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Totoro, Ponyo & Co.: die 13 besten Japan-Filme für Kinder auf Netflix

Habt ihr auch schon blutende Ohren von „Let It Go“ und könntet nach der zigsten Episode von „Mia and me“ jedes Einhorn erschießen? Dann holt euch dringend Netflix, wenn ihr es nicht schon habt – dort könnt ihr seit April nämlich ganz wunderbare Japan-Filme für Kinder genießen. Nicht alle japanischen Animes sind sehenswert, aber die aus dem Studio Ghibli sind Meisterwerke!

Totoro Studio Ghibli Japan-Filme für Kinder

Totoro-Fan-Art: die Essenz der Studio Ghibli Filme © Amal FM unter CC 2.0

Nicht nur unsere Kinder lieben die Filme von Studio Ghibli. Eigentlich jedes Kind, das einen der liebevoll gezeichneten, oft leicht verrückten und gleichzeitig zuckersüßen Trickfilme sieht, verliebt sich in die besondere Ästhetik und in die unaufgeregt erzählten Geschichten über Natur, Geister und Freundschaft. Versucht es, und wir versprechen: Auch bei der drölfzigsten Wiederholung werdet ihr gern mit zuschauen und nicht das Gefühl haben, dass a) eure Kinder gerade verblöden oder b) euer Gehirn zu Playdoh-Knete wird.

Die Filme von Studio Ghibli sind nicht eigens als Kinderfilme konzipiert, und alle haben überraschend viele erwachsene Fans. (Allein die Besucherzahlen des Studio Ghibli Museums in Tokio, wo wir deutlich mehr kinderlose Erwachsene als Familien gesehen haben, sind ein Hinweis.)

-> Hier erzählen wir euch ganz ausführlich von unserem Besuch im Ghibli Museum in Tokio

Studio Ghibli Filme Totoro

Totoro und seine Freunde von Studio Ghibli begegnen einem in Japan überall

Zwar kann man fast alle Filme von Hayao Miyazaki als kindgerecht bezeichnen, aber einige eignen sich eben doch eher für kleinere Kinder, während andere eher ältere Kids und Teenager ansprechen. Jetzt, wo wir dank Corona nicht mehr verreisen können und aber auch nicht zeitig in die Schule müssen, ist die perfekte Zeit für regelmäßige Familien-Kinoabende. Und über einen Studio Ghibli Film freuen sich alle!

Die 13 Japan-Filme für Kinder, die wir euch hier vorstellen, sind seit dem 1. April 2020 alle auf Netflix zu sehen (bis auf den letzten, und das ist auch gut so). Alle sind auf Englisch, Deutsch und Japanisch anzuschauen, nach Wahl mit deutschen oder englischen Untertiteln. Keiner ist schlecht, einige sind nicht ganz so gut wie andere, aber alle machen Spaß – ihr könnt also vertrauensvoll jeden anschauen, den wir euch empfehlen ;-)

Wir haben die Trailer zu den Filmen auf YouTube verlinkt, damit ihr schon mal reinschauen könnt, falls ihr kein Netflix habt. Allein für diese 13 Schätze lohnt sich ein Abo. Und wenn nicht, könnt ihr die DVDs oder Bluerays auch auf Amazon kaufen und dann stromsparend und WLAN-unabhängig anschauen :-)

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Ghibli Museum Tokio

Wir lieben Studio Ghibli!

