! Aktualisiert am 24. April 2026
Der Tongariro National Park ist das Aushängeschild der Nordinsel: eine atemberaubende schroffe Berglandschaft, in deren Zentrum drei (!) aktive (!) Vulkane thronen. Der einzige Ort IM Nationalpark ist Whakapapa. Auch mit Kindern solltet ihr unbedingt herkommen, denn neben dem Tongariro Alpine Crossing gibt es hier noch viel mehr zu sehen!

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Muss man den Tongariro National Park mit Kindern besuchen? Bei den allermeisten kinderlosen Neuseelandreisenden steht er ganz oben auf der Must-do-Liste – weil sie das Tongariro Alpine Crossing laufen wollen. Die beliebteste Tageswanderung Neuseelands führt über 20 Kilometer ordentlich bergauf und bergab, bis auf 1.800 Meter und mit rasch wechselndem Wetter.
Keine Chance, so eine Wanderung mit kleinen Kindern zu machen, auch wenn sie bereitwillig und fleißig mitlaufen. Macht aber gar nichts, fanden wir; und ganz ehrlich: Wir Erwachsenen hatten auch wenig Lust auf die Schinderei und den Start vor Sonnenaufgang. Wie – und dass! – man das Tongariro Alpine Crossing sogar mit Baby schaffen kann, erzählt übrigens Philipp hier.
Wir haben im Tongariro National Park mit Kindern trotzdem eine coole Zeit gehabt, denn hier gibt es echt viel zu erleben. Den Nationalpark kann man von zwei Eintrittspunkten aus erkunden:
- An der Südseite des Nationalparks liegt das Skidorf Ohakune unterhalb des Turoa-Skigebiets. Was ihr dort mit Kindern erleben könnt, steht in diesem Beitrag.
- An der Westseite des Tongariro-Massivs liegt das Örtchen Whakapapa, der einzige Ort auf dem Gelände des Nationalparks, unterhalb des Whakapapa-Skigebiets. Was man von diesem Startpunkt aus mit Kindern erleben kann, schauen wir uns in diesem Beitrag an!

Wie kommt man nach Whakapapa?
Wer den Tongariro Nationalpark besuchen will, muss sich für einen von zwei Eintrittspunkten entscheiden – wenn ihr von Norden (über Taupo) oder von Westen (über Taumarunui) kommt, ist die Westseite der Vulkane die nächstliegende Wahl. Hier führt der SH 47 entlang, und etwa 15 km vor dem Skidörfchen National Park Village (das wiederum an der Kreuzung des SH 47 mit dem SH 4 liegt) biegt der SH 48 nach Osten ab – mitten hinein in die Berge.
Am Ende dieses sehr kurzen State Highways liegt Whakapapa – tadaa, schon nach 6 km seid ihr seid angekommen.

Wollt ihr noch weiter hinauf, um dem Gipfel des Mount Ruapehu näher zu kommen (und vielleicht auf Skiern an seiner Westflanke ein paar Schwünge zu machen), dann müsst ihr auf der Bruce Road noch 6 km weiter bergauf fahren ins Iwikau Village – so nennt sich die Ansammlung von privaten und Club-Hütten sowie einem Café und einem Shop für Skiausrüstung.
Die Bruce Road wird bei starkem Schneefall schon unten in Whakapapa Village durch eine Schranke geschlossen; ist sie befahrbar, könnt ihr die geöffnete Schranke einfach passieren, die Durchfahrt ist immer kostenlos. Oben warten große Parkplätze, die zumindest in der Nicht-Skisaison immer ausreichend Platz bieten.
Freedom Camping ist auf diesen Parkplätzen allerdings nicht gestattet!

Die riesigen Parkplätze am Whakapapa Skified sind im Sommer leer
Wann ist die beste Reisezeit für Whakapapa?
Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – das ist gar nicht so wichtig, wenn ihr den Tongariro National Park mit Kindern besuchen wollt. Wir waren schon im Oktober, im November und im Februar hier – bei Schnee, Nebel und Regen sowie strahlendem Sonnenschein. Schön war es jedes Mal!
Im Winter (also von Mai bis Oktober) ist das Whakapapa Skifield geöffnet und ihr könnt dort Ski fahren oder rodeln (die Ausrüstung kann man komplett ausleihen, keine Ausrede!).

