Freedom Camping

Gastbeitrag von drei Weltreisenden: „CamperMate“-App und „WikiCamps NZ“ im Vergleich

Wie soll man in dem neuseeländischen Regelungswirrwarr einen legalen Stellplatz für sein Wohnmobil finden? Marsela und Daniel, die mit ihrem Sohn um die Welt reisen, haben für uns die zwei am meisten verbreiteten Camping-Apps unter die Lupe genommen und verglichen.

Unsere in mühsamer Arbeit recherchierten Listen mit über 300 Freedom-Camping-Spots sind bei euch nach wie vor sehr beliebt – leider werden solche Papier-Listen mit jeder kleinen Änderung vor Ort veraltet und müssen aufwendig aktualisiert werden. Viel einfacher und bequemer reist man durch Neuseeland mit einer Smartphone-App, die alle freien Campsites topaktuell anzeigt.

Marsela, Daniel und ihr Sohn aka „die Traumteiler“ haben genau das getan und gleich zwei Apps auf Herz und Nieren getestet. Den folgenden Beitrag haben sie uns netterweise zur Verfügung gestellt. Tausend Dank!

© Marsela & Daniel Schroth

© Marsela & Daniel Schroth

Über zehn Wochen lang waren wir in Neuseeland mit unserem geliebten Camper unterwegs. Wir durften grenzenlose Freiheit genießen, überall und jederzeit anhalten, um die Aussicht und die Gegend genießen. Wo es uns gefallen hat, sind wir geblieben. Wir haben viele nette Menschen kennengelernt und schöne Ecken Neuseelands gesehen, die wir ohne Camper weder gesucht noch gefunden hätten.

Jeden Morgen vor dem Losfahren haben wir uns überlegt, was wir sehen wollen und wie weit wir fahren wollen. Entsprechend haben wir uns in der Gegend einen Campingplatz gesucht, angefangen von öffentlichen und kostenlosen Stellplätzen über Campsites vom DOC bis zu teuren Holiday Parks, die mitunter auch mal 45 NZD oder mehr kosten können.

Da unser Camper mit allem ausgestattet war, was für „Freedom Camping“ erforderlich ist, haben wir es natürlich vorgezogen, auf kostenlosen Plätzen zu übernachten. Nur alle paar Tage haben wir auf einem Platz mit Stromanschluss übernachtet, um die Batterie wieder aufzuladen. Um diese kostenlosen Plätze zu finden, haben wir diverse Apps auf unser Handy geladen. Jedoch hat sich schnell herausgestellt, mit welcher App wir am sinnvollsten unsere Route planen konnten.

Wir haben – wie wahrscheinlich jeder andere Neuseeland-Reisende – zuerst die App heruntergeladen, die der Auto- bzw. Campervermieter anbietet. In unserem Fall war dies eine gebrandete (mit Farben und Logo des Anbieters versehene) Version von CamperMate.

Auf den ersten Blick findet man bei CamperMate alles: Campingplätze, Tankstellen, Toiletten, Supermärkte, Krankenhäuser und vieles mehr. Man kann sich Campingplätze mit oder ohne Selbstversorgung anzeigen lassen. Die meisten der angebotenen Möglichkeiten waren für uns nicht interessant, da wir ausschließlich Campingplätze, Abwasserstationen (Dump Points) und i-Sites gesucht haben. Alles Weitere hat sich spontan ergeben: einkaufen, tanken und Aktivitäten.

Man kann die Karte von CamperMate im Offlinemodus benutzen, allerdings wird sie vorher nicht heruntergeladen. Das bedeutet, dass das Einzoomen in ein bestimmtes Gebiet nur bedingt funktioniert. Nur wenn man eine Internetverbindung hat, kann man die Details eines Kartenabschnittes nachladen.

Die Detailansicht teilt sich in drei Reiter: Beschreibung des Campgrounds, Bilder, Kommentare der User. Kommentare und Preisangaben sind die wertvollsten Informationen, wenn man einen Platz aus vielen aussuchen möchte. Außerdem kann jeder User neue Orte hinzufügen.

