Persönliches

Warum in die Ferne schweifen? Unsere Lieblingsziele in Europa

Dass wir uns dieses Jahr irgendwie so gar nicht entscheiden können, haben wir euch bereits erzählt. Was ist passiert, dass wir Südostasien, Mexiko oder (seufz) Neuseeland von der Liste streichen und unsere Blicke nach Schweden, Frankreich und Spanien richten?

Sommergewitter Lausitz

So schön kann die Heimat sein – Sommergewitter über der Lausitz

Das Jahr 2016 und seine Reiseplanung begannen eigentlich schon im Sommer 2015. Noch während wir am Steuer unseres kleinen Campervans über japanische Bergstraßen kurvten, schmiedeten wir neue Reisepläne – Mexiko oder Malaysia, Äthiopien oder Panama? (Neuseeland stand natürlich auch immer im Hintergrund…) Aber dann kam dieser superfaule und total erholsame Herbst auf Mallorca, gefolgt von einem langen, grauen Winter mit langen, anstrengenden Tagen im Büro, und der Weltwundermann träumte nur noch von: Ruhe, Entspannung, Angeln und am Pool liegen. Brauchen wir eine Pause von den aufregenden, aber auch anstrengenden Fernreisen?

Die Kinder waren nicht sauer, als wir sie fragten. „Hauptsache, wir können baden!“ Opportunisten, knurrte ich in mich hinein. Aber schließlich machen wir nicht bloß deshalb Fernreisen, „weil wir es eben können“ (lest dazu bitte unbedingt den tollen Beitrag von Marianna Hillmer!). Oder weil uns Europa als Reiseziel zu popelig wäre. Zu kalt zum Baden ist es schon mal gar nicht – im letzten Sommer hätten wir temperaturtechnisch zu Hause bleiben können, mit bis zu 40 °C gab es keinen Unterschied zu den Tropen.

Und machen wir uns nichts vor: Auch wenn wir extrem günstig reisen, ist eine Fernreise zu fünft immer noch ein heftiger Schlag ins Kontor. Das meine ich nicht nur finanziell. Ich liebe Reisevorbereitungen – aber sie sind zeitaufwendig und kräftezehrend, um es mal milde auszudrücken. Da heißt es Impfungen planen (und immer wieder verschieben, weil einer krank ist), Pässe aktualisieren, Visa besorgen, beglaubigte Führerscheinkopien anfordern, Unterkünfte für die ersten Tage suchen…

Ich gebe zu: In letzter Zeit wünsche ich mir hin und wieder auch ganz leise, mal einfach vor einer Reise gar nichts erledigen und vorbereiten zu müssen. Einfach loszufahren, wohin auch immer. Und dort mal eben nichts besonderes zu machen. Zeit mit den Kindern verbringen, Zeit mit dem Mann, Zeit mit mir selbst. Urlaub statt Reisen … Und dafür müssen wir nun wirklich nicht um den halben Erdball fliegen.

Auf seine innere Stimme sollte man hören. Bleiben wir also dieses Jahr mal in der Nähe und schauen uns an, was Europa uns zu bieten hat. Und da gibt es eine Menge! So viel, dass wir uns gar nicht entscheiden können.

Macht ja aber nichts, denn wir können notfalls auch ganz spontan mit dem Auto losfahren und das Zelt einpacken. In den Urlaub zu starten ohne Hetzerei zum Flughafen und Angst, irgendeine Flüssigkeit im Handgepäck vergessen zu haben – ein sehr verlockender Gedanke, gebe ich zu.

Norwegen Roadtrip Hardangervidda

Einfach aufs Geradewohl losfahren – zum Beispiel durch die norwegische Hardangervidda

Unsere vier Lieblingsreiseziele in Europa – bisher

Rückblickend ist es erstaunlich, wie wenige Länder Europas wir unseren Kindern bisher gezeigt haben. Liegt es daran, dass „Europa“ für uns gleichbedeutend ist mit „langweilige Ferien mit den Eltern“? Wenn ich an Tschechien, Polen und Ungarn – die einzigen Auslands-Optionen für DDR-Bürger – denke, stimmt das durchaus. Wir sind auch nach 1989 oft nach Tschechien gefahren, aber als Reiseziel ist und bleibt es … fad. Julia von den Jägern des verlorenen Schmatzes bemüht sich allerdings lobenswert darum, das zu ändern 😉

Unser All-time-Favorit der europäischen Länder ist und bleibt Spanien. Ganz vorn steht dabei Mallorca. Was für eine traumhafte Insel – und jedesmal, wenn wir wieder hinfahren, entdecken wir dort etwas Neues! Slow travel kann man auch häppchenweise machen. Einfach die Unterkunft jedes Mal in einer anderen Region wählen, Mietauto buchen, fertig.

