Neuseeland für Familien Unterwegs in Neuseeland

Whale watching in Neuseeland mit Kindern – (wie) das geht

Einen Wal in freier Wildbahn zu sehen, gehört fraglos zu den beeindruckendsten Erlebnissen, die man in seinem Leben haben kann. Aotearoa punktet hier im oberen Bereich: Für Whale watching in Neuseeland, also kommerzielle Touren, auf denen man mit hoher Wahrscheinlichkeit einen oder mehrere Wale aus der Nähe beobachten kann, gibt es überall Gelegenheit. Aber geht das auch mit Kindern?

Whale watching in Neuseeland Flickr_Victoria Hoete-Dodd

Ein Wal! Ein Wal! © Flickr/Victoria Hoete-Dodd

Neuseeland ist zwar abgelegen und klein, hat aber das viertgrößte Meeresterritorium aller Länder der Erde. Noch besser: In Neuseeland stehen seit 1978 nicht nur Wale, sondern alle Meeressäugetiere unter Schutz. Und das Beste: Einige Hauptwanderungsrouten von Orca, Pottwal & Co. führen ganz nah an der Küste entlang.

Beim Whale watching in Neuseeland kann man fast die Hälfte aller noch existierenden Wal-Arten beobachten. Oft passiert das sogar ganz zufällig, wenn man gerade am Strand sitzt oder mit dem Boot auf dem Meer unterwegs ist. Man kann aber natürlich auch, um auf Nummer sicher zu gehen, eine Tour buchen.

In Neuseeland gibt es dafür den Hotspot Kaikoura, der allerdings für Familien mit kleineren Kindern nicht unbedingt zu empfehlen ist – es sei denn, ihr teilt euch auf oder findet jemanden, dem ihr eure Lütten für ein paar Stunden anvertrauen könnt. Zum Glück gibt es aber noch einige, zum Teil recht unbekannte, Alternativen!

Whale watching in Neuseeland: der Klassiker Kaikoura

Der Klassiker für Wal-Fans ist das kleine Örtchen Kaikoura an der Ostküste der Südinsel, das jährlich von 100.000 Touristen genau und nur deswegen besucht wird (okay, es gibt hier auch sehr leckere Langusten). Es trägt seinen Ruhm zu Recht: Nur hier kann man das ganze Jahr über Wale antreffen, und nur hier sieht man Pottwale beim Whale Watching. Grund ist der Tiefsee-Canyon, der ganz kurz vor Kaikouras Küste liegt und für viel leckeres Wal-Futter sorgt.

Geführte Bootsfahrten in Kaikoura werden von der gemeinnützigen Organisation „Whale Watch Kaikoura“  durchgeführt, die sich – naheliegenderweise – für den Schutz der Wale einsetzt. Eine Fahrt mit einem der Highspeed-Katamarane dauert insgesamt etwa 3,5 Stunden, auf dem Wasser ist man 2,5 Stunden. Start ist täglich drei- bis viermal, die Touren am frühen Morgen werden am meisten empfohlen (auch von uns!).

Achtung: Sehr teure Tour-Angebote, die in Christchurch starten, bieten nichts anderes an als eine Shuttlefahrt nach Kaikoura, wo ihr einen der Katamarane von „Whale Watch Kaikoura“ besteigt!

Was ihr sehen könnt: Pottwale, Grindwale, Blauwale, Südliche Glattwale, Orcas, Schwarzdelfine und Hector-Delfine, außerdem Seelöwen und 13 Albatros-Arten. Die Sichtungswahrscheinlichkeit liegt bei 95 %!

Was es kostet: 145 NZD/Erwachsene ab 15 Jahre, 60 NZD/Kinder ab 3 Jahre. Wenn kein Wal gesehen wird, gibt es 80 % des Preises zurück. Wird eine Ausfahrt abgesagt, kann man sich kostenlos auf eine spätere umbuchen lassen.

Dürfen Babys und Kinder mit? Bootstouren sind ab 3 Jahren erlaubt – bei schlechten Wetterbedingungen kann das Mindestalter aber auch nach Einschätzung des Kapitäns höher gesetzt werden.

Alternative: Ein 30-minütiger Rundflug über Kaikouras Küste mit „Wings over Whales Kaikoura“ kostet 180 NZ$ für Erwachsene, 75 NZ$ für Kinder von 4 bis 14 Jahren – und für Babys und Kinder unter 4 Jahren ist er kostenlos!

Kaikoura Whale watching Neuseeland Flickr_Gabe Lerner

Manchmal wird es recht voll vor Kaikoura © Flickr/Gabe Lerner

Whale watching mit Glück: vor Auckland

Neuseelands größte Stadt ist ja bekanntlich als Stadt an sich nicht annähernd so attraktiv wie als Ausgangspunkt für Ausflüge ins nähere Umland. Dazu gehören selbstredend auch Touren auf dem Hauraki Gulf, in dem es sich nicht nur hervorragend segeln, paddeln und Inseln besuchen lässt, sondern wo auch regelmäßig Wale vorbeikommen und sich beobachten lassen.

Das Forschungsschiff „Dolphin Explorer“ startet einmal täglich direkt am Viaduct Harbour in Downtown Auckland, eine Fahrt dauert 4,5 Stunden.

Was ihr sehen könnt: Orcas, Brydewale (das sind 14 Meter lange Bartenwale), von denen es weltweit 40.000 bis 80.000 gibt, aber deren neuseeländische Population aus nur noch 50 Tieren besteht) und Gemeine Tümmler. Die Sichtungswahrscheinlichkeit für Wale liegt allerdings „nur“ bei 70 %.

