Persönliches

Jahresrückblick 2017 und unser hässlicher CO2-Fußabdruck

Das Jahr 2017 war für uns Weltwunderer, und vor allem für mich selbst, sehr reisereich. Wie oft wir unterwegs waren, habe ich erst realisiert, als ich in meinem Instagram-Feed rückwärts gescrollt habe. Toll, oder? Naja – die Kosten für die Umwelt sind kein Grund zum Jubeln. Ich lege beschämt offen: unser CO2-Fußabdruck für 2017. Wie groß ist eurer?

Ökologischer Fußabdruck Fernreise Neuseeland

Unser ökologischer Fußabdruck nach mehreren Fernreisen – in Übergröße

Wir sind weit davon entfernt, wie die „richtigen“ professionellen Reiseblogger alle paar Wochen ins Flugzeug zu steigen und unsere Laptops in einem neuen „Coworking Space“ aufzuschlagen. Trotzdem hat uns das Jahr 2017 ganz schön auf Trab gehalten.

Jahresrückblick: unsere Reisen im Jahr 2017

Im Januar mussten wir gar nicht wegfahren – der Winter war zu uns gekommen und bescherte wochenlang Schnee vom Feinsten. Weltwunderfrau im Himmel, Kinder ebenfalls!

Jahresrückblick 2017: Dresdner Heide Winter

Wunderschön: Winter in der Dresdner Heide

Im Februar bin ich mit den beiden großen Weltwunderkindern und meinen eigenen Eltern im Drei-Generationen-Skiurlaub gewesen. Aus Kostengründen, aus praktischen Gründen und auch, weil’s Spaß macht – die Umwelt hat sich allerdings bestimmt nicht allzu sehr gefreut, dass wir einer Sportart gefrönt haben, die die Natur der Alpen nachhaltig zerstört.

Jahresrückblick 2017 Winter Lech Zürs Arlberg

Skifahren in Lech Zürs Arlberg: leider geil

Im März habe ich allein mit meiner besten Freundin den Klassiker gemacht: Girls‘ Trip nach Mailand. Darüber lest ihr hier im Blog nichts, denn ich will auch mal richtig Urlaub machen 😉 So ein Wochenendtrip per Flugzeug ist natürlich alles andere als nachhaltig – wieder ein Minuspunkt auf dem Klimakonto.

Jahresrückblick 2017 Mailand

Mailand im März: kann man machen!

Der April war für uns ziemlich aktiv; wir gingen fleißig in unserem Lieblingsgebirge wandern (denn das geht jetzt mit dem Weltwunderbaby schon viel besser) und genossen den Frühlingsanfang.

Jahresrückblick 2017 Sächsische Schweiz

April in der Sächsischen Schweiz

Ende Mai genossen wir den Frühsommer bei einem langen Paddelwochenende auf der Mecklenburger Seenplatte. Außer der Anfahrt mit dem Auto (das wir immerhin bis auf den letzten Platz füllen und das auch schon ziemlich alt ist) haben wir hier alles richtig gemacht: Schlafen im Zelt, Fortbewegung mit Muskelschmalz, Selbstversorgung aus lokalen Quellen (wobei, Grillen ist auch nicht gut fürs Karma…).

Jahresrückblick 2017 Paddeln Carwitz

Paddeln auf der Mecklenburger Seenplatte im Mai – vorzüglich!

Im Juni wären wir um ein Haar nicht nach Smaland gefahren; es klappte dann aber in letzter Minute doch. Statt Flieger nutzten wir die Kombination aus Auto und Fähre. Anders wären wir vor Ort auch gar nicht herumgekommen; die tausenden Kilometer auf dem Tacho zeigen aber deutlich, dass nachhaltiges Reisen etwas anderes ist. Immerhin: Wir haben Carsharing mit den Jägern des verlorenen Schmatzes und Unterwegsmitkind gemacht und in einem Ferienhaus gewohnt, wo wir uns selbst versorgt haben – besser als ein Hotel ist das allemal.

Jahresrückblick 2017 Smaland

Rotes Häuschen in Smaland – perfekt!

