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Vulkane in Neuseeland sehen: das sind die besten Spots

„Nach Neuseeland fahre ich nicht, da gibt es Vulkane!!“, rief die Weltwundertochter voller Entrüstung. Wir sind trotzdem gefahren, und sogar unbeschadet auf einem Vulkan herumgelaufen. Habt ihr das auch vor? Dann sagen wir euch, wo ihr die tollsten Vulkane in Neuseeland erleben könnt.

Neuseeland liegt zwar am A… der Welt, ist aber Mitglied in einem illustren Club: Es ist eines der Länder, die den „Ring of Fire“ bilden, eine Linie entlang der Bruchzonen von Kontinentalplatten, wo es immer wieder zu starken seismischen Aktivitäten kommt – also Erdbeben und Vulkanausbrüchen.

Vulkane in Neuseeland: ist das gefährlich??

In den letzten Jahrzehnten blieb Neuseeland verschont von großen Vulkanausbrüchen; Aschewolken und Lavaströme erwarten wir heutzutage eher in Island, auf Hawaii oder in Indonesien. Selbst als der Mount Ruapehu im Jahr 1996 Feuer spuckte, war das nicht weiter dramatisch – ein Wanderer wurde damals verletzt, weil ihm ein Stein auf den Fuß fiel.

Aber Vorsicht: Der letzte große Vulkanausbruch, bei dem der Mount Tarawera nahe Rotorua explodierte und die gesamte Gegend nachhaltig umgestaltete, ist nur etwa 130 Jahre her; geologisch gesehen ein Wimpernschlag. Und der Supervulkan, der bei seiner Eruption vor 26.000 Jahren den riesigen Lake Taupo schuf, könnte beim nächsten Mal die gesamte Nordinsel wegballern – wann auch immer das kommen mag.

In Neuseeland witzelt man, jeder Kiwi hätte in seinem Survival-Pack für Notfälle ein Oneway-Ticket für Australien…

In kühner Ignoranz dieser Dinge finden es Touristen eher spannend und aufregend, dass sie in Neuseeland so viele thermale Wunder und aktive Vulkane bestaunen können – und selbst die Einwohner (etwa in Rotorua) finden es vor allem praktisch, dass sie ihr Essen in einer heißen Quelle im Hinterhof garen können. Ich wette, die meisten Menschen in Auckland wissen gar nicht, dass sie auf den schlafenden (!) Überresten eines vulkanischen Feldes mit 50 erloschenen Vulkangipfeln herumspazieren.

Wenn ihr es ebenfalls nicht lassen könnt, auf dem Vulkan zu tanzen – hier sind die besten Spots für euch, um Vulkane in Neuseeland zu erleben.

Tongariro National Park mit Kindern

Vulkane in Neuseeland sehen: die 10 besten Spots

Wenn ihr Vulkane in Neuseeland anschauen und/oder besteigen wollt, ist die Nordinsel euer „place to be“ – auf der größeren, gebirgigeren (und, wie viele meinen, insgesamt schöneren) Südinsel gibt es zwar zahlreiche Thermalquellen, „fault lines“ in der Landschaft zeugen von starken Erdbeben und die letzten Jahre zeigen, dass es hier ordentlich wackeln kann. Magma steigt dabei jedoch keines mehr auf, und auch die Gipfel erloschener Vulkane sind so alt, dass man sie als Laie nicht mehr erkennen kann.

-> Hier zählen wir weitere Gründe auf, warum Neuseelands Nordinsel einen ausführlichen Besuch wert ist.

Vulkane in Neuseeland USGS

© Lyn Topinka, USGS; base map from CIA, 1997; volcanoes from Simkin and Siebert, 1994 [Public domain], via Wikimedia Commons

Neuseelands Vulkan Nr.1: White Island/Whakaari

Der eindeutig spektakulärste Vulkan Neuseelands ist White Island (auf Maori „Whakaari“). Die 321 m hohe Insel ist gleichzeitig Neuseelands einziger aktiver Meeresvulkan, und ein Ausflug hierher per Hubschrauber oder Boot soll enorm beeindruckend sein. Weil es furchtbar nach Schwefel stinkt und man sogar Atemschutzmasken tragen muss, ist so ein Ausflug mit kleinen Kindern allerdings nicht ratsam.

