Osteuropa

3 Tage Warschau mit Kind: Citytrip per Nachtzug

Warschau mit Kind ist eine tolle Idee – die Hauptstadt von Polen ist voller Überraschungen. Die Anreise mit dem Nachtzug ist für einen Städtetrip mit Kind die entspannteste Option, die man sich vorstellen kann!

Warschau mit Kindern

Warschau mit Kindern: ein cooler Städtetrip

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Warschau war eine echte Überraschung für uns! Die Großstadt in Polen ist von (Ost-) Deutschland gut und vor allem sehr günstig erreichbar. Preiswerte und zentral gelegene Unterkünfte gibt es auch in den Sommerferien wie Sand am Meer, die Stadt ist vollgestopft mit spannenden Museen, Sehenswürdigkeiten und lauschigen Parks – man kann sogar am Ufer der Weichsel am Strand liegen und baden!

Unser Citytrip nach Warschau mit Kind war ein voller Erfolg und wir kommen bestimmt wieder – denn wir haben noch lange nicht alles von dieser Stadt gesehen.

In diesem Beitrag erzählen wir von unserer Reise im Nachtzug nach Warschau und stellen euch unser Programm für 3 Tage in Warschau vor. Wir haben längst nicht alle Must-sees in Warschau abgegrast, aber für ein entspanntes Wochenende mit Pre-Teenager findet ihr hier sicher ein paar Ideen.

Warschau mit Kindern

Anreise: Im Nachtzug mit Kind nach Warschau

Die Anreise nach Warschau per Zug war für unseren Mama-Tochter-Trip ohnehin gesetzt, weil wir nicht fliegen wollten (und auf 600 km Autofahrt hatte ich auch keine Lust). Dass es einen Nachtzug nach Warschau gab, war allerdings nicht so einfach herauszufinden; von (Ost-) Deutschland fährt erst einmal keiner.

Es gibt aber einen Nachtzug von Prag nach Warschau, und den haben wir genommen! Von unserer Heimatstadt Dresden nach Prag sind es nur ca. 2 Stunden (auf einer der schönsten Zugstrecken Europas!) und dort hatten wir gemütlich Zeit, am Bahnhof noch etwas zu essen, uns das Lego-Bahnhofsmodell anzuschauen und uns die Füße zu vertreten. Für diesen Teil der Fahrt haben wir 15 Euro bezahlt (ja, zu zweit).

-> In Prag könnte man auch einen längeren Zwischenstopp machen…

Warschau mit Kind Praha Hlavni Nadrazi

In Prag werden die Gleise der Züge erst 20 Minuten vor der Abfahrt angezeigt

Nach geduldigem Starren auf die Anzeigetafel hieß es dann endlich um 22.16 Uhr: Einsteigen und Start nach Warschau!

Kosten: Weil wir die Nachtzug-Tickets über die tschechische Bahn Ceske Dráhy gebucht hatten, konnten wir uns ein luxuriöses Zweierabteil mit Waschbecken leisten (am Ende des Waggons war die Toilette, ergänzt mit einer großzügigen Duschkabine!). Dafür haben wir ganze 93 Euro bezahlt.

Über die Nachtzugfahrt kann ich nur Positives berichten – wir haben gemütlich eingekuschelt auf unseren weichen Betten gelegen, aus dem Fenster auf die tschechische Landschaft geschaut und sind dann irgendwann eingeschlafen. Am Morgen hat uns unser Zugbegleiter mit einem Frühstück geweckt, das wir am Abend vorbestellt hatten; es gab Brötchen mit Marmelade und Honig, für Mama Kaffee und für die Tochter Früchtetee.

Um 9.17 Uhr fuhr der Nachtzug dann in den Bahnhof Warschau Centralna ein und unser Städtetrip konnte beginnen – wir waren ausgeruht für unseren ersten Tag in Warschau.

(Die Rückfahrt von Warschau haben wir tagsüber gemacht; dieser Zug fuhr quer durch Polen nach Berlin, wir sind aber wegen Bauarbeiten an der Strecke schon in Frankfurt/Oder ausgestiegen und haben uns von dort über Cottbus und Ruhland in REs nach Dresden durchgeschlagen. Kosten: ca. 60 Euro)

Praktische Tipps für die Reise im Nachtzug von Prag nach Warschau

Wie schon gesagt: Unser Ceske Dráhy Nachtzug nach Warschau fuhr ab Prag, mit Start um 22.16 Uhr.

Warschau mit Kindern Nachtzug

Im Nachtzug von Prag nach Warschau: bequem und günstig!

Die österreichische ÖBB bietet seit 2023 einen weiteren Nachtzug nach Warschau ab München, der fährt dann durch Österreich über Linz und Wien. Start ist hier schon 18.30 Uhr, in Warschau kommt man 8.15 Uhr an. In diesem Nachtzug hat man die Wahl zwischen Sitzen, Liege- und Schlafwagen-Abteilen, die Waggons gehören der polnischen Bahn.