5 Japan-Filme für Kinder unter 6 auf Netflix (und ein Extra-Tipp)

Mein Nachbar Totoro (1988)

86 Minuten, FSK 0

Der wahrscheinlich beste und komplett zeitlose Einsteigerfilm in die Studio Ghibli Filme, und gleichzeitig auch der beste für jüngere Kinder. Wenn ihr den nicht mögt, dann werden euch die anderen wohl auch nicht gefallen. Und wenn ihr den mögt, ist der Grundstein für eure Japan-Liebe gelegt ♥

Worum geht es? Die Handlung von „Totoro“ ist so überschaubar und harmlos, dass man sich als Disney-geschulter Filmzuschauer nachher verwundert die Augen reibt. Wie kann das funktionieren? Zwei Schwestern ziehen mit ihrem Vater in ein abgelegenes Haus auf dem Land – nebenbei ein wunderbarer Einblick in die ländliche japanische Kultur -, weil ihre Mutter längere Zeit ins Krankenhaus muss (warum, wird nicht näher erklärt). Sie lernen die traditionellen Geister kennen, die Japans Natur bevölkern, darunter den Waldgeist Totoro und einen – Katzenbus. WTF? Als die kleine Mei sich allein auf den Weg zur Mama ins Krankenhaus macht, hilft Totoro der großen Schwester Sati bei der Suche.

Welches Alter? „Mein Nachbar Totoro“ gehört zu den niedlichsten, harmlosesten und auch kürzesten (nur 88 Minuten!) Ghibli-Filmen und spricht gleichzeitig die besonderen Ängste an, die man als Kind so hat. Warnung: Nach diesem Film will jedes Kind (und auch jeder Erwachsene!) einen eigenen Totoro haben.

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Ponyo – das große Abenteuer am Meer (2008)

101 Minuten, FSK 0

Worum geht es?  Quasi die japanische Version der Kleinen Meerjungfrau, aber mit einer ordentlichen Portion Kritik an der Verschmutzung der Meere und ohne die tränenreiche Romantik der verschmähten Liebe. Im Gegenteil: „Ponyo“ erzählt tatsächlich die Liebesgeschichte zwischen zwei Vorschulkindern, ohne dass das seltsam anmutet. Nach diesem Film versteht man, wieso die Japaner keine Angst vor dem Meer haben, trotz ständiger Tsunami-Gefahr.

Welches Alter? „Ponyo“ ist sehr, sehr niedlich, einfach und ohne viele Worte erzählt und wunderschön gezeichnet. Die Farben, die Darstellung der Unterwasserwelt und die lebensechte Darstellung der Welt von Kindern (japanischer Kindergarten – cuute!) dürften jedes Kind begeistern. Und auch wenn es zwischendurch ziemlich aufregend wird – irgendwie ist das Ganze nie so gruselig wie gewisse Szenen in Disney-Filmen.

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Kiki’s kleiner Lieferservice (1989)

103 Minuten, FSK 0

Worum geht es? Eine kleine Hexe namens Kiki verlässt mit 13 Jahren, wie es Tradition ist, ihr Zuhause und beginnt mit ihrer sprechenden Katze Jiji und ihrem Besen ein eigenes Leben. Um Geld zu verdienen, gründet sie einen Lieferservice. Nebenbei handelt der Film alle möglichen Themen des Großwerdens ab, von der ersten Liebe bis zur Übernahme von Verantwortung für das eigene Leben – ohne dass es dabei langweilig oder dramatisch würde. Gleichzeitig kann man schön sehen, wie sich Japaner das Leben in Europa vorstellen, dort ist die Handlung nämlich angesiedelt.

Welches Alter? Die Geschichte ist einfach und mitreißend und hat eine unglaublich positive Botschaft – wie das Mädchen Kiki Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten gewinnt, ist für Erwachsene und Kinder gleichermaßen schön anzuschauen.

