Neuseeland-Reise 2011

Reisemeldung: Wie geht’s den Kindern?

Weil ich danach gefragt wurde, und weil das ja generell eine interessante Frage ist, gehe ich mal kurz darauf ein, wie denn die Weltwunderkinder unsere überdurchschnittlich lange und bestimmt auch anstrengende Reise so verkraften.

Generell muss ich sagen: Wir sind überrascht, wie gut alles klappt. Wir profitieren natürlich davon, dass unsere Lütten zu zweit sind und sich schon immer gut verstanden haben; Streit und Rivalitäten gibt es kaum, allenfalls beim Essen wird genau hingeschaut, dass alles „gerecht“ verteilt wird. Auch längere Fahrten werden so mit gegenseitiger Beschäftigung gut überstanden, Langeweile kommt selten auf. Bei Bedarf greife ich auf die „Überraschungstüte“ zurück, die eingepackte, neue kleine Spielzeuge, Wimmelbücher etc. enthält.

Was den Kindern schwerer fällt, sind für sie sinnlose, weil nicht einsichtige Vorgänge wie der tägliche Wechsel des Standortes, Wanderungen usw. Klar ist es schwer zu verstehen, dass der Zeltplatz, an den man sich gerade gewöhnt hatte, mit dem schönen Trampolin/den süßen Enten/you name it… nun wieder verlassen wird. Klar ist es spannender, am Seeufer mit Matsch zu kochen, als fünf Kilometer mit den Eltern durch Regenwald zu laufen. Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern, wie schnuppe mir noch als Jugendliche die herrlichen Alpenpanoramen waren, auf die mich meine Eltern begeistert hinwiesen. War mir egal. Am schwersten ist es, wenn „Freunde“ gefunden wurden, die gleich wieder verloren werden – in der Regel ja auch für immer.

Wir versuchen hier inzwischen, Kompromisse einzugehen; alle paar Tage wird ein längerer Stopp eingelegt, wenn es irgendwo besonders schön ist; mindestens ein paar Stunden am Tag muss freies Spiel möglich sein. Unsere Aktivitäten sind generell stark auf die Kinder ausgerichtet (auch wenn es denen nicht so vorkommen mag…): keine langen Wanderungen, keine (oder kaum) Kultur, no Shopping. Wenn es möglich ist, wird der Tag so aufgeteilt, dass am Vormittag etwas Interessantes angeschaut oder getan wird (eine kurze Wanderung, ein Museumsbesuch, ein Strandgang), dann fahren wir los zur nächsten Etappe. Das kleinere Weltwunderkind nutzt die Mittagsstunden, die sowieso meist zu UV-intensiv für die besorgte Mutter sind, zum Glück in der Regel für einen Mittagsschlaf; nachmittags kommen wir am nächsten Ziel an und lassen die Kinder dort wieder frei. Auf diese Weise legen wir am Tag durchschnittlich 100 km fort; mal sind es mehr, mal weniger.

Am Anfang haben wir noch darauf geachtet, möglichst täglich einen Spielplatz zu besuchen oder Campgrounds mit Spielplatz zu wählen. Da Spielplätze aber total verschieden daherkommen und die aufsehenerregendsten bei unseren Kindern mitunter gar nicht gut ankommen, geben wir uns diesbezüglich keine Mühe mehr. Ist ein Spielplatz da, ist es schön; wenn nicht, beschäftigen sie sich auch gut ohne einen.

Damit die Erinnerungen nicht verschwimmen, was bei dem ständigen neuen Input echt schnell geht, malt die Weltwundertochter alle paar Tage in ihr Reisetagebuch; mit elterlicher Unterstützung klappt das echt gut und sieht jetzt schon ganz toll aus. Mit Heimweh, das natürlich ab und zu aufkommt, gehen wir offensiv um: Es werden Karten an vermisste Großeltern geschrieben, es wird täglich darüber gesprochen, was wer wohl gerade jetzt macht (ist ja immer interessant, der krasse Zeitunterschied)… und natürlich sind wir Eltern ja immer da. Tränen gab es daher bis jetzt noch keine. Und bei uns schon gar nicht – wir wollen eigentlich überhaupt nicht an zu Hause denken…

Tja, und was die Gesundheit angeht: Wir klopfen mal auf Holz, aber bisher geht es uns blendend. Den ganzen Tag an der frischen Luft, und dann noch an der extrem sauberen neuseeländischen Luft, da haben Schnupfenviren keine Chance. Unsere Wehwehchen sind bisher vor allem Mückenstiche und Sandfly-Bisse, von denen ich selbst aber am meisten geplagt werde.

