Where to go in NZ

Die schönsten Badestellen in Neuseeland – Geheimtipps für Mutige

Endlich wird es Sommer in Neuseeland – die glücklichen Familien, die sich gerade dort austoben, können so langsam mehr als die Fußspitzen ins Meer halten und sich den ersten Sonnenbrand des Jahres holen. Da kommen unsere Tipps zu den schönsten Badestellen in Flüssen und Seen sicher gerade recht.

Mermaid Pools in Tutukaka

Die Matapouri Bay hinter Tutukaka, etwa 20 Fahrminuten von Whangarei an der Ostküste von Neuseelands Nordinsel, sieht ohnehin schon atemberaubend aus: ein  breit geschwungener Bogen aus goldenem Sandstrand, wahnsinnig schön. Noch besser sind aber die Felsenpools in perfekter Swimmingpool-Größe am Nordende der Bucht, in denen kristallklares Süßwasser wartet. Ihr erreicht die Pools bei Ebbe, wenn ihr durch einen Tunnel und dann über die Felsen klettert – nicht schwierig, aber ebenfalls eher was für größere Kinder, denn der Weg ist mit scharfkantigen Steinen übersät und das Wasser ist tief genug zum Hineinspringen.

Das ist die Matapouri Bay - die Mermaid Pools verstecken sich hinter den Felsen (c) FlickR/Samuel Mann

Das ist die Matapouri Bay – die Mermaid Pools verstecken sich hinter den Felsen (c) FlickR/Samuel Mann

Coca-Cola Lake auf der Kari-Kari-Peninsula

Zugegeben, wir haben ihn nicht persönlich gesehen, aber davon gehört: Der Lake Rotopakaka ganz im Norden der Nordinsel soll wegen der Tannine der umstehenden Manuka-Bäume tatsächlich braun sprudelndes Wasser haben, das bei den Einheimischen für seine heilenden Kräfte bekannt ist. Ob es wirklich schön macht, müsst ihr selbst ausprobieren.

Tipp: Der See dürfte bei Einheimischen nur unter seinem Spitznamen Coca-Cola Lake bekannt sein; Schilder dorthin finden sich kaum. Ihr findet den See hinter den Dünen in der Nähe der Ramp Road in Tokerau Beach. (An diesem Strand könnt ihr übrigens leckere Tuatua-Muscheln im flachen Wasser aus dem Sand graben – guten Appetit!)

Lake Rotoiti bei Rotorua

Dieser kristallklare See, der „kleine Bruder“ (so heißt er auf Maori) des Lake Rotorua, ist nicht nur herrlich zum Schwimmen, er hat auch noch zwei Geheimnisse: Das erste entdeckt ihr entweder im Rahmen einer geführten Tour oder ganz privat, wenn ihr euch ein Kayak mietet. Versteckt zwischen dichten Bäumen, liegt hier am Ufer nämlich eine Höhle, in die ihr wahlweise hineinschwimmen oder auch -paddeln könnt. Dann heißt es still sein – denn im Dunklen leuchten tausende glow-worms.

Das zweite Geheimnis konnte man früher nur finden, wenn man einen Ortskundigen mit Boot kannte. Der zeigte einem dann die Manupirua Thermal Springs. Heute kann man ganz schnöde eine Bootstour buchen, die einen an den heißen Quellen absetzt; aber Spaß macht es trotzdem!

Der geheimnisvolle Lake Rotoiti bei Rotorua (c) FlickR/kiwinz

Der geheimnisvolle Lake Rotoiti bei Rotorua (c) FlickR/kiwinz

Alte Zementfabrik in Warkworth

Diese Badestelle hat gleich zwei Vorteile: Sie liegt gut erreichbar in Tagestrip-Entfernung von Auckland nahe dem SH 1 bei Warkworth (nettes Städtchen mit einem guten Asiaten!) und stellt gleichzeitig den Prototyp des inoffiziellen Baggersees dar – ein Überbleibsel eines alten Zementwerks mit Gravel-Zufahrt und grasbewachsenem Ufer. Springt rein!

Die Zufahrt findet ihr, wenn ihr von der Pulham Road auf die Wilson Road abbiegt (Achtung, Gravel!). Für kleine Kinder ist der Baggersee eher schlecht geeignet, da er wie jeder Baggersee relativ schnell recht tief wird.

Kerosene Creek bei Rotorua

In Rotorua und Umgebung stinkt es gar eklig nach faulen Eiern – das liegt an den vielen heißen Quellen, die wiederum sehr nett zum Baden sind, wenn man in der kühlen Off Season hier unterwegs ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Hot Pools könnt ihr dieses natürliche Flüsschen samt Wasserfall und gemütlichen Badebecken völlig kostenlos genießen und mit einiger Wahrscheinlichkeit auch ganz allein – der etwa 30 km lange Anfahrtsweg von Rotorua über die Old Waiotapu Road ist einfach zu weit und auch nicht allzugut ausgeschildert. Nach genau 2,2 Kilometern auf der alten Forststraße haltet ihr an und folgt einem Pfad, der einige hundert Meter rechts in den Wald hineinführt.