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Ganz ähnlich, jedoch in einem sehr magischen Setting angesiedelt, ist „Mary und die Blume der Hexen“ von 2015. Kein Film aus dem Studio Ghibli, aber für das neu gegründete Studio Ponoc arbeiten fast nur Zeichner von Studio Ghibli. Die Ähnlichkeit ist kein Zufall, sondern Absicht. Empfehlung! -> Auf Amazon Prime kostenfrei anschauen* oder als DVD kaufen*

Arriety – die wundersame Welt der Borger (2010)

94 Minuten, FSK 0

Worum geht es? Die Adaption des Buches „Die Borger“ von Mary Horton aus dem Jahr 1952, ohne die leicht rassistischen Tendenzen der ersten Verfilmung aus den 1990er-Jahren und tausendmal schöner anzusehen. Die kleine Welt der Borger, die sich in alten Häusern verstecken und vom „Borgen“ vergessener Dinge leben, wird in diesem Film genauso magisch dargestellt wie das Erleben des herzkranken Jungen Sho, der die Bekanntschaft mit Arrietty, einem fingergroßen Borger-Mädchen macht.

Welches Alter? Die Idee von einem abenteuerlichen Leben „im Puppenhaus“, mit Dingen, die man irgendwo findet, ist für viele Kinder absolut hinreißend. Dazu kommt eine tolle Botschaft darüber, warum wir zu allen Lebewesen freundlich sein sollten, egal wie groß sie sind. Und auch wenn es zwischendurch echt dramatisch wird, endet der Film mit einem positiven Ausblick – es gibt immer eine Zukunft, für die es sich zu leben lohnt.

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Das Königreich der Katzen (2002)

75 Minuten, FSK 6

Worum geht es? Ein relativ harmloser Fantasy-Film über ein japanisches Schulmädchen, das feststellt, dass es mit Katzen sprechen kann. Nachdem sie eine vermeintliche Straßenkatze gerettet hat, landet sie unversehens im Königreich der Katzen, wo sie den Prinzen heiraten soll – was sie, spätestens als ihr Pfoten und Katzenohren wachsen, definitiv nicht will.

Welches Alter? Hier haben wir keine versteckten Botschaften oder clever versteckten Meta-Ebenen gefunden, die Geschichte ist vollkommen harmlos und könnte als eskapistisch kritisiert werden. Während wir Eltern den Film ein bisschen langweilig finden, wird er von unseren Kindern geliebt.

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5 Studio Ghibli Filme für Schulkinder

Chihiros Reise ins Zauberland („Spirited Away“) (2001)

125 Minuten, FSK 0

Worum geht es? Das hier ist der wahrscheinlich bekannteste der Studio Ghibli Filme, nicht nur, weil er als bisher einziger japanischer Animationsfilm einen Oscar gewonnen hat und weithin anerkannt ist als „bester Trickfilm aller Zeiten“. Die Handlung ist komplett verrückt, macht aber totalen Sinn, wenn man den Film anschaut: Eine Familie auf dem Weg in ihr neues Zuhause biegt falsch ab und landet in einem magischen Land, wo die Eltern in Schweine verwandelt werden und die Tochter Chihiro als Dienerin für die böse Hexe Yubaba in deren Badehaus arbeiten muss. Mit Hilfe von Haru, einem Jungen, der gleichzeitig ein Zauberer und ein Flussdrache ist, kann Chihiro ihre Eltern retten (ups, Spoiler…).

Welches Alter? Dieser Film ist neben „Totoro“ und „Ponyo“ für Kinder am leichtesten zugänglich und am spannendsten, weil richtig viel passiert, aber es nie wirklich schlimm wird. Wer Disney-Filme gewohnt ist, wird hier am wenigsten Schwierigkeiten haben. Der Film ist viel komplexer als die bisher vorgestellten und gibt einen unglaublich vielfältigen Einblick in Japans Kultur – super geeignet, um Lust auf eine Reise nach Japan zu machen.

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Meine Nachbarn, die Yamadas (1999)

104 Minuten, FSK 6

Worum geht es? Nicht enttäuscht sein: Hier handelt es sich gar nicht um einen zusammenhängenden Film, sondern eher um eine Serie von Episoden über die Familie Yamada, eine ganz normale moderne japanische Familie. Genau darum finden wir diesen Film so cool – man lernt auf unterhaltsame und sehr spaßige Weise viel über den Alltag in Japan. Der Comicstrip-Stil ist ganz anders als der übliche Anime-Stil der Studio Ghibli Filme, sehr erfrischend!

