! Aktualisiert am 23. Januar 2026
Straßenverkehr ist überall auf der Welt gefährlich, und auf Neuseelands herausfordernden Straßen sind Unfälle keine Seltenheit. Wie könnt ihr einen Verkehrsunfall mit Wohnmobil vermeiden und was solltet ihr tun, wenn ihr in einen Verkehrsunfall in Neuseeland verwickelt seid?

Ein Verkehrsunfall in Neuseeland ist gar nicht mal so unwahrscheinlich © www.depositphotos.com
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Die schlechte Nachricht zuerst: Verkehrsunfälle sind in Neuseeland recht häufig und sie enden oft nicht gut. Die eine oder andere Horrormeldung erreicht uns sogar im fernen Deutschland, wenn sie nur tragisch oder bizarr genug ist. Die Statistik spricht von jährlich 45.000 Unfällen, an denen Touristen mit Mietwagen beteiligt sind.
Die gute Nachricht: Ein Verkehrsunfall in Neuseeland lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit vermeiden, wenn ihr vorsichtig fahrt, ein paar Grundregeln einhaltet und die neuseeländischen Verkehrsregeln beachtet. In diesem Beitrag erklären wir euch außerdem, was ihr tun müsst, wenn es doch einmal gekracht hat.
Warum Neuseelands Straßen so gefährlich sind…
Das “New Zealand Road Assessment Programme” hat aus Unfallstatistiken das relative Unfallrisiko der Highways in Neuseeland errechnet. (Relativ deshalb, weil auf belebteren Highways natürlich sowieso mehr Unfälle passieren.)
Behaltet bei der Routenplanung also die folgenden Highway-Abschnitte im Auge und befahrt sie mit besonderer Wachsamkeit, denn hier kommt es oft zu Unfällen:
- SH62: Spring Creek nach Renwick (Südinsel)
- SH37: Waitomo Caves (Nordinsel)
- SH94: Te Anau nach Milford Sound (Südinsel)
- SH4: Raetihito nach Wanganui (Nordinsel)
- SH31: Kawhia zum SH39 (Nordinsel)
- SH30: Te Kuiti nach Atiamuri (Nordinsel)
- SH8: Alexandra nach Milton (Südinsel)
- SH96: Mataura nach Ohai (Südinsel)
- SH1: Invercargill nach Bluff (Südinsel)
- SH11: Kawakawa nach Puketona über Paihia (Nordinsel)
Ganz generell ist die Zahl der Verkehrsunfälle in Neuseeland deutlich höher als in Europa. Das hat mehrere Gründe:
- die Kiwis sind notorisch schlechte Autofahrer (das sagen sie selbst!)
- Jetlag-geplagte und von Scenic Views übermannte Touristen sind mit der Doppelbelastung aus Wohnmobilfahren und Linksverkehr oft überfordert
- die neuseeländischen Straßen sind in Kombination mit dem Wetter wesentlich anspruchsvoller als deutsche Autobahnen

Kurvig und voller atemberaubender Ausblicke: Neuseelands Straßen sind nicht ohne!
… und wie ihr einem Verkehrsunfall in Neuseeland vorbeugen könnt
Gegen die Fahrkünste der anderen Straßenverkehrs-Teilnehmenden kann man nicht viel tun, außer immer defensiv zu fahren und sich nicht provozieren zu lassen. Immer dran denken: Euer Gegenüber könnte ohne Kfz-Haftpflichtversicherung unterwegs sein – dann nützt es euch auch nichts, wenn ihr vollkommen schuldlos wart.
Eure eigenen Einschränkungen durch Jetlag, Ablenkung und ein ungewohntes Mietfahrzeug sind gut behandelbar:
Schlaft euch nach der Ankunft in Neuseeland erst einmal gründlich aus (der Jetlag ist kein Zuckerschlecken!) und holt danach erst euer Wohnmobil vom Vermieter ab. So viel Zeit muss sein – und einige Vermieter geben ihre Miet-Fahrzeuge inzwischen nur noch an euch ab, wenn ihr nachweisen könnt, dass ihr nicht am selben Tag gelandet seid).
Startet euren Roadtrip im Wohnmobil möglichst nicht in Auckland zur Hauptgeschäftszeit, steuert nicht direkt die Innenstadt mit ihren engen Straßen an – und wenn ihr nach Norden wollt, dann plant viel Zeit ein, um vom Flughafen aus quer durch Auckland zu fahren.
Generell ist das gemütliche Christchurch als Einstieg für Fahr-Anfänger wesentlich empfehlenswerter!