Das Tolle an CamperMate: Die App ist komplett kostenlos. Außerdem gibt es eine Garantie: Jegliche Strafzahlungen, die man wegen inkorrekter Informationen aus der App aufgebrummt bekommt, übernimmt CamperMate.

Während unserer Zeit in Neuseeland haben wir festgestellt, dass auf CamperMate viele Campsites fehlen, die in anderen Apps angezeigt wurden. Aus diesem Grund haben wir uns für eine andere App entschieden: WikiCamps NZ.

WikiCamps NZ funktioniert nach dem Wiki-Prinzip. Jeder User kann, wie bei CamperMate auch, neue Orte und Informationen wie Fotos und Kommentare hinzufügen. Diese kann man bei Bedarf aktualisieren, da es immer wieder neue Einträge gibt. Es gibt eine detaillierte Offline-Map, die man am Anfang runterladen sollte.

Hat man einen Campingplatz ausgewählt, öffnet sich bei WikiCamps NZ eine Kurzübersicht mit Informationen zum Platz. Auf einen Blick kann man die Fotos der User sehen, wie viele Sterne vergeben wurden, welche Kommentare abgegeben wurden und wie der Platz preislich liegt. Die Detailansicht bietet dann noch mehr Informationen.

Äußerst praktisch ist der Überblick über die Features, die der Campingplatz bietet. Sie werden in Form von Icons angezeigt: Ist ein Platz kostenlos? Gibt es Trinkwasser oder WLAN? Um welche Art von Campingplatz handelt es sich? Finden auch längere Campervans einen Stellplatz? Es gibt viele weitere Icons, die selbsterklärend sind.

WikiCamps

Der große Vorteil dieser App ist, dass auch die kleinsten Parkplätze, Zeltplätze oder verstecke kostenlose Spots von den Usern aufgelistet werden und laufend ergänzt werden. Durch umfangreiche Filteroption kann man explizit nach passenden Plätzen suchen, auf denen z.B. Hunde erlaubt sind oder die behindertengerechte Toiletten haben. Mit einem Klick kann man sich unter Zuhilfenahme einer auf dem Gerät installierten Navigationssoftware den Weg zum gewünschten Platz zeigen lassen. Möchte man weiter im Voraus planen, kann man sich bei der Recherche seine Favoriten markieren und später über die Filterfunktion auch nur diese anzeigen lassen.

Wir sind begeistert von WikiCamps NZ und haben die App sowohl in Australien (WikiCamps Australia) als auch in Neuseeland benutzt. Den Preis von etwa 2 $ (je nachdem, ob man ein iPhone, Android-Phone oder Windows Phone hat) halten wir für fair. Er ist mehr als gerechtfertigt, wenn man bedenkt, wie viel Zeit und schlussendlich auch Geld man damit sparen kann.

Wir danken Marsela und Daniel für ihren ausführlichen Beitrag!

© Marsela & Daniel Schroth

© Marsela & Daniel Schroth

Welche App habt ihr in Neuseeland benutzt, welche könnt ihr anderen Reisenden empfehlen – oder warum ratet ihr ab?

2 Kommentare

  • Ich kann mich dem Beitrag zur anschließen: auch wir haben zunächst verschiedene Apps ausprobiert und betrachten WikiCamps NZ als den absoluten Favoriten. Neben den schon genannten Vorteilen ist diese App von allen auch offline superschnell und detailgenau. Wir sind damit über die ganze Nordinsel gefahren und die Informationen waren zupergenau und zuverlässig – für uns ganz wichtig war die Auflistung der Dumpstations. Wir haben abends geschaut wo die nächste ist und mussten dann z.B. beim Duschen nicht so extrem auf den Wasserverbrauch achten da wir ja am anderen Morgen gleich wieder volltanken konnten. 🙂

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