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Arthur’s Pass: 12 coole Stopps zwischen Christchurch und Greymouth

Der Arthur’s Pass auf Neuseelands Südinsel ist einer von nur drei Pässen, die über die Southern Alps führen. Die kürzeste Verbindung zwischen Christchurch und der West Coast ist aber mehr als eine bequeme Verbindung – auf diesem Roadtrip könnt ihr an einem Tag richtig viele Abenteuer erleben! Wir zeigen euch, was euch auf der 230 km langen Strecke erwartet.

Neuseeland ohne Auto Highway Arthurs Pass

Die Fahrt auf dem SH 73 von Christchurch an die West Coast führt über den Arthur’s Pass

Ihr wollt einen Roadtrip über die Südinsel machen? Dann bleibt euch fast keine Wahl, als irgendwann im Lauf der Strecke die Southern Alps zu überqueren. Dafür gibt es (geordnet von Süden nach Norden) nur drei Möglichkeiten:

  • Der SH 6 bringt euch von Wanaka nach Haast an die West Coast über den 562 m hohen Haast Pass.
  • Der SH 73 zwischen Christchurch und Kumara Junction führt über den Arthur’s Pass und ist die direkteste Verbindung zwischen East und West Coast der Südinsel – wird aber von vergleichsweise wenigen Reisenden genutzt.
  • Der SH 73 führt von Hanmer Springs nach Greymouth an der West Coast über den Lewis Pass (907 m), der wird gern von Trucks und Caravans als Alternative zum steileren Arthurs Pass genutzt.

Wir schauen uns genau diese Passstraße mal genauer an; denn wir finden, dass der Roadtrip über den Arthur’s Pass zu den schönsten Routen auf der Südinsel gehört. Er lässt sich auch wunderbar in verschiedene Reiserouten einbauen – fragt gern unsere Reiseberatung an, wenn ihr dabei Hilfe braucht!

Arthurs Pass

Eindrucksvolle Natur im Inneren der Südinsel: Arthur’s Pass

Was ihr über den Arthur’s Pass in Neuseeland wissen müsst

Der Arthur’s Pass ist der höchste Pass auf der Südinsel – in 920 Metern Höhe überquert ihr hier den Bergrücken der Southern Alps, die sehr effektiv den Osten vom Westen der Südinsel trennen. Das merkt man überdeutlich: Fast augenblicklich verändert sich die Vegetation, oft schlägt auch das Wetter um.

Wo es auf der Ostseite im Tal des Bealey River meist trocken und warm (aber auch oft sehr windig) ist, hängt man auf der Westseite im Otira Valley sehr schnell in dichten Regenwolken, es ist deutlich kühler und die Vegetation explodiert in allen Grüntönen. Links und rechts des State Highway 73 erheben sich die Berge bis fast auf 2.000 Meter.

Arthurs' Pass Roadtrip Neuseeland

Auf der Westseite des Arthurs Pass sieht die Vegetation völlig anders aus

Benannt ist der Pass nach Arthur Dudley Dobson, der 1864 die ersten Europäer über diesen Pass führte (nach ihm ist auch ein Nature Walk am Arthurs Pass Village benannt, außerdem steht dort eine Gedenksäule für ihn am Straßenrand.) Dobson kannte den Pass natürlich nur dank der Maori, aber die finden heutzutage keine Erwähnung mehr in dieser Region. Seit 1923 kann man mit dem Zug von Christchurch über den Arthurs Pass an die West Coast fahren; für Autofahrende ist die Strecke erst seit 1999 bequem zu befahren, als der Otira Viaduct fertiggestellt wurde, der das tiefe Tal des Otira River überspannt.

Arthur's Pass Roadtrip

Ein Roadtrip über den Arthur’s Pass: gute Idee!

Wichtig: Sobald ihr Christchurch hinter euch gelassen habt, gibt es keine richtigen Tankstellen oder Supermärkte mehr! Also unbedingt vor der Abfahrt ausreichend tanken und Proviant einkaufen. Im Arthur’s Pass Village gibt es zwar einen Laden, aber der ist recht teuer und hat natürlich ein kleines Sortiment.