Voll auf Skifahren eingestellt!
-> Im Interview erzählt Katharina, wie sie spontan in Whakapapa zum Skifahren und Rodeln kamen
Im Frühling, Sommer und Herbst liegt vielleicht immer noch Schnee auf den schattigen Hängen. Ansonsten ist aber Wandern angesagt – sowohl am Fuß der Vulkane als auch oben auf den Bergflanken gibt es viele schöne Wanderwege, von denen ein Großteil kurz genug für Familien ist.

Whakapapa im Oktober: Huch, hier wird im Frühling noch Ski gefahren!
Wollt ihr als Fußgänger hinauf ins Skigebiet fahren, müsst ihr tatsächlich auf den Sommer warten: Die Zehner-Gondelbahn “Sky Waka” bringt Sommerpassagiere erst ab Dezember hinauf zur Bergstation. Von dort müsst ihr dann laufen – alle weiteren Skilifte (es gibt insgesamt 14 im Whakapapa-Skigebiet) haben im Sommer Pause.
Viel wichtiger als die passende Jahreszeit ist schönes Wetter, denn ganz ehrlich: Ein Besuch im Tongariro National Park mit Kindern lohnt nur, wenn wenigstens für einen halben Tag die Sonne scheint (oder es wenigstens zuverlässig regenfrei ist). Schaut also ein paar Tage vor eurem Abstecher nach Whakapapa auf den Wetterbericht und entscheidet, ob sich die Fahrt hinauf lohnt.

Das Whakapapa-Skigebiet im Novembernebel – stimmungsvoll, aber eigentlich sinnlos
Was kann man in Whakapapa mit Kindern erleben?
Tawhai Falls Walk
Kurz und gar nicht anstrengend ist der Weg zu den Tawhai Falls – einem beachtlich breiten, rauschenden Wasserfall, der in ein türkisblaues Becken fällt, das zum Baden einlädt. Aus Rücksicht auf die zahlreichen anderen Besucher und auch wegen des eiskalten Wassers würden wir das nicht empfehlen – aber unterhalb des Tosbeckens, wo es eine flache, sandige Uferzone gibt, kann man durchaus die Füße ins Wasser stecken.
Die zahlreichen Besucher kommen entweder, weil die Tawhai Falls direkt am Rand des SH 48 liegen, der nach Whakapapa führt – oder weil sie “Herr der Ringe”-Fans sind und “Gollum’s Pool” sehen wollen. Auch wenn eure Kinder diesen Film nicht kennen, ist es an den Tawhai Falls aber sehr nett und der kurze Zwischenstopp lohnt sich auf jeden Fall.

Die hübschen Tawhai Falls – oder auch: Gollum’s Pool
Achtung: Der Parkplatz am Straßenrand ist winzig klein und man fährt schnell am Hinweisschild vorbei! Der Tawhai Falls Walk dauert nicht mehr als 10 Minuten in eine Richtung, es sind ein paar Treppen dabei und am Ende kann man herrlich über große, nasse, rutschige Flusssteine klettern – Babys und Kleinkinder sollten gut beaufsichtigt werden!
Taranaki Falls Walk
Deutlich beeindruckender sind die 20 Meter hohen Taranaki Falls, die mitten in der rauen Vulkanlandschaft an der Flanke des Mount Ruapehu durch eine schmale Felsspalte donnern – und auf dem Taranaki Falls Walk lauft ihr erst an der Oberkante des Wasserfalls entlang und danach an seinem Fuß. Das ist sehr cool, weil man die Größe und Wucht des Wasserfalls von oben total unterschätzt – unten ist man dann überwältigt und kann sich nach Herzenslust nassspritzen lassen.