Ein weiterer Nachtzug nach Warschau fährt ab Berlin; das ist aber, soweit ich in Erfahrung bringen konnte, kein “echter” Nachtzug, er hat also keinen Liege- oder Schlafwagen.

Ob ihr euch für eine Nachtzugfahrt mit Kindern für Plätze im Schlafwagen oder im Liegewagen entscheiden solltet? Das hängt vor allem davon ab, wie viele ihr seid: Zu zweit oder auch zu dritt kann man sich auf der Strecke Prag-Warschau recht günstig ein ganzes Abteil im Schlafwagen buchen. Vierer- und Sechser-Abteile gibt es nur im Liegewagen.

Preislich ist der Schlafwagen – mit Waschbecken und manchmal auch mit Toilette im Abteil – teurer als der Liegewagen. Bucht ihr über Ceske Dráhy, ist der Schlafwagen echt erschwinglich, im ÖBB Nachtzug ab München kostet er deutlich mehr.

-> Noch mehr Ideen für einen Europa-Städtetrip per (Nacht-) Zug

Packliste für die Nachtzug-Fahrt

Für eine Übernachtung im Nachtzug müsst ihr nicht viel mitbringen. Bettzeug und Bettwäsche werden gestellt (und sind wirklich sauber und kuschelig, keine Sorge!), ein Handtuch für die Katzenwäsche ist auch vorhanden.

Was vielleicht nett gewesen wäre: ein Paar “Hausschuhe”, für wenn man nachts zur Toilette schlappen will. Und wer es gern richtig dunkel hat beim Schlafen, der sollte eventuell eine Schlafmaske einpacken; unser Abteilfenster ließ sich nämlich nicht verdunkeln, und wenn man mitten in der Nacht aufwacht und der Zug gerade an einem hell erleuchteten Bahnhof wartet, fällt das Weiterschlafen schwer.

Essen braucht man für die Reise im Nachtzug nicht: Entweder ihr esst schon vor dem Start (was gerade mit Kindern zu empfehlen ist) oder ihr nehmt vor dem Schlafengehen noch eine Kleinigkeit im Speisewagen zu euch. Frühstück ist inklusive, und wenn das nicht reichen sollte, könnt ihr gleich nach dem Aussteigen in Warschau frühstücken!

Warschau mit Kindern Nachtzug

Wasserflaschen gab es für uns kostenlos

3 Tage Warschau mit Kind: Was muss man sehen?

Dank unserer Anreise im Nachtzug konnten wir unseren Städtetrip ausgeruht am Morgen starten und hatten drei volle Tage Zeit, um Warschau zu erkunden. Wir haben uns Zeit genommen zum Bummeln und für spontane Entdeckungen, vorgebucht hatten wir außer unserer Airbnb-Unterkunft nichts.

Das war nicht immer eine gute Idee, wie ihr weiter unten lesen werdet – aber Warschau bietet so viele große und kleine Sehenswürdigkeiten, dass man hier immer etwas zu tun findet. Wir waren mit unserem Programm für 3 Tage im Nachhinein sehr zufrieden!

Warschau mit Kind

In Warschau mit Kind lässt sich vieles entdecken

Unser Programm für 3 Tage Warschau mit Kind

Tag 1: 

  • ca. 9 Uhr Ankunft mit dem Nachtzug
  • über den Königsweg in die Altstadt Stare Miasto bummeln
  • Museum der Geschichte der polnischen Juden POLIN
  • Rückweg durch Mirow, vorbei an der Kozyk-Synagoge und dem letzten Stück Ghetto-Mauer
  • Kulturpalast Aussichtsplattform

Tag 2: 

  • mit der Tram an die Weichsel zum Kopernikus-Wissenschaftszentrum
  • Universität Warschau: Dachgarten anschauen
  • Mittagessen im Food Court der Elektrownia Powiśle
  • Spaziergang entlang der Weichsel zum Multimedialni Park Fontann
  • zurück in die Altstadt, die hier schon die Neustadt ist

Tag 3:

  • Süßigkeiten naschen in der Manufaktura Cukierkov
  • Entspannen im Lazienki-Park
  • Rückfahrt
Warschau mit Kindern Königsweg

Auf dem Königsweg gelangt man stilvoll in die mittelalterliche Altstadt von Warschau

Tag 1: Warschauer Altstadt und Warschauer Geschichte

Warschau ist eine alte Stadt mit einer langen Geschichte – aber die so wunderschön erhaltene Altstadt, durch die wir am ersten Tag bummelten, ist überraschend neu. Im Zweiten Weltkrieg wurde Warschau von den Nazis nämlich so komplett zerstört, dass hier wirklich nichts mehr stand. Es war auch kaum noch jemand am Leben.

Die Polen haben ihre Hauptstadt danach von Null wieder aufgebaut, und alle alten Gebäude, Kirchen und Paläste fast originalgetreu wieder errichtet – wohlgemerkt im Sozialismus! Man muss heute schon sehr genau hinschauen, um zu erkennen, dass alle Häuser hier höchstens 70 Jahre alt sind. Seit 1980 ist die mittelalterliche Altstadt – Stare Miasto – sogar UNESCO-Weltkulturerbe.

