Gut zu wissen

WTF is EFTPOS? Bezahlen in Neuseeland

EFTPOS
Morgens ein Kaffee to go, nachmittags ein Eis, Brötchen beim Bäcker, Briefmarken bei der Post… und alles natürlich bar bezahlen. Folge: nie genug Kleingeld, ständiges Laufen zum Geldautomaten. Nicht in Neuseeland!

Hier darf man tatsächlich nahezu alles mit Karte bezahlen, bzw. eben per „EFTPOS“: Electronic Funds Transfer at Point of Sale. Die EFTPOS-Karte wird an der Kasse über einen Scanner gezogen, dann wählt man, ob ein Betrag vom Girokonto oder vom Kreditkartenkonto abgebucht werden soll und bestätigt mit seiner PIN oder der Unterschrift. Mit EFTPOS kann man nicht nur im kleinsten Geschäft bezahlen, sondern auch im Taxi und beim Pizzaboten – überall, wo eine Telefonverbindung aufgebaut werden kann. Da der Händler keine Gebühren für die Übermittlung zahlt, können auch Beträge von zehn Cent mit EFTPOS bezahlt werden. Ach ja: Mit  der EFTPOS-Karte kann man natürlich auch am Bankautomaten Geld abheben.

Geld her!

Eine weitere tolle Idee im Zusammenhang damit ist „cashback“ oder „cash out“, womit man den lästigen Gang zum Geldautomaten noch länger hinauszögert (was besonders für Kiwis, die in abgelegenen Gegenden leben, sehr praktisch ist): Man sagt der Kassiererin beim Bezahlen einfach, dass man noch ein wenig Geld bei ihr abheben möchte. Sie bucht das einfach auf die Rechnung drauf und packt ein paar Geldscheine zu den Einkäufen.

EC-Karte = Maestro-Karte

Wir Normaltouristen können  da nur neidisch zuschauen; deutsche EC-Karten (bzw. heißen die ja inzwischen Maestro-Karten) sind eben nicht dasselbe wie EFTPOS-Karten und werden an (fast) keiner Supermarktkasse akzeptiert. Wer das tolle Zahlungssystem nutzen will, braucht ein neuseeländisches Konto. Zumindest die großen Supermarktketten  geben aber immerhin auch Cashback, wenn man mit Kreditkarte bezahlt.

ATMDie EC-Karte solltet ihr trotzdem in den Neuseeland-Urlaub mitnehmen – man kann damit an allen Geldautomaten Geld abheben; gegen Gebühr natürlich. Hat man eine von der Deutschen Bank, geht das an den Geldautomaten der Westpac-Bank sogar kostenlos. Und hat man eine kostenlose Kreditkarte von der DKB-Bank, kann man gar an jedem Geldautomaten mit dem Visa-Zeichen kostenlos Scheine ziehen. Nicht zu verachten angesichts der üblichen Gebühren von drei bis vier Prozent …

Achtung: Damit ihr nicht treudoof blickend am neuseeländischen ATM steht, benachrichtigt vor der Abreise eure Bank über eure Reise. Einige Maestro-Karten müssen für den Auslandseinsatz freigeschaltet werden, bei Kreditkarten muss eventuell das Auszahlungslimit erhöht werden (auf jeden Fall, wenn ihr ein Wohnmobil mieten wollt und dafür 7.500 NZ$ Kaution abbuchen lassen müsst!). Viele neuseeländische Automaten haben angeblich ein Auszahlungslimit von 800 NZ$; da ein Geldautomat aber selten allein kommt, dürfte das im Ernstfall kein Problem darstellen.

Kreditkarte

KreditkartenAuch wenn mit EC-Karte bzw. Maestro-Karte schon einiges möglich ist, solltet ihr ohne Kreditkarte sollte niemals nach Neuseeland fahren – sie ist nämlich das einzige akzeptierte Zahlungsmittel, wenn man ein Hotel oder einen Mietwagen bucht. Bei längeren Reisen über drei Monate wird der Besitz einer Kreditkarte bei der Einreise auch als Indiz genommen, dass ihr euch finanziell selbst versorgen könnt. Gern genommen wird die VISA-Card, American Express und Diners nehmen nicht alle Geschäfte an (so stand es jedenfalls in den Fenstern).

