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Entertainment unterwegs: unsere Lieblings-Hörspiele für Kinder und Eltern

Die Berlin-Mitte-Mom hat kürzlich ihre Hörspiel-Riege des Grauens vorgestellt: Gelesene und gesprochene Geschichten für Kinder, bei denen sich Eltern die Fußnägel aufrollen. Weil ihr unterwegs im Campervan garantiert viele Stunden an Hörspielen ertragen müsst, haben wir hier ein paar erträgliche Empfehlungen für euch gesammelt.

WeltwundererFragt man die Weltwunderkinder nach Hörspielen (oder lauscht an einem Sonntagmorgen ins Kinderzimmer), stimmt ihre Wahl leider nicht immer mit denen von uns Eltern überein. Nein, auch im Hause Weltwunderer haben sich die „kackdoofe“ Conny, Bibi Blocksberg und ihre schreckliche Freundin Tina mit der Knatsch-Stimme eingenistet. Wir tolerieren das heroisch.

Aber unterwegs im Auto – oder eben im Campervan – kommt so etwas nicht aufs Tapet, denn hier darf der jeweilige Fahrer (mit-) bestimmen. Haben eure Kinder also keinen MP3-Player, mit dem sie sich privat mit Conny & Co. berieseln können, empfehlen wir euch diese fünf Hörspiele, an denen auch Eltern ihre Freude haben.

Weltwunderer Mr Gum

Sie sind ein schlechter Mensch, Mr. Gum

Die Bücher aus der Feder von Andy Stanton, unnachahmlich schlampig illustriert von David Tazzyman (die Seiten haben Schmutzflecken!), werden von keinem Geringeren vorgelesen als Harry Rowohlt himself – das ist ja wohl ein Qualitätskriterium. Rowohlt liest selbst die absurdesten Stellen dieser enorm absurden Geschichte mit tödlichem Ernst vor und verspricht sich auch nicht beim Verlesen des (langen!) richtigen Namens der kleinen Polly. Wer auf komplett irrsinnigen Humor steht, wird „Mr. Gum“ lieben, versprochen. Und wer das tut, der freut sich, dass es inzwischen an die sieben Fortsetzungen gibt, eine abgedrehter als die andere. Chapeau!

 

Als zweites empfehlen wir Pu der Bär – natürlich nicht den dämlichen Disney-Verschnitt, sondern das ORIGINAL, gelesen vom Sprecher-Gott Harry Rowohlt. Zugegeben, die Geschichten sind nicht wirklich kindgerecht formuliert (Schachtelsätze und Konjunktiv ahoi!), aber unsere Kinder verstehen sie erstaunlicherweise trotzdem. Und wir lachen uns immer von Neuem schlapp, wenn Eule einen Geburtstagsgruß an I-Ah schreibt: „Hirz Lerz Gluckwnüsch uzm Bubu Bugebu Burtskat.“

Pluspunkt für laaange Fahrten: Mr. Rowohlt liest selbst die aufregendsten Passagen auf eine ungemein beruhigende Art und Weise vor, so dass einem nie die Ohren bluten.

Weltwunderer Märchenprinz

Unser dritter Liebling: Der Märchenprinz

Grimms Märchen sollte ein Kind schon kennen, um diese Hörspiel-Perlen von Christian Peitz verstehen und witzig finden zu können – ab etwa vier Jahren klappt das und wir alle zusammen amüsieren uns köstlich über die in sich abgeschlossenen kurzen Geschichten, in denen bekannte Märchen verwurstet oder neu interpretiert werden. Unser Favorit: „Die mit dem Frosch knutscht“ und dabei entdeckt, dass ihr hübscher Prinz ein fauler Sack ist und sie in Wirklichkeit eine verwunschene Froschprinzessin (nicht den Kindern verraten!). Oder doch „Puranzel“, die von einem fahrenden Friseur aus ihrem Turm gerettet wird – und zwar durch eine vorschriftsmäßig eingebaute Brandschutztür?

Auch hiervon gibt es zahlreiche Fortsetzungen, es wird also nicht langweilig.

 

Jetzt was total Exotisches: „Geschichten von Henriette und Onkel Titus“

Zugegeben, ihr werdet sie wahrscheinlich mehr nicht im Handel bekommen, und sie sind nur Eingeweihten mit DDR-Vergangenheit bekannt. Aber diese seltsam verschrobenen, überaus witzigen Fantasy-Realsozialismus-Krimi-Märchen von Peter Hacks, vorgetragen von Größen wie Kurt Böwe oder Henry Hübchen, sind wahre Edelsteine in der Kinderliteratur. Unser Geheimtipp für Kinder ab etwa sechs Jahren.

Weltwunderer Mimmelitt

Und schließlich empfehlen wir für die Kleineren – und für etwas Musik on the road Mimmelitt, das Stadtkaninchen.

Eine weitere musikalische Geschichte aus dem Hause Lakomy, aber ein bisschen fetziger als der allbekannte „Traumzauberbaum“. Das Stadtkaninchen Mimmelitt zuckelt auf seiner „KaSuKi“ durch (Ost-!) Berlin und kommt einem quietschenden Geheimnis auf die Spur – mit dabei unser Alltime-favorite-Song „Der Bangemann“, der vor allem Schiss hat.

 

Was sind eure Top-Hörspiele für lange Fahrten, die auch beim fünften Hören nicht für Ohrenbluten oder aggressive Muskelzuckungen sorgen?

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2 Kommentare

  • Der Tanz um erträgliche Hörspiele ist uns auch bekannt. Zumeist einigen wir uns dann tatsächlich auf den oben genannten Mr. Gum. Doch bei der letzten längeren Fahrt nach Südtirol konnten wir auch Mr. Gum nicht mehr hören und waren um so glücklicher, als wir endlich am Ziel ankamen.

    Grüße,
    Julia

  • Ha, das Thema kenne ich nun auch. Nachdem ich Ritter Rost echt nicht leiden kann, fahre ich gern mit Petterson & Findus durch die Lande. Und auch wenn Helene Fischer ihr ‚Maaajaaa‘ zwischen den Episoden trällert, ist die Neuvertonung der kleinen Biene wirklich schön gemacht. Ruft Kindheitserinnerungen wach 🙂

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