Schweden Skandinavien

Weltwundern in Schweden

Die Weltwunderer sind mal wieder in der Welt unterwegs – diesmal wollen wir vier Wochen lang das südliche Skandinavien erkunden und sind zu diesem Zweck vor etwa einer Woche am Fährhafen von Trelleborg gestartet. Ohne Plan und Ziel soll es von dort aus nach Norden gehen und in einem ungefähren Bogen durch Südnorwegen – mal sehen, wie weit wir kommen.

Weltwunderer Tanumshede Tanum Camping Sweden

Schweden-Idylle auf dem Campingplatz von Tanumshede

Mehr oder weniger überraschend sind die schwedischen Campingplätze entweder ganz ohne Internet-Anschluss oder sie verkaufen ihre Megabytes so teuer, dass wir nur ungläubig lachen (oder weinen) können. Eine Stunde Internetzugang kostete auf dem letzten Campingplatz umgerechnet 9 Euro!!

Daher nun heute erst und endlich die erste kurze Meldung aus Tanumshede, einem kleinen Flecken fast an der norwegischen Grenze.

Hier hat man endlich die eintönige flache Ostseeküste mit ihren endlosen Getreidefeldern und Golfplätzen hinter sich gelassen und die schöne Bohuslän-Küste mit ihren heidekrautbewachsenen Granitfelsen und kleinen Inseln beginnt. Die Küstendörfer bestehen aus lauter kleinen, weißgetünchten Lönneberga-Häuschen mit kleinen, weißgetünchten Yachten davor und kleinen großen, nahezu weißhaarigen Schweden, denen 8 Euro für ein belegtes Baguette gar nichts auszumachen scheinen. Aua!

Unser Campingplatz, den wir zufällig am Wegrand  entdeckt haben, ist ein doppelter Geheimtipp: Erstens kostet ein Stellplatz hier nur 160 SKR, das sind etwa 20 Euro (alle anderen Campingplätze, die wir bisher gesehen haben, verlangen 260 bis 300 SKR!). Zweitens ist das Gelände auf mehreren baumbestandenen Wiesen mit kleinen roten Ferienhäuschen übersät und so liebevoll angelegt, dass wir uns auf Anhieb wohlgefühlt haben und hier gar nicht mehr weg wollen.

Und drittens liegt genau gegenüber ein Wald voller prähistorischer Felszeichnungen, die man auf ausgeschilderten Wanderwegen erkunden kann – plus eine nachgebaute bronzezeitliche Siedlung mit Langhäusern, Tierställen usw. Das Ganze ist kostenlos und kann nach Belieben entdeckt werden, was unsere Kinder nach Herzenslust tun.

Das gefällt uns fast noch besser als das Wikingerdorf in Foteviken bei Trelleborg, wo Freiwillige in echter Wikingermanier das echte Wikingerleben (naja, eher den Alltag als die Kriegszüge) nachstellen – mitmachen und ausprobieren sind ausdrücklich erwünscht.

Morgen soll das fast durchgängig schöne Sommerwetter eine Pause machen, daher wollen wir die Gelegenheit nutzen und eine laaange Strecke ins Inland von Norwegen zurücklegen. Mal sehen, wo wir dort einen Internetzugang finden!

PS: „Wo sind denn die Fotooos?“, höre ich schon das Geschrei. Bald, bald, möchte ich meine Leser beruhigen. Es gibt momentan so viel wichtigeres zu tun, als Bilder hochzuladen und zu bearbeiten: etwa Wikinger-Suppenlöffel schnitzen, Holz hacken, mit unseren netten Zeltnachbarn aus Potsdam plauschen, Himbeeren pflücken oder frische Austern aus dem Meer fischen und direkt auf dem Pier essen…

Aber wir bessern uns, bestimmt!

5 Kommentare

  • ich komme gerade vom hier so nett beschriebenen und bewusst so gehaltenem campingplatz und möchte gleich schon wieder hin…seit 1990 kennen wir diesen platz für individualisten. wir mögen die lage, die ungezwungenheit, die nähe zum exzellenten felsritzungsmuseum (eine nachtführung unter archäologischer leitung war äusserst spannend!) mit seinen gut aufbereiteten einblicken in die dort vorgefundene bronzezeitkultur. ausflüge zum tjurpannan-naturschutzgebiet bei havstensund, zum veddö-naturreservat mit seinem tollen rundweg oder pilgerfahrten zum fischladen in grebbestad gehören zu unseren standards dort. auf dem platz kommt man mit manchem gast gut ins gespräch. uns gefällt es, unserer tochter auch. empfehlenswert.

  • Na Mensch, wenn ich gewusst hätte, dass ihr nach Schweden kommt, hätte ich euch die Route über die Ostküste empfohlen, wenn auch etwas weiter, wenn man nach Norwegen fahren will! Im Moment sind hier noch Schulferien und alle Schweden sind in ihren Sommerhäusern oder eben auf dem Campingplatz, vor allem an der Westküste. Da is es dann total voll und auch extrateuer. Falls ihr auf euer Rückreise in Östergötland (Südosten!!) vorbeikommen solltet, dann meldet euch. Bei uns kann man ganz umsonst übernachten. Weiterhin noch viel Spass in Norwegen!
    /Hartmut

  • Für die letzte Übernachtung in Schweden kurz vor der Fähre empfehle ich Ljungens Camping in Falsterbo westlich von Trelleborg an der Landspitze – Ein Super-Strand!
    Ja, die Preise sind schon hart und wenn man dann die Campingplatzküche aufsucht und beim Kochen noch einmal zusätzlich Münzen einwerfen muss ist das schon befremdlich. Ich hoffe, ihr habt einen Gaskocher dabei!

    Viele Grüße und noch eine recht schöne Reise,
    derkiwi
    (der im Moment auf Grund seiner 3monatigen dritten Tochter leider nicht verreisen kann, aber Schweden/Norwegen sind in den nächsten Jahren auch eine Option für uns)

    • Danke für den Tipp! Das war unsere erste Übernachtung in Schweden – aber im Nachhinein war das einer der schlechtesten und teuersten Campingplätze, die wir besucht haben. Der Strand war natürlich toll, aber nach einer Woche Rügen brauchten wir den nicht mehr 🙂 Je weiter man sich von der Westküste entfernt, desto günstiger und gemütlicher wird es – die Schweden scheinen (wie auch die Norweger) eher auf brettflache Riesenplätze für ihre fest umbauten Wohnwagen zu stehen, möglichst mit Minigolf, Schwimmbad und Disco. Nicht eben unser Geschmack …

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