Camping

Kinderfreundliche Campsites in Neuseeland: die ultimative Checkliste

Camping ist ja bereits eine sehr kinderfreundliche Art des Übernachtens.  Aber auch im Camper-Paradies Neuseeland, wo an jeder Ecke ein Plätzchen mit Spielplatz, Pool und Trampolin winkt, haben wir auf Zeltplätzen gestanden, die wir den Kindern nur ungern zumuteten. Woran ihr einen kinderfreundlichen Campingplatz erkennt und wo ihr in Neuseeland einen findet, erklären wir euch gern.

Kinderfreundliche Campingplätze in Neuseeland

Ziemlich kinderfreundlich: das Muriwai Beach Motor Camp bei Auckland

Wie kinderfreundlich sind Campingplätze in Neuseeland?

Insgesamt würde ich schätzen, dass man in 50 Prozent der privaten Motorhome Camps auf eine mehr oder weniger kinderfreundliche Ausstattung trifft.

Viele Campingplatzbetreiber nehmen die Bedürfnisse ihrer kleinen Gäste ernst: Ein Trampolin ist die Mindestausstattung auf vielen Plätzen, oft kommen ein Spielplatz und vor allem auf der Nordinsel ein Pool hinzu. Tiere zum Streicheln und Füttern gibt es häufig auch.

Wer vorher wissen will, wie es am Übernachtungsplatz aussieht, kann einen Blick ins Jason’s Book werfen, falls der gesuchte Platz dort gelistet ist; immer mehr Betreiber geben sich auch große Mühe mit schönen und informativen Websites.

Die Sanitäranlagen, vulgo Waschräume, sind dagegen selten auf Kinderbedürfnisse ausgerichtet: niedrige Waschbecken oder Kinderbadebecken sind nur in Ausnahmen vorhanden. Von Hochstühlen oder Kinderbesteck in den Communal Kitchens ganz zu schweigen… Das ist auch in den „Family Parks“ nicht anders, die sich Familienfreundlichkeit auf die Fahnen schreiben; nach dem ersten Aufenthalt hier erhält man aber eine Mitgliedskarte, mit der man 10 Prozent Rabatt in allen weiteren „Family Parks“ bekommt.

Weitere 49 Prozent der Motorhome Camps und 99 Prozent der DOC Campsites würde ich als zwar nicht dezidiert kinderorientiert bezeichnen, aber zumindest unsere Kinder sind auch zufrieden mit den üblichen Features eines Campingplatzes: Gras zum Herumrennen, andere Kinder zum Beäugen und schlichte Natur zum Entdecken. Das ist Geschmackssache und muss von Eltern individuell bedacht werden.

Checkliste: So findet ihr kinderfreundliche Campingplätze in Neuseeland

Kriterien, die ein guter Campingplatz erfüllen sollte, habe ich im Teil 3 unserer Camping-Reihe bereits vorgestellt. Speziell wenn man mit Kindern unterwegs ist, sind auch die folgenden Checkpunkte wichtig:

1. Wie sehen die sanitären Anlagen aus?

  • Können Kinder die Toiletten und Waschbecken allein erreichen?
  • Sind die Duschen für Kinder allein nutzbar?
  • Kann man ein zappelndes Kleinkind waschen/baden/duschen, ohne einen Nervenzusammenbruch zu erleiden?
  • Gibt es einen Wickeltisch oder eine große Ablage?
  • Wird ein Fön zur Verfügung gestellt? (Den gibt es eigentlich fast überall.)
  • Wie weit sind die sanitären Anlagen vom eigenen Stellplatz entfernt? Können sie von den Kindern allein und auch nachts erreicht werden?

2. Wie sieht die Gemeinschaftsküche bzw. der Gemeinschaftsraum aus?

  • Sind Geschirr und scharfe Messer kindersicher verwahrt?
  • Ist der Heißwasserspender (superpraktisch für den schnellen Tee zwischendurch!) unzugänglich für Kinder?
  • Sind Geschirr und Besteck für kleinere Kinder geeignet?
  • Gibt es Spielsachen, Bücher oder eine Spielecke?
  • Für größere Kids: Gibt es Brettspiele, Videospiele oder etwa eine Tischtennisplatte? Kosten diese Dinge extra?

3. Wäsche

  • Was kostet die Bedienung der Waschmaschinen, wie groß sind die Ladungen der Trommeln und wie lange läuft die Wäsche? (Siehe hier: Über eine halbe Stunde lauwarmes Durchspülen lachen die Fleckenzwerge auf Kindersachen nur.)