Über den Königsweg zum Schlossplatz

Beim Bummel über den etwa 1 km langen Königsweg, der von Süden mitten hinein in die Altstadt führt, kann man den Wechsel der verschiedenen Architektur-Epochen schön beobachten. Der Weg, der von Freitagabend bis Montagmorgen eine Fußgängerzone ist, besteht aus drei aneinanderhängenden Straßen (Krakowskie-Przedmiescie, Nowy Swiat und Aleje Ujazdowskie). Als eigentlicher “Königsweg” gilt die Krakowskie-Przedmiescie-Straße, die vom Kopernikus-Denkmal an der Akademie der Wissenschaften bis zum Schlossplatz führt und auch die schönste Allee von Warschau sein soll.

Warschau mit Kindern Königsweg

Vor der Karmeliterkirche steht ein praktisches 3D-Stadtmodell von Warschau

Was man hier sehen kann? Zum Beispiel die Heilig-Kreuz-Kirche, wo das Herz von Chopin begraben ist, die Regierungsgebäude der polnischen Regierung (etwa das Parlament, das in Polen “Sejm” heißt) oder das Grab des unbekannten Soldaten.

Hin und wieder sieht man auch die sogenannten Canaletto-Würfel, die Bilder des historischen Warschau zeigen – so platziert, dass man genau das Heute und Früher vergleichen kann. Und zum Ergebnis kommt: Ja, es sieht wirklich (fast) genau wie früher aus. Teile der Warschauer Altstadt und des Königswegs hat man nämlich nur dank einiger Bilder von Canaletto wieder nachbauen können, der bis zu seinem Tod am Hof des polnischen Königs lebte.

Man kann aber auch einfach herumbummeln, Leute beobachten und Meerjungfrauen zählen – diese Fabelwesen heißen auf Polnisch Syrenka, sie sind die “Wappentiere” von Warschau und an vielen Stellen zu entdecken. Die größte steht mitten auf dem Marktplatz in der Altstadt – aber pssst, das ist gar nicht die echte Statue! Die wurde schon so oft beschädigt, dass man sie vorsichtshalber durch eine Replik ersetzt hat; das Original steht im Museum.

Ihr wollt euch kurz ausruhen? Dann setzt euch am besten auf eine der schwarzen Sitzbänke ohne Lehne, die entlang des Königswegs stehen – sie spielen auf Knopfdruck ein Stück von Chopin ab.

Warschau mit Kindern

Die historische Altstadt von Warschau ist nicht so ganz historisch…

Die Stadtmauer und das Denkmal des Kleinen Aufständischen

Auf der linken Seite des Schlossplatzes, der vor Touristen wimmelte, zog ein grünes Band unsere Aufmerksamkeit auf sich: Hier wird die (nachgebaute) historische Altstadt von einer (nachgebauten) mittelalterlichen Stadtmauer umrahmt, vorschriftsmäßig ergänzt von einem vorgelagerten Wassergraben, der voller Gras und Büsche ist.

Anstatt also die von Besuchern verstopften Gassen zu durchbummeln, balancierten wir auf der Stadtmauer aus roten Ziegeln entlang und entdeckten hier diverse Denkmäler, die an die (Nach-) Erbauer der Warschauer Altstadt erinnern.

Warschau mit Kindern

Warum entlang der Stadtmauer laufen, wenn man auch draufklettern kann?

Schon nach der zweiten Straße, die rechts in die Altstadt abzweigt, hielten wir an – erst neugierig und dann betroffen. Dort steht das Denkmal eines kleinen Jungen, der einen viel zu großen Stahlhelm und eine Waffe trägt.

Das Pomnik Małego Powstańca erinnert an den Warschauer Aufstand, der 1944 von den Deutschen brutal niedergeschlagen wurde. Kinder waren damals natürlich auch beteiligt und wurden ebenfalls gnadenlos umgebracht (auch wenn sie keine Waffen trugen – das Denkmal soll gleichzeitig an das Schicksal heutiger Kindersoldaten erinnern).

Warschau mit Kindern

Ganz schön traurig: das Denkmal des Kleinen Aufständischen

Warschau mit Kindern

An den Warschauer Aufstand wird auch anderswo in der Stadt erinnert

Wir bogen an dieser Stelle nach links ab, denn wir hatten Hunger.

Pierogi essen

Essen ist ein großer Teil der Motivation für unsere Städtetrips, und von Warschau wussten wir: Es gibt hier leckere Pierogi. Wie lecker die aber wirklich sind – und dass sie nochmal ganz anders schmecken als die russischen Pelmeni -, das wurde uns erst klar, als wir uns an den letzten freien Tisch im winzigen Restaurant “Gościniec” gequetscht hatten und zwei Teller mit dampfenden Teigtaschen vor uns standen.

Und ja, Pierogi gibt’s auch in vegan!