Ein riesiges Wohnmobil ist anfangs schwer zu fahren
Bevor ihr euch mit eurem Wohnmobil auf die Straße begebt, dreht ein paar Runden auf dem Hof des Vermieters und testet die Schaltung, den Wendekreis, den Bremsweg und die Sicht nach hinten beim Rangieren.
Fahrt in den ersten Tagen nur kurze, gut durchgeplante Etappen und wechselt euch am Steuer ab, sodass ihr immer voll konzentriert seid. Plant generell nicht zu viel in der knappen Zeit, die ihr habt – Stress und Zeitdruck sind schlechte Begleiter am Steuer.
Und schließlich: Habt Respekt vor dem Wetter und vor Neuseelands Straßen! Fahrt möglichst nicht nach Einbruch der Dunkelheit, nicht bei Starkregen oder starkem Wind (gerade mit großen Alkoven-Mobilen).
Das Wetter ist auch verantwortlich für den schlechten Zustand vieler Straßen; fahrt besonders auf Gravel Roads immer sehr vorsichtig und langsam, besonders wenn es nass ist!

Straßen an der West Coast sind nicht immer ordentliche Highways
Was tun, wenn trotzdem ein Verkehrsunfall passiert ist?
Ist jemand verletzt worden oder wurde eines der Fahrzeuge so beschädigt, dass es nicht mehr fahren kann, ruft ihr auch in Neuseeland als erstes die Polizei. Dasselbe müsst ihr unbedingt – auch beim kleinsten Schaden! – tun, wenn ihr ein gemietetes Wohnmobil fahrt!
Dann kommt das übliche Prozedere:
- Verletzte versorgen, Krankenwagen rufen
- Unfallstelle sichern (Warndreieck!)
- Fotos machen
- Daten sammeln (Name, Adresse, Telefonnummer, Registrierungsnummer des Fahrzeugs, Versicherungsangaben)
- Zeugen suchen und deren Daten ebenfalls notieren