Nehmt außerdem Bargeld mit, falls ihr auf einem der DOC-Campingplätze an der Strecke übernachten wollt! (Die stellen wir weiter unten in diesem Beitrag vor.)

Arthur's Pass SH 73

Los geht die Fahrt zum Arthur’s Pass

Arthur’s Pass Roadtrip: 12 Stationen zum Anhalten

Anders als viele schöne Roadtrips auf der Südinsel bietet der SH 73 über den Arthur’s Pass ständig verlockende Zwischenstopps – hier wird man beim Fahren nicht müde. Es kann eher passieren, dass man für die geplante Strecke viiiieeel länger braucht als gedacht! Wir würden euch den Arthur’s Pass Roadtrip mit Kindern daher auch nicht als Tagesetappe empfehlen, sondern ihn in zwei Teile aufteilen – Möglichkeiten zum Übernachten haben wir weiter unten in diesem Beitrag aufgelistet.

Jetzt starten wir die Fahrt und beginnen mit der Kilometerzählung in Christchurch (in Klammern ist auch noch die Entfernung der Stationen ab Greymouth angegeben, falls ihr diesen Roadtrip von Westen startet – das bietet sich zum Beispiel an, wenn ihr vom Abel Tasman kommt und nur den Norden der West Coast anschauen wollt).

Kilometer 55/185: Sheffield Pies

Hier nur kurz anhalten, aber dies unbedingt – jedenfalls, wenn ihr das neuseeländische Nationalgericht mögt. In dieser dieser unscheinbaren Bäckerei am Rand des Highways gibt es eine große Auswahl an frischen, dampfend heißen Pies. Süß mit Fruchtfüllung oder herzhaft mit Wild, Rind, Huhn – you name it.

Dafür, dass der Laden landesweit berühmt ist, sind die Preise durchaus im Rahmen. Der Gastraum gewinnt keinen Einrichtungspreis, aber die meisten Leute nehmen ihren Einkauf ohnehin mit.

Psst: Hier gibt es eine Toilette – die letzte mit Wasserspülung bis Arthur’s Pass Village.

Arthur's Pass Springfield

Der Übergang zwischen den Canterbury Plains und den kargen Southern Alps

Kilometer 64/176: Springfield

Noch in den brettflachen Canterbury Plains, aber schon mit verlockender Aussicht auf die Southern Alps liegt das Örtchen Springfield im Selwyn-Distrikt. Seine 300 Einwohner huldigen dem Namensvetter in der “Simpsons”-Serie mit der vier Meter hohen Statue eines angebissenen Donuts (dem Lieblingsessen von Homer Simpson) – gespendet von 20th Century Fox anlässlich des “Simpsons”-Filmstarts im Jahr 2007.

Eine zweite “wacky attraction” ist das Springfield Café, das 2019 zum “unfreundlichsten Café Neuseelands” gekürt wurde – nach dem Shitstorm kündigte die Gemeinde den Besitzern und übergab das Café an neue Mieter, ihr könnt euch also nicht mehr anschreien lassen.

Tipp: Das Springfield Café ist zwar immer noch unter seinem Namen bei Google Maps gelistet, an derselben Stelle findet ihr aber auch das neue “Taste of Kiwi”-Café, das ausnehmend gute Bewertungen hat.

Gut zu wissen: Springfield ist die letzte Gelegenheit bis Arthur’s Pass Village für einen Kaffee! An der Challenge-Tankstelle könnt ihr nochmal auftanken.

Wendekreisen Wohnmobil Arthurs Pass

Kurz hinter Springfield beginnt es richtig cool auszusehen

Kilometer 82/136: Porters Pass

Euer erster landschaftlicher Halt ist wahrscheinlich der 947 Meter hohe Porters Pass – der also höher ist als der Arthur’s Pass, aber interessanterweise nicht der gesamten Unternehmung ihren Namen gegeben hat.