Museum der Geschichte der Juden POLIN

Nicht nur die Polen ganz allgemein haben im Zweiten Weltkrieg extrem gelitten – die in Polen lebenden Juden waren sogar noch schlimmer dran. Wie schlimm, das kann man im heutigen Warschau noch gut sehen, allerdings zeigt es sich vor allem an den Orten, die nicht mehr da sind.

Lauft ihr durch das von blitzenden Hochhäusern, Bürogebäuden und endlosen sozialistisch-modernen Wohnblöcken geprägte Viertel Mirow nördlich des Hauptbahnhofs (und westlich der Altstadt), seht ihr keine Spur des Warschauer Ghettos und auch keine einzige Synagoge – die Nazis haben das alte Viertel tatsächlich dem Erdboden gleich gemacht, und die Warschauer haben sich nach dem Krieg entschieden, ein völlig neues Wohn- und Geschäftsviertel hier zu errichten.

Warschau mit Kindern

Unterwegs in Mirow – hier ist alles sehr modern

Am nördlichen Rand dieses Viertels, nur etwa einen Kilometer westlich der Altstadt, liegt heute POLIN – das Museum der Geschichte der polnischen Juden in einem architektonisch sehr beeindruckenden Gebäude.

Auf dem Weg dorthin sieht man an der Ulica Świętojerska im Boden eingelassen eine gepflasterte Linie – das war die Grenze zum Warschauer Ghetto, hier stand von 1940 bis 1943 eine Mauer. 22 Gedenksteine markieren die ehemaligen Eingangstore, Wachtürme und Stellen, wo Holzbrücken über “arische” Straßen führten.

Warschau mit Kindern POLIN

Das POLIN-Museum ist von außen wie innen beeindruckend

Ab dem 16. November 1940 mussten alle Juden in Warschau im Ghetto wohnen und durften es ab 1941 nicht mehr verlassen. Wie schrecklich die Zustände dort waren, haben wir dann im POLIN-Museum gesehen. Die Ausstellung ist wunderbar interaktiv und anschaulich gestaltet und für Schulkinder durchaus okay. Sie deckt auch nicht nur die Nazi-Zeit ab, sondern viele Jahrhunderte der jüdischen Geschichte davor (und die Zeit danach). Dank (kostenloser) Audioguides in deutscher Sprache haben wir hier viel erfahren.

Dennoch: Für Zartbesaitete ist zumindest der Teil der Ausstellung über die Zeit ab 1939 schwer zu ertragen. Ich hab es nicht ohne Weinen geschafft.

Wer mag, kann nach dem Besuch der Ausstellung – die man übrigens an mehreren gut markierten Stellen für eine kurze oder längere Pause verlassen kann, wenn es zu viel wird – noch leckere hebräische Gerichte im Museumscafé essen.

Gegenüber dem Haupteingang steht das Denkmal der Helden des Ghettos, das an den Ghetto-Aufstand von 1943 erinnert – und vor dem der deutsche Bundeskanzler Willy Brandt 1970 seinen berühmten Kniefall vollzog. Daran wiederum erinnert das Willy-Brandt-Denkmal, das auf der anderen Seite des Museums steht ;-)

Wichtig: Als Mindestzeit für den Rundgang werden 2,5 Stunden angegeben, und schon 2 Stunden vor der Schließzeit um 18 Uhr wird niemand mehr hineingelassen!

-> Hier geht es zur Website des POLIN-Museums

Jüdisches Ghetto und die letzte Synagoge

Warum haben sich die Juden nicht gegen ihre Unterdrückung und Vernichtung gewehrt? Das fragt man sich immer wieder, wenn es um die Nazi-Zeit geht. Tatsächlich haben die Juden von Warschau genau das getan: Am 19. April 1943 begann der Aufstand im Warschauer Ghetto, als bekannt wurde, dass das Ghetto durch die SS liquidiert werden sollte.

Damals lebten im größten Ghetto ganz Europas mindestens 300.000 Menschen. Fast keiner hat überlebt – die Nazis schlugen den Aufstand brutal nieder und brannten das Ghetto Straße für Straße ab, Überlebende wurden in die polnischen KZs abtransportiert.

Auch die jüdischen Synagogen wurden alle zerstört – bis auf eine! Die kleine, leuchtend gelb gestrichene Nozyk-Synagoge steht ziemlich versteckt zwischen modernen Wohnblöcken und Hochhäusern an der Ulica Twarda. Man sieht sie wirklich nur, wenn man danach sucht. Wer den kleinen Gebetsraum sehen will, zahlt 3 Euro Eintritt und muss durch eine Flughafen-Sicherheitskontrolle gehen.

Was heute noch vom Ghetto zu sehen ist: ein Rest der Mauer. Wirklich, das ist alles. Wir haben die Mauer lange gesucht und im Hinterhof eines Wohnblocks an der Ulica Złota gefunden.

