Reisetipps für Japan

Airbnb in Japan: ist das (noch) erlaubt?

Schlechte Neuigkeiten: Airbnb-Unterkünfte in Japan zu finden, wird in Zukunft – also ab Juni 2018 – nicht unmöglich sein, aber es wird schwieriger. Gerade für Familien mit Kindern ist das blöd. Aber es gibt auch Hoffnung!

Airbnb in Japan Haus in Tokio

Airbnb in Japan – in Zukunft legal, aber schwieriger

Wo kann man als Familie eine Unterkunft in Japan finden?

Da gibt es hauptsächlich vier Optionen:

  • Hotels
  • Ferienhäuser (-> sehr schicke in Tokio, Kyoto und Takayama gibt es über Japan Experience*)
  • traditionelle Ryokan
  • Hostels oder Minshuku (einfache japanische Pensionen)

Eine vierte Option war bisher Airbnb in Japan -> auf japanisch Minpaku. Im Gegensatz zu Hotels, die in Japan sagenhaft kleine Zimmer haben und dafür dann auch noch ziemlich teuer sind, bvieten private Airbnb-Unterkünfte für Familien viel mehr Platz für viel weniger Geld, gerade in der Hochsaison.

Ganz zu schweigen von einem viel authentischeren Japan-Erlebnis. Das bekommt man zwar auch in einem Ryokan, aber den können wir als Familie mit drei Kindern in Japan nicht bezahlen. (-> Maria-Bettina hat es mit ihrer Familie trotzdem ausprobiert)

Selbstversorgung und damit mehr Kostenkontrolle (plus mehr Komfort beim Reisen mit Kindern, die sich an die japanischen Sitten beim Essen und an japanisches Frühstück nicht so schnell gewöhnen wollen) bieten Airbnb-Unterkünfte auch.

Wir haben schon mehrfach das Angebot von Airbnb in Japan genutzt und waren jedes Mal hochzufrieden. Wird das in Zukunft anders?

Airbnb in Japan Tokio Straße

Unser Airbnb-Haus in einer ruhigen Wohngegend mitten in Tokio

Neue Regeln für Airbnb in Japan – was bedeutet das für Reisende?

Zuerst mal keine Panik bitte: Airbnb in Japan ist weiterhin legal und nicht verboten. Das neue Minpaku Law gibt allerdings ab 15. Juni sehr strenge Regeln für Airbnb-Gastgeber vor, die sie einhalten müssen – ansonsten ist es nämlich doch verboten und es drohen Strafen von ca. 8.000 Euro.

Die neuen Airbnb-Regeln in Japan:

  • Jeder Gastgeber muss seine Unterkunft bei der lokalen Regierung registrieren.
  • Jede registrierte Airbnb-Unterkunft muss dieselben Sicherheits- und Hygienechecks bestehen wie ein Hotel.
  • Wenn der Gastgeber selbst nicht in der Unterkunft wohnt, muss er eine Firma mit der Reinigung beauftragen.
  • Airbnb-Unterkünfte dürfen nur noch für maximal 180 Tage im Jahr vermietet werden.

Zu diesen Regeln kommen allerdings noch weitere Einschränkungen, die jede Stadt individuell aufstellen darf. So ist es in vielen Wohngegenden nun komplett verboten, Unterkünfte über Airbnb anzubieten, um die Ruhe der Einwohner und die Sicherheit der Kinder nicht zu gefährden (ja, echt – Japaner können ziemlich xenophob sein).

Für euch als Gäste kann das bedeuten: Airbnb-Unterkünfte in Japan, die ihr vor Juni 2018 bereits gebucht und bezahlt habt, werden unter Umständen auch sehr kurzfristig gekündigt. Ihr habt dann zwar Anspruch auf Erstattung eurer Kosten (je nach Stornierungsregeln eures Gastgebers!) und Airbnb bemüht sich in der Regel, für euch eine Ersatz-Unterkunft zu finden.

Airbnb in Tokio Ebisu Treppe

Nicht immer so bequem wie ein Hotel, aber authentisch: Airbnb in Japan

Da in den letzten Wochen über 80 Prozent der Angebote von Airbnb in Japan von der Plattform genommen wurden, ist das Angebot aber nun sehr dünn geworden. Von den etwa 60.000 Einträgen auf Airbnb sind derzeit nur noch 13.800 online – aber die sind immerhin alle legal, darauf kann man sich als Gast verlassen.

Das neue Gesetz will Airbnb in Japan im Vorfeld der Olympischen Spiele 2020 transparenter und sicherer machen – das klingt für uns Gäste durchaus positiv. Neue coole Services wie den Convenience Front Desk 24 in den rund um die Uhr geöffneten Minimärkten 7Eleven, Lawson und FamilyMart, wo Airbnb-Mieter ihre Schlüssel abholen können, ermöglicht das Gesetz ebenfalls. Und bald soll man bei Flügen mit ANA Meilen für Airbnb-Unterkünfte sammeln können…

Ob allerdings genügend private Gastgeber die Mühe der Registrierung und der Sicherheits-Updates auf sich nehmen werden, wenn sie ihre Wohnungen nur noch zeitweise vermieten dürfen?

Wahrscheinlich wird Airbnb in Japan bald nur noch von professionellen Vermietern genutzt werden – was uns Reisenden um die wirklich authentischen Japan-Erfahrungen bringt (und damit in unseren Augen den ursprünglichen Inhalt von Airbnb killt…).

Immerhin sind im Zuge der heißen Diskussion um verfügbare Unterkünfte in Japan – die angesichts des krassen Booms an Touristen sehr knapp geworden sind – wohl die Preise für Hotels in Japan ein wenig gesunken.

Einen interessanten Nebeneffekt hat das Gesetz auch noch: In Zukunft dürfen auch die 77.000 Tempel in Japan ihre Gebäude kommerziell als Unterkünfte anbieten. Der neue Service heißt Terahaku und soll genauso bequem zu nutzen sein wie Airbnb oder Booking.

Tokio Ebisu crossing at night

Habt ihr schon Airbnb in Japan mit Kindern genutzt? Oder bevorzugt ihr andere Unterkünfte? Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen!

4 Kommentare

  • Ist ja schon schade. Hab auch gesehen, dass die meisten der Airbnbs aus eurem anderen Beitrag inzwischen nicht mehr als Airbnb vermietet werden, vermutlich aufgrund der neuen Regelungen. Wir haben gerade ein Airbnb für Tokio gemietet, das wohl die Registrierung für die neuen Regelungen bereits hat. Billig ist das aber nicht mehr. Hoffentlich aber so schön wie auf den Bildern… wir werden sehen.
    LG aus Japan,
    Hartmut

    • Ich bin immerhin froh, dass Airbnb nicht wie in vielen anderen Ländern komplett verboten wurde. Die beiden Apartments, in denen wir bisher gewohnt haben, sind jedenfalls noch online. Bin gespannt, wie eure Bleibe aussieht (und klar ist die teurer, wir haben unsere Unterkünfte jeweils schon ein halbes Jahr vorher gebucht…)

      Gute Reise!
      Jenny

  • Japan wäre wirklich mal eine Reise wert. Habe schon von Freunden gehört, dass dies eine eigene Welt sein muss. Spannend. Die Einschränkung wird es nicht leichter machen, dort passende Unterkünfte für eine Großfamilie wie uns zu finden. Aber besonders Terahaku klingt interessant. Sollte es uns dort einmal hinverschlagen, würde das wohl weit oben auf der „schau-mer-mal“-Liste stehen.

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