Rund ums Wohnmobil

We proudly present … den Campervan!

Meine geschätzten Leser, es ist entschieden: Wir werden im Britz-Campervan durchs Land unserer Träume reisen. Wie das passiert ist und warum wir doch keinen Kredit aufnehmen müssen, erzähle ich gleich.

Die Entscheidung war dramatisch! Nachdem wir ungefähr eine Stunde lang im Reisebüro gehockt und dem Chef dabei zugesehen hatten, wie er ein passendes Modell für unsere Bedürfnisse aus seinem Computer herausfriemelte, hieß es auf einmal: „Sorry, die sind jetzt aber 500 Euro teurer als vor einem Monat.“ Hätten wir uns mal schneller entschieden, aaargh!

Eine halbe Stunde fieberhaftes Budget-Hin-und-Her-Planen vor der Tür des Reisebüros ergab zunächst die zögerliche Entscheidung für das wirklich wesentlich günstigere Mietauto – dann aber eben doch wieder für den Campervan. Der ausschlaggebende Punkt war folgender:

Beim Mieten eines Campervans haben die Agenturen in Neuseeland (und auch in Australien und bestimmt noch in ganz vielen anderen Ländern, in denen wir nie ein Wohnmobil mieten werden) eine ganz fiese reduzierte Selbstausschlussklausel bei der Haftpflichtversicherung, die im Kleingedruckten des „Standard Pack“ daherkommt. Damit zahlt man zwar einen wesentlich geringeren Mietpreis pro Tag, muss dafür aber einen ganzen Batzen an „Kaution“ für die Selbstbeteiligung der Versicherung hinterlegen, falls man das Mietwohnmobil zu Schrott fährt.

Der ahnungslose Tourist (aka wir, damals noch Studenten), der nichtsahnend ein „supergünstiges Sonderangebot“ bucht, stößt spätestens bei der Fahrzeugabholung darauf. Und jetzt kommt’s: Dieser Betrag, es handelt sich hier um 7.500 (ja, siebentausendfünfhundert!) NZ$, wird leibhaftig von der Kreditkarte abgebucht, bis man mit dem Gefährt heil wieder zurückkommt.

In unserem Budget war nun dieser Betrag nicht vorgesehen; genauso wenig Platz war aber für den Mietpreis ohne Selbstbeteiligung, also das „Bonus Pack“. Die Rechnung der Vermieter geht so: „Wenn Sie den günstigen Preis nehmen, kann es passieren, dass Sie die 7.500 NZ$ Selbstbeteiligung abdrücken müssen; sicher kennen Sie jemanden, dem schon ein Unfall passiert ist, das geht ja schnell. Sicherer (und in dem Fall ein klitzewenig billiger) kommen Sie mit dem Bonus Pack, wo Sie gar keine Selbstbeteiligung zahlen müssen. Ist für Sie einfach sicherer!“

Die Rechnung vom Mann war nun aber eine andere: Die Wahrscheinlichkeit, einen Unfall zu haben, ist x %; sicherlich unter 50, er ist ja ein erfahrener, langjähriger und besonnener Fahrer. Der x%-ige Unfall müsste ja auch noch selbstverschuldet sein und auch recht intensiv, um auf 7.500 NZ$ zu kommen. Mit x-prozentiger Wahrscheinlichkeit zahlen wir also den teuerst-möglichen Preis, mit 100−x % aber den günstigsten. Im Bonus-Pack-Tarif zahlen wir aber 100%-ig entweder den teuersten oder den zweit-teuersten Preis – ganz ohne dass etwas passiert. (Kopfkratz – war das verständlich?)

Wir haben also einmal kräftig geschluckt – und den letzten verbliebenen Toyota Voyager 4 Berth Campervan mit Anschnallmöglichkeiten für zwei Kindersitze im „Standard Pack“ reserviert und angezahlt. Wonach uns der Gott der Fernreisenden belohnte und mir eine Website schickte, auf der ich eine Versicherung fand, die exakt genau den Fall versichert, dass die x%-ige Wahrscheinlichkeit des Unfalls eintritt. Für schlappe 300 Euro übernimmt die ELVIA Selbstbehalt-Ausschluss-Versicherung genau die im Unfallfall anfallenden 7.500 NZ$. Näheres lese der geschätzte Leser in diesem Eintrag nach.

