Eure Neuseeland-Reisen mit Kind

Blog-Interview Nr. 30: Stewart Island mit Kindern

Diana und Matthias haben sich richtig viel Zeit genommen für ihre Neuseeland-Reise mit Kindern. Deshalb war für sie auch ein Reiseziel drin, das die meisten Familien aus Zeitgründen weglassen: Stewart Island. Ob ein Ausflug auf die kleine Insel im tiefsten Süden empfehlenswert ist, erzählt uns Diana im Interview.

Stewart Island mit Kindern

© Matthias Evers

Weltwunderer: Bitte stell unseren Lesern kurz eure Familie vor: Wer seid ihr und warum wart ihr in Neuseeland?

Diana: Wir sind Diana und Matthias mit unseren drei Kindern Cäcilia (8), Jan (6) und Annike (2). Wir waren vom 1. Oktober 2017 bis 18. März 2018 in Neuseeland unterwegs. Matthias hat 1/2 Jahr Sabbatical und ich bin noch in Elternzeit. Auch eine Schulbefreiung für unsere älteste war kein Problem.

Wir waren bereits 2015 in Neuseeland gewesen, aber nur für vier Wochen. Uns hat das Land weiter beschäftigt und wir wollten für uns die Frage klären, ob wir in Neuseeland leben wollen.

WW: Wie lange und auf welcher Route wart ihr in Neuseeland unterwegs?

Diana: Für 10 Wochen hatten wir einen 6berth von Euro Camper und dann für drei Monate einen Van.

Gestartet sind wir in Auckland und haben zwei Monate insgesamt auf der Nordinsel verbracht. Über Whakapapa zum Skifahren ging es nach Whanganui und New Plymouth, dann an der Westküste entlang wieder nach Norden bis zum Cape Reinga. Danach sind wir an der Ostküste wieder nach Süden gefahren, über Coromandel, die Bay of Plenty, Gisborne und Napier nach Wellington.

Auf der Südinsel waren wir in Picton, dann sind wir über Murchison und Hanmer Springs bis Christchurch gefahren. Dort haben wir Mitte Dezember unseren Camper gegen einen Van getauscht. Mit dem waren wir je eine Woche in Christchurch, Moeraki, Dunedin und Riverton, dann fünf Tage in Wanaka, zwei Tage am Mount Cook, sind dann über Ashburton (Lakes), die Ashley Gorge und Blenheim wieder nach Picton.

Abel Tasman National Park

Unterwegs im paradiesischen Abel Tasman National Park © Matthias Evers

Nach einer Woche in Picton und einer Woche in Nelson sind wir für ein paar Tage  nach Wellington, über Waitarere nach Taupo und zurück nach Auckland.

Zwischendurch waren wir zwei Wochen in Australien mit dem Campervan, da in Neuseeland alles ausgebucht bzw. unbezahlbar war. Am Ende waren wir noch eine Woche in Waihi Beach, zwei Tage in Cornwallis, fünf Tage in Paihia, zwei Tage in Leigh und sind dann wieder zurück nach Auckland gefahren.

Während unserer Woche in Riverton haben wir einen Tagesausflug nach Stewart Island gemacht.

WW: Wie viel Zeit habt ihr euch für Stewart Island genommen?

Diana: Da unsere Airbnb-Unterkunft fest für eine Woche gebucht war und auch die Anschlussunterkunft fix war, blieb nur der Tagesausflug. Außerdem war es mit drei Kinder bequemer, nur mit Tagesgepäck zu reisen.

WW: Wieso seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen, dorthin zu fahren?

Diana: Von Stewart Island haben wir aus Jennys Reiseführer über die Südinsel erfahren. Matthias wünschte sich, die Insel zu besuchen. Ich war skeptisch wegen der Überfährt, die häufig sehr unruhig ist. Als ich dann mit meinen Kindern in der i-Site in Riverton war, habe ich Flyer von Stewart Island gesehen, mit wundervoller Natur und noch wundervolleren Stränden.

Die Angestellte in der i-Site war sehr nett und hat mir viel erklärt, da sie auf der Insel aufgewachsen war. Sie hat mir die Preise für die Fähre rausgesucht und bei dem Fährunternehmen für mich angerufen, um genaue Wetterinformationen zu bekommen. In zwei Tagen sollte der beste Tag für die Überfahrt sein. Da habe ich das einfach gebucht. Obwohl das mulmige Gefühl blieb…

WW: Wie seid ihr auf die Insel gelangt und wie seid ihr vor Ort herumgekommen?

