindern ein wenig herumtoben können, es müssen mindestens zwei breite Betten drinstehen, es muss ruhig sein, zumindest in der Nacht, das Haus soll familienfreundlich sein (ich hoffe mal, dass das beinhaltet, dass in der Lobby tagsüber keine FSK-16-Actionfilme laufen) und wir wollen gern einen Internet- bzw. WLAN-Anschluss im Zimmer haben. Ach ja, und bei einer Durchschnittstemperatur von aktuell um die 35°C möchten wir auch gern Air Condition haben.

Des Weiteren sollte das Hotel im Zentrum bzw. im Backpacker-Distrikt Pham Ngu Lao liegen, was offenbar das Äquivalent zur Khao San Road in Bangkok ist. Von da sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, der Busbahnhof und der Fluss leicht erreichbar und es gibt genug Einkaufsmöglichkeiten und Ticketbuchungsagenturen. Ein Swimmingpool wäre bei der Hitze sicherlich auch toll… aber kosten sollte es nicht mehr als 30 US-Dollar pro Nacht.

Ich machte mich also ans Recherchieren. Aus der Fülle der Plattformen, die sich bei Google-Eingabe von „Hotel Saigon“ darbieten, kristallisierten sich schnell die beiden Giganten heraus: Booking.com, das wir auch schon für die Hotelbuchung in Japan genutzt haben, und Agoda, der Spezialist für Hotels in Asien, der mit einem Prämienprogramm wirbt, bei dem man für jede Buchung einen kleinen Prozentbetrag gutgeschrieben bekommt.

Bei Agoda, angeblich dem Spezialisten für Hotels in Asien, stoße ich von Anfang an auf ein großes Hindernis: Ich kann die Zimmer nicht nach der Anzahl der Personen suchen lassen. Das ist natürlich blöd, weil die meisten Zimmer für reisende Paare ausgelegt sind; zwei Kinder bekommen wir aber nicht so nebenbei im Koffer unter, die brauchen auch Platz!

AgodaGebe ich „Saigon“ ein, erkennt die Suchmaschine, dass ich nach „Ho-Chi-Minh-City“ reisen will (so heißt die Stadt offiziell) und lässt mich als erstes und einziges Auswahlkriterium die Lage des Hotels festlegen. Blöd, dass es weder „District 1“ noch die spezielle Adresse „Pham Ngu Lao“ zur Auswahl gibt; woher soll ich wissen, wo „Saigon Square 3“ oder „Saigon Zentralmoschee“ liegen? Ich muss also erst einmal alle 500 Hotels anzeigen lassen.

Die nächste Seite sieht vertrauter aus: Hier kann ich nach der Anzahl der Sterne, Ausstattung und Lage (und da ist nicht nur Bezirk 1, sondern darin auch noch Pham Ngu Lao) differenzieren lassen; neben jedem Hotel ist eine kleine Google-Maps-Karte, auf der ich mir die genaue Lage des Hotels anzeigen lassen kann. ABER ich kann immer noch nicht die Anzahl der Personen eingeben! Ich soll doch nicht ernsthaft jedes Hotel anklicken und prüfen, ob das geeignete Zimmer für uns hat…? Doch, ich soll.

Also rüber zu Booking.com. Der Konkurrent überzeugt mit einer übersichtlichen Startseite, einer schlichten Eingabemaske und dem Testurteil 2,3 – angeblich dem besten im aktuellen Test der Buchungsportale. Viel wichtiger: Ich kann genau angeben, wie viele Personen wir sind. Auch nach weiteren Kriterien wie der Anzahl der Sterne, der Ausstattung und dem „Hotelthema“ kann ich direkt filtern – und, ganz wichtig, nach dem Stadtteil.

Booking.com

Meine Eingabe „Saigon“ erkennt Booking.com nicht auf Anhieb; ich muss schon wissen, dass ich nach Ho-Chi-Minh-City reise. In der Liste von Hotels, die dann erscheint, wird aber bei jedem Kandidaten sehr übersichtlich per Icon das passende Zimmer für die gesuchte Anzahl von Personen angezeigt; so sehe ich direkt, welche Angebote für uns am geeignetsten sind. Ansonsten ähnelt die Anzeige der Agoda-Maske sehr verdächtig; die Kriterienliste am rechten Bildschirmrand sieht fast gleich aus, nur dass sie bei Booking.com links ist; die durchschnittlichen Kundenbewertungen werden als Beurteilungsnote angegeben und ein kleines Bildchen ist auch dabei.