Wenn der Hinterhof-Eingang verschlossen ist, kann man diese Mauer auch von der anderen Seite besuchen, nämlich von der mehrspurigen Aleje Jana Pawła II – hier gibt es neben einer kleinen Foto-Ausstellung auch noch einen Fitness-Parcours, was die Weltwunderertochter freute (die hatte zu der Zeit nämlich genug von der traurigen Warschauer Geschichte).

Warschau mit Kindern

Auf den Kulturpalast steigen

Von Warschaus Vergangenheit vor 1945 ist (außerhalb der fein wieder aufgebauten Altstadt) kaum noch etwas zu sehen, stattdessen hat die Stadt die Moderne umarmt – im Stadtzentrum ragen Wolkenkratzer wie Grashalme auf, zwischen denen riesige Malls liegen.

Im Schatten dieser supermodernen Gebäude ragt der 237 m hohe Kulturpalast (genauer: der “Palac Kultury i Nauki”, Palast der Wissenschaft und Kultur) aus einer großen Freifläche auf, nur wenige Gehminuten vom Zentral-Bahnhof entfernt. Die Warschauer haben dieses Mega-Gebäude im “Stalinistischen Empire-Stil” (das nicht von ungefähr an die Häuserzeilen der Frankfurter Allee in Ost-Berlin erinnert!) im Jahr 1955 von der Sowjetunion geschenkt bekommen. Er war damals das zweithöchste Gebäude in Europa.

Wir hatten uns gleich bei unserer Ankunft am Zentralbahnhof vorgenommen, diesen beeindruckenden Turm zu besteigen. Nach unserer langen Runde durch die Altstadt und das Viertel Mirow sind wir auf dem Rückweg nach Hause spontan hingelaufen (und fast einmal drumherum, um den richtigen Eingang zu finden) und hatten Glück – es war schon früher Abend und wir konnten einfach reingehen bzw. mit dem Fahrstuhl nach oben fahren.

Generell ist es aber wohl eine gute Idee, vor dem Besuch des Kulturpalastes schon Tickets zu kaufen! Die Schlangen vor dem Fahrstuhl können offenbar recht lang werden. Ein Ticket kostet 30 Zloty für Erwachsene und 25 Zloty für Kinder ab 3 Jahren, geöffnet ist normalerweise von 10 bis 20 Uhr (es gibt aber viele Tage mit Sonder-Öffnungszeiten!).

Im 30. Stockwerk hat man dann eine fantastische Aussicht auf Warschau in alle vier Himmelrichtungen, und für die Kids ist überraschend viel Platz zum Herumrennen – der sozialistischen Prunk-Architektur sei Dank.

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Alles, was man hier sieht, ist übrigens das ehemalige Warschauer Ghetto – es ist komplett verschwunden

Der Kulturpalast bietet übrigens noch viel mehr als nur die Aussichtsplattform; hier kann man in eines von vier Theatern gehen, ins Multiplex-Kino, in zwei Museen und ein Schwimmbad, außerdem sind darin gleich zwei Universitäten untergebracht!

Nachts leuchtet der Kulturpalast in bunten Neonfarben, und ich habe mich total gefreut, dass wir seine Spitze aus unserer Airbnb-Wohnung in Śródmieście Południowe sehen konnten!

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Die Warschauer Skyline bei Nacht – beeindruckend! © Depositphotos.com

-> Hier geht es zur Website des Kulturpalasts

Tag 2: Shopping und Moderne

Wissenschaft erleben im Kopernikus-Wissenschaftszentrum

Ein Museum samt Planetarium, das Kindern Wissenschaft zum Anfassen vermittelt und überall hochgelobt wird – das wollten wir uns gern anschauen. Das echt spaceige Gebäude liegt am Ufer der Weichsel, gleich neben der eindrucksvollen Świętokrzyski-Brücke. Im Sommer kann man hier am Weichsel-Ufer nett sitzen (es gibt mehrere Cafés) und wohl auch baden.

Leider stellten wir am Eingang ungläubig fest, dass es für den gesamten Tag keine Tickets mehr gab – alle Zeitslots waren bereits reserviert!

Wir finden es prinzipiell richtig gut, dass man die Besucherzahlen in einem Museum begrenzt, sodass man seinen Besuch wirklich genießen kann – aber es wäre doch nett gewesen, darüber irgendwo zu informieren. Wir schauten uns also nur die wenigen Exponate im Vorraum und draußen vor dem Eingang an und zogen dann traurig weiter…

Wenn ihr am Wochenende ins Kopernikus-Museum wollt, reserviert euch also unbedingt vorher Tickets!

Das Centrum Nauki Kopernikus hat täglich außer montags ab 9 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 50 Zloty (ca. 11 Euro) für Erwachsene, Kinder ab 3 Jahren zahlen 36 Zloty.

Ihr erreicht das Museum mit der Metro-Linie M2 oder mit dem Bus 185 (Achtung, die Haltestelle im Auto-Tunnel direkt unter dem Museum ist übel laut!).