Diana: Von Bluff fährt die „Stewart Island Experience“ Fähre, die kostet 139 NZ$ für Hin- und Rückfahrt pro Erwachsener. In den neuseeländischen Sommerferien reisen Kinder gratis! Man könnte auch fliegen, aber das wird für eine fünfköpfige Familie ziemlich teuer.

Wichtig: Die Gepäckmitnahme ist bei ausgebuchten Booten eingeschränkt. Große Rucksäcke, Koffer, Reisetaschen müssen aufgegeben werden und werden in Metallboxen zur Insel transportiert.

Empfehlenswert ist, ein kleines Handgepäck mit den notwendigen Sachen für die ganze Familie dabei zu haben. Es empfiehlt sich, in der Hochsaison zwei Tage im Voraus zu buchen, denn unsere Fähre war komplett ausgebucht.

Die Überfahrt im Katamaran dauert ca. eine Stunde, je nach Seegang. Und macht nicht den Fehler wie eine asiatische Familie: Sie saßen ganz hinten und teilweise mit dem Rücken zur Fahrtrichtung!

Da wir nur einen Tagesausflug gemacht haben, waren wir zu Fuß unterwegs. Es gibt dort aber auch Taxis und Fahrradverleih.

Stewart Island mit Kindern

Träumchen! © Matthias Evers

WW: Was kann man auf Stewart Island mit Kindern machen?

Diana: Wir haben eine „Wanderung“ von etwa einer Stunde gemacht und sind vom Hafen durch Wildnis zur Thule Bay/Golden Bay und dann wieder zurück. Leider haben wir keinen Kiwi gesehen, nur gehört, aber die Natur ist viel unberührter als auf dem Festland.

Dann gab es Mittagsessen: Fish & Chips, Seafood Chowder im Hotel am Hafen. Leider war die Fischbude „Kai Kart“ noch nicht geöffnet, denn laut Einheimischen gibt es dort den besten Fisch.

Nebenan gibt es einen kleinen Supermarkt mit Eis und direkt am Strand am Hafen ist ein Spielplatz.

Den Nachmittag haben wir ca. 15 Gehminuten von der Fähre entfernt, am Bathing Beach verbracht. Ein unglaublich schöner weißer Strand mit türkisblauem Wasser und obwohl es Januar war, also Hochsaison und neuseeländische Ferienzeit, war niemand da. Wunderschön!

Stewart Island mit Kindern

© Matthias Evers

WW: Wo kann man auf der Stewart Island mit Kindern schlafen? Habt ihr einen Tipp für eine familienfreundliche Unterkunft?

Diana: Es gibt verschiedene Unterkünfte: Zeltplatz mit Jugendherberge, Hotels, B & B, Privatunterkünfte.  Für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei.

WW: Was war euer Highlight auf der Insel, was macht sie besonders?

Diana: Definitiv der Mega-Strand! Trotz Hochsaison und neuseeländischer Ferienzeit war niemand da.

WW: Gab es etwas, was ihr gern vorher gewusst hättet, was evtl. nicht geklappt hat?

Diana: Leider war uns nicht bewusst, wie schön Stewart Island ist. Wir bereuen es, dass wir nicht über Nacht bleiben konnten! Beim nächsten Mal würden wir uns dann für eine Nachtwanderung, einen Ausflug nach Ulva Island, eine Kayaktour und längere Strandaufenthalte entscheiden.

Stewart Island Wald

Wandern auf Stewart Island – da gibt es nicht nur den Rakiura Track © Matthias Evers

WW: Was ist euer Fazit: Muss man Stewart Island mit Kindern sehen oder kann man das weglassen?

Diana: Unbedingt anschauen! Stewart Island ist eine sehr gute Alternative zum überfüllten Milford Sound und man braucht keine lange Busfahrt zu machen, bei der sich die Kinder nicht bewegen können.

WW: Danke für das Interview! Und wie habt ihr euch nun eigentlich entschieden?

Diana: Es gibt kein klares Ergebnis. Ein Teil der Familie könnte es sich vorstellen, aber da wir als Familie gemeinsam entscheiden, bleiben wir vorerst in Deutschland. Denn was uns sehr klar geworden ist: Es geht uns allen in Deutschland sehr, sehr gut.

Stewart Island mit Kindern

Familie Evers hat sich viel Zeit gelassen für ihre Entscheidung © Matthias Evers

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