Unterkünfte

Airbnb statt Campervan: familienfreundliche Unterkünfte in Neuseeland

Neuseeland im Campervan bereisen, das ist der Klassiker, den die meisten Familien wählen. Aber manche tun das aus diversen Gründen nicht – sei es, weil das Wohnmobil zu teuer wäre oder weil sie einfach gern in einem richtigen Bett schlafen. Wir haben mal nachgefragt, wie das geht: ohne Campervan, dafür per Airbnb Neuseeland entdecken.

Airbnb in Neuseeland für Familien

Airbnb in Neuseeland ist eine tolle Idee für Familien © Maren Spiller

Die meisten unserer Leser entscheiden sich für die Campervan-Variante – für Familien hat die ja auch zahlreiche Vorteile. Einer der größten Nachteile sind allerdings die Kosten. Der Mietpreis für ein Wohnmobil, das eine ganze Familie beherbergen kann, schießt in der Hauptsaison neuerdings geradezu durch die Decke (siehe unser Interview mit Campervan-Experte Kolja), und wer nicht lange im Voraus bucht, der bekommt mitunter gar keins mehr.

Also einen (überraschend bezahlbaren) Mietwagen nehmen – aber wo schläft man dann? Hotels und Motels in Neuseeland sind nicht eben für ihre Qualität bekannt, und die Cabins auf Zeltplätzen sind oft nicht viel komfortabler als ein Zelt.

Wir haben zwei Familien befragt, die als Trendsetter durch Neuseeland gereist sind – denn die Sharing-Economy und ihre Vertreter wie Airbnb oder Uber sind weltweit auf dem Vormarsch.

Auch in Neuseeland kann man hervorragend als Familie in Airbnb-Unterkünften wohnen, erzählen Maren und Sabine.

Airbnb Neuseeland Auckland

Willkommen zu Hause! Airbnb in Neuseeland kann richtig schick sein © Maren Spiller

Weltwunderer: Wieso habt ihr nicht den „Neuseeland-Klassiker“ Campervan gemacht, sondern habt mit Airbnb Neuseeland bereist?

Maren: Tatsächlich haben wir beides gemacht: drei Tage bei Ankunft in einer AirBnB-Unterkunft, dann drei Wochen Campervan und danach noch einmal eine Woche AirBnB-Unterkünfte. Die AirBnBs haben wir zum „Chillen“ und Jetlag-Auskurieren genutzt und haben mit dem Mietwagen kleinere Ausflüge unternommen.

Insgesamt ist es natürlich spannender, eine Wohnung über AirBnB zu buchen als ein Hotel. Der Grund: Man weiß nie, wie das Verhältnis zu den Vermietern sein wird. Halten sich die Vermieter zurück, sind sie überhaupt in der Nähe, suchen sie jeden Abend den Kontakt? So oder so, für uns als vierköpfige Familie war Airbnb definitiv die beste Wahl. Hotelzimmer werden nämlich langsam zu eng, mit Babybett und Zusatzbett bzw. Gedränge im Kingsize-Bed.

Airbnb Neuseeland

Kein Gedränge im Kingsize-Bett dank Airbnb © Maren Spiller

Sabine: Grundsätzlich sind wir keine Camper, dennoch starteten wir mit der Recherche nach Campervans, wie du ja schon sagtest „Der Klassiker“. Schnell mussten wir feststellen, dass wir mit drei Monaten Vorlauf deutlich zu knapp dran waren.

Unser Anspruch war ein Camper mit „fester“ Toilette und einigermaßen Platz. Wir haben sehr schnell festgestellt, dass zum einen nicht mehr viele Camper verfügbar waren und zum anderen uns die „großen“ Camper deutlich zu teuer waren. Wir stellten uns also die Frage, warum nicht Unterkünfte und Mietwagen – für uns rückblickend genau das Richtige für acht Wochen Neuseeland. Wir hatten immer genügend Platz, unsere Tochter hatte auch immer genügend Raum zum Krabbeln und Erkunden. Da es sehr viel geregnet hat und teilweise sehr kühl war, haben wir uns in den Unterkünften immer sehr wohl gefühlt.

