Eure Neuseeland-Reisen mit Kind

Euer Weihnachten in Neuseeland: dreimal anders

Christian und seine Familie sind Neuseeland-Profis – nach einer Reise und einer Ein-Jahres-Auszeit sind sie inzwischen ganz ausgewandert. Wie das genau ablief, hat uns Christian ausführlich in einem Interview erzählt. Hier berichtet er, wie Weihnachten in Neuseeland sich anfühlt – als Urlauber und als Auswanderer. Immerhin steht für ihn schon das vierte Weihnachtsfest in Neuseeland an!

Weihnachten in Neuseeland EinJahr.kiwi

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Weihnachten in Neuseeland 2012: spontan in Queenstown

Während unseres ersten Neuseeland-Abenteuerjahrs mit den Kindern sind wir direkt zu Beginn der Weihnachtsferien (die starten üblicherweise um den 16.12. herum) mit dem Auto zu einer großen Rundreise auf der Südinsel aufgebrochen. Wir lieben Roadtrips. Einfach drauflosfahren und schauen, wohin es einen verschlägt. Dann die Gegend zwei bis drei Tage im Detail erkunden und wieder 100 km weiter fahren.

Mangels genauerer Planung ist es uns dann passiert, dass wir am 23. Dezember in Queenstown standen. Klingt erstmal cool, ist es aber nicht mehr, wenn man erfährt, wie voll alle Motels dort um diese Jahreszeit sind. Im Internet war alles ausgebucht und bei der i-Site hieß es: „Unter 600 NZ$ pro Nacht gibts nix mehr.“

„Bummer!“, würden die Kiwis dazu sagen. Nach einer Weile Herumtelefonieren fand sich zum Glück doch noch ein bezahlbares Appartment, das gerade eine Absage hereinbekommen hatte. Yay!

Nächste Challenge: Christbaum. Zu unserer Verwunderung mussten wir feststellen, dass es sowas wie Christbaum-Verkaufsstände in Queenstown nicht gibt. Was tun? Ab in den Wald!

Mit dem Hotel-Küchenmesser ausgerüstet, fanden wir ein Ein-Meter-Pinienbäumchen, das an einer wirklich ungünstigen Stelle neben der Straße stand (es wäre ohnehin bald dem Roundup-Spraying zum Opfer gefallen). Die große Blumenvase im Hotelzimmer musste als Christbaumständer herhalten und im „Warehouse“ fanden wir auch noch ein paar Kunststoff-Christbaumkugeln für 5 NZ$.

Weihnachten war gerettet!

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Wie es der lokale Brauch ist, sind wir dann natürlich auch noch mit Zipfelmützen und kurzen Hosen bei gefühlten 30°C in der Stadt spazierengegangen.

Der wichtigste Weihnachtsfeiertag in Neuseeland ist der 25. Dezember. Alle Läden sind geschlossen und ausnahmslos jeder Einheimische begrüßt einen auf der Straße mit einem freundlichen „Merry Christmas!“. Wir sind mit den Kids bis zur Cart-Bahn hinaufgewandert und haben von der Sonnenterrasse der Liftstation die tolle Aussicht auf den See genossen.

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Weihnachten 2014 in Neuseeland: an der abgeschiedenen Westcoast

Wir waren gerade mal seit zwei Monaten wieder im Land. Diesmal aber, um zu bleiben. Mitten im Hausbau-Prozess lebten wir mehr oder weniger aus dem Koffer und schlugen uns von einem Ferienhaus zum nächsten durch. Da unser Schiffscontainer irgendwann zwischen Weihnachten und Neujahr in Nelson ankommen sollte, konnten wir diesmal nicht allzuweit weg fahren.

Die wilde Westcoast war daher unser Ziel für die Weihnachtswoche. Wir buchten ein Ferienhäuschen direkt am Kieselstrand in Granity, einem verschlafenen Nest 20 Minuten nördlich von Westport.

Diesmal mussten wir uns den Christbaum aus Treibholz und ein paar am Strand gefundenen rostigen Nägeln selbst zusammennageln, da es in der Region weder Tannen oder Fichten noch Pinien gab. Unter dem Baum lag ein von den Kindern lange ersehntes Einrad, das wir während der ganzen Anreise so tief im Kofferraum unter dem ganzen Gepäck versteckt hatten, dass es niemand gefunden hat.