Weltwunderer-Notfalltipp: Nehmt auf keinen Fall nur eine Kreditkarte mit! Auch mit völlig unbeflecktem Leumund stößt man schnell auf einen defekten Automaten, der hastdunichtgesehen die Kreditkarte einzieht – natürlich am Samstagnachmittag.

Bargeld

Kiwi-DollarsKlar, das gibt es auch in Neuseeland, es sieht sogar ausnehmend hübsch aus, mit durchsichtigen Fensterchen und farbenfrohen Motiven wie dem Gelbaugenpinguin oder Sir Edmund Hillary. Bei den Münzen, von denen immer die englische Queen schaut, ist es auch einfach: Je größer, desto mehr Wert haben sie. Achtung: Wenn ihr ein 1-, 2- oder 5-Cent-Stück besitzt, dann könnt ihr das direkt wegwerfen oder in die Erinnerungsbox packen; seit 2006 gibt es nur noch Münzen ab 10 Cent. Ach ja: Die Neuseeländer sind ein bescheidenes Volk, daher gibt es nur Banknoten bis 100 Dollar. Die Kiwi-Millionäre müssen schwer zu schleppen haben…

Da man wirklich fast überall ohne Probleme mit Kreditkarte bezahlen kann und der Wechselkurs dafür meist okay ist, das Abheben von Bargeld am ATM aber fast immer heftige Gebühren kostt, solltet ihr mit dem kostbaren Bargeld sparsam sein – und nur dort damit bezahlen, wo es nicht anders geht.

Ein wenig Bargeld sollte man meiner Meinung nach schon bei der Einreise als Notgroschen dabei haben (ein kleiner Betrag in US-Dollar macht sich für die Zwischenlandungs-Flughäfen auch ganz gut), allzu viel muss es aber nicht sein.

Wenn ihr direkt nach der Einreise am Flughafen Geld wechseln wollt: Vorsicht, checkt den Wechselkurs! Wir haben dabei herbe Verluste gemacht. Der Wechselkurs für Bargeld ist meistens viel schlechter. Es lohnt sich übrigens, schon ein paar Wochen vor der Abreise den Wechselkurs im Auge zu behalten – in eurer Hausbank. Dort kann der Kurs nämlich viel besser sein als in „godzone“.

Schwedisches Runden?

„Swedish Rounding“ heißt auf Deutsch „kaufmännisches Runden“ und ist eine sehr sympathische, wenn auch seltsame Sache: Da neuseeländisches Geld minimal in 10-Cent-Stücken (klein und kupfern) daherkommt, Preise jedoch auch etwa 1,98 NZ$ betragen können, wird dieser Betrag dann auf- oder abgerundet, wenn man ihn mit Bargeld bezahlen will. In Neuseeland wird das seit den 1990ern praktiziert, als die 1- und 2-Cent-Münzen abgeschafft wurden. Seit 2006 gibt es auch keine 5-Cent-Stücke mehr, wie wir erfahren durften, als wir mit dem Kleingeld von unserer letzten Neuseelandreise bezahlen wollten. Die meisten Händler sind übrigens nett und runden grundsätzlich ab, wenn sie schwedisch rechnen; man würde also nur 1,90 NZ$ bezahlen müssen.

Travellers Cheques – was war das noch?

Ja, vor der Jahrtausendwende haben wir die auf Asienreisen auch benutzt – damals hatten wir als arme Studenten auch noch keine Kreditkarten. Ich habe in Neuseeland kein einziges Mal einen Hinweis darauf gesehen, dass die Dinger noch ernsthaft genutzt werden, aber wer ethische oder nostalgische Einwände gegen Plastikgeld hat, der kann Travellers Cheques sicherlich noch benutzen. Die Nachteile sind offensichtlich: Ihr seid auf Banken angewiesen, die euch das Geld für die Papierstreifen auszahlen, und die neuseeländischen Öffnungszeiten sind definitiv nicht kunden-, sondern angestelltenfreundlich. An Wochentagen öffnen sie erst um 9:30 Uhr und 16:30 Uhr ist auch schon Feierabend. Ein wenig länger öffnet die Post, in der meist eine Filiale der Kiwibank integriert ist.

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