Was es kostet: 160 NZ$/Erwachsene ab 16 Jahren, 105 NZ$ Kinder. Familientickets (2 Erwachsene, 2 Kinder) kosten nur 399 NZ$! Gibt es keine Sichtung, sind weitere Fahrten kostenlos möglich, bis man einen Wal oder Delfin gesehen hat – diese Übertragung gilt zeitlich unbeschränkt, also auch bis zum nächsten Neuseeland-Urlaub.

Dürfen Kinder mit? Ja! Einzige Einschränkung: Kinder unter 5 Jahren müssen von einer betreuenden Person streng überwacht werden.

Flickr_Percita Auckland Maritime Museum Whale watching

Wale in 2D am Auckland Maritime Museum © Flickr/Percita

Whale Watching in der Bay of Islands

Zwar gibt es hier zahlreiche kommerzielle Bootstouren, aber keine, die speziell auf das Aufspüren von Walen ausgerichtet oder dafür ausgerüstet sind. Anders sieht es mit Delfinen aus! Die „Dolphin Eco Experience“ fährt von Oktober bis Mai ab Russell oder Paihia.

Was ihr sehen könnt: Mit etwas Glück seht ihr (vor allem zwischen Mai und Juli) auf einer „normalen“ Rundfahrt mit einem Katamaran oder mit einem historischen Segelschiff Orcas oder Brydewale, seltener auch Buckelwale, Grindwale oder Blauwale. Delfine werden fast das ganze Jahr über gesichtet. Gibt es gar nichts zu sehen, darf man kostenlos ein weiteres Mal mitfahren, sofern ein Platz frei ist.

Was es kostet: Die „Dolphin Eco Experience“ kostet 117 NZ$/Erwachsene ab 15 Jahren oder 58,50 NZ$/Kinder, die normale Bootstour zum „Hole in the Rock“ kostet 105 NZ$/52,50 NZ$. Wer ins Wasser hüpfen und mitschwimmen will, zahlt 15 NZ$ extra.

Dürfen Kinder mit? Ja, solange sie von einem Erwachsenen begleitet werden. Unter 5-Jährige, die keinen Sitzplatz beanspruchen, fahren beim normalen Cruise sogar kostenlos mit. Schwimmen mit Delfinen ist aber erst ab 8 Jahren erlaubt, in der Wintersaison ab 12 Jahren.

Whale watching Bay of Islands Flickr_DOC

Südlicher Glattwal in der Bay of Islands © Flickr_DOC

Whale Watching in der Bay of Plenty

Die östliche Bay of Plenty wird im Sommer von vielen Delfinen und Walen besucht, die Sichtungswahrscheinlichkeit auf den Touren liegt bei 90 %. Whale Watching und Swimming with Dolphins werden von verschiedenen Unternehmen angeboten, die meisten sitzen in Tauranga.

Ein guter Ort ist aber auch Whale Island: Die kleine, unbewohnte und seit neuestem schädlingsfreie Insel liegt 7 km vor Whakatane. Ihr Maori-Name Moutohora Island verrät schon, wen man hier findet: „Tohora“ heißt Südlicher Glattwal.

Der lizensierte Anbieter „Diveworks“ bietet hier unter anderem Bootstouren zum Whale Watching an. Beobachtungsfahrten in das Meeresschutzgebiet, das sich hinter Whale Island erstreckt, dauern zwei Stunden, „Swimming with Dolphins“ dauert etwa doppelt so lange. Touren starten zwischen November und Mai zweimal täglich am Visitor Information Center in Whakatane und dauern drei bis vier Stunden.

Was ihr sehen könnt: vor allem Gemeine Tümmler und Bottlenose-Delfine, aber auch Orcas, Brydewale, Grindwale, Finnwale und Minkwale. Gibt es nichts zu sehen, kehrt das Boot nach Whale Island zurück, wo mit Seelöwen geschwommen werden kann.

Was es kostet: Die Beobachtungsfahrten kosten 90 NZ$/Erwachsene ab 14 Jahren und 70 NZ$/Kinder, Schwimm-Ausflüge kosten 160 NZ$/130 NZ$

Dürfen Kinder mit? Prinzipiell ja, obwohl davon abgeraten wird, sehr kleine Kinder mitzunehmen.

Flickr_Kathrin Marks Whale Island Ohope

Kein Wal, sondern Whale Island vor Ohope © Flickr/Kathrin Marks

Whale Watching in Neuseeland könnt ihr also auf jeden Fall auf eure Bucket List setzen – auch wenn ihr mit Babys und kleinen Kindern unterwegs seid!

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2 Kommentare

  • Vielen, vielen Dank für diesen Bericht! Wir planen gerade unsere Route mit 3 Kindern (7, 5 und knapp 3 Jahre). Ankunft Christchurch dann ganz grob im Uhrzeigersinn bis zur Fähre im Norden der Südinsel, dann Nordinsel, Abreise von Auckland. Da passt Kaikoura einfach nicht rein. Mit diesen Infos werden wir Kaikoura nun guten Gewissens auslassen und unser Wal-Glück auf der Nordinsel versuchen. Danke!

    • Hallo Andrea, es ist natürlich schade, wenn man etwas so schönes weglassen muss. Aber ihr trefft bestimmt die richtige Entscheidung – und ihr werdet ja sowieso irgendwann mal wiederkommen 🙂

      Gute Reise!

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