Hier könnt ihr die eben gekauften Pies vernaschen und dabei den Blick auf die sanften, braunen Berghänge ringsherum genießen. Vor allem im Frühling sehen die noch verschneiten Berge wunderschön aus.

Arthur's Pass Porters Pass

Kilometer 86/132: Lake Lyndon

Ein wunderbar stiller Ort, der leicht zu erreichen ist – parkt an einer beliebigen Stelle am Seeufer und genießt den Blick! Unser Favorit ist die Ostseite neben dem Feldweg, der weiter zum Lake Coleridge führt. An der Nordseite des Sees, direkt neben der Straße, gibt es eine Toilette (falls euer Camper keine hat).

Arthur's Pass Lake Lyndon

Wunderschöner erster Zwischenstopp am Arthur’s Pass: Lake Lyndon

Kilometer 98/144: Castle Hill

Ein Stopp an den Kalksteinfelsen von Castle Hill/Kura Tawhiti ist Pflicht auf einem Roadtrip über den Arthur’s Pass! Dieser Ort ist immer noch ein Neuseeland-Geheimtipp, obwohl es hier in den letzten Jahren dank Instagram durchaus belebter geworden ist. Das große Drohnen-Verbotsschild wird jedenfalls fleißig ignoriert…

Der Kalkstein, der durch Wasser zu den heutigen Skulpturen erodiert wurde, ist ziemlich beeindruckend. Castle Hill ist daher eine sehr beliebte Location zum Klettern bzw. Bouldern; ihr seht bestimmt irgendwo ein Crash Pad herumliegen. Da die Felsen wirklich niedrig sind, kann man sich nach Herzenslust und ohne Gefahr ausprobieren – das weiche Gras fängt die Stürze ab (man könnte allerdings in Schafköttel fallen).

Castle Hill Neuseeland 2018

Castle Hill: Man munkelt, hier sei das Zentrum des Universums

Wenn euch das Klettern zu riskant ist, wandert ihr einfach zwischen den Felsblöcken umher und genießt die Aussicht vom Rand des kleinen Tals auf die gegenüberliegenden Berge. Kinder lieben Castle Hill, denn es ist perfekt zum Versteckspielen. Irgendwo zwischen den Felsen findet ihr auch eine Longdrop-Toilette ;-)

-> Hier haben wir Castle Hill ausführlich vorgestellt.

Arthur's Pass Castle Hill

Eine der schönsten Toiletten der Südinsel ;-)

Kilometer 100/141: Cave Stream Scenic Reserve

Weitere fünf Minuten die Straße hinauf von Castle Hill erreicht ihr Cave Stream: ein 362 m langes Höhlensystem, durch das man wandern kann – allerdings nur, wenn das Wasser des Cave Stream nicht zu hoch steht, der die Höhle nämlich in ganzer Länge durchspült. Der Höhlengang schlängelt und windet sich über die 362 Meter zwischen den beiden Eingängen durch tiefste Dunkelheit, bevor er am Ende in einem Wasserbecken mündet. Hier kommt man mithilfe einiger Metallklammern am Felsen wieder hinaus, muss sich dabei aber durch einen Wasserfall hinaufquetschen!

Wir waren schon zweimal am Cave Stream und haben uns nie hineingetraut, weil das Wasser gleich am Eingang der Höhle für unsere Jüngste brusttief gewesen wäre – und es ist eiskalt, auch im Hochsommer!

Neuseeland-Route 2018 Cave Stream

Wir erforschen Höhlen im Cave Stream Reserve

Neuseeländische Familien haben natürlich kein Problem damit, auch mit Kindern den Cave Stream zu durchwandern. Wir haben einige deutsche Backpacker getroffen, die es in etwa 45 Minuten durch die Höhle geschafft haben – und begeistert waren.