Die Taranaki Falls im Tongariro National Park © www.depositphotos.com
Der Taranaki Falls Walk ist auch mit kleineren Kindern einfach zu schaffen, er ist allerdings mit 6 km deutlich länger als der Spaziergang zu den Tawhai Falls. Rechnet mit drei Stunden reiner Laufzeit, plus Picknick, seltsame Pflanzen anschauen, die rot oxidierten Steine am Wegrand bewundern, mit Glück den Ruapehu ohne Wolkenkappe fotografieren…
Bonus: Dieser Weg ist ein Rundweg, ihr lauft also nicht dieselbe Strecke hin und wieder zurück. In Neuseeland ist das nicht so häufig und wir freuen uns immer, wenn wir einen Rundweg finden.
Start des Rundwegs ist das Whakapapa Village.
Mehr Wanderwege in Whakapapa
In den Broschüren des DOC findet ihr noch weitere Wanderwege, die wir hier aber nicht ausführlich vorstellen; die kürzeren (Mounds Walk, Ridge Walk und Silica Rapids Walk) sind nicht sehr spannend und führen vornehmlich durch dichten “bush”.
Längere Walks bzw. Tracks gibt es wenige – am interessanten ist der Tama Lakes Walk, der etwa auf halber Strecke vom Taranaki Falls Walk abbiegt und weiter bergauf zu den Tama Lakes führt. Um dorthin zu kommen, müsst ihr 8,5 km durch recht ausgesetztes Gelände laufen (es kann also windig und eiskalt werden), und dann wieder dieselbe Strecke zurück!
Die Aussicht auf die quietschblauen Tama Lakes ist wunderschön, aber für Kinder ist diese Wanderung echt anstrengend. Wenn ihr überlegt, ob ihr ihnen – oder euch! – das Tongariro Alpine Crossing zutraut, ist das ein guter Test – das Crossing ist mit 20 km noch ein bisschen länger und geht deutlich steiler bergauf.

Einer der beiden Tama Lakes am Mount Ruapehu (in den Wolken versteckt, wie immer) © www.depositphotos.com
DOC Visitor Centre im Whakapapa Village
Ja, das empfehlen wir als eigenen Punkt, denn das Visitor Centre für den Tongariro National Park ist ausnehmend nett hergerichtet. Hier könnt ihr nicht nur den aktuellen Wetterbericht sehen (sehr wichtig, wenn ihr auf den Berg hinauffahren wollt!), fehlende Wanderausrüstung und Souvenirs kaufen, sondern auch noch etwas über die Natur, die Geschichte und die Geologie des ältesten neuseeländischen Nationalparks lernen.
Öffnungszeiten: tgl. 8-17 Uhr (im Sommer; im Winter nur bis 16.30 Uhr)
Bei Regenwetter ist das DOC Visitor Centre eigentlich die einzige Alternative im Whakapapa Village. Scheint die Sonne, könnt ihr etwa 100 m weiter unten an der Straße, auf dem großen Busparkplatz, einen sehr guten Kaffee und Kleinigkeiten aus der Vitrine bekommen – “Mel’s Place” ist zwar nur ein ausgebauter Bauwagen, aber die einzige Möglichkeit im Whakapapa Village, etwas zu essen zu bekommen.

Anlaufpunkt für Wandernde: das DOC Visitor Centre für den Tongariro National Park
…und wenn ihr durch den “Ort” lauft (also am Rand der einzigen Straße entlang), dann fällt euch sicherlich das riesige Hotel auf, das vor der Kulisse des schneebedeckten Mount Ruapehu auf einer Wiese thront. Das “Chateau Tongariro Hotel” hat eine lange Geschichte, hier wohnten schon vor 100 Jahren Besucher des Nationalparks. Auch die Filmcrew von Peter Jackson und die Schauspieler wohnten hier während des Drehs zu “Die Gefährten”.
Heute ist das altehrwürdige Haus geschlossen, weil der Staat die Richtlinien für erdbebensichere Gebäude verschärft hat und sich kein Investor findet, der die notwendigen Umbauten finanzieren möchte. Wenn ihr Interesse an einem echt coolen Hotel in Neuseeland habt – greift zu!

Das Chateau Tongariro Hotel hat eine lange Geschichte
Whakapapa Skifield: Auch im Sommer cool!
Wir haben es schon angesprochen: Um das Whakapapa-Skigebiet zu besuchen, muss man nicht auf den Winter warten. Auch im Sommer gibt es dort oben eine Menge zu sehen!
Unsere Kinder, die Skigebiete bisher nur aus Österreich kannten, waren fasziniert davon, wie so ein Skigebiet in der Off-Season aussieht. Das Besondere am Whakapapa-Skigebiet ist, dass es im Sommer Wanderwege offenbart, die der Schnee sonst verdeckt.
-> Hier findet ihr eine Übersicht über sechs recht kurze Wege auf dem Areal des Skigebiets
Der bekannteste ist der kaum markierte Skyline Walk, der an der Bergstation startet; vom höchsten Punkt auf 2.300 m sieht man mit Glück die Gipfel des Mount Ngauruhoe und des Mount Tongariro und die Meads Wall in voller Schönheit von oben (was das ist? Lest weiter!).