Dachgarten der Universitätsbibliothek

Wie gut, dass die Bibliothek der Universität von Warschau gleich an der nächsten Querstraße liegt! Warum wir dort hinwollten? Weil das moderne Gebäude – das an sich schon sehr sehenswert ist – ein wunderschönes begrüntes Dach hat, das begehbar ist.

Warschau mit Kindern

Der Lesesaal der Universität Warschau ist umgeben und bedeckt von Pflanzen

Klingt unspektakulär, ist aber wirklich cool – vor allem wenn man mit Kindern unterwegs ist, die sich mit großer Freude über die schrägen Rasenflächen herabrollen lassen. Dazwischen stehen blasenförmige Treibhäuser, Kräuterbeete und eine mehrstufige Wasserfall-Teich-Treppenanlage (ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll…)

Durch große Rundfenster kann man von oben in die Lesesäle schmulen, das macht auch Spaß ;-)

Warschau mit Kindern

Die Wiesen laden zum Hinunterrollen ein (Betreten ist aber eigentlich verboten…)

Warschau mit Kindern

Vom begrünten Dach schaut man weit über Warschau

-> Die Biblioteka Uniwersytecka w Warszawie liegt zwischen der Wybrzeże Kościuszkowskie und der Ulica Dobra, direkt davor halten die Buslinien 106,118 und 127. Der Eintritt ist frei, das Tor muss aber geöffnet sein (wahrscheinlich zu den Öffnungszeiten der Bibliothek).

Wichtig: Im Winter ist der Dachgarten geschlossen, ein Besuch lohnt nur im Sommer.

Shopping im Elektrownia Powiśle

… oder einfach lecker essen im riesigen Food Court, der im Erdgeschoss dieser restaurierten Markthalle liegt. Wir mussten ein wenig Regen abwarten und haben uns deshalb hier mit asiatischen Leckereien versorgt und es uns dann im Obergeschoss auf schicken Ledersofas vor einem Panoramafenster gemütlich gemacht – ein Einkaufszentrum mit kostenlosen Sitzgelegenheiten, wo man nicht zum Konsumieren gezwungen ist, das hat uns gefallen!

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Das Elektrownia Powiśle ist eine umgebaute Fabrikhalle

Das Elektrownia-Einkaufszentrum ist beileibe nicht die einzige Mini-Mall in Warschau – an jeder Ecke findet man tolle Food Courts mit einer breiten Auswahl an gutem Essen, viele sind in alten (und wieder aufgehübschten) Fabrikgebäuden untergebracht. Sucht auf Google nach dem Stichwort “Hala”, um eine in eurer Nähe zu finden.

Springbrunnen am Weichselufer

Wenn wir schon an der Weichsel sind, schauen wir uns auch noch die größte Attraktion an diesem Fluss an, der Warschau durchzieht: Unterhalb der historischen Altstadt und der Königlichen Schlossgärten bummelten wir über den Bulwar (ja, so heißt das auf Polnisch!) Jan Karskiego zur Multimedialni Park Fontann – einer riesigen Springbrunnen-Anlage, die im Takt zu Musik spielt.

Abends sind die Fontänen auch noch stimmungsvoll beleuchtet, aber auf dieses Spektakel haben wir verzichtet, da die Weltwundertochter hungrig und müde war.

Warschau mit Kindern

Abends wohl noch schöner: die multimedialen Springbrunnen an der Weichsel

Mit Kindern ist der weitläufige Park rund um den multimedialen Springbrunnen eine fantastische Gelegenheit zum Ausruhen und Herumrennen nach dem langen Bummel durch die Gassen der Altstadt.

Wenn ihr von dort kommt, findet ihr gleich hinter dem Neuen Stadtplatz (Rynek Nowego Miasta) an der Ulica Kościelna (neben dem Denkmal für Marie Curie, geborene Skłodowska!) eine Holztreppe, die durch die Stadtmauer nach unten ans Weichsel-Ufer führt.

Tag 3: Entspannen im Grünen

Tag 3 in Warschau war unser letzter Tag an diesem Städtetrip-Wochenende, und wir waren schon echt geschafft und voller Eindrücke. Da die Tochter nicht noch mehr von Warschaus trauriger Geschichte erfahren wollte, verzichteten wir auf weitere Museen und entspannten uns für den Großteil dieses Tages in den schönen Parks von Warschau.

Warschau mit Kindern

Parks kann Warschau wirklich gut!

Süßigkeiten-Museum (Manufaktura Cukierkov)

Das Süßigkeiten-Museum an der Ulica Nowy Swiat hatte die Weltwundertochter schon von Anfang an interessiert, also haben wir uns das noch angeschaut – und waren mäßig begeistert. Im Endeffekt handelt es sich hier um einen großen Verkaufsraum für Süßigkeiten – vor allem Lollies und Bonbons, die nicht preiswert sind – und einen benachbarten kleineren Raum, in dem man zwei Damen dabei zuschauen kann, wie sie Bonbonmasse kneten und daraus Bonbons machen.

Die Tochter hat sich im gegenüberliegenden “Sweet Factory Store” mit einer Tüte Zuckerzeug eingedeckt (100 g kosteten 10,99 PLN) und bald enttäuscht festgestellt, dass die meisten Leckereien gar nicht mal so lecker waren.