Warnung: Es ist äußerst wichtig, sich vor der Höhlendurchquerung gut zu informieren!! Dafür steht ein groooßes Schild vor dem Eingang zur Höhle. Wenn der Wasserstand zu hoch ist, versucht es auf keinen Fall. Geht als Team in die Höhle, idealerweise zusammen mit einer anderen Wandergruppe.

Arthur's Pass Cave Stream

Am Cave Stream wird umfänglich vorgewarnt

In der Höhle werdet ihr klitschnass. Wenn ihr keinen Neoprenanzug habt, braucht ihr schnell trocknende Kleidung (Sportleggings zum Beispiel) und zwei starke Taschenlampen – pro Person! Die Handy-Taschenlampe reicht definitiv nicht aus, ihr braucht in der Höhle beide Hände zum Klettern!

Dies gesagt, ist ein Stopp am Cave Stream auch sehr cool, wenn man NICHT die Höhle durchquert. Wir haben draußen im Cave Stream geplanscht und sind oberirdisch herumgelaufen, das war ebenfalls sehr cool.

Arthur's Pass Cave Stream

Cave Stream von oben – auch sehr schön!

Kilometer 114/126: Lake Pearson

Der Lake Pearson ist an windstillen Tagen ein echter Hingucker, mit Glück werdet ihr mit malerischen Spiegelungen der Berge belohnt. Überraschenderweise ist das Wasser hier gar nicht so kalt, wie man es in den Bergen erwartet, also haltet eure Badesachen bereit!

Das Seeufer ist ein toller Ort für ein Picknick oder für eine Übernachtung auf der DOC-Campsite. Es gibt jede Menge Stellplätze und man kann sogar auf Gras zelten. Die Übernachtung auf dieser Basic Campsite kostet 8 NZ$ pro Person und es gibt zwei mittelsaubere Plumpsklos.

Wichtig: Meldet eure Übernachtung vorher auf der DOC-Website an, sonst zahlt ihr eine Extra-Gebühr von 10 NZ$ pro Person!

Arthur's Pass Lake Pearson

Eine Nacht am Lake Pearson: sehr zu empfehlen

Kilometer 148/93: Arthur’s Pass Village: Lunch-Pause mit Kea

Arthur’s Pass Village liegt eingebettet im Herzen der Southern Alps und ist wirklich süß mit seinen hölzernen Almhütten. Ob es hier überhaupt echte Einwohner gibt?

Das Dorf ist so winzig, dass ein Spaziergang nicht mehr als 30 Minuten dauert. Bis auf den superkurzen Walk zum Avalanche Creek Waterfall und einen Besuch im schönen Visitor Centre gibt es auch nicht allzu viel zu tun hier.

Arthurs Pass Devils Punchbowl Falls

Im Örtchen Arthur’s Pass Village

Schaut auf jeden Fall im Alpine Parrot Café vorbei, um eine Kleinigkeit zu essen. Wenn ihr draußen sitzt, müsst ihr wie Schießhunde aufpassen, dass euch die neugierigen Kea-Papageien nicht die Pommes vom Teller stibitzen! (Manchmal kommen die sogar IN DAS CAFÈ GELAUFEN und klauen Essen.)

Genau gegenüber ist der Arthurs Pass Café & General Store, wo ihr neben Kaffee und Vitrinen-Gerichten auch Lebensmittel und Souvenirs einkaufen könnt.

Geheimtipp: Im General Store gibt es auch eine Tanksäule für SuperPlus-Benzin!

Am kleinen Bahnhof mitten im Ort hält der TranzAlpine, der täglich zwischen Christchurch und Greymouth fährt. Ist dieser Zug gerade im Bahnhof, wimmelt es von Menschen, die ihre 10-Minuten-Pause nutzen, um sich die Beine zu vertreten. (Mehr zu diesem sehr coolen Zug lest ihr ganz unten.)

