Neuseeland Reiseführer

Riesen-Rätselspaß: die Puzzling World Wanaka

! Aktualisiert am 20. Dezember 2025

Die Puzzling World Wanaka heißt natürlich deshalb so, weil sich die Besucher hier drin über alles Mögliche wundern sollen; auf englisch heißt „puzzling“ so viel wie „rätselhaft“. Gäste, die des Englischen nicht mächtig sind, erleben beim Betreten der Puzzling World trotzdem genau das, was sie unter dem Begriff verstanden haben.

Puzzling World Wanaka

Ein großer Spaß: die Puzzling World Wanaka© www.depositphotos.com

Was ist die Puzzling World Wanaka?

Es gibt nicht viele Freizeitparks in Neuseeland – die Natur ist den Kiwis Beschäftigung genug, auch für Familien. Aber ein paar wenige Freizeitparks findet man eben doch, und die Puzzling World Wanaka ist ein echter Oldtimer unter ihnen. Schon 1973 wurde das erste Labyrinth an dieser Stelle eröffnet, das sich im Laufe der Zeit zu einem großen Komplex erweitert hat.

Heute gibt es hier mehrere Gebäude (was darin ist, erzählen wir gleich) und ein 3D-Labyrinth – also ein Irrgarten auf mehreren Etagen, man muss immer wieder Treppen hoch- und runtersteigen.

Im Vorgarten der Puzzling World Wanaka steht außerdem der berühmte “Schiefe Turm von Wanaka” (eine beliebte Selfie-Gelegenheit, die wir total verpasst haben) und sogar die Toiletten sind ein Hingucker!

Für Regentage ist die Puzzling World Wanaka am südlichen Ortsrand des Outdoor-Städtchens am gleichnamigen See daher ein beliebter Stopp für Reisende und Locals.

Puzzling World Wanaka

Passender Baumbewuchs in der Puzzling World Wanaka: ein Monkey Puzzle Tree

Auch wir haben die Puzzling World Wanaka an einem Schlechtwettertag besucht – am Himmel hingen regenschwangere Wolken und trieben immer mal wieder einen Schauer über den finsteren Lake Wanaka. Das “Puzzling World”-Haus ist groß und verwinkelt, und trotz leichtem Nieselregen gab es auch draußen im Hof genug Möglichkeiten des Tummelns – wir hielten uns hier ungeplant für mehr zwei Stunden auf.

Wichtig: Die Puzzling World ist nicht (nur) für Kinder! Ihre Gründer hatten eher Erwachsene im Sinn, als sie das Labyrinth und die Puzzle-Räume konzipierten.

Das heißt nicht, dass Kinder hier keinen Spaß haben – aber für Eltern ist es eben genauso spannend, optische Illusionen zu bewundern, über Rätseln zu grübeln und sich durch das Labyrinth zu kämpfen. Ein Spielplatz ist die Puzzling World nicht!

Das bietet die Puzzling World Wanaka

Das Think Tank Café

Puzzling World Wanaka

Die Weltwunderer in der Puzzling World Wanaka

Im großzügigen Eingangsbereich der Puzzling World saßen zu unserem Erstaunen zahlreiche Besucher – mit und ohne Kinder –, die Kaffee tranken und … puzzelten. Steckpuzzles, Ringpuzzles, Entwirrpuzzles, Vexierpuzzles, you name it. Wer die Augen verzweifelt zur Decke hob, dessen Blick wurde von einem Spiegelkaleidoskop tausendfach gebrochen zurückgeworfen: „Zurück an dein Puzzle, Faulpelz!“

Die Illusion Rooms

Nachdem man sich am Eingang die Finger wund- oder abgepuzzelt hatte, ging es rein in die eigentliche Puzzling World.

Der Rundgang durch sechs völlig unterschiedlich gestaltete Räume beginnt mit der Glow Safari, einem wunderschönen immersiven Leucht-Kunstwerk, und der Paradox Lane, einem weiteren Kunstwerk voller optischer Täuschungen.

Als nächstes konnten wir unsere Augen und das kleine Gleichgewichtsorgan im Ohr auf den Prüfstand stellen: Die Puzzling World verfügt über einen, wenn nicht den weltgrößten, schiefen Raum.

Was hier drin bei 15° Neigung passiert, will ich der Spannung halber nicht verraten, nur so viel: Jedem Erwachsenen wird beim Betreten unweigerlich sofort schlecht. Die Kinder hatten großen Spaß, wir Erwachsenen wankten ihnen bleichgesichtig und fassungslos über unser treuloses Innenohr hinterher. Übel, ganz übel!

