Neuseeland-Reise 2011

NZ-Reisetagebuch: Unsere Neuseeland-Reise geht los!

Wir haben es geschafft, wir sind allhier! Hat ja auch nur schlappe 32 Stunden gedauert… Immerhin: Alles hat erstaunlich gut geklappt. Nix zu spät, nix verpasst, nix abgestürzt, die Kinder haben nicht geheult und nicht genervt dank Entertainmentprogramm, sogar auch mal geschlafen und nur moderat am Flugzeugessen herumgemäkelt.

Der Weltwundersohn hat allerdings das Essen, die Höhe oder die Aufregung nicht vertragen und seinen gesamten Windelvorrat schon kurz nach der Zwischenlandung in Tokyo verbraucht.

Wir lernen: Wickeln im Flugzeug ist kein Spaß, aber das Personal hat Windeln, Feuchttücher und sogar Wundcreme in petto. Ein Hoch auf Lufthansa und den sehr bequemen A340, in dem man richtig viel Platz beim Toilettengang hat (und das ist nicht ironisch gemeint)! Sogar das Spielzeugpaket enthielt recht interessante Sachen.

Weltwunderer Narita Der achtstündige Aufenthalt in Tokyo bzw. Narita war ebenfalls weniger schlimm als befürchtet: Mit dem Wechseln der Terminals und einigen Check-in-Vorgängen ging schon mal ein wenig Zeit drauf; wesentlich mehr Zeit verbrachten wir staunend und kichernd in zahllosen wahnsinnig tollen Toiletten, die so luxuriös ausgestattet waren, dass wir uns das Duschen sparen konnten.

In den „For Elderly“-Kabinen (bei uns wäre das wohl die Behindertentoilette) sind neben Klo und Bidet immer auch zwei (!) Waschbecken und eine weiche, lederbezogene Liege. Sogar die Fahrstühle auf dem Flughafen begrüßten und verabschiedeten uns freundlich, allerdings haben wir sie nicht verstanden.

Die Klos an sich sind auch faszinierend: Da kann man, wenn man mit Pullern anfängt, per Touchpad (bequem im Sitzen erreichbar) ein Klospülungs-Geräusch einspielen lassen, damit der Klonachbar nicht hört, dass man gerade aufs Klo geht. Außerdem wäscht einem das Klo auf Wunsch den Po oder, ähm, das andere. Mit wählbarer Sprühstoßstärke, versteht sich. Und wenn man ein Baby dabeihat, setzt man das während der Sitzung ganz praktisch in eine Art Hänge-Hochstuhl, der in der Ecke verbaut ist.

Versteht sich, dass wir in den acht Stunden ungefähr 10-mal auf der Toilette waren …

Den Rest der Zeit verbrachten wir in der Kid’s Corner, wo wir auf Tatami-Matten Kung Fu übten, und im wirklich kleinen (und einzigen) Restaurant, wo wir müde aufs Rollfeld starrten und lecker Japanisch aßen; die Kinder studierten zwar interessiert die in Form von lebensecht gestalteten Plastikmodellen ausgeführte Speisekarte, mäkelten aber dann doch ausführlich herum und hielten sich an Reis mit nichts.

Weltwunderer NaritaChristchurch empfing uns, nach einem eher mittelprächtigen Flug mit Air New Zealand, schon beim Gang zum Gepäckband mit einer Dschungel-Fototapete und Waldgeräuschen. Die Jungs von der Biosecurity haben weder das Angelzeug noch meine benutzten (aber sauber geschrubbten) Wanderschuhe gefunden; auch der kleine Drogensuch-Beagle musste mit leerer Schnauze abziehen.