Mittags und an Wochenenden kann es schwer werden, einen Platz in einem der  Cafés zu bekommen – eine gute Idee ist es in diesem Fall, erstmal ein Stück weiterzufahren und eine der kurzen Wanderungen zu machen, für die der Arthur’s Pass berühmt ist. (Es gibt auch sehr viel längere und anspruchsvollere Tracks in dieser Region; für einen Roadtrip-Zwischenstopp sind die aber ungeeignet, sodass wir sie hier ignorieren.)

Fun Fact: Den tatsächlichen Arthurs Pass – also den höchsten Punkt des SH 73 – erreicht ihr erst ca. 5 km nach dem Dorf.

Kilometer 149/92: Devil’s Punchbowl Falls: kurze Wanderung zum Wasserfall

Das ist wahrscheinlich die beliebteste Wanderung am Arthur’s Pass, da sie kurz und für fast jedes Fitness-Level geeignet ist. Perfekt als Familienwanderung, wie wir selbst getestet haben – zwei von drei Kindern entschieden sich, im Wohnmobil zu bleiben – das dritte hatte viel Spaß beim Kraxeln über Wurzeln und Steine zum Fuß des Wasserfalls!

Der Devil’s Punchbowl Falls Walk dauert ca. eine Stunde und führt durch dichten, verwunschenen Buchenwald, über mehrere Brücken und viel zu viele Treppen bis hinauf zu einer Aussichtsplattform mit Blick auf den 131 Meter hohen Wasserfall.

Schönste Wasserfälle in Neuseeland Devils Punchbowl Falls

Die Devil’s Punchbowl Falls gehören zu den eindeutig schönsten Wasserfällen in Neuseeland

Start der Wanderung ist ein paar Kilometer westlich vom Arthur’s Pass Village (kurz nachdem ihr den eigentlichen Arthurs Pass überquert habt). Der Parkplatz ist gut ausgeschildert und groß.

-> Hier haben wir den Devil’s Punchbowl Falls Walk ausführlich vorgestellt.

Kilometer 153/88: Dobson Nature Walk & Temple Basin

Ein Parkplatz am Straßenrand markiert den Start des Weges hinauf zum Temple Basin – im Sommer ein anstrengender, weil steiler und nicht beschatteter Wanderweg, im Winter die Zufahrt zu einem kleinen Skigebiet.

Wenn euch die recht steile Wanderung auf einem sehr holprigen Fahrweg nicht zusagt (ihr verzichtet allerdings auf grandiose Talblicke und einen Wasserfall!), könnt ihr auch den kürzeren Dobson Nature Walk laufen, der nur wenige Meter über der Höhe des Highways verläuft. Kleinere Kinder sehen hier allerdings gar nichts, weil sie nicht über die dichten Büsche schauen können, durch die sich der Pfad windet.

Arthurs Pass

Wunderschöne Natur: Temple Basin direkt am Arthur’s Pass

Kilometer 154/87: Otira Viaduct Viewpoint

Die weit geschwungene Hochstraße überspannt seit 1999 das Tal des Otira River, dessen steile Wände für ständige Erdrutsche und Steinlawinen sorgen und die alte Straße stark gefährdeten. Der Viaduct ist 440 Meter lang und hat ein ungewöhnlich starkes Gefälle (in Europa wäre das in alpinem Gelände gar nicht erlaubt, weil Frost hier für gefährliche Glätte sorgen kann).

Oberhalb des Otira Viaduct ist ein kleiner Parkplatz für den Viewpoint, von dem ihr eine tolle Aussicht auf das Tal und die Brücke habt. Außerdem kommen hier oft neugierige Kea-Papageien und schauen nach den Besuchern.

Hochzeitsreise Neuseeland Otira Gorge

Egal ob Camper oder Mietwagen: Sie alle fahren über den Otira Viaduct

Kilometer 161/80: Otira Stagecoach Hotel: wacky New Zealand

“Warte mal – was war denn das??” Diese überraschte Frage haben sicherlich nicht nur wir uns gestellt, als wir am Stagecoach Hotel im Örtchen Otira vorbeigefahren sind – und beim zweiten Mal haben wir rechtzeitig auf die Bremse getreten, um uns das Hotel näher anzuschauen.