7 Kommentare

  • ja, es wird nur besser:-) Und da ist es sehr gut, dass die Kids das Reisen von Anfang an gewöhnt sind, sonst würden sie als Teenager nämlich eher nicht mitmachen.
    Wir genießen das gemeinsame Reisen sehr, kamen gerade aus Schottland zurück. Und auf dieser Reise haben wir auch die Arbeit am Reiseblog so richtig toll auf die ganze Familie verteilt. So werden die Erlebnisse erst richtig zum Familienevent!
    liebe Grüße
    Gabi

  • Hi Jenny,

    wir haben das auch immer so gemacht, kommt mir sehr bekannt vor:-) vor allem, dass wir auf unserer ersten langen Reise immer noch aktiv nach Spielplätzen suchten, und es tatsächlich irgenwann auch sein liessen. Kids fühlen sich teilweise mit ganz kleinen Dingen richtig super. Schöne kleine Kieselsteine, Tannenzapfen oder was auch immer….
    Auch wir haben morgens früh was unternommen, sind dann gefahren, wenn die Kinder sowieso gerne ausgeruht haben und dann waren alle wieder gegen Nachmittag fit. Für uns war das damals, als die Kids noch kein waren perfekt, denn wir fotografieren gerne und zu diesen Zeiten ist das Licht am besten:-)
    Jetzt mit Teenagern sieht der Reisealltag wieder anders aus…
    liebe Grüße
    Gabi

    • Ahh, Teenager stell ich mir ja traumhaft vor: Können alles mitmachen und wenn sie nicht wollen, kann man sie locker auch ein paar Stunden allein irgendwo lassen.. Gerade das Angebundensein, dass man einige Dinge einfach nicht machen kann, weil die Kids weder mitmachen noch allein warten können, fand ich im Nachhinein den nervigsten Aspekt. Und Aufteilen, so dass einer der Erwachsenen dann allein sein Ding macht, ist irgendwie nicht so unseres…

  • wow, wenn ich mir das alles so durchlese klingt das ja wirklich nach familie wunder. alles wunderbar. obwohl ich doch erstaunt bin, dass man auch bei 2 monaten zeit für urlaub fast täglich weiter fährt. ich hätte gedacht da bleibt mehr zeit zum rumlungern, faulenzen und verweilen..? andererseits ist dieses land einfach zu schön, um eine ecke nicht anzuschauen, oder?
    ist es eigentlich so, dass ihr NZ danach abhackt oder wird diese sehnsucht jetzt nach all den tollen erlebnissen eher nochmal größer? ist wahrscheinlich viel zu früh, um darüber nachzudenken. sorry.
    hier scheint übrigens immer noch die sonne unn die ersten tulpenblätterspitzen habe ich im garten endeckt!!
    viiiiele grüüüüüße!!!

  • Am meisten bewundere ich immer euer gutes Durchdenken der Alltagssituationen, um bei aller Spontanität und dem Ungewissen des Reisens, ein wenig Wiederkehrendes und Vertrautes dabei zu haben. Eine Tüte mit Nippes für Langeweile und Heimweh – klasse. Ich meine, auf diese Idee zu kommen ist nicht die Frage, aber ich kann mir denken, dass bei all den tausend Reisevorbereitungen die Überraschungstüte vielleicht nicht oberste Priorität hatte – und doch ist sie dabei.
    Das Reisetagebuch des Weltwundererfräuleins wird bestimmt heiß begehrt sein after your return – aber davon sprechen wir mal besser noch nicht. Sind ja noch so viele schöne Tage vor euch. Ich denke auch, dass Kinder ohnehin ganz anders mit Heimweh umgehen – ganz aktuell wird dann eben irgendjemand oder irgendetwas vermisst – und kurze Zeit später schon wieder nicht mehr. So ist das eben, und es ist gut so. Doch euer zu vermutendes Fernweh, nachdem ihr wieder in unseren Breiten weilt, spielt dann wohl in einer anderen Kategorie – aber auch darüber wollen wir noch nicht reden 😉

  • nun dann bin ich beruhigt, dass ihr es wirklich so schön habt und die kinder es schön finden, auch wenn immer weitergereist werden muss. es beruhigt mich aber auch, dass sich zumindest die kinder nach hause sehnen, und ich hoffe, dass ihr auch ein kleines bißchen die gewohnte umgebung vermisst… ab und zu wenigstens? und den butzen…

    ich hoffe, dass ihr auch auf der nordinsel noch schöne erlebnisse haben werdet, obwohl es nicht so klingt, als ob die südinsel noch zu toppen wäre! aber vielleicht macht euch das den schweren abschied nachher leichter.

    ich warte gespannt auf weitere berichte und drück euch doll!

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