Den Rauch, der von dem Inselchen etwa 50 km vor der Küste aufsteigt, könnt ihr schon von Whakatane aus sehen. Hier starten auch die Helikopter-Touren und die Boote.

-> Petra hat White Island besucht und scheint sehr begeistert zu sein 🙂

Der gefährlichste Vulkan in Neuseeland: Mount Tarawera bei Rotorua

Es sah bestimmt wunderschön aus: Die weißen und rosafarbenen Sinterterrassen erhoben sich wie ein Schwimmbad aus Zuckerwatte an der Bergflanke des Mount Tarawera, berühmt in aller Welt. Dann knallte es im Juni 1886 gewaltig, als dieser Berg in die Luft flog – und als sich die Aschewolke legte, war die Landschaft komplett verändert. Das Maori-Dorf Te Wairoa und seine Bewohner waren unter einer Schlammschicht verschwunden, die Sinterterrassen im Wasser des Lake Rotomahana versunken, der zuvor ganz anders ausgesehen hatte.

Tja, und der Mount Tarawera selbst sah fortan deutlich flacher aus, in seiner Flanke klafft ein riesiges Loch. Heute könnt ihr die Spuren der Katastrophe bewundern: in der Ausstellung im „Buried Village“, dessen Ruinen wieder freigelegt wurden, auf einem Rundflug über den Gipfel des Mount Tarawera oder auch beim Wandern.

Für die Abenteuerlustigen werden geführte Touren auf den Berg angeboten, mit Offroad-Jeep-Anfahrt zum Kraterrand und anschließendem Abstieg in den Krater hinein.

Wenn euch das zu krass ist, genügt sicher auch die schöne Wanderung durch das Waimangu Volcanic Valley, die am Lake Rotomahana endet. Hier könnt ihr vom Boot aus die dampfende Erinnerung sehen, dass der Mount Tarawera nur schläft!

mount tarawera Vulkane in Neuseeland

Blick auf die Reste des Mount Tarawera vom Lake Tarawera aus © Mount Tarawera from Lake Tarawera von Meena Explores unter CC 2.0

Vulkan-Dreierpack im Tongariro National Park

Tongariro National Park im Zentrum der Nordinsel ist allein von seiner Lage her auf einer Rundreise durch Neuseeland nicht zu vermeiden – und das solltet ihr auch definitiv nicht tun. Hier gibt es gleich drei beeindruckende aktive Vulkane, die aus einer enorm abwechslungsreichen und schönen Landschaft ragen.

Mount Tongariro, der nördlichste von ihnen, hat gleich zwölf Krater, die hin und wieder ausbrechen – davon ist der jüngste und aktivste Mount Ngauruhoe, der oft als separater Gipfel gezählt wird und den ihr als Mount Doom im „Herrn der Ringe“ gesehen habt. Auch die Emerald Lakes, der Blue Lake und der Red Crater, die man beim Wandern passiert, sind aktive Krater des Mount Tongariro, die zuletzt 2012 Asche spuckten.

Obwohl die bis zu 2797 m hohen Vulkane durchaus aktiv sind, kann man im Tongariro National Park lustig herumwandern und auf den Flanken des Mount Ruapehu warten gleich drei Skigebiete. Nach dem Ausbruch des Mount Ruapehu im Jahr 1996 wurde 2000 ein Überwachungssystem eingerichtet, das rechtzeitig vor Eruptionen und (noch wichtiger) Lava- und Schlammlawinen („lahars“) warnen soll. Die Hinweisschilder zu den Fluchtrouten und die Erinnerungen, wo man sich lieber nicht aufhalten sollte, wenn es rumpelt, haben uns auf dem DOC Holiday Park in Whakapapa und auf dem Mount Ruapehu doch ein wenig verunsichert…

Wir haben trotzdem mutig nach den Spuren des „Herrn der Ringe“ gesucht, tolle Wasserfälle entdeckt und sind auf den Skipisten herumgekraxelt. Das weltberühmte Tongariro Crossing fiel mit zwei kleinen Kindern für uns aus – und angesichts der zunehmenden Touristenmassen, die sich hier täglich entlangschieben, werden wir vielleicht auch in Zukunft lieber andere Wege wählen. Es gibt mehr als genug!