Vorbeifahrende werden vor allem mit den lustigen Dach-Aufbauten zum Anhalten verlockt: Da sitzt doch tatsächlich Gollum auf dem Dach des Hotels, und vor dem Eingang schnaubt ein Treibholz-Pferd. Auch drinnen sieht es ziemlich verrückt aus; wir waren unsicher, ob wir es gemütlich oder gruselig finden.

Arthur's Pass Otira

Das verrückteste Hotel am Arthur’s Pass: Otira Stage Coach Hotel

And that’s it – nach 225 Kilometern erreicht ihr im Örtchen Kumara Junction an der Mündung des Taramakau River die West Coast. Hier endet der State Highway 73.

Ihr müsst euch jetzt entscheiden, ob ihr auf dem SH 6 nach Norden (Greymouth) oder nach Süden (Hokitika) weiterfahren wollt. Beide Richtungen warten mit wilden Stränden, hübschen Städtchen, viel Wildlife und Abenteuern am Wegrand auf – die Entscheidung fällt schwer…

-> Was euch an Neuseelands West Coast erwartet
-> ein paar Ideen für entspannte Reiserouten mit Kindern
-> So haben wir Arthur’s Pass eingebaut in unsere 4-Wochen-Reiseroute 2018
-> Arthurs Pass andersherum auf unserer Reiseroute 2024

Arthur's Pass

Übernachten am Arthur’s Pass

Campsites

Die schlichte DOC Campsite Lake Pearson haben wir ja schon vorgestellt (20 Stellplätze; Achtung, reservierungspflichtig!); in einem Camper gibt es aber noch weitere Möglichkeiten, den Roadtrip über den Arthurs Pass zu unterbrechen:

Arthur's Pass Lake Pearson

Camping am Lake Pearson: hachz!

  • Gleich am Anfang des SH 73 liegt in Springfield der einfache Kowhai (Pass) Domain Campground, dessen Betreiber in einem Bus auf dem Platz wohnen. Abends hat man hier einen tollen Blick auf die schneebedeckten Southern Alps, und es gibt einen Tennisplatz.
  • Kurz nach Castle Hill ist die DOC Campsite Mistletoe Flats (10 Stellplätze, reservierungspflichtig)
  • Gleich nach der Brücke über den Waimakariri River zweigt eine kurze Zufahrt zur beliebten DOC Campsite Klondyke Corner ab (40 Stellplätze, reservierungspflichtig).
  • Kurz darauf fahrt ihr an der Greyneys Shelter Campsite vorbei; nicht mehr als ein Parkplatz mit einem gemauerten offenen Häuschen, das eine Feuerstelle beherbergt.
  • Direkt im Arthurs Pass Village liegt die DOC Campsite Avalanche Creek Shelter mit 25 Stellplätzen, wo man im Camper und auch im Zelt übernachten kann; es gibt eine überdachte Kochstelle, Toiletten (mit Spülung!) und sogar Picknicktische. Auch sie ist reservierungspflichtig.
Arthur's Pass Lake Pearson

Im Wohnmobil hat man am Arthurs Pass viel Auswahl an Campsites

  • Für 15 NZ$ könnt ihr euren Camper auf dem Parkplatz des Otira Stagecoach Hotel abstellen und für weitere 5 NZ$ auch die Duschen und das Kaminzimmer im Hotel nutzen.
  • Ein totales Schmankerl ist der Jackson’s Retreat Alpine Holiday Park*, den wir 2018 nach einer langen Fahrt entdeckt haben und seitdem immer wieder gern besuchen; abseits der Straße verbirgt sich hier zwischen dichtem Gebüsch ein Luxus-Campingplatz mit herrlich gemütlichem Gemeinschaftsraum und beheiztem Sanitärgebäude (!), im kleinen Shop gibt es Lebensmittel und TK-Pizza (!!). Für Kids spannend ist die Nachtwanderung auf dem Gelände, die zu einem kleinen Wasserfall mit Glowworms führt.
  • Fast schon am Ende der Überfahrt zur West Coast, kurz vor Kumara Junction, gelangt ihr schließlich zum Greenstone Retreat – ein weiterer Geheimtipp, den man eigentlich gar nicht teilen will. Die (wenigen) Stellplätze liegen in einem hübschen Garten und man kann sogar Yogastunden buchen. Namaste!
Arthur's Pass Jacksons Retreat