Ein Verkehrsunfall in Neuseeland © www.depositphotos.com
Es passiert seltener, als erzählt wird, aber hin und wieder trefft ihr auf Neuseeländer ohne Kfz-Versicherung. Dann habt ihr ein Problem. Schreibt euch trotzdem die „licence number“ des Fahrers auf und wie das Fahrzeug aussieht.
Auch ohne Unfallgegner heißt es aufpassen: In Neuseeland seid ihr verpflichtet, den Besitzer eines geparkten Fahrzeugs (oder auch eines Zauns!) innerhalb von zwei Tagen zu kontaktieren. Geht das nicht, weil der Zaun kein Namensschild trägt, müsst ihr euch innerhalb von drei Tagen bei der Polizei melden.
Verkehrsunfall mit Miet-Wohnmobil
Bei einem Verkehrsunfall in Neuseeland zahlt es sich aus, wenn man gut vorbereitet ist. Schaut deshalb am besten gleich bei der Fahrzeugübernahme nach, wo euer Vermieter die Vordrucke für Unfälle hingetan hat. Meist stecken sie zwischen den Reiseunterlagen.
Nachdem ihr mit der Polizei alles geklärt habt, müsst ihr als Nächstes binnen 24 Stunden den Vermieter eures Wohnmobils über den Unfall informieren. Die Hotline (oder das Büro) sagt euch nun, wie ihr weiter vorgehen sollt – bekommt ihr einen Tauschwagen oder müsst ihr eine Werkstatt finden, die sich um einen kleineren Schaden kümmert? Mit Glück geht das schnell, mit Pech müsst ihr eure Reise abbrechen oder euch selbst ein Ersatzfahrzeug beschaffen.
Schreibt in Ruhe und so ausführlich wie möglich auf, was genau bei dem Unfall passiert ist; diesen Unfallbericht will spätestens die Versicherung sehen.
Auch, wenn alles ganz klar aussieht: Nie, nie, nie dürft ihr bei einem Verkehrsunfall in Neuseeland eure Schuld am Unfall anerkennen (schon gar nicht schriftlich)!
Lasst euch besonders mit einem gemieteten Wohnmobil auch nicht auf inoffizielle Vergleiche ein – auch, wenn alles okay aussieht oder ihr glaubt, das kaputte Rücklicht sowieso von der Selbstbeteiligung zahlen zu müssen.
Ist wiederum euer Gegner bereit, seine Schuld einzugestehen, dann: Hallelujah! Lasst euch das unbedingt sofort schriftlich von ihm bestätigen und sucht euch idealerweise einen unbeteiligten Dritten, der diesen Vorgang bezeugt.
In diesen Situationen zeigt sich die wahre Qualität eines Wohnmobil-Vermieters: gut, wenn der Service stimmt, die Schadensregulierung zügig und kulant abläuft und man schnell ein Ersatzfahrzeug bekommt, ohne erst das halbe Land durchqueren zu müssen.
Die CamperOase* kann euch schon beim Auswählen des Campers genaue Infos darüber geben, wie gut die verschiedenen Vermieter mit Unfällen umgehen – das hängt nämlich schon von der Flottengröße ab. Kleine Vermieter, die nur zehn Camper vermieten, können euch zum Beispiel in der Hochsaison beim besten Willen kein Ersatzfahrzeug anbieten.
Gut zu wissen: ACC Coverage bei Unfällen
Seid ihr bei einem Verkehrsunfall in Neuseeland selbst verletzt worden, müsst ihr auch ohne Auslandsreisekrankenversicherung keine Angst haben: In Neuseeland zahlt der Staat über das ACC-Programm jedem Unfallopfer, auch ausländischen Besuchern, die Behandlung – im Gegenzug verzichtet ihr automatisch auf Schmerzensgeldforderungen gegenüber dem Unfallverursacher.
Achtung: Das gilt nur für Behandlungen IN NEUSEELAND und einen eventuell nötigen Rückflug. Braucht ihr auch nach eurer Heimkehr noch Reha oder Ähnliches, ist das Sache eurer Krankenversicherung.
Weitere zusätzliche Kosten wie zum Beispiel für Verlängerung oder Verkürzung der Reisezeit oder Verdienstausfall sollte eure Auslandskrankenversicherung übernehmen. Lasst euch deshalb alle Befunde, Rezepte und Rechnungen kopieren und aushändigen!
Habt ihr eine CDW-Versicherung abgeschlossen, solltet ihr auch diese nun schnell benachrichtigen.
Wichtige Notfall-Rufnummern für Neuseeland
- 111: Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen
- *555: Polizei (speziell Verkehrsunfälle)
- 0800 500 222 (vom Handy mit neuseeländischer SIM-Karte: *222): 24-Stunden-Pannendienst des neuseeländischen Automobilclubs NZAA
- 0800 611 116: “Health Line”, kostenloser 24-Stunden-Service mit medizinischer Beratung
Hattet ihr schon mal einen Verkehrsunfall in Neuseeland? Was ist passiert und was habt ihr erlebt?
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Hallo, vielen Dank für den interessanten Beitrag! Inwieweit unterscheidet sich das Verkehrsrecht in Neuseeland zu Deutschland? Worauf ist besonders zu achten? Herzliche Grüsse