WW: Was fandet ihr an Airbnb in Neuseeland gut und weniger gut?

Maren: Wir fanden alle gebuchten Unterkünfte super. Gut ist die einfache Kommunikation mit den Gastgebern. Das schlechte WLAN-Netz in NZ stellt natürlich eine Herausforderung dar für den Austausch von Informationen. Weniger gut fanden wir im Buchungsprozess, dass teilweise „familienfreundlich“ angegeben wurde, wir beim Lesen der Hausregeln jedoch feststellten, dass Kinder unter zwei Jahren nicht gewünscht sind. Das war dann etwas mühselig.

Sabine: Wir hatten das Gefühl, dass Airbnb in Neuseeland total etabliert ist. Viele Kiwis haben im Garten eine Ferienwohnung oder auch eine Bleibe auf die Garage aufgestockt. So war es relativ easy, auch kurzfristig Unterkünfte zu bekommen. Das Gute ist, dass für jeden Geldbeutel etwas dabei ist. So konnten wir mit den Ausgaben variieren und überall die Gastfreundschaft der Kiwis genießen. Das war einfach überall überragend – die Herzlichkeit und das Gefühl, willkommen zu sein. Sogar die gelegentlich unruhigeren Nächte mit Baby waren für die Kiwis kein Problem.

Das ist rückblickend auch ein Argument für Airbnb – den Kontakt und das Leben mit den Kiwis möchten wir nicht missen. Wir haben so viele tolle und unterschiedliche Menschen kennengelernt, sehr spannend. Wir hatten überall das Gefühl, „mittendrin“ zu sein.

Wir hatten in acht Wochen mit Ausnahme eines Motels in Te Anau nur AirBnB-Unterkünfte. Mit AirBnB waren wir völlig flexibel. Wir haben uns Ferienhäuser gemietet, wenn wir Ruhe und viel Platz wollten, und nur ein Gästezimmer, wenn wir nur für eine Nacht auf der Durchreise irgendwo gestoppt haben oder tagsüber viel unterwegs waren. So hielten sich die Privatzimmer und Ferienwohnungen in etwa die Waage.

Airbnb Neuseeland

Der Campervan parkt dann mal in der Einfahrt © Maren Spiller

WW: Wie lange im Voraus musstet ihr nach Airbnb Unterkünften in Neuseeland suchen?

Maren: Die Unterkünfte haben wir im Dezember 2016 gebucht für Übernachtungen im Januar/Februar 2017. Wir mussten nicht lange suchen, nur die Entscheidung fiel schwer… es gab ausreichend schöne Wohnungen auch kurzfristig. Eventuell hätten wir mit mehr Vorlauf bessere Preise bekommen, aber man kann nicht alles haben.

Sabine: Wir hatten lediglich die erste Unterkunft in Christchurch von Deutschland aus gebucht. Alles andere haben wir relativ spontan vor Ort (meistens einen Tag vorher) gebucht. Der Nachteil war natürlich, dass wir teilweise nicht mehr eine so große Auswahl hatten, der Vorteil ganz klar die Flexibilität. Wir hatten zwar die Reiseroute vorgeplant, konnten aber so beispielsweise noch spontan auf das Wetter reagieren. Wir konnten z.B. den „perfekten“ Tag für das Tongariro Crossing wählen.

Aber dennoch bekommt man natürlich die beste Preis-/Leistung, wenn man frühzeitig bucht.

Airbnb in Neuseeland

Chillen auf der Terrasse am Strand in Auckland © Sabine Reinsch

WW: Wie sah eine typische Airbnb-Unterkunft in Neuseeland aus? Was habt ihr durchschnittlich bezahlt?

Maren: Von 80 NZ$ in Ruakaka bis zu 140 NZ$ in Auckland. In allen Fällen hatten wir mindestens zwei Schlafzimmer, und alle Wohnungen hatten eine tolle Lage. Super Aussicht, zentral oder strandnah – war alles dabei.

Ein Haus wurde professionell vermietet bzw. durch eine Verwalterin. Beim Rest wohnten die Vermieter über oder neben der Wohnung. Diese Wohnungen wurden ausschließlich als Fewos vermietet.