Im Jackson’s Retreat Alpine Holiday Park

Hotels und Motels am Arthurs Pass Highway

Ich kann nicht alle Hotels, Motels und Airbnbs aufführen, die entlang des SH 73 liegen – ihr habt ihr eine breite Auswahl. Ein paar besondere Tipps:

  • Richtig krass luxuriös ist die Flockhill Lodge* auf einer echten Schaffarm, an der ihr nach dem Cave Stream Scenic Reserve vorbeikommt – eine Übernachtung hier oben kostet locker 10.000 NZ$ (immerhin für 4 Personen)!
  • Das Bealey Hotel* an der breiten Flussgabelung von Bealey und Waimakariri River ist immer einen Stopp wert, weil zum Haus das Crafty Moa Restaurant gehört, wo ihr deutlich besseres Essen bekommt als im Arthurs Pass Village.
  • Im Arthurs Pass Village könnt ihr in den kleinen Holzhütten des Alpine Motel* oder im Arthurs Pass Motel & Lodge* übernachten.
  • Das Otira Stagecoach Hotel* haben wir ja weiter oben schon vorgestellt; es wirkt zwar arg zusammengepuzzelt und durcheinander, aber die Zimmer im viktorianischen Stil sollen nach Google-Bewertungen wirklich schön sein.
  • Gleich neben dem Hotel liegt die knallrot gestrichene Rata Lodge* mit drei Zimmern um einen Gemeinschaftsraum.
  • Das Greenstone Retreat* ist nicht nur interessant für Camper, es ist auch ein Hostel mit Zimmern in einem süßen viktorianischen Haus.
Arthur's Pass Otira

Im Otira Stagecoach Hotel: gemütlich!

Bonus-Tipp: Arthur’s Pass überqueren per Zug

Wir empfehlen euch wärmstens, diesen Roadtrip mit einem Wohnmobil zu machen. Aber wenn ihr mit mehr Ruhe die wunderschöne Landschaft erleben wollt, bietet die neuseeländische Panorama-Bahnlinie TranzAlpine eine tolle Alternative!

Arthur's Pass Springfield

Steigt morgens 8:15 Uhr am Bahnhof in Christchurch in den Panoramazug und genießt die Fahrt durch die einsame, unberührte Landschaft – die Zuglinie folgt zwar oft der Straße, führt aber zwischendurch auch weitab davon durch die Berge, sodass ihr ganz andere Eindrücke bekommt.

Stopps macht der Zug in Springfield, Arthurs Pass Village, am Lake Brunner und in Greymouth – die gesamte Fahrt dauert knapp fünf Stunden.

TranzAlpine CREDIT KiwiRail

Der TranzAlpine auf seinem Weg quer über die Südinsel © KiwiRail

Pro-Tipp: Für einen wunderschönen Tagesausflug fahrt nicht bis Greymouth (das lohnt sich in der kurzen Zeit nicht), sondern steigt am Lake Brunner/Moana aus, wo ihr 12:15 Uhr ankommt. Der Zug zurück nach Christchurch kommt um 15:10 Uhr und bringt euch bis 19 Uhr zurück nach Christchurch.

Alternativ könnt ihr in Arthurs Pass Village aussteigen und auf den Rückfahrts-Zug warten; hier habt ihr dann von 10:30 Uhr bis 16:30 Uhr Zeit, um einige Wanderungen zu machen; allerdings verpasst ihr so den Sneak Peek auf die Landschaft der West Coast.

-> Mehr über das Zugfahren in Neuseeland

Jenny

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