Und dann waren wir draußen, die Sonne schien, die Luft war warm und der Himmel war weit. Und wir setzten uns erstmal auf eine Bank, die da stand, und versuchten zu begreifen, dass wir es jetzt tatsächlich geschafft haben – wir sind hier! (Hysterisches Kichern …)

Statt Taxis gab es am Flughafen nur Shuttle-Busse, die leider nicht über Kindersitze verfügten (wie auch, wenn die Rückbank ohne Gurte ist …). Zwischen Passkontrolle und Einchecken im Diplomat Motel haben wir bereits mindestens fünfmal erzählt, dass wir jetzt zwei Monate im Campervan herumfahren werden. Der Fahrer des Taxis hörte gar nicht mehr auf zu fragen und auch die Besitzer des Motels – Paul und Linda – begrüßten uns mit Vornamen und erschlugen uns fast mit Freundlichkeit.

Trotz des hier herrschenden Hochsommers ist es bisher erfrischend kühl (18° C, in der Nacht nur 7° C), ab und zu geht ein kleiner Schauer nieder, der etwa eine Minute dauert. Kennen wir ja.

Was wir nicht kennen: das seltsame Fehl-am-Platz-Gefühl, das uns beim ersten Spaziergang befiel. Wir kommen ja aus dem tiefsten Winter und sind entsprechend blass. Für die Kiwis sehen wir bestimmt regelrecht krank aus; dazu kommt noch die Jetlag-Müdigkeit.

Außerdem ist es hier viel heller und man merkt geradezu, wie die UV-Strahlung auf die ungeschützte, winterblasse Haut prasselt. Sonnencreme steht daher auf der Beschaffungsliste ganz oben, gleich nach dem Adapter.

Da die Kinder noch total aufgedreht waren, wollten wir noch schnell im nächsten Supermarkt etwas zum Mittagessen besorgen; nachdem er im Motel eine halbe Stunde Trampolin gesprungen war, schlief der Weltwundersohn aber schon im Supermarkt im Buggy ein und die Weltwundertochter schleppte sich gerade noch mit Ach und Krach zurück.

Jetzt ist es 15 Uhr und wir haben noch gar nichts gegessen, aber wir geben auf und legen uns kurz hin – ich schreibe nur noch schnell diesen Eintrag zu Ende. Gähn!

7 Kommentare

  • […] ihr wissen wollt, welches dieser Ziele wir erreicht haben, klickt euch weiter zur Neuseelandreise 2011. Wenn ihr aber von den Charakteristika einer kinderlosen Rundreise durch Neuseeland lesen wollt, […]

  • […] Los ging es in Christchurch, von wo wir nach zwei Tagen im Motel auf die Banks Peninsula hinüberfuhren. Nach einer Nacht Freedom Camping in Purau sausten wir südwärts nach Ashburton und am nächsten Morgen gleich weiter nach Timaru an der Caroline Bay. Dort war es uns zu windig, so dass wir weiterfuhren nach Oamaru mit dem ersten Pinguin. […]

  • Hallo vom anderen Ende. Schön, dass alles geklappt hat. Der Neid lässt immer noch nicht nach…! Hier auch alles OK. Aber nur 10h Flug sind ja auch eher lächerlich.
    Fühlt Euch gedrückt!

  • Ihr Lieben!
    es freut mich bzw. uns, dass ihrs geschafft habt, hab viel an euch gedacht, wenn auch nicht wirklich voller sorgen, abstürze wurden nicht gemeldet…

    ich wünsch euch eine tolle zeit! emma fand es übrigens toll, dass wir im netz verfolgen können, was ihr so erlebt, aber sie wünscht sich fotos… bei gelegenheit 😉

    ich drück euch! und nun gute nacht!

    Euer Bu

  • Na dann, herzlich willkommen! Heute war das Wetter ja nicht so toll, auch relativ kalt, aber die nächsten Tage soll’s wieder besser werden. Meldet Euch doch mal, wenn ihr Zeit und Luft habt und noch in Christchurch seid. Und wenn nicht, dann wünsche ich Euch schon mal eine tolle Zeit hier!

    Viele Grüße,
    Frithjof

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