Welches Alter? Die kurzen und völlig harmlosen Episoden sind schon für Babys tauglich, auch wenn die Kleinsten damit wohl kaum etwas anfangen können. Kindergartenkinder erkennen sich selbst und ihre Familie oft wieder, ältere Kinder finden die Unterschiede zwischen dem japanischen und dem deutschen Alltag sehr spannend (und wir Eltern auch!).

-> zum Trailer auf YouTube (ich hab ihn nur auf Englisch gefunden)
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Das Schloss im Himmel (1986)

124 Minuten, FSK 6

Worum geht es? Die Geschichte ist ziemlich mystisch und recht traurig: Ein armer Junge in einer (englisch inspirierten) Bergarbeiterstadt am Ende des 19. Jahrhunderts rettet ein Mädchen, das ihm vom Himmel in die Arme fällt. Wie sich herausstellt, ist Sheeta die letzte Prinzessin der sagenumwobenen Stadt Laputa, die mit Hilfe vergessener Technik im Himmel schwebt und unglaubliche Macht hat. Klar, dass andere Leute diese Macht für ihre Zwecke nutzen wollen und dafür auch vor Entführung und Mord nicht zurückschrecken…

Wer sich hier an die Steampunk-Saga „Mortal Engines“ von Philip Reeve erinnert fühlt – shake my hand! Das „Schloss im Himmel“ war der erste Studio Ghibli Film und wird bis heute am meisten unterschätzt – und von Fans mit am meisten geliebt. Der große, traurige Roboter, der jahrhundertelang treu die Gärten der vergessenen Stadt Laputa gepflegt hat, steht auf dem Dach des Ghibli Museums in Tokio.

Welches Alter? Ab dem Schulalter können und sollten Kinder die verrückte Welt des Steampunk kennenlernen; allein schon, damit sie von hier zu den gruseligeren Geschichten bis hin zu „Mad Max“ gelangen können. Das „Schloss im Himmel“ ist schon ziemlich spannend und aufregend, es wird viel geschossen und reichlich böse Buben springen herum. Gleichzeitig ist der Film witzig, ideenreich und voller Farben und Magie, eben typisch Studio Ghibli.

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Pom Poko (1994)

118 Minuten, FSK 6

Worum geht es? Die Story ist gleichzeitig lebensnah und komplett verrückt: Ein Rudel Tanuki (eine Art japanische Waschbären) erhebt sich gegen die Menschen, um die Verwandlung ihres Waldes in eine Wohnsiedlung zu verhindern. Dabei schrecken sie auch nicht vor Magie zurück.

Welches Alter? Ab etwa der 4. Klasse können und sollten sich Kinder damit beschäftigen, welche Auswirkungen die Aktivitäten von uns Menschen auf die Natur haben. Das praktische Beispiel hier ist die Zerstörung des Lebensraums von Waschbären durch ein Immobilienprojekt, euch fallen danach sicher noch mehr ein. Daneben ist die Story aber auch ziemlich wild und witzig – eben genau das richtige für die Größeren.

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Die Legende von der Prinzessin Kaguya (2013)

137 Minuten, FSK 0

Worum geht es? Dieses Märchen ist eine überarbeitete Nacherzählung des klassischen japanischen Märchens vom Bambus-Schneider über ein Mädchen, das aus einem verzauberten Bambusschößling geboren und von Menscheneltern adoptiert wird. Sie nehmen sie aus dem Bambuswald heraus, um eine “anständige Frau” aus ihr zu machen. Der kalligraphische, wie mit Wasserfarben gemalte Stil dieses Films ist ganz anders als bei den anderen Studio Ghibli Filmen, ich persönlich finde ihn zauberhaft. Tatsächlich stammt er auch nicht von Großmeister Hayao Miyazaki, sondern es ist der letzte Film des anderen großen Regisseurs der Studio Ghibli Filme: Isao Takahata.