Daumen runter von uns.

Łazienki-Park

Parks kann Warschau wirklich gut! Ein Viertel der Stadtfläche ist mit insgesamt 82 (!!) Parks bedeckt, und selbst wenn man sie nicht gezielt ansteuert, stolpert man immer wieder in eine Grünanlage hinein.

Der riesige Łazienki-Park liegt am südlichen Ende des Königswegs, von unserer Unterkunft in Śródmieście Południowe waren es etwa 20 Minuten Fußweg. Er heißt auch “Park der königlichen Bäder” und das ist im Sommer natürlich besonders angenehm – überall kommt man an kleine Teiche oder Seen, in denen künstliche Inseln liegen, schattige Pavillons laden zum Picknick ein und man kann die Hand in Wasserfälle halten.

Warschau mit Kindern Lazienki Park

Der wunderschöne Lazienki-Park in Warschau © Depositphotos.com

Am besten sind aber natürlich die vielen Pfauen und Fasane, die unbeirrt von den Menschen durch die Parkanlage streifen, und die süßen Eichhörnchen!!

Unterkunft in Warschau: familienfreundlich wohnen in Śródmieście

Ein familienfreundliches Hotel in Warschau können wir euch leider nicht empfehlen, weil wir – wie so oft auf Städtetrips – eine Unterkunft über Airbnb gefunden hatten.

Warschau ist voll von günstigen und zentral gelegenen Airbnbs und wir haben uns sehr schwergetan, eines auszuwählen. Erst wollten wir in einem der Wolkenkratzer direkt am Central-Bahnhof im 19. Stock einmieten, haben uns dann aber doch für eine hübsche Zweiraumwohnung im ruhigen Hinterhof entschieden, die immer noch mitten im Stadtzentrum lag – genauer gesagt, im Viertel Śródmieście Południowe.

Dieses Viertel grenzt im Süden an den riesigen und sehr modernen Central-Bahnhof und das Areal rund um den Kulturpalast. Es erinnerte uns mit seinen vielen Bäumen, den schön restaurierten Fassaden und vor allem den vielen Cafés und Kneipen ein wenig an die Boulevards von Paris. Zum Frühstücken und abends hatten wir die Qual der Wahl (zum Thema Essen in Warschau erzählen wir gleich noch mehr).

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Praktische Tipps für Warschau mit Kind

Insgesamt fanden wir Warschau mit Kind super einfach – man kann sich gut orientieren in der Stadt, mit Bus und Bahn kommt man schnell und unkompliziert herum, die Fußwege sind breit und der Straßenverkehr ist zahm, sodass man auch keine Angst haben muss, eine Straße zu überqueren.

Warschau mit Kindern

Warschau: das Zentrum Europas

In vielerlei Hinsicht ist Warschau moderner als Berlin oder andere Städte in Deutschland. Man kann überall mit Karte bezahlen – wir hatten kein einziges Mal polnisches Bargeld in der Hand. WLAN gab es in vielen Cafés kostenlos, das brauchten wir dank EU-Roaming aber gar nicht.

Die jüngeren Leute in Warschau sprachen alle Englisch, in kleineren Geschäften und Restaurants war das allerdings nicht überall der Fall! Es lohnt sich, wenigstens ein paar Brocken Polnisch zu können.

Bus und Bahn in Warschau

Warschau ist riesig, und selbst im Zentrum sind es oft lange Strecken zwischen den einzelnen Attraktionen – um Bus und Bahn kommt ihr nicht drumherum. Mit der Metro kann man auch fahren, das haben wir aber nicht gemacht.

Der öffentliche Nahverkehr in Warschau ist super ausgebaut, Busse und Bahnen sind modern und die Tickets gar nicht teuer – in Zone 1 (das ist die Innenstadt) zahlt man für eine Fahrt von 75 Minuten nur 4,40 PLN (das ist etwa 1 Euro), Kinder zahlen 2,20 PLN. Habt ihr dieses Ticket einmal entwertet, könnt ihr beliebig damit hin- und herfahren und die Verkehrsmittel wechseln.

Warschau mit Kindern Straßenbahn

Mit Bus und Bahn durch Warschau: easy

An den meisten Tram-Haltestellen in der Innenstadt stehen Fahrkartenautomaten, wo ihr mit Münzgeld oder EC-Karte bezahlen könnt; Automaten gibt es auch in den meisten Bussen (und die Automaten sprechen Deutsch mit euch, wenn ihr das einstellt!).

Wer es bequemer will, kauft ein 24-Stunden-Ticket für 15/7,50 PLN oder ein 72-Stunden-Ticket für 36/18 PLN.

Ihr wollt es noch einfacher haben? Dann ladet euch die Ticket-App jakdojade.pl herunter, dort könnt ihr eure Fahrt durch Warschau (und viele andere Städte in Polen) planen und das Ticket gleich in der App bezahlen. Dafür müsst ihr allerdings vorher eure Kreditkarten-Daten eingeben, und ihr müsst Polnisch können – eine englische Version gibt es nicht.