Dann begannen für uns schon die Sommerferien – und bereits am ersten Tag hüpften wir in den Flieger nach Japan, wo wir bis Ende Juli durch Tohoku fuhren und schließlich noch ein paar Tage in Tokio wohnten.

So ein Interkontinentalflug bläst den ökologischen Rucksack richtig auf; das kann unser Low-Budget-Reisen im Campervan, wobei wir immerhin Extra-Unterkünfte und deren CO2-Verbrauch einsparten, auch nicht ausgleichen.

Spaß hat es trotzdem gemacht, und wie!

Jahresrückblick 2017 Japan

Der Juli in Japan im Campervan war richtig toll!

Kaum aus Japan zurückgekommen, setzten wir uns schon wieder ins Auto und fuhren Anfang August nach Rügen. Wieder ohne den Weltwundermann, wieder im Drei-Generationen-Urlaub mit den Großeltern. Die machen irgendetwas richtig 😉

Urlaub im Ferienhaus mit täglichen Radtouren zum Strand: klimatechnisch gar nicht schlecht. Die lange Anreise mit zwei Autos bringt allerdings weitere Minuspunkte.

Jahresrückblick 2017 Rügen

Die Alleen auf Rügen – traumhaft

Der September war in Sachen Reisen eine regelrechte Erholung – wir schnickten nur schnell mal zur IGA nach Berlin. Ganz vorbildlich mit dem Zug, und vor Ort waren wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Und so eine Gartenausstellung schluckt sicherlich eine ganze Menge CO2, oder? 😉

https://www.instagram.com/p/BZNvq1vglhb/?taken-by=weltwunderer_jenny

Im Oktober stiegen wir schon wieder ins Flugzeug: diesmal nach Mallorca, auf eine vom Massentourismus zunehmend gebeutelte Insel, die wir trotzdem ins Herz geschlossen haben.

Rumkommen per Mietwagen und Relaxen am eigenen Pool, das ist in Sachen Nachhaltigkeit auch überhaupt nicht gut. Ob es aber besser ist, als eine Woche in einem All-inclusive-Hotel mit Poollandschaft und täglichem Wäschewechsel zu hocken? Hoffentlich.

Jahresrückblick 2017 Mallorca

Unser Herbst auf Mallorca war wie immer ein Träumchen

Der November bedeutete für uns Krankenlager – unterbrochen nur von einem Halloween-Kurztrip nach Berlin, den wir wieder einmal per Auto zurücklegten. Immerhin: Übernachten bei Freunden gibt Pluspunkte, und unser Auto war voll besetzt.

https://www.instagram.com/p/Ba4PLMxlPpC/?taken-by=weltwunderer_jenny

Jetzt ist Dezember und wir freuen uns schon auf den letzten Urlaub des Jahres: Wir werden wieder einmal unserem Nachbarland Tschechien einen Besuch abstatten und dort hoffentlich den Winter finden.

Airbnb nutzen wir dabei gleich doppelt: Wir vermieten unsere eigene Wohnung und wohnen im Haus einer tschechischen Familie. Das ist nachhaltiges Reisen! Dafür dürfen wir auch wieder mit dem Auto fahren…

Das Jahr 2017: unser ökologischer Fußabdruck

Nach dieser überraschenden Anhäufung von Reisen habe ich mal den CO2-Rechner des WWF angeworfen und ausrechnen lassen, wie groß unser diesjähriger CO2-Fußabdruck ist.

Allein für die Flüge nach Japan und Mallorca kommen happige 34 Tonnen Kohlendioxid zusammen – denn, nicht vergessen, wir fliegen ja jedes Mal zu fünft.

Mit dem Auto haben wir ebenfalls weite Strecken zurückgelegt: Nicht nur die tausenden Kilometer nach und in Schweden, unsere Berlin-Trips sowie die Anfahrten in den Skiurlaub und an die Ostsee zählen dazu. Um einen Flughafen wie Berlin oder München zu erreichen, müssen wir ebenfalls erstmal hunderte Kilometer Auto fahren. Duh. Nicht zuletzt zählen auch die ca. 2.000 km, die wir mit dem Campervan durch Japan gefahren sind, natürlich hier hinein.