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Am 25. Dezember luden uns die Vermieter dann zu einem Dorf-Gemeinschaftsessen ein, das dort alljährlich veranstaltet wird. Jeder bringt etwas mit und es wird viel erzählt und gelacht.

In einer sechs Monate alten Dorfzeitung erfuhren wir, dass „demnächst“ der erste Handy-Sender der Region aufgestellt werden sollte. Als wir dort waren, stand der natürlich noch nicht, und wir mussten bei Ebbe weit hinaus auf den Strand, um überhaupt Empfang zu haben.

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So stand dann der Wäscheständer mit festgebundenem Handy hinter der Düne am Strand, gerade noch nah genug, um ein Wifi-Signal bis zum Haus zu ermöglichen, das den Laptop ans Internet brachte. So kam dann auch die Nachricht an, dass unser Container am 30.12. in Nelson zur Inspektion eingebucht wurde und wir unbedingt dabei sein sollten, wenn die Biosecurity alles aus- und wieder einräumt.

Weihnachten 2015: Im neuen Haus in Neuseeland

Zwei Wochen vor Weihnachten wurde unser neues Haus endlich fertiggestellt und wir konnten einziehen. Ein stressreiches Jahr mit mehrfachem Umsiedeln lag hinter uns und so waren wir erstmal gar nicht so scharf darauf, in den Ferien weg zu fahren.

Weihnachten zu Hause war also der Plan.

In Motueka fanden wir einen Christbaumhändler, bei dem es allerlei Baumarten aus der ganzen Welt zur Auswahl gab. Allesamt rund um das Wohnhaus in Hanglage gepflanzt, gleich neben den reifen Himbeeren und Brombeeren, die man dort auch kaufen kann. Während wir als Mitteleuropäer Bäume im Stil von Tannen bevorzugen, scheinen Amerikaner und Engländer mehr auf die bällchenartigen Zweige von jungen Pinien zu stehen.

Christbaumzüchter hier haben alle Hände voll zu tun, damit die Bäumchen nicht zu schnell nach oben schießen. Dichtes Geäst, wie wir es gewohnt sind, gibts hier nicht.

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Aber nicht nur zum Wachsen ist es den Bäumen hier zu warm, auch zum Herumstehen im Wohnzimmer, wie wir feststellen mussten. Direkt zwischen dem Holzkamin und der großen Fensterfront brät die Nachmittagssone eindeutig zu lange auf so ein Bäumchen, so dass die Zweige sehr schnell krumm wie Bananen werden. Selbst gegen 21 Uhr spiegeln sich noch die letzten Sonnenstrahlen in den Christbaumkugeln.

Weihnachtsstimmung? Naja… Ich fürchte, wir werden da nie drüber hinwegkommen.

Für 2016 haben wir uns vorgenommen, es wie die Kiwis zu handhaben: Barbecue am Strand, Sandburg bauen, Schwimmen gehen. Vielleicht brauchen wir dann auch gar kein Bäumchen mehr 🙂

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Wir danken dir für diesen tollen Bericht, lieber Christian – lebt euch weiterhin gut in eurer neuen Heimat ein und feiert euer ganz persönliches Weihnachten in Neuseeland!

Übrigens: Wenn ihr es Christian und seiner Familie nachtun und auch ein Jahr Auszeit in Neuseeland machen wollt, dann lasst euch helfen! Mit ihrem Projekt One Year Kiwi unterstützen Christian und seine Frau andere Familien bei der Reiseplanung – kostenlos.

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3 Kommentare

  • Wow, wie cool! Ich musste den Bericht unbedingt lesen, weil ein guter Freund dieses Jahr zum ersten Mal mit seiner Partnerin über Weihnachten in Neuseeland sein wird. Sie wissen noch nicht, was sie Weihanchten machen wollen, freuen sich aber schon riesig. Und wir, die zuhause bleiben? Vermissen sie natürlich, wenn sie nicht da sind. 😉 Aber Verständnis hab ich auf jeden Fall, dass die beiden dem kalten Defereggental mal entfliehen wollen.

    Liebe Grüße,
    Isabella

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