Airbnb Neuseeland

Definitiv schicker als ein Motel! © Maren Spiller

Sabine: Das hing davon ab, welche Kategorie wir gebucht hatten. Mit unserer kleinen Tochter haben wir meistens darauf geachtet, dass wir auch eine kleine Küchenzeile haben bzw. Zugang zur Küche.

Wir hatten grundsätzlich zwei Kategorien: entweder ein Privatzimmer, hier war uns immer wichtig, dass wir ein Badezimmer nur für uns hatten und wenn möglich eine Küchenzeile oder eben Zugang zur Küche. Die andere Kategorie war die gesamte Unterkunft. Hier konnte man völlig autark wohnen, kochen, grillen, essen, auf der Terrasse oder im Garten relaxen.

Im Durchschnitt haben wir rund 90 EUR pro Nacht bezahlt. Wie oben schon erwähnt, ginge das bestimmt mit längerfristiger Buchung günstiger.

Airbnb Neuseeland Familie

Home sweet home in Bucklands Beach © Maren Spiller

WW: Welche Airbnb-Unterkunft in Neuseeland war euer Favorit?

Maren: Wie gesagt: Alle waren schön. Unsere erste Unterkunft bei Ankunft in Neuseeland war die hochwertigste und schönste in Bucklands Beach in der Nähe von Auckland. Die Wohnung wird erst seit November 2016 vermietet, entsprechend top war die Ausstattung. Außerdem war die Wohnung voll mit Spielzeug für die Kinder, da die Vermieter Enkel haben.

Sabine: „Erins Bach“ in Ruakaka war der absolute Hammer, supernette Gastgeber, ein kleines Ferienhäuschen im Garten der Besitzer – eine Oase der Ruhe, tiptop ausgestattet, glänzend sauber, drei Minuten zum Strand.

Erin’s Bach in Ruakaka © Airbnb

Ist Airbnb in Neuseeland denn erlaubt?

Anders als in vielen europäischen Städten und Ländern stehen die Behörden und das Gastgewerbe selbst in Neuseeland dem Trend offen gegenüber. Der Grund: Es gibt einfach nicht genug Hotelzimmer für die krass gestiegenen Besucherzahlen. Einige Hotels in Auckland weichen bereits selbst auf Airbnb aus, um ihre Gäste zu Spitzenzeiten unterbringen zu können. Auch wenn die geplanten über 5.000 neuen Zimmer in den nächsten Jahren gebaut werden, fehlen immer noch mehr als 4.500 Zimmer, sollten die Besucherzahlen weiter steigen wie prognostiziert.

Laut Airbnb Neuseeland Manager Sam McDonagh gibt es derzeit 20.000 gelistete Airbnb-Unterkünfte im Land. Im Durchschnitt vermieten die Kiwis ihre Unterkünfte für 28 Tage im Jahr; entweder während sie selbst in Urlaub fahren oder um sich zu ihrer laufenden Miete etwas dazuzuverdienen. Ausnahmen sind Touristenzentren wie Queenstown, wo die Preise deutlich höher sind und die Vermieter deutlich länger vermieten.

Wir danken Maren und Sabine ganz doll sehr für die Mühe, die sie sich für dieses Interview gemacht haben.

Damit sie sich besonders freuen, könnt ihr auch etwas beitragen: Wenn ihr noch nicht bei Airbnb registriert seid, dann geht doch bitte über diesen Link, um Maren eine Prämie von 30 Euro zu sichern, oder über diesen Link für Sabine, sobald ihr eure erste Unterkunft gebucht habt – natürlich ohne Aufschlag für euch!

Habt ihr auch schon Airbnb in Neuseeland genutzt? Was sind eure Erfahrungen?

1 Kommentar

  • Hey, tolles Interview! Wir überlegen auch gerade unsere Elternzeit in NZ zu verbringen. Leider scheinen die Wohnmobilpreis auch unser Budget zu übersteigen und wir überlegen auch AirBnB zu nutzen. Daher würde mich interessieren, wie die beiden das Ein- und Auspacken beim Unterkunftwechseln empfunden haben. Stelle mir das mit dem ganzen Kram recht nervig vor…

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