Ganz grob geschätzt kommen so weitere 2 Tonnen an CO2 hinzu, die wir im Jahr 2017 beim Autofahren in die Luft geblasen haben. Dass wir im Alltag kaum noch Auto fahren und weit unter dem deutschen Durchschnitt liegen, zählt da kaum als Ausgleich, oder? Und diese 2 Tonnen müssten wir jetzt eigentlich auch noch mal fünf nehmen – oder ist es hier egal, wie viele Leute drinsitzen?

Für die paar Fahrten mit Flixbus und Bahn nach Berlin kommen noch einmal 0,2 Tonnen CO2 hinzu.

Ob wir auf unseren Reisen in Hotels, im Zelt, in Ferienhäusern oder gar im Campervan übernachtet haben, interessiert den CO2-Rechner nicht. Schade eigentlich, denn hier sehen wir schon einen Unterschied in der Bilanz: Ob wir klimaneutral im Zelt oder im Auto schlafen oder in einem mit viel Energie betriebenen Hotelkomplex, ist doch durchaus relevant.

Ein Punkt wenigstens für ein gutes Gewissen, okay?

Insgesamt ist unsere CO2-Bilanz unbestritten mies. Laut Klima-Rechner liegt das fast nur an unseren Flugreisen: Die machen mehr als die Hälfte unseres CO2-Fußabdrucks aus. In den restlichen Bereichen liegen wir als Haushalt schon vorbildlich unter dem deutschen Durchschnitt, ätsch.

CO2-Fußabdruck Bilanz 2017

Unser CO2-Fußabdruck für 2017: gruselig… © WWF/Klimaktiv

Miese CO2-Bilanz ausgleichen?

Rumjammern über das eigene schlechte Verhalten hilft ja keinem. Das Fernreisen komplett einzustellen, wäre eine Option für die Zukunft – und ihr dürft uns nach Herzenslust bashen, weil wir das nicht über uns bringen. Im Gegenteil, für das nächste Jahr stehen bei mir gleich zwei Fernreiseziele auf dem Plan…

Wir wählen also die zweitbeste Alternative und zahlen einen Ablass für unsere Sünden (und das im Martin-Luther-Jahr, kicher).

Nur: Wie viel sollen wir bezahlen? Der Rechner auf Carbon Footprint erlässt uns unsere CO2-Schuld schon gegen Zertifikate im Wert von 73 bis 167 Euro. Die deutsche Atmosfair dagegen verlangt allein für den Flug nach Japan bereits happige 579 Euro Spenden – das ist weit mehr, als ein einzelnes Flugticket gekostet hat…

Wir können uns jetzt auf die Schulter klopfen, weil wir ohnehin jeden Monat an diverse Umweltschutz- und Verbraucherorganisationen spenden. Tun wir aber nicht, sondern drücken zum Jahresende nochmal einen Extrabetrag an die Organisation unseres Vertrauens, Greenpeace, ab.

Und geben beschämt zu: Wir sind Umweltschweine, keine coolen Jetsetter. Und zerstören damit die Welt, die wir so gern bereisen.

Wie sieht es aus – traut ihr euch, euren eigenen CO2-Fußabdruck ausrechnen zu lassen? Oder habt ihr ein gutes Gewissen?

Ökologischer Fußabdruck Strand

Unsere Klimabilanz für 2017: mies 🙁

2 Kommentare

  • Ist ja lustig, ich schreibe auch gerade an einem kleinen Rückblick (und Ausblick), bei dem das Thema eine Rolle spielt. Ich habe im Sommer meinen ökologischen Fußabdruck gemessen und der war nicht so, wie ich ihn mir wünschen würde. Leider fließt in die Berechnung nicht alles ein, z.B. unser eigener Strom aus Sonnenenergie, dann wäre die Bilanz besser.
    Wie auch immer, durch das Reisen sind wir nicht gerade Vorbilder. Leider.
    Habt trotzdem schöne Weihnachten, genießt die Tage und bis zum nächsten Jahr. Liebe Grüße, Ines

    • Danke, liebe Ines! Ja, als Reiseblogger (die viel fliegen) sind wir wahrlich keine Vorbilder in Sachen Umweltschutz 🙁 Da können wir eigentlich nur hoffen, dass es uns unsere Leser nicht gleichtun…

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