Essen mit Kind in Warschau

Wer bis hierher gelesen hat, der weiß schon, dass Essen für uns ein sehr wichtiger Teil des Reisens ist – wenn das Essen nicht schmeckt, hat ein Städtetrip für uns keinen Sinn. Warschau überzeugte uns in puncto Essen auf ganzer Linie!

Dabei waren es gar nicht so sehr die polnischen Spezialitäten wie Pierogi, Pyzy (gefüllte Kartoffelklöße) oder Kompot (ein süßes Getränk, das wirklich wie Kompott schmeckt – also die Flüssigkeit rund um eingemachtes Obst), die uns überzeugt haben.

In Warschau kann man wirklich ALLES essen, und das in super Qualität – wir haben köstlichen syrischen Hummus im Niedaleko Damaszku gegessen und feinste japanische Sandwiches im Konbini, fluffige Pancakes und leckeren Avocado-Toast zum Frühstück in der Hala Koszyki (einer der ersten Food Halls in Warschau, die 2015 eröffnete – inzwischen gibt es richtig viele!).

Für Kids sind vor allem die vielen Süßspeisen interessant, die es in Polen gibt – hmmm! Schaut unbedingt in der Cukiernia Pawłowiczvorbei, dort gibt es köstliche gefüllte Krapfen (wie die ostdeutschen Pfannkuchen bzw. Berliner). Zum Hinsetzen im Café bestellt ihr am besten eine Wuzetka – das ist ein quadratisches Stück Schichttorte mit Sahne und Schokolade.

Was uns am meisten überrascht hat, ist die große Zahl asiatischer und vor allem japanischer Angebote: Es gibt japanische Cafés und Imbisse an jeder Ecke, wo man Ramen und Sushi, Onigiri (!) und Sandwiches (!!) in bester Qualität bekommt. Wenn ihr auf japanisches Essen steht, fahrt unbedingt nach Warschau!

Warschau mit Kindern Konbini

Lecker japanisch essen: in Warschau an jeder Ecke!

Unsere besonderen Japan-Highlights in Warschau:

  • Ganon Ramen (und gleich daneben Seoul Oppa) im Souterrain an der Ulica Lwowska 9
  • das sehr schicke Happa to Mame Teehaus an der Ulica Hoża 43/49
  • Niigata Onigiri an der Ulica Polna 54
  • Konbini Coffee & Sando (japanische Sandwiches!) an der Ulica Wspólna
  • Onigiri Bento Solec (versteckt in den Centrum-Arkaden unter der Aleje 3. Maja)
  • Sakamoto-Ya Streetfood, hier gibt es auch vegane Bento-Boxen! (Tamka 24, gegenüber von einem kleinen Park und nicht weit vom Kopernikus-Museum)

Und, ganz wichtig für uns: Auch vegan essen ist in Warschau heutzutage kein Problem mehr, es gibt sogar rein vegane Restaurants und Cafés (zum Beispiel das schon erwähnte Niedaleko Damaszku, das von außen wie ein ganz normales Dönerrestaurant aussieht).

Beste Reisezeit für Warschau

Einen Städtetrip kann man prinzipiell zu jeder Jahreszeit machen. Wollt ihr Warschau im Winter oder im Hochsommer besuchen, solltet ihr allerdings an das kontinentale Klima denken, das in Polen herrscht: Die Winter können hier lang und eiskalt werden, die Sommer sind überraschend heiß.

Wollt ihr mit Kindern die schönen Parks in Warschau besuchen oder an einer der vielen Flussbadestellen in der Weichsel baden, würde ich zwischen Mai und September herkommen. Wir waren im Juli in Warschau und hatten echt Pech – eine Schlechtwetterfront sorgte für kühle Temperaturen und immer wieder Regen, nix war mit Baden.

Warschau mit Kindern

Warschau mit Kind: Vorsicht, Emotionen!

So modern und cool Warschau auf den ersten Blick sein mag: Die Spuren und Erinnerungen an seine Geschichte sind allgegenwärtig. Die Weltwunderertochter war bei unserem Besuch in Warschau 11 Jahre alt und immer wieder geschockt davon, was sie erfuhr – nicht nur im Museum POLIN, sondern eben auch immer wieder nebenbei an Gedenk-Plaketten und Denkmälern in der Stadt.

Was in Warschau im Zweiten Weltkrieg passiert ist – und wer daran Schuld hat! – ist für Erwachsene schon schwer zu ertragen. Gerade jüngeren Kindern sollte man die Geschichte wohldosiert zumuten und immer gut überlegen, wie viele Nachfragen man zulässt. Mit Teenagern ist es andersherum: Erkundet gemeinsam Warschaus Geschichte, besucht die Museen, macht eine Stadtführung durch das Ghetto und haltet die Fragen und die Tränen aus.

Wir kommen ganz bestimmt noch einmal wieder!

Jenny

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