Achtung: Der Skyline Walk ist kein eigentlicher Walk, wie man ihn in Neuseeland kennt, und wird auch nicht vom DOC gemanaget; man steigt und klettert über schwarze, schroffe Steine und orientiert sich an kleinen bunten Pfählen, die hin und wieder zwischen den Felsen stecken.
Als Wegzeit werden 1,5 bis 2,5 Stunden angegeben; auf 2,4 km (nur hin!) überwindet ihr 260 Höhenmeter, es ist also recht anstrengend.

Kraxeln auf dem Skyline Walk
Wenn ihr lieber nicht wandern wollt, wartet an der Bergstation das schicke Knoll Ridge Café mit leckerem Kaffee, Gebäck und einer Wahnsinns-Aussichtsterrasse. Neuseelands höchstgelegenes Café ruft entsprechend hohe Preise für sein echt französisches Pain Chocolat auf – aber die Aussicht aus den Panoramafenstern ist es wert. Von hier oben kann man an klaren Tagen bis hinüber zum Mount Taranaki und nach Norden zum Lake Taupo schauen!

Das Knoll Ridge Café am Whakapapa Skifield

Ganz oben im Whakapapa Skifield am Mount Ruapehu: Neuseeland-Liebe auf den 1. Blick
Die Sky Waka Gondelbahn bringt euch in 12 Minuten zur Bergstation, die auf 2.000 m Höhe liegt; einen markierten Wanderweg gibt es nicht, ihr habt also keine Alternative.
Kosten: Eine Fahrt hinauf und wieder hinab im Sommer kostet (Stand: 2025/26) 39 NZ$ für eine Berg- und Talfahrt, als Familie zahlt ihr 99 NZ$.

Mit dem Sky Waka geht es hinauf ins Skigebiet – allerdings nicht im November :-(
Mead’s Wall: auf nach Mordor
Auf der Fahrt zurück zur Talstation fiel uns bei unserem ersten Besuch in Whakapapa eine gar seltsame Felsformation ins Auge: Am Rand des Happy Valley (im Winter das Anfänger-Skigebiet) erhebt sich eine regelrechte Mauer, als hätte man sie dort mit Absicht hingebaut.
Die Mead’s Wall ist, wie wir vom Liftwart erfuhren, nach einem echten Bergpionier benannt: William Mead hat das Tongariro-Gebiet als erster Mensch auf Skiern erkundet (die er sich aus der Schweiz mitgebracht hatte) und Neuseelands ersten Skiverein ins Leben gerufen. Er legte Wanderwege im Nationalpark an, zeichnete Landkarten und schrieb Reiseführer. Auch den Standort des altehrwürdigen (und zur Zeit leerstehenden) Chateau Tongariro Hotels hatte er vorgeschlagen.
Ob man an die “Mauer” herankommen könnte? Na klar, wir sind ja hier in Neuseeland. Nichts ist abgesperrt oder gesichert, einzig ein freundliches Hinweisschild an der Liftstation warnte uns vor dem Absturz.
Und der schien mir mehr als wahrscheinlich, als ich mich Steinstufe für Steinstufe auf die Mead’s Wall hinaufgearbeitet hatte – zum Glück ohne die Kinder. Der Blick von hier oben hinüber zum Gipfel des Mount Ngauruhoe war auf jeden Fall gigantisch.

Achtung, es geht sehr steil hinunter!! Im Hintergrund rechts seht ihr die Liftstation
“Herr der Ringe”-Fans wissen natürlich, dass genau hier an dieser Stelle mehrere Wochen lang Szenen der Schlachten in Mordor und der Wanderung von Frodo und Sam durch die Felsenwüste von Emyn Muir gedreht wurden – mit großem Aufwand, damit die empfindlichen Felsen und die zarten Flechten darauf nicht in Mitleidenschaft gezogen würden.
-> Noch mehr Film-Locations im Tongariro National Park haben wir hier vorgestellt.
Etwas weniger gefährlich ist es, auf den gegenüberliegenden Felsen zu kraxeln – er heißt Knoll Ridge und bietet eine Möglichkeit für ein windgeschütztes Picknick am Berg. Der Weltwundermann fand es hier so schön, dass er gar nicht mehr runterkommen wollte – “am liebsten würde ich hier oben übernachten”, schwärmte er sehnsüchtig.