4. Baden

  • Hat der Platz Zugang zum Meer oder einem See?
  • Ist die Badestelle kindgerecht, also mit flachem und übersichtlichem Einstieg?
  • Ist der Ausgang zur Badestelle abgesichert, so dass Kinder nicht „entwischen“ können?
  • Gibt es einen Bademeister?
  • Hat der Platz einen Pool?
  • Ist der Pool umzäunt und kindersicher verschlossen?
  • Gibt es einen flachen Bereich im Pool?
  • Hat der Pool einen Planschbereich?
  • Ist der Pool intakt, so dass man sich beim Baden nicht verletzen kann? (Besonders auf offene/fehlende Ansaugklappen und herumliegende Schläuche achten!)

5. Spielen

  • Liegt der Spielplatz auf dem Campingplatzgelände oder außerhalb?
  • Sind die Spielgeräte einigermaßen intakt?
  • Entspricht der Spielplatz dem Geschmack und dem Entwicklungsstand des eigenen Kindes?
  • Sind andere Familien auf dem Campingplatz? (Ein Animationsprogramm mit Kinderdisco ist in Neuseeland unüblich.)
  • Gibt es Gäste auf dem Campingplatz, die mit Kindern nicht kompatibel sind (Rockerbanden, deutsche Rentner)?

6. Sicherheit

  • Gibt es viel Durchgangsverkehr auf dem Platz?
  • Wie stark ist die Straße vor dem Campingplatz befahren?
  • Gibt es auf dem Gelände unabgesicherte Teiche, Gruben, Schluchten usw.?
  • Wie gut ist der Campingplatz abgezäunt?
  • Ist der Campingplatz nachts beleuchtet?
  • Wie groß ist der Campingplatz und ist er übersichtlich angelegt?
  • Gibt es eine Beschilderung, an der sich größere Kinder orientieren können?
  • Sind Angestellte auf dem Gelände unterwegs?
  • Zu welchen Uhrzeiten ist die Rezeption besetzt, welche Notfallpläne hängen aus?

Diese Campingplätze in Neuseeland sind nichts für Kinder

Generell ist zu sagen, dass wir in zwei Monaten in Neuseeland wirklich nur wenige Campingplätze besucht haben, die wir als kinderungeeignet empfanden. Dies waren:

  • Der Motorhome Park an der Waterfront in Wellington – leider die einzige innerstädtische Übernachtungsmöglichkeit mit Campervan (und leider inzwischen geschlossen)
  • Der DOC-Campingplatz in Whakapapa im Tongariro National Park. Hier bekamen wir den letzten freien Stellplatz, der sehr romantisch an einer Klippe über einer ca. 50 m tiefen Schlucht lag – ohne Abzäunung. Mal  ganz zu schweigen von der generellen Warnung: Sobald man eine Sirene hört, soll man alles stehen und liegen lassen und zur Rettungsstelle auf der anderen Straßenseite rennen. Zehn Minuten hat man, dann schwappt die Lavawelle (der „Lahar“) über den Zeltplatz. Na, vielen Dank! Die Unfallgefahr wurde allerdings wettgemacht durch das schöne Trampolin.

Dann gab es noch eine ganze Reihe an Campsites, die zwar schon okay, aber wirklich nichts waren, woran man sich später gern zurückerinnert – die untersten Plätze in unserem familieninternen Campingplatz-Ranking.

Weltwunderer Campsite Balclutha Motor Camp

Die super ausgestattete Gemeinschaftsküche im Balclutha Motor Camp

Kinderfreundliche Campingplätze in Neuseeland: unsere Tipps

Eine ganze Reihe der von uns besuchten Campingplätze in Neuseeland waren ausgesprochen kinderfreundlich – oder jedenfalls bei unseren Kindern beliebt. Die Beinahe-Favoriten haben wir in diesem Beitrag gesammelt.

Unsere besonderen Lieblinge stelle ich gesondert in Einzelbesprechungen vor. Als da wären:

Habt ihr auch eine Empfehlung für besonders kinderfreundliche Campingplätze in Neuseeland? Welche Kriterien sind euch am wichtigsten?

Kinderfreundliche Campingplätze in Neuseeland

Der schönste Campingplatz der Welt – Moke Lake

3 Kommentare

  • Kindern wird es im Urlaub immer schnell langweilig und dann muss man sie so schnell wie möglich beschäftigen. Haben das ziemlich oft im Urlaub und schon einen kompletten Schrank voller Spielsachen ^^

  • Es ist auf jeden Fall wichtig, sich den Campingplatz anzuschauen, wenn man mit Kids unterwegs ist. Gibt halt auf der einen Seite andere, u.U. recht Kinderunfreundliche Mitcamper und andererseits natürlich auch Gefahrenzonen, die einem bekannt sein sollten, wenn man mit den Kleinen itgendwo unterkommt.

  • Ich freue mich schon auf Eure Topliste, für uns gehts in gut einer Woche mit zwei Zwergen (7 Jahre und 9 Monate) los und wir sind für jeden Tip äuβerst dankbar. Viele Grüβe und macht weiter so!!!

Hier kommt deine Meinung rein.