Welches Alter? Die Geschichte ist leicht und relativ harmlos, fast schon ein wenig langweilig. Ich denke, ältere Kinder, die schon andere Trickfilme von Studio Ghibli kennen, können das Besondere an diesem Film am besten schätzen.

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3 Studio Ghibli Filme auf Netflix für ältere Schulkinder und Teenager

Das wandelnde Schloss (2004)

119 Minuten, FSK 6

Worum geht es? Die Geschichte ist die Nacherzählung eines Buches von Diana Wynne-Jones, und zwar ziemlich exakt. Anders als die Klassiker folgt der Film einer ziemlich geradlinigen Handlung, und die Charaktere der jungen Sophie, die von der Hexe aus dem Niemandsland in eine alte Frau verwandelt wird, und des jungen, eitlen Zauberers Hauro, dessen Herz von einem Feuergeist besessen wird, sind ungewöhnlich vielschichtig.

Welches Alter? Hier geht es um erschreckende Verwandlungen, traurige Kindheiten und ständig drohenden Krieg – für Kindergartenkinder erscheint der Film daher weniger geeignet. Weil er aber daneben, typisch für die Studio Ghibli Filme, superniedliche magische Wesen und wunderschön gezeichnete Landschaften bietet, wird es nie richtig gruselig – unser Vorschulkind hat mit dem „Wandelnden Schloss“ keine Probleme und liebt den Feuergeist Calcifer.

Wer Steampunk mag, für den ist das „Wandelnde Schloss“ mit seinen verrückten riesigen Maschinen sowieso Pflicht.

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Nausicaä im Tal der Winde (1984)

116 Minuten, FSK 12

Worum geht es? Die junge Prinzessin Nausicaä lebt im Tal der Winde (aha) in einer post-apokalyptischen Welt, die von einem wachsenden Wald aus Giftpilzen, voller riesiger Insekten und Asseln, überzogen wird – nur ihr Tal ist vor dem Eindringen der giftigen Sporen geschützt. Trotzdem kämpft Nausicaä gegen das militaristische Königreich von Tolmekia, das eine uralte Waffe, einen Titanen, einsetzen will, um den Giftwald zu zerstören – denn dieses Unternehmen birgt ebenfalls große Gefahren für die Menschheit.

Welches Alter? Auf der DVD wird Nausicaä ab 12 Jahren empfohlen; wer sich vor Rieseninsekten und anderen grafischen Darstellungen gruselt und mit dem Tod von Haupthelden nicht gut zurechtkommt, sollte ihn auf jeden Fall zusammen mit den Eltern schauen.

Zwar stammt dieser Film aus dem Jahr 1984 strenggenommen nicht von Studio Ghibli; er wurde von Hayao Miyazaki gemacht und sein Erfolg ermöglichte dann die Gründung des Trickfilmstudios, also gehört er natürlich mit zum Kanon. Und er zeigt bereits deutlich die Themen, um die es Hayao Miyazaki in fast allen seinen erfolgreichen Filmen geht: die Bedeutung der Natur und die Gefahren der Umweltzerstörung, den Wunsch nach Frieden und die Befürchtung, dass die Menschheit sich selbst vernichten wird.

Übrigens: Da das „ä“ auch im englischen Filmtitel vorkommt, die Prinzessin auf Japanisch aber Naushika heißt, sind die zwei Punkte auf dem A wohl eher so zu deuten, dass man hier zweimal „a“ nacheinander sprechen soll!