Am faszinierendsten für Herr-der-Ringe-Fans ist der Ames Forced Perspective Room, in dem man nachvollziehen kann, wie bei den Dreharbeiten kleine Hobbits neben großen Zauberern stehen konnten – während die Darsteller doch nahezu gleich groß sind und nur im Ausnahmefall auf kleinwüchsige Doubles zurückgegriffen wurde.

Damit auch alleinreisende oder kameralose Besucher die Faszination dabei erleben können, mit fünf Schritten zur Seite zwergenklein oder riesengroß zu werden, nimmt eine Kamera Zwei-Minuten-Schleifen des Raumes auf.

Puzzling World Wanaka

Im Ames Room verstehen wir, wie Forced Perspective funktioniert

2013 wurde die Puzzling World an ihrem 40. Geburtstag mit der SculptIllusion Gallery erweitert, die noch mehr lustige Kunstwerke in einem insgesamt sehr überraschend gestalteten Gebäude präsentiert – hier ist keine Wand einfach nur gerade.

Puzzling World Wanaka

Ein schwebender Wasserhahn in der SculptIllusion Gallery © www.depositphotos.com

Das 3d Maze

Nachdem wir zig Hologramme und Trompe l’Oeuil-Bilder à la M.C. Escher bewundert hatten, war es Zeit für frische Luft. Die genossen wir, wegen des Nieselwetters zum Glück teilweise überdacht, im „dreidimensionalen“ Labyrinth.

Vom Eingang aus soll man hier den 1,5 km entfernten Ausgang finden – und bekommt den Tipp mit auf den Weg, dass man dafür jedem der vier Ecktürme einen Besuch abstatten muss.

Was zuerst „babyleicht“ schien und schon zur töchterlicher Enttäuschung führte, entwickelte sich zu einem kniffligen Projekt, bei dem wir auch etwas über uns lernten: Der Weltwundermann ist bereit, die Familie aufzuteilen und mehrere Wege gleichzeitig auszuprobieren, um das Ziel schneller zu erreichen – große Entrüstung auf Seiten der Weltwunderkinder: „Papa, wir dürfen uns nicht trennen! Vielleicht müssen wir dann immer hier drin bleiben!“

Es dauerte bestimmt eine Stunde, in der wir immer wieder dieselben Gänge abliefen (oder doch nicht?) und immer wieder dieselben Leute trafen (die allerdings mit fortlaufender Zeit zunehmend verkniffen schauten), bis wir es schließlich geschafft hatten: Mission accomplished!

Puzzling World Wanaka

Der Leaning Tower vor der Puzzling World Wanaka © www.depositphotos.com

Den “Leaning Tower” vor dem Eingang konnten wir leider nicht mehr für witzige Familienfoto-Hintergründe verwenden, wie es ansonsten offenbar jeder Besucher tat, da die Weltwunderkinder nach dem Bewältigen des Labyrinths in eine tiefe Müdigkeit verfielen.

Halt – eine Attraktion haben wir noch mitgenommen: Die „römischen Toiletten“, die natürlich keine echten waren und uns Erwachsene mit einem 2D-Diorama bestachen, avancierten zum Knaller für unsere Kinder. Ist halt superwitzig, wenn man in eine Toilette fallen kann…

Puzzling World Wanaka

Muahaha: die römischen Toiletten

Was kostet die Puzzling World Wanaka?

Die Eintrittspreise in der Puzzling World haben sich seit unserem Besuch 2011 mehr als verdoppelt: Heute zahlen Erwachsene 32,50 NZ$ und Kinder ab 5 Jahren 23,50 NZ$ für das Kombi-Ticket, mit dem man die Ausstellung UND das Labyrinth sehen kann (ein Familienticket kostet 99 NZ$).

Wer sich auf das Labyrinth beschränken will, muss nur 22 bzw. 18 NZ$ bezahlen, das Einzelticket für die Ausstellung kostet 26,50 NZ$ bzw. 20 NZ$.

-> Hier könnt ihr die Tickets buchen – vorreservieren ist aber nicht nötig.

Ja, das ist vergleichsweise teuer, aber dafür bekommt man recht viel geboten – wenn man sich darauf einlässt und wirklich mitpuzzelt, miträtselt und sich Zeit für das Labyrinth nimmt.

Puzzling World Wanaka

Auch bei gutem Wetter lohnt ein Besuch! © www.depositphotos.com

Wir Eltern waren sehr zufrieden: ein lustiger Vormittag, den wir wegen des Nieselregens nicht draußen hätten verbringen wollen, ein erholsamer Folgetag für unsere Hardcore-Wanderung zum Rob Roy Gletscher und wir haben gelernt, wie man einen Hobbit-Darsteller klein zaubert!

Jenny

Hier kommt deine Meinung rein.