Weltwunderer Mallorca Artà

Mallorca, unsere Lieblingsinsel

Es gibt natürlich auch wunderschöne Regionen auf dem spanischen Festland. Von Andalusien oder Barcelona waren wir extrem begeistert, das müssen wir unseren Kindern unbedingt noch zeigen – vielleicht gleich in diesem Sommer?

Das Tolle an Spanien: Es bietet eine sehr reichhaltige Kombination aus Geschichte (Mauren! Kreuzzüge! Steinzeit!), Landschaft (Strand! Berge! Wüste! Olivenhaine!) und leckerem Essen (Tapas! Paella! Crema Catala!). Und es ist günstig: Sowohl aufs spanische Festland als auch auf die Balearen kommt man selbst als fünfköpfige Familie, ohne zu verarmen. Erschwingliche Flüge, zum Beispiel nach Mallorca, findet man etwa bei Alltours. Und wer der Einfachheit halber direkt eine Kombination Flug und Hotel bucht, der kann sich derzeit sogar noch über Frühbucherrabatte freuen. Aber auch relativ kurzfristig klappt es ja mit dem Fliegen noch, wie wir letzten Herbst getestet haben.

Frankreich gehört ebenfalls zu unseren Europa-Favoriten – und da waren wir seit nunmehr fast zwölf Jahren nicht mehr! Von unserem letzten Roadtrip durch die Normandie bis in die Bretagne, mit Auto, Dreimannzelt und Kugelbauch, schwärmen wir immer noch. Die Küste! Das Essen! Das Licht! Wenn der Atlantik in Nordfrankreich nicht so wild und kalt wäre – wir hören schon die Kinder jammern „Aber wir wollten doch baaaden!“, würden wir sofort starten.

(Im Jahr 2016 außerdem zu bedenken: Genau in der Hauptreisezeit, also im Juli, startet in der Normandie die Tour de France und das ganze Land ist im Fußball-EM-Fieber. Ob es da weise ist, spontan nach freien Unterkünften zu suchen…?)

Weltwunderer Frankreich Normandie

In Nordfrankreich waren wir noch analog unterwegs…

Ebenfalls mit Kugelbauch, allerdings noch einem ganz kleinen, waren wir mit Auto und Zelt in Schweden und Norwegen unterwegs. Unser Fazit für Schweden: schon schön, aber umgehauen hat uns die Westküste nicht gerade. Norwegen ist da eine ganz andere Hausnummer! Die Fjorde, die Berge und vor allem die wilde Hardangervidda haben uns komplett überwältigt. Was für ein wunderschönes Land! Leider aber auch wirklich teuer, egal wie sparsam man ist. Und je weiter wir nach Norden wollen, wo es ja erst richtig interessant wird, desto dringender brauchen wir ein wetterfestes Wohnmobil – das haben wir am eigenen Leib erfahren. Dass dies dann das Reisebudget endgültig sprengen würde, versteht sich.

Oder wir bleiben einfach in der Heimat? An der deutschen Ostsee, auf dem Darss und auf Rügen, haben wir schon mehrere geruhsame Camping-Urlaube in Familie verbracht – solange das Wetter mitspielt, gibt es einfach kein besseres Reiseziel mit kleinem Baby und schmalem Geldbeutel. Genauso schön ist übrigens die Mecklenburger Seenplatte, wo der Weltwundermann (wenn man seinen Erinnerungen glaubt) paddelnd und badend seine gesamte Kindheit verbracht hat. Das geht auch mit zwei Kindern gut, vielleicht sollten wir es auch mit dreien ausprobieren?

Welches Land in Europa ist euer Favorit – was würdet ihr uns empfehlen?

Weltwunderer Schweden Ostsee

Die Ostsee, unsere „home base“

Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von Alltours. Mit unseren Lieblings-Reisezielen hat das allerdings nichts zu tun – Alltours bietet immerhin Reisen in die ganze Welt an.