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Prinzessin Mononoke (1997)

128 Minuten, FSK 12

Worum geht es? Wenn ihr nur einen einzigen Film von Studio Ghibli anschauen wollt, dann diesen – er ist quasi die Vorlage für alle anderen. Die Story gleicht einem klassischen japanischen Märchen über das Leben in Balance mit der Natur – und vor allem, in Liebe zu ihr. Gleichzeitig zeigt er eine in Sagengestalten verpackte, aber sehr drastische Warnung, was geschieht, wenn die Natur zurückschlägt. „Prinzessin Mononoke“ ist mit Abstand der krasseste, brutalste, traurigste und pessimistischste Film von Hayao Miyazaki. Er wirkt wie eine letzte Warnung – die ungehört blieb.

Welches Alter? Auch wenn „Prinzessin Mononoke“ für einen Trickfilm ungewohnt blutig und sehr brutal ist – hier wird auch eine Geschichte von der Kraft der Liebe, von Freundschaft und der Schönheit der ungezähmten Natur gezeigt, die voller Mythologie ist. Das macht den Film ungemein sehenswert, und zwar auch schon für jüngere Kinder – wenn die „Erfahrung“ mit solchen Themen haben. Hier müsst ihr eure Kinder gut einschätzen, inwieweit sie Tod, Verzweiflung und blutige Szenen schon verkraften können. Die jüngste Weltwundertochter (gerade 6 geworden) liebt diesen Film, die älteste hätte ihn in diesem Alter definitiv noch nicht vertragen.

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8 Weitere Japan-Filme von Studio Ghibli auf Netflix

Wir haben euch noch lange nicht alle Filme aus dem Studio Ghibli vorgestellt – nur die, die wir selbst schon gesehen haben. Es gibt noch viel mehr Filme von Hayao Miyazaki, die sind aber eher ruhiger und mehr für ältere oder „geübtere“ Zuschauer geeignet – also nicht ganz so cool wie die Klassiker. Wenn ihr weiterschauen wollt, hier bitte:

  • Tränen der Erinnerung (1991)
  • Porco Rosso (1992)
  • Flüstern des Meeres (1993)
  • From Up on Poppy Hill
  • Stimme des Herzens (1995)
  • Die Chroniken von Erdsee (2001)
  • Der Mohnblumenberg (2011)
  • Wie der Wind sich hebt (2013)
  • Erinnerungen an Marnie (2014)
  • Die rote Schildkröte (2016)
Sommer in Japan Regenschirm Zedern Totoro

Echte Studio Ghibli Fans erkennen diese Filmszene aus Totoro sofort wieder!

Warum es „Die letzten Glühwürmchen“ nicht auf Netflix gibt

Der dritte Film von Studio Ghibli stammt nicht aus der Feder von Hayao Miyazaki, sondern von Isao Takahata. Obwohl er in der Filmografie zwischen den Kinderklassikern „Totoro“ und „Kikis kleiner Lieferservice“ steht, ist „Die letzten Glühwürmchen“ mit Abstand der schlimmste und traurigste aller Ghibli-Filme. Die Geschichte folgt zwei Kindern, die nach einem Bombenangriff nach Essen suchen. Und obwohl es nur ein Trickfilm ist, werdet ihr Rotz und Wasser heulen, versprochen.

Zwar steckt auch viel Schönheit und Hoffnung drin, aber die muss man erst einmal finden zwischen all den Tränen. Für Kinder ist „Die letzten Glühwürmchen“ definitiv nicht geeignet! Und aus genau diesem Grund ist dies der einzige der Studio Ghibli Filme, der nicht auf Netflix gezeigt wird.

Wenn ihr es trotzdem wagen wollt: „Die letzten Glühwürmchen“ gibt es auf Amazon Prime. Dort könnt ihr den Film für 14,99 Euro kaufen und er ist irrerweise mit FSK 6 ausgezeichnet. Schaut diesen Film niemals mit euren Kindern an – bitte nicht!!

Ghibli Museum Tokio

Eine Ikone: ein Roboter von Laputa aus dem Film „Das Schloss im Himmel“

Welcher ist euer Lieblingsfilm von Studio Ghibli? Und gibt es einen, den ihr gar nicht mögt?

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