Reiseplanung und Vorbereitung

Reiserücktrittsversicherung: für den Fall der Fälle

Heute geht es um etwas langweiliges, aber wichtiges (ist es nicht immer so?): die Reiserücktrittsversicherung. Reisen nach Neuseeland sind so teuer, dass es außerordentlich blöd wäre, wenn man sie wegen Krankheit nicht nur nicht antreten kann, sondern auch noch trotzdem bezahlen muss. Also: lesen und beherzigen, liebe Traveller!

Muriwai Beach Reiserücktrittsversicherung Neuseeland

Gerade mit Kindern geht es ganz schnell – ein Unfall, die Windpocken oder einfach mal wieder „Fieber ohne alles“, und schon war es das mit der vor Monaten gebuchten Reise. Da man in der Regel Flug, Zug und/oder wenigstens einen Teil der Übernachtungskosten bereits bezahlt hat, geht es nun ans Eingemachte: Ohne Reiserücktrittsversicherung fallen heftige Stornokosten an, die mit heranrückendem Anreisetermin bis zu 100 % der Gesamtkosten entsprechen können.

Absolute und nicht diskutable Pflicht jeder reisewilligen Familie mit kleinen Kindern ist daher die Reiserücktrittsversicherung, die einen Großteil, wenn nicht gar die kompletten Stornokosten erstattet.

Steigerungen sind möglich: Eine Reiserücktrittsversicherung mit Vollschutz zahlt auch, wenn man nach Auskurieren des Fiebers verspätet doch noch anreist, wegen Montezumas Rache den Urlaub vorzeitig abbricht oder mit einem gebrochenen Bein erst ein paar Tage später als geplant nach Hause fährt. Sogar eine verfrühte Abreise wegen erkrankter Angehöriger, die zu Hause besucht gepflegt werden müssen, ist hier abgedeckt; inklusive Mehrkosten für Ticketumbuchungen und Erstattung von Übernachtungen, die man bezahlt hat, aber nicht mehr in Anspruch nehmen kann.

Das sind die Top 7 der Stornierungsgründe, die eigentlich alle Rücktrittsversicherungen akzeptieren:

  • Tod (quasi ein „Totschlagargument“ – muhahaha…)
  • schwere Unfallverletzung
  • unerwartete Erkrankung (definiere „unerwartet“!)
  • Impfunverträglichkeit (also bei Unverträglichkeit von Impfungen, die im Urlaubsland aber notwendig sind)
  • Schwangerschaft
  • schwerer Schaden am Eigentum
  • Verlust des Arbeitsplatzes des Versicherten, eines Mitreisenden oder eines nahen Angehörigen

Was eine Reiserücktrittsversicherung hingegen nicht unbedingt abdeckt, ist auch interessant: So steht im Kleingedruckten meist ein „Pandemie-Ausschluss“, weshalb es dann ungünstig ist, an der Schweinegrippe zu erkranken. Noch ungünstiger ist es, wenn im Urlaubsland zur Reisezeit eine Schweinegrippewelle anrollt – wer dann nicht fahren will, muss das selbst zahlen. Genauso wenig deckt eine Reiserücktrittsversicherung eine Stornierung wegen Terroranschlägen, Wirbelstürmen oder Erdbeben im Urlaubsland ab.

Wenig sinnvoll ist ein Jahresvertrag, der sich automatisch verlängert, wenn er nicht gekündigt wird. Vorteil: Man vergisst nicht aus Versehen den Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung, weil man ja schon eine hat. Sobald man aber nicht das Glück hat und wirklich jedes Jahr zu den ungefähr gleichen Kosten verreist, verschwendet man hier Geld. Denn die Höhe des Versicherungsbeitrags bemisst sich natürlich an der Höhe des versicherten Reisepreises (bzw. der Stornokosten dafür).

Laut „Finanztest“ 2010 bieten die ERV und HanseMerkur die besten Vollschutz-Tarife an, wobei die HanseMerkur noch ein wenig billiger ist (allerdings mit Selbstbehalt) und die Note 2,1 bekommt. Der Tarif der ERV verzichtet auf Selbstbehalt und bekommt ebenfalls eine 2,1. Hier zahlt eine Familie bei einem Reisepreis von ca. 3000 Euro einen Versicherungsbeitrag von 148 Euro. Familientarife sind gut – für denselben Reisepreis zahlt ein einzelner Versicherter schon 125 Euro! Knapper Verfolger mit Testnote 2,2 ist die AachenMünchener Reiserücktrittsversicherung, die für eine Familie zu denselben Bedingungen nur 89 Euro kostet.

Man sieht (mal wieder): Preisvergleiche lohnen sich!

2 Kommentare

  • liebe weltwunderer,
    leider bieten die reiserücktrittsversicherer lediglich schutz für reisen bis 10.000€ an. klingt erstmal viel, aber bei einer fast 2monatigen reise im 6-bettwohnmobil mit flügen für die familie kann man da knapp drüber sein. falls jemand weiss, welcher anbieter auch mehr versichert, bitte hier melden.
    mich hat auch der happige versicherungspreis bei einer 10.000€-reise überrascht: über 500€ (zugegebenermassen aber ohne selbstbeteiligung, denn mit selbstbeteiligung zahlt man im rücktrittsfall in der regel trotzdem noch 20%) inkl. reiseabbruchversicherung! da geben sich leider alle im test gut abgeschnittenen versicherer nicht viel. es gibt übrigens einen neuen test zu diesem thema in der februarausgabe der finanztest.
    grüsse,
    sandra

  • Du hast Recht – bei einer Familienjahresversicherung muss man gut aufpassen, dass man diese ggf. rechtzeitig kündigt bzw. auf einen niedrigeren Beitrag runterkürzt. Grundsätzlich ist das aber eine tolle Sache, vor allem wenn man z. B. während der Elternzeit während eines Jahres mehrere Reisen plant. Der Versicherungsschutz gilt dan jeweils pro Reise (also nicht für alle Reisen zusammen für das ganze Jahr). Und bei unserer Versicherung greift er sogar schon für alle Reisen zu Orten, die weiter als 50 km vom Heimatort entfernt sind.
    Alternativ lohnt es sich auch noch, eine Reise oder einen Reisebaustein wenn möglich per Kreditkarte zu bezahlen. Viele Kreditkarten bieten auch eine mit eingeschlossene Reiserücktrittsversicherung an, da muss man einfach mal das Kleingedruckte lesen.

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