7 Kommentare

  • Vielleicht wäre Kroatien was? Gut zum Baden für Kinder (SAUBERES klares Wasser), viel Natur zum Entdecken (tolle Nationalparks) aber auch schöne Städte mit Kultur…und erschwinglich ist es (noch), auch wenn die Preise am anziehen sind 🙂

  • Die Gedanken kann ich vollkommen nachvollziehen. Bei uns sind Italien (Toskana) und Schweden ganz weit oben auf der Liste der bisher bereisten Länder Europas. Aber auch kleine Perlen wie Krakau und Amsterdam hebe ich gern hervor 🙂

    Dieses Jahr wird es bei uns einmal nach Norden gehen (vielleicht Dänemark) und dann noch längere Zeit nach Portugal. Soweit jedenfalls die (noch nicht festgelegten) Pläne 🙂

    Liebe Grüße
    David

  • Spontan hätte ich nun auch Frankreich gesagt, aber in diesem Sommer wohl tatsächlich etwas zu voll : ) Dänemark würde mich wieder einmal reizen, England ohnehin. Unsere Wahl für die Sommerferien: Schottland! Das „Baden“ steht zwar bei unserem Sohnemann hoch oben auf der Wunschliste, aber da wir seine Freundin mitnehmen und viel wandern wollen, hat Schottland den jungen Mann überzeugt. Eigentlich zieht es mich überall dorthin, wo ich eher wenige andere Reisende vermute. In den Schulferien ist das natürlich immer eine Herausforderung : ) Frohe Ostern! Jutta

  • Halo,

    nach 7 Wochen Neuseeland hat mich das Fernweh schon wieder gepackt 🙂
    Wir waren mit 2 Kindern und Camper unterwegs, herrliche Erfahrung!

    Nun suchen wir nach einer neuen Option für 2017 – baden steht bei unseren Kindern auch ganz groß im Kurs! und auch wir haben gemerkt dass die Kinder es bevorzugt haben an einem Ort länger zu bleiben und mit den neuen Freunden oder bekannten Örtlichkeiten besser zu recht kamen…

    Ein Freund hat von Hawaii geschwärmt, die Philipinnen werden immer wieder genannt, wir würden gerne ein Reiseziel verwirklichen, dass wir ab 2018 nur noch in den Schulferien bereisen können…

    Danke an alle Weltbewunderer 😉

  • Nach 2x Kanada und 1x Neuseeland mit Kind und genauo so oft zuvor ohne Kind, haben wir uns für den Ostseestrand nähe der Uckermünde entschieden – also auf der Innenseite des Haffs. In und um Vancouver hatten wir Kajak, Fahrrad und die eigenen Füße verwendet. Das nehmen wir jetzt einfach von zu Hause aus mit in unsere Ferienwohnung.
    Ich hoffe, Eure „Home Base“ hat genauso viele Abenteuer parat.
    Liebe Grüße.

  • Kommt nach Oberbayern! Hört sich nach beigen Rentnern mit roten kniestrümpfen an? Ganz und gar nicht wenn man zum Beispiel am riegsee bei murnau campiert. Hier haben auch schon die expressionistischen malerinnen und Maler des „blauen Reiter“ (günstig) Urlaub gemacht und ihre bunten Tiere gemalt die man in kleinen lokalen Museen bewundern kann oder im nahen München im Museum bei schlechtwetter. Wandertouren für alle Altersklassen gibt es ebenso wie badeerlebnisse in diversen seen und „gumpen“. Wir wagen dieses jahr das Neuseeland Abenteuer mit vier Kindern für ein halbes jahr – und so sehr ich mich darauf freue weiß ich jetzt schon wie glücklich ich wieder back Home am alpenrand sein werde 🙂

  • Wir werden uns in den nächsten Jahren auch erstmal auf Europa konzentrieren. Dieses Jahr geht es – zum letzten Mal außerhalb der Ferien – nach Island. In den nächsten Jahren stehen die britischen Inseln, Mallorca und Dänemark auf unserer Bucket-List. Wir brauchen auch definitiv Ruhe im Urlaub, d.h. wir versuchen in den jeweiligen Ländern eher ruhigere Ecken zu finden und dann nur Tagesausflüge in die HotSpots zu machen. LG und viel Freude bei der Urlaubsplanung.

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