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Dresden-Klassiker für Familien: die Dresdner Neustadt

Der Frühling ist da, die Sonne lacht aus allen Knopflöchern und die ersten grünen Schatten legen sich gnädig über grauen Asphalt, Graffiti und müde Winterwiesen. Die Dresdner Neustadt ist unsere Wahlheimat, wie auch die zahlloser anderer Familien. Heute stellen wir sie euch in einem Fotospaziergang vor.

Weltwunderer DD Neustadt

Was und wo ist die Dresdner Neustadt?

Für alle Nicht-Dresden-Kenner und Erstbesucher: Die Neustadt, das ist strenggenommen alles vom Neustädter Markt (Goldener Reiter!), der Hauptstraße, der mondänen Königstraße und dem prunkvollen Regierungsviertel am Königsufer – der „Inneren Neustadt“ – bis zum Albertplatz und dem dahinterliegenden Straßengewirr, das mit dem klitzekleinen Alaunpark und dem (noch) still vor sich hin verfallenden Hechtviertel als „Äußere Neustadt“ bezeichnet wird.

Dresden Neustadt Sebnitzer Straße

Dresden Neustadt = Äußere Neustadt

Für alle, die hier leben, ist „die Neustadt“ aber gleichbedeutend mit der Äußeren Neustadt; kein Neustädter, der etwas auf sich hält, würde sich beim Einkaufen auf der Hauptstraße erwischen lassen …

Die Neustadt ist eigentlich der ältere Teil von Dresden (mit Stadtrecht seit 1403, als „Neue Stadt bei Dresden“ wiedererrichtet nach einem Großbrand im Jahr 1685). Das betrifft nicht nur die Geschichte dieses angeblich größten zusammenhängenden Gründerzeitviertels in Europa, sondern auch (noch) den heutigen Zustand.

Während die Altstadt mit Semperoper, Zwinger & Co. in stetig saniertem Glanz Touristen aus aller Welt anlockt, ist die Neustadt auf der gegenüberliegenden Elbseite traditionell das Stiefkind der Stadtverwaltung gewesen – zu DDR-Zeiten wurde hier schlicht alles verfallen lassen, zugunsten schnell hochgezogener Neubaugebiete an den Stadträndern.

Dresden Neustadt mit Kindern

IWeltwunderer DD Neustadt

Dresden Neustadt mit Kindern Kunsthof

Die Folge: urige, ofenbeheizte und toilettenlose Wohnungen mit riesig hohen Decken voller Stuck, tollen Bodenmosaiken und Schimmel an den Wänden, die von Unikaten, Prinzipientreuen, (Lebens-) Künstlern und schlicht Wenigverdienern bewohnt (oder auch: behaust) wurden. In den 1980er-Jahren trafen sich hier Studenten und Punks in subversiven Kneipen wie der „Planwirtschaft“ (heute ziemlich gemäßigt) und dem „Café 100“, dann gab es Straßenschlachten mit den plötzlich frech gewordenen Neonazis, für die die Neustadt seitdem eine No-Go-Area ist (hier wählt keiner AfD!!).

Und immer wieder viel Party auf Hinterhof- und Straßenfesten, die Anfang der 1990er-Jahre dann in die Gründung der „Bunten Republik Neustadt“ mündeten – einem Stadtteilfest, das heute leider nur noch wenig von seiner ursprünglichen Stimmung trägt und eher ein buntes Volksfest mit viel Zuckerwatte und Alkohol geworden ist.

Nicht nur das hat sich in den letzten Jahren rasant geändert – eine krasse Gentrifizierungswelle hat die Neustadt überschwappt, sie in jeden Reiseführer gespült und Investoren angeschwemmt. Heute sieht es hier zum Teil echt schick aus; andererseits wimmelt es auch von Touristen, Netto-Filialen und Vielverdienern – für Familien mit Durchschnittseinkommen und zwei oder mehr Kindern ist kaum noch Platz (für Parkplätze übrigens auch nicht!).