Mount Ruapehu Tongariro Weltwunderer

Auf dem Mount Ruapehu dampft es bedrohlich… (sind aber nur Wolken)

Wissenswertes über Vulkane in Neuseeland: im Taupo Volcanic Activity Centre

Neuseeland wäre nicht Neuseeland, wenn man aus den zahlreichen Vulkanen nicht auch einen pädagogischen Nutzen ziehen würde. Nachdem ihr euch also von den Vulkanen im Tongariro National Park und bei Rotorua beeindrucken lassen habt, könnt ihr in Turangi (dort wird das Volcanic Activity Centre im Oktober 2017 wieder eröffnen, vorher stand es in Taupo) in einer kleinen Ausstellung alles über Vulkane in Neuseeland lernen.

Seid gewarnt: Wir waren selbst nicht dort und würden angesichts einiger enttäuschter Bewertungen auf TripAdvisor (und des Eintrittspreises) wahrscheinlich auch nicht hineingehen. Einen Erdbebensimulator gibt es auch im kostenfreien Te Papa Museum, und dort haben wir schon wirklich viel über die seismischen Aktivitäten in Neuseeland gelernt. Vielleicht wird die Ausstellung nach der Neueröffnung in Turangi aus der Kritik der Besucher gelernt haben – wir sind gespannt auf eure Berichte!

Vulkane sehen in Auckland: Rangitoto Island und Mount Eden

Die kleine, felsige Insel, auf Maori „Te Rangi-i-totongia-a-Tama-te-kapua“, kann man von Takapuna aus deutlich sehen. Mit der Fähre ist sie von Aucklands Innenstadt in einer halben Stunde erreichbar. Auf der Insel führt ein netter Wanderweg hinauf auf den 260 Meter hohen kegelförmigen Gipfel, der – ganz genau – der eines Vulkans ist. Zwar ist der erst vor 600 Jahren entstanden und damit noch taufrisch, wird aber wohl vorerst nicht mehr ausbrechen. Echtes Vulkan-Feeling gibt es trotzdem, wenn ihr auf den schwarzen, rauen Lavasteinen herumkraxelt oder mit der Taschenlampe die Lava-Höhlen erkundet, die etwas versteckt am Wegrand des Summit Walk liegen.

Ihr wollt nicht Boot fahren? Direkt im Stadtgebiet findet ihr einen weiteren tollen Vulkan. Mit 196 Metern ist der Mount Eden Aucklands höchster Vulkan. Praktischerweise führt eine Straße bis ganz hinauf, so dass ihr von oben einen tollen Stadtblick bekommt.

Die Überraschung nehmen wir gleich mal vorweg: Auf dem Mount Eden findet ihr keinen einzelnen Vulkangipfel, sondern vielmehr eine Art Schüssel, die mit Gras bewachsen ist und echt cool aussieht. Seit 30.000 Jahren ist hier nichts mehr eruptiert – puh. Auf bzw. in einem der drei Krater hatten die Maori einst ein Dorf, dessen Überreste noch gut zu erkennen sind.

Volcanic Rangitoto

Tanz auf einem echten (wenngleich erloschenen) Vulkan: So sah es dort 2002 aus

Bilderbuch-Vulkan im Westen: Mount Taranaki/Mount Egmont

Neuseelands berühmtester Vulkangipfel, der auch mal als Double für den japanischen Fuji-San herhält, ist Mount Taranaki im Egmont National Park. Der perfekt kegelförmige Vulkan ist zuletzt 1854 ausgebrochen, wird aber immer noch als schlafend eingestuft.