Knoll Ridge am Fuß der Mead’s Wall
Den Weg zur Mead’s Wall findet ihr ganz einfach, auch wenn er nicht ausgeschildert ist: Lauft zur Talstation des Rangatira Express Sessellifts (die liegt links neben der Sky Waka Bodenstation) und von dort auf einem breiten Fahrweg weiter nach rechts – das ist die Zufahrt für die Bewohner der Skihütten, die hier am Hang liegen. Lasst die Skihütten rechts liegen und folgt dem Weg weiter, der nach etwa zehn Minuten an einer Abbruchkante endet.
Wenn ihr ganz vorn steht und euch nach rechts (also zum Berg) wendet, seht ihr, dass ihr am Fuß der Mead’s Wall steht – links von euch fällt der Boden steil um gefühlte 100 Meter ab in ein Tal, in dem der Whakapapanui River nach Westen in die Ebene fließt.

Im Nebel sieht die Meads Wall sehr mystisch aus – genau wie in “Herr der Ringe”!
Seid hier oben sehr vorsichtig, wenn ihr mit Kindern unterwegs seid – es geht wirklich tief nach unten, überall liegen lockere Steine herum und bei Regen und Nebel sind die auch noch glatt und man sieht nichts! Bei schönem Wetter ist der Spaziergang zur Mead’s Wall der Höhepunkt eines Besuchs im Whakapapa-Skigebiet.

Der Blick von der Meads Wall ins Tal – Wahnsinn!
Wie gefährlich ist es in Whakapapa?
Unsere fünfjährige Tochter war sehr besorgt, dass wir an der Flanke eines aktiven Vulkans übernachten wollten – und brauchte einige Überzeugungsarbeit.
Ihre Sorge war nicht unbegründet: Mount Ruapehu und Mount Tongariro (der Schicksalsberg, Mount Ngauruhoe, ist ein Kegel des Tongariro) sind aktive Vulkane und brechen hin und wieder aus.
Die seismische Aktivität im Tongariro National Park wird daher sehr genau überwacht. Im Whakapapa Village und im Skigebiet sind Lahar-Zonen ausgewiesen: Das sind die Wege, die flüssige Lavaströme oder Schlammlawinen bei einem Ausbruch des Ruapehu bekanntermaßen nehmen. Im Village ist dies das Flussbett des Whakapapanui Stream, der genau neben dem Holiday Park fließt.
Kommt es zu einem Alarm wegen erhöhter Aktivität des Vulkans (dann ertönt eine Sirene und es kommt eine Durchsage über Lautsprecher), soll man sich aus diesen gefährdeten Zonen so schnell wie möglich entfernen – also, ja, verlasst den Campingplatz so schnell wie möglich und lauft hinüber auf die andere Straßenseite!
Der Versammlungspunkt für solche Notfälle ist das Chateau Tongariro Hotel. Am sichersten seid ihr laut DOC im Auto – also steigt wenn möglich ein und fahrt erst einmal den Berg hinunter, bis es Entwarnung gibt.
Seid ihr gerade auf einer Wanderung im Whakapapa-Gebiet, heißt es: “Seek higher ground”, also verlasst Täler und lauft zur Seite auf höher gelegenes Gelände (einen Bergrücken). Neben einem Lahar seid ihr hier oben auch durch fliegende Steine gefährdet; vor denen könnt ihr nur in Deckung gehen, indem ihr euch hinter Felsen duckt und euren Kopf mit dem Rucksack schützt.
Dies gesagt, ist es im letzten Jahrzehnt zu keinem gefährlichen Ausbruch der Vulkane im Tongariro National Park gekommen; die letzte Aktivität des Mount Ruapehu war 2007, der Tongariro brach 2012 aus (in sehr geringem Ausmaß) und am Ngauruhoe wurde zuletzt 1977 vulkanische Aktivität registriert.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet während eurer Anwesenheit in Whakapapa ein Vulkan ausbricht – und das so stark, dass ihr davon betroffen seid! – ist extrem gering. Eure täglichen Fahrten auf Neuseelands Straßen sind um ein Vielfaches riskanter, und auf die verzichtet ihr ja auch nicht aus Sicherheitsgründen, oder?