In der Einzelanzeige sehe ich bei Booking.com mehr Details, ohne die einzelnen Zimmertypen extra anklicken zu müssen; dafür muss ich nach den Kundenbewertungen länger suchen. Die sind bei Agoda direkt in der Hotelbeschreibung mit aufgelistet. Hat man sie erst einmal gefunden, sind die Kriterien (zum Beispiel: Stammt die Bewertung von einer Familie oder einem Alleinreisenden?) aber fast identisch.

Im Gegensatz zu Agoda kann ich außerdem die Angebote nach Preis auflisten lassen (das billigste zuerst). Dabei kann ich (wie auch bei Agoda) zwischen Euro, US-Dollar und Vietnamesischen Dong wechseln.

Aber warum sind bei Agoda alle Zimmer vieeel billiger? Die Plattform wirbt schließlich damit, die günstigsten Angebote zu haben. Die Lösung ist schnell gefunden: Bei Agoda wird der Preis pro Übernachtung angezeigt, Booking.com  zeigt den Gesamtpreis für die Zahl der gebuchten Nächte an (ich möchte gleich zwei buchen). Außerdem sind bei Booking.com die Mehrwertsteuer und der restliche Kleinkram schon eingerechnet, bei Agoda werden die paar Dollar erst beim Buchungsvorgang aufgeschlagen. Das wirkt natürlich zuerst optisch niedriger, die Agoda-Werbung stimmt aber nicht: Der Hotelpreis pro Nacht war bei dem Hotel, das ich ausgesucht habe, genau der gleiche wie über Booking.com.

Einen gravierenden Unterschied gibt es noch, und der ist beim Reisen mit Kindern fast genauso wichtig wie eine gute Reiserücktrittsversicherung: Bei Booking.com kann ich meine Buchung bis zum letzten Tag kostenlos stornieren, bei Agoda zahle ich für eine Stornierung eine Pauschale von 15 US-Dollar. Storniere ich erst einen Tag vorher, sind es sogar noch mehr. Ich hatte erst mit dem Gedanken gespielt, das über Booking.com gefundene Hotel bei Agoda zu buchen, um die angebotenen Bonus-Euros zu bekommen, aber diese Strafpauschale hat mich abgeschreckt.

Der Familientestsieger ist eindeutig Booking.com – und ich habe natürlich weder von Booking.com noch von Agoda Geld für diese Bewertung erhalten. Leider.

Für unser 24 m2 großes Familienzimmer im Zentrum von Saigon mit zwei Doppelbetten, Balkon mit Gartenblick (?), Aircon und Kühlschrank zahlen wir inkl. Frühstück 23 US-Dollar pro Nacht. Wahnsinn! Den Realitätscheck werden wir natürlich hier veröffentlichen.

Der Wermutstropfen: Ich habe kein Hotel mit Swimmingpool gefunden, das in unserer Preisklasse war. Schade.

5 Kommentare

  • Wir haben Agoda zwei mal genutzt. Die Gebühren, die am Ende der Buchung hinzukamen, fanden wir intransparent. Als es nach der anderen Buchung offene Fragen gab, mussten wir feststellen, dass Agoda als thailändisches Unternehmen keinen europäischen Servicestandard anbietet. Deswegen in Zukunft für uns nur noch Buchungsportale mit europäischem oder amerikanischem Recht und Service wie expedia, booking.com, hostelbookers usw.

    • Ein guter Punkt, Tobias. Auf so etwas achtet man ja meistens erst, wenn man mal ein Problem hatte…

  • […] + Man hat sein Zuhause immer dabei: Heißt Bequemlichkeit und auch Sicherheit, weil nicht alle Habseligkeiten immer perfekt verstaut sein müssen und niemand „mal schnell“ etwas wegnehmen kann; für die Kinder ist es wesentlich, weil so Heimweh und Überlastung durch zu viele Eindrücke abgepuffert werden. Fürs Budget bedeutet es den Wegfall des Postens „Unterkunft“ und für die tägliche Routine den Wegfall der Recherche nach dem nächsten schönen/akzeptablen/freien Hotel. […]

  • Ich muss sagen, ich habe bis jetzt Agoda nicht einmal gekannt. Aber zum Glück bin ich anscheinend mit Booking bis jetzt nicht schlecht gefahren. 😉

    Liebe Grüße und viel Spass mit eurem Zimmer
    Christina
    PS: Das hätte ich aber noch gerne gesehen, wie ihr eure armen Kinder in die Koffer stopft, damit sich das mit dem 2-Bett-Zimmer ausgeht. ^_^

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