Im Egmont National Park lässt es sich hervorragend wandern – haben wir uns sagen lassen, denn bisher sind wir dort nicht gewesen. Besonders verlockend finden wir die Bilder des „Goblin Forest“, der auf mittlerer Höhe des Berges wächst. Die knorrigen Baumstämme, von denen Flechten wie Bärte herabhängen, sind bestimmt ein toller Anblick!

Der meistbestiegene Berg Neuseelands ist auch im Sommer schneebedeckt. Auch für fitte Wanderer ist der Aufstieg zu schaffen, obwohl immer wieder vor plötzlichen Wetterumschwüngen gewarnt wird und sich Menschen hier direkt vor dem Visitor Centre so krass verlaufen, dass sie erst Tage später gefunden werden.

-> Ihr wollt es mal versuchen? Dann lest vorher, wie es Philipp ergangen ist

taranaki Vulkane in Neuseeland

Der Klassiker: Mt Taranaki mit Leuchtturm davor © Cape Egmont von Chris Gin unter CC 2.0

Harmlose Vulkane in der Bay of Plenty: Mauao und Tuhua

Während Tauranga einfach nur eine nette Stadt ist und das nahegelegene Mount Maunganui ein hübsches Ferienörtchen, könnt ihr dort außer (sehr!) schönen Stränden auch etwas Spektakuläres entdecken: nämlich einen erloschenen Vulkangipfel direkt neben dem Campingplatz.

Der Mauao oder Mount, wie ihn die Einwohner kurz nennen, sieht eindrucksvoll kegelförmig aus und kann in einem netten, etwa einstündigen Spaziergang bestiegen werden. Von oben habt ihr bei Sonnenuntergang einen tollen Rundumblick, der bis zur Coromandel Peninsula reicht.

Spannend ist Mayor Island/Tuhua, ein Inselchen vor der Küste mit einem 354 Meter hohen schlafenden Vulkan, der sich vor etwa 7.000 Jahren aus dem Meer erhoben hat. Game of Thrones-Fans werden sich freuen zu hören, dass es auf der Insel nicht nur seltene Tiere und Seelöwen, sondern auch Obsidian zu finden gibt – das beste Mittel gegen Frost-Zombies, wie jeder weiß.

Vulkan in Neuseeland Mt Maunganui

Da ist er: Mauao oder „The Mount“

Vulkan-Reste auf der Südinsel: Banks Peninsula / Lyttelton

Auf der Südinsel ist vulkantechnisch wenig los, aktive Vulkangipfel findet man hier gar nicht (mehr). Trotzdem könnt ihr eindrucksvolle Spuren seismischer Aktivität entdecken: Der Hafen von Lyttelton, einem Vorort von Christchurch, ist nämlich genauso eine vollgelaufene Caldera wie der Hafen von Akaroa auf der nahegelegenen Banks Peninsula.

Auf welchem dieser Vulkane in Neuseeland wart ihr schon – oder traut ihr euch nicht? 😉

2 Kommentare

  • Ich war auf Rangitoto Island und auch im Tongariro Nationalpark. Leider war dort das Wetter zu schlecht, ich konnte das Crossing nicht laufen (oder haette es laufen koennen, aber ohne Shuttle und gegen den Rat der Kiws und da ich nicht total lebensmuede bin, hab ich es gelassen), also war ich da nur in Sichtweite der Vulkane aber leider nicht nah dran.
    Naechstes Jahr soll sich das aendern, ich starte den zweiten Versuch, das Crossing zu laufen und will auch nach White Island uebersetzen, die Insel habe ich 2015 nur vom Festland aus qualmen sehen.

    • Ach ja, auf Island war ich auch schon mal, ca. sechs bis neun Monate vor dem letzten Vulkanausbruch/Ascheregen und bin da ganz in der Naehe damals ausgeritten.

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