Achtung: Am Parkplatz zum Kerosene Creek werden angeblich ab und zu Autos aufgebrochen, also lasst keine Wertsachen darin liegen. Und: Schilder am Fluss warnen vor irgendwelchen Tierchen (?), die im Thermalwasser wohnen und über Nase oder Mund in den Körper eindringen können, weshalb man den Kopf unbedingt über Wasser belassen soll. Auf der Wiese am Beginn des Pfades haben wir 2002 ganz vorzüglich im Campervan geschlafen – als offizieller Freedom Camping Spot ist der Ort aber heute nicht mehr ausgewiesen.

Kerosene Creek bei Rotorua (c) FlickR/ngsani

Kerosene Creek bei Rotorua (c) FlickR/ngsani

Rere Rockslide bei Gisborne

Dieser Swimming Spot ist der absolute Wahnsinn – egal, ob ihr euch traut, selbst 60 Meter weit auf einer natürlichen Felsenrutsche herabzuschlittern oder ob ihr nur zuschaut (definitiv meine Entscheidung!). Etwa 50 Kilometer von Gisborne entfernt erreicht ihr vom Parkplatz an der Wharekopae Road zunächst die sehr beachtlichen Rere Falls – auch hier kann schon sehr nett direkt neben und unter dem Wasserfall gebadet werden.

Die Rere Falls (c) FlickR/itravelnz

Die Rere Falls (c) FlickR/itravelnz

Etwa 10 Kilometer weiter wartet die richtige Action: das Flussbett des Wharekopae River mit sehr flachem Wasser und abgerundeten, rutschigen Steinen, auf denen man herrlich mit Hilfe von Boogie Boards, Schwimmreifen oder Luftmatratzen herunterrutschen kann. Vorsicht, nichts für Weicheier!

Pelorus River in den Marlborough Sounds

Auf der Südinsel finden sich natürlich auch Badegelegenheiten. Diese eine kennen seit Dezember 2013 Millionen von Kinogängern weltweit, sie haben dort nämlich 13 nasse Zwerge und einen Hobbit auf der Flucht vor dem Elbenkönig und einer Armada von förchterbaren Orks aus Holzfässern steigen sehen.

In echt gibt es hier, auf halbem Weg zwischen Blenheim und Nelson, zum Glück weder Orks noch Elben; im Pelorus Bridge Scenic Reserve kann man einfach nur fantastisch wandern, baden, von großen Felsblöcken ins Wasser springen oder auf der historischen Hängebrücke schaukeln – nicht zu verwechseln mit der richtigen Brücke über den Fluss, die den SH 6 trägt. Von hier springen tatsächlich immer wieder ein paar Irre Mutige hinunter in den Fluss, obwohl Schilder auf Lebensgefahr bei dieser Beschäftigung hindeuten.

Pelorus Bridge (c) FlickR/Ian Carvell

Pelorus Bridge (c) FlickR/Ian Carvell

Geheimtipp im Wald: Cleopatras Pool im Abel Tasman National Park

Zugegeben, ein Geheimtipp sind die Felsenpools nur noch in der Nebensaison – aber der Abstecher vom zweiten Abschnitt des Abel Tasman Track (zwischen Torrent Bay und Anchorage Bay) in den dichten Regenwald lohnt sich auch, wenn man die Pools mit einer Horde kreischender Wanderer teilen muss.

Diese Badestelle ist nichts für zappelnde Kleinkinder oder Babys, aber Seepferdchenbesitzer, die auch mal mutig in ein Wasserloch springen oder sich eine Felsenrutsche hinunterwagen, dürften hier voll auf ihre Kosten kommen. Achtung, der etwa zweistündige Weg (hin und zurück) ist extrem steil und rutschig, auch bei trockenem Wetter; und auf den Felsen heißt es vorsichtig klettern. Dafür ist der eiskalte Wasserfall besonders im Hochsommer enorm erfrischend – und das Wasser klebt nicht so furchtbar auf der Haut wie das Meerwasser.

Lake Rotoiti im Nelson Lakes National Park

Noch ein wenig weiter südlich auf der Südinsel und wesentlich weniger belebt als der Pelorus River ist der grandiose Lake Rotoiti, der still und glatt zwischen hohen Bergen daliegt wie seit dem Tag der Schöpfung. Ihr könnt ganz behutsam vom Ufer aus ins eiskalte Wasser steigen oder mutig vom Steg springen, der praktischerweise direkt am DOC-Campingplatz liegt. Hauptsache, ihr tut es schnell und bleibt konstant in Bewegung – denn hier ist Sandfliegen-Gebiet!

Wer mal schauen will, wie viele Sandfliegen er ertragen kann, biegt auf halber Strecke zwischen Blenheim und Westport vom SH 63 zur DOC Campsite Lake Rotoiti ab.

Lake Rotoiti (c) FlickR/NelsonNZ

Lake Rotoiti (c) FlickR/NelsonNZ

St Clair Pool in Dunedin

Jetzt aber mal was Wärmeres: Der „St Clair Pool“ liegt nur 10 Fahrminuten von Dunedin entfernt am südlichen Ende des sehr sehenswerten St Clair Beach und ist so angelegt, dass man beim Baden im 28° C warmen Salzwasser direkt auf den Strand blickt und so das Gefühl hat, man wäre im „echten“ Meer. Für die Kleinen gibt es auch noch einen flachen Extrabereich. Der Eintritt für Familien liegt bei vertretbaren 11,50 NZ$.

St Clair Saltwater Pools bei Dunedin (c) FlickR/Bryce Edwards

St Clair Saltwater Pools bei Dunedin (c) FlickR/Bryce Edwards

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