Das ist besonders deshalb so schade, weil die Neustadt Deutschlands Stadtviertel mit der höchsten Geburtenrate ist! Immer mehr Familien müssen aber in den sauren Apfel beißen und die Neustadt verlassen, weil sie keine Wohnung finden.

Weltwunderer DD Neustadt

Aber genug gejammert: Mit ihren unzähligen fantasievollen Spielplätzen, inhabergeführten Schnickschnack-Läden, freien Kinderläden, Straßenfesten, Flohmärkten und Straßencafés ist die Neustadt immer noch der Stadtteil der Wahl für uns (und wir sind heilfroh, unser Loft-Hinterhaus im benachbarten Hechtviertel entdeckt zu haben, dessen Miete wir gerade noch bezahlen können…).

In der Neustadt ist es einfach schön! Hier kann man herrlich frühstücken – draußen und drinnen -, Eis essen, spielen und toben, auf der Straße laufen, kleine Überraschungen entdecken, im Park auf der Wiese liegen und shoppen. Auf den Straßen ist immer etwas los, man sieht interessante und sympathische Menschen, keiner meckert über Kinder oder Graffiti und an jeder Ecke entdeckt man Straßenkunst und Kreatives.

Dresden Neustadt mit Kindern

Dresden Neustadt mit Kindern

Der weltschönste Blumenladen „In Blüte“ in der Kunsthofpassage

Dresden Neustadt mit Kindern Kunsthofpassage

Der berühmte „Hof der Tiere“ in der Kunsthofpassage

Dresden Neustadt mit Kindern

Für Kinder gibt es in der Neustadt immer etwas 😉

Für Kinderlose ist in der Dresdner Neustadt ebenfalls reichlich gesorgt: mit über 100 Kneipen, Bars und Restaurants jeder Größe und Art, mehreren Programmkinos, Theatern usw.

Was wir so toll finden an diesem Viertel: In der Neustadt gibt es kein Entweder-Oder, kein Familien-gegen-Partyvolk. Hier tanzen alle gemeinsam auf der BRN, spielen im Alaunpark Fußball und kaufen auf dem Samstagsmarkt am Alaunplatz ihr Frühstück (die einen halt etwas später …). Und es soll auch Eltern kleiner Kinder geben, die nochmal in die Kneipe oder ans „Assi-Eck“ an der Görlitzer/Ecke Louisenstraße gehen, wenn die Kids eingeschlafen sind… 😉

Dresden Neustadt mit Kindern

Neumann’s Eis ist Kult!

Dresden Neustadt mit Kindern

Weltwunderer DD Neustadt

Dresden Neustadt mit Kindern

Die Kletterspinne am Alaunplatz ist nur ein Teil des großen Spielplatzes

Bonus: Die Elbe mit ihren wunderschönen weiten Ufern grenzt direkt an die Neustadt, auf der nördlichen Seite führt der Prießnitzgrund in die verwunschene Dresdner Heide. Mit der Straßenbahn (oder auch zu Fuß) ist man in zehn Minuten drüben in der Altstadt – wo es wieder sauber, ordentlich saniert und kinderlos zugeht 😉

Wenn ihr nach Dresden kommt, und sei es nur für ein paar Tage, dann legen wir euch einen ziellosen Bummeltag durch die Neustadt dringend ans Herz. Hostels und Airbnb-Unterkünfte für den kleinen Geldbeutel findet ihr hier zuhauf, auch für Familien.

Ja, die Landeshauptstadt Sachsens liegt nicht eben zentral, was für lange Autobahnfahrten sorgt (Insidertipp: Die richtige Abfahrt, um in die Neustadt zu gelangen, ist nicht etwa „Dresden Neustadt“, sondern „Hellerau“!). Aber nach Dresden kommt man auch recht günstig per Flieger, und vom Flughafen seid ihr per S-Bahn (oder Taxi) in zehn Minuten in der Neustadt.

Schaut doch einfach mal für ein langes Wochenende bei uns vorbei!

Dresden Neustadt mit Kindern

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