Machen wir natürlich – nur um auf der sicheren Seite zu sein.

12 Kommentare

  • Hallo nochmal 😉
    Danke für deinen Hinweis! Nachdem uns unser Rechenfehler aufgefallen war, war uns auch alles einleuchtend!!
    Nun haben wir aber noch eine andere Frage: Wir haben gesehen, dass Reifen-, Glasschäden und Abschleppkosten nicht mitversichert sind (außer man nimmt das Bonus-Pack und bucht diese „Extras“ für 89 NZ$ dazu) :-/
    Hattet ihr auf eurer Reise z.B. mit einer Reifenpanne zu tun, oder kennst du jmd., der das „erlebt“ hat? Dann hätten wir einen Anhaltspunkt über die Kosten, die auf einen zu kommen könnten. Über den ADAC ist das leider nicht mitversichert.

  • Hallo,
    erstmal: Frohes neues Jahr! 🙂 Und Gratulation zu diesem tollen, informativen Blog!
    Wir planen gerade unsere Neuseeland-Reise für den nächsten Winter (8 Wochen in der Elternzeit) und sind jetzt auch am Britz Voyager „hängengeblieben“. Die ELVIA-Versicherung hört sich sehr gut an. Allerdings stellt sich uns jetzt die Frage, ob man mit dem Bonus-Pack von Britz nicht doch billiger wegkommt, wenn man die Diesel-Tax mitberücksichtigt, die in dem Paket wohl inklusive ist. Bei (mind.) 6000 km ist das ja ein ganz schöner Batzen Geld :-/
    Was meint ihr dazu? Wie teuer war das 2011 bei euch?
    Viele Liebe Grüße, Anna

    • Hallo Anna, ihr seid ja vorbildliche Planer! Ich denke, mit dem Bonus-Pack kommt man bei Britz grundsätzlich niemals billiger. Die Diesel Tax hat 2011 pro 100 km 4,45 NZD gekostet, was bei 6.000 km (die wir gefahren sind) auf 267 NZD kommt. Hier habe ich alle Kosten aufgelistet. Hätten wir das Bonus-Pack genommen, wäre das für 49 Tage Mietdauer um 2.205 NZD teurer geworden – kein Kommentar 😉 Wenn ihr aber noch so viel Zeit habt, schaut doch lieber noch mal bei kleineren Vermietern direkt in NZ vorbei (also per Internet), die sollten doch günstiger sein als der Riese Britz?! Wir würden uns freuen, wenn ihr uns von euren Erfahrungen berichtet!

  • Zum Thema Campervan kann ich Meiers Weltreisen sehr empfehlen, wir haben dort einen Jucy Camper Condo für 51 Tage zum „Spottpreis“ von 3.800 € gebucht, inklusive Versicherung ohne!!! Selbstbehalt und ohne!!! Kaution. Bei Süd-Nordroute gibts das Fährticket fürs Auto dazu!

  • Hey!

    Ich habe gerade eure Webseite gefunden und finde diese ganz toll!! All die Tipps fuer Reisende mit Kindern und zum Thema Campervan – toll! (In Neuseeland haben im Uebrigen die meissten Firmen nicht so hohe Selbstbehaltsummen wie Britz. Normal ist um $3000 und fuer $25/Tag kann man das oft auf $0.00 herunterkaufen… die ELVIA ist aber eine klasse Alternative…) Die localen Firmen werden im deutschen Reisebuero leider nicht verkauft… )-:

    Ich wollte fragen ob ihr Interesse an einem Linkaustausch habt?
    Ausserdem wollte ich fragen ob ich enentuell Auszuege eurer Seite bei uns als Reiseberichte veroeffentlichen darf?

    Wir wuerden uns freuen!!

    Ganz liebe Gruesse,
    Maya Dornig & das Team von Neuseeland fuer Deutsche

    Uns gibt es auch bei Facebook: http://www.facebook.com/NeuseelandfuerDeutsche

    • Liebe Maya,
      vielen Dank für den Tipp – gut zu wissen, dass nicht alle Wohnmobil-Vermieter solche Halsabschneider sind… Recherchieren lohnt sich also, liebe Leser! Oder halt: Das übernehme ich selbstverständlich. Kommt direkt auf meine To-do-Liste fürs neue Jahr 🙂

Hier kommt deine Meinung rein.