Der perfekte Vulkankegel des Mount Ngauruhoe
Unterkünfte in Whakapapa
Ihr wollt in Whakapapa übernachten, weil es so schön ist – oder weil ihr gleich morgens eure Wanderung starten wollt, um ein Schönwetterfenster zu nutzen?
Dann habe ich eine gute und eine schlechte Nachricht für euch. Die schlechte: Es gibt nur zwei Unterkünfte direkt in Whakapapa:
- Der Whakapapa Holiday Park wird vom DOC verwaltet, hat 44 (ziemlich enge) Stellplätze, eine Lodge mit Schlafsälen ohne Bettwäsche und sechs schlichte Cabins. Um die Sanitäranlagen und die Gemeinschaftsküche nutzen zu können, braucht ihr einen Penny Key! Da dies hier der einzige Campingplatz in Whakapapa ist, solltet ihr rechtzeitig einen Platz reservieren, vor allem in der Hochsaison.
- Das Skotel Alpine Resort* klingt fancy und sieht mit seiner Blockhütten-Optik sehr nice aus, bietet aber nur Betten im Schlafsaal mit geteiltem Badezimmer oder schlichte Cabins mit Stockbetten (dafür günstig).
Die gute Nachricht: Am Fuß des Vulkans, also an der Zufahrtsstraße SH 47, gibt es nur wenige Kilometer entfernt mehrere günstige und gute Möglichkeiten zum Übernachten nahe Whakapapa.
- Nur wenige Meter, nachdem ihr aus der Richtung Whakapapa nach links auf den SH 47 eingebogen seid, erreicht ihr die Discovery Lodge Tongariro – einen sehr netten privaten Campingplatz mit Traumblick auf die Vulkane. Hier gibt es auch hübsche kleine Cabins und eben die Lodge mit Motelzimmern.
- Noch ein wenig weiter, und ihr passiert am linken Straßenrand die sehr schlichte DOC Mangahuia Campsite (Standard-Kategorie; auch diese Campsite muss neuerdings online reserviert werden).

Keine Sorge, es gibt noch eine ordentliche Zufahrt für Camper
15 km entfernt von Whakapapa liegt die Siedlung National Park Village – sie besteht quasi nur aus Unterkünften, einem Four Square Supermarkt und der berühmten “Schnapps”-Bar.
- Der Gratis-Campingplatz KiwiCamp am Ortsrand kostet zwar selbst nichts, dafür müsst ihr einen Penny Key haben und Guthaben draufbuchen, um Toiletten, Duschen etc. nutzen zu können.
- Das ehemalige YHA-Hostel National Park Backpackers* hat Betten im Schlafsaal und private Zimmer mit eigenem Bad – sauber, günstig und recht gemütlich.
- Die Plateau Lodge* ist etwas stylisher und bietet kleine Apartments, Studios und Motelzimmer; hier zahlen Kinder nichts!

Straßenkunstwerk in National Park Village
Das ist nur eine Auswahl der Unterkünfte im National Park Village! Hier findet ihr ganz bestimmt noch ein Zimmer, wenn ihr im Mietauto unterwegs seid. Natürlich könnt ihr nach einem Tag in Whakapapa auch weiterfahren nach Ohakune, dort übernachten und am nächsten Tag den Tongariro National Park von seiner Südseite erkunden!
-> Was ihr in Ohakune mit Kindern erleben könnt
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Hallo Jenny,
Wir sind gerade in Whakapapa Village und haben heute bei traumhaften Wetter den SkyWalk/skyline Route bestritten.
Als ich im I-Site nachgefragt habe, ob man mit kleinem Kind (10.5Monate) den Lift problemlos nehmen kann, lächelte mich der nette Herr nur an und bat mich auf seine Seite zu treten um mir stolz die Website des Liftes zu zeigen.
Seit Juli fährt hier eine sehr moderne (längste) Gondel (Neuseelands), die einen sicher auf das höchstgelegene, mittlerweile riesig ausgebaute Restaurant bringt.
Der Track ist wie du beschrieben hast, noch immer anspruchsvoll und nur mit ein paar Pflöcken und Trampelpfaden zu erkennen, aber bei den beschrieben super Bedingungen konnten wir nicht nur den Nachbarkrater wunderschön sehen inkl. einen kleinen Teil eines der Tama Lakes, sondern auch an die Westküste zum Mt. Egmont!
Danke für deine gute Beschreibung, wir hätten den Weg nach oben sonst wohl nicht gemacht !