Gut zu wissen

Ostern in Neuseeland: Gartenmärkte und Ostereier-Jagd

Ostern ist in Neuseeland wie so viele andere vertraute Feste ganz ähnlich und ganz anders als in good old Europe. Der wichtigste Unterschied: Hasen verstecken keine Eier, man kann draußen feiern und es gibt „Hot Cross Buns“.

Ostern ist für Neuseeland wie gemacht: Das Fest liegt am Ende eines langen Sommers und ist eines der letzten langen Wochenenden, die man draußen in der Natur verbringen kann. Eier suchen und nach Osterhäschen Ausschau halten bei gutem Wetter, das klingt super!

Danach hält der Herbst Einzug, und der eklig feucht-kühle Winter kündigt sich an (eigentlich, in diesem endlosen Sommer von 2017/18 lässt die Abkühlung auf sich warten).

Ostern in Neuseeland: ab in den Gartenmarkt!

Wer gerade in Neuseeland ist, der wird sich vielleicht wundern, warum am Karfreitag und Ostermontag alle Geschäfte geschlossen haben – nur die Gartenmärkte nicht!?

Wie auch in Europa müssen zu Ostern in Neuseeland die meisten Geschäfte (und auch Restaurants!) am Karfreitag („Good friday“) und/oder Ostersonntag („Easter Sunday“) schließen; der Ostermontag hat dagegen keine religiöse Bedeutung.

Nun sind aber immer weniger Kiwis am christlichen Hintergrund des Osterfestes interessiert – die meisten freuen sich über das lange Wochenende und nutzen es bevorzugt, um ihren Garten winterfest zu machen. Wir erinnern uns: Ostern fällt in Neuseeland grundsätzlich in den Herbst.

Gartenmarkt-Besitzer sehen in diesem Wunsch vieler Neuseeländer ihre Chance auf ein letztes großes Geschäft vor der Winterflaute – und entschließen sich daher, die relativ niedrige Strafe für gesetzwidriges Laden-Öffnen in Kauf zu nehmen, wenn sie damit Superumsätze machen können. … Mal wieder ein schönes Beispiel für die Kiwi-Mentalität!

Wer in Neuseeland Christ ist, der besucht natürlich den Gottesdienst, immerhin ist Ostern DAS christliche Fest schlechthin. Genau wie Weihnachten ist das Osterfest für die meisten Neuseeländer aber eine eher fröhliche Angelegenheit; man trifft sich mit Freunden im Park oder nutzt das lange Wochenende für Kurztrips.

Da außerdem endlich Osterferien sind, haben viele Familien noch einmal Zeit für gemeinsamen Urlaub, bevor es kalt wird – genau bzw. genau andersherum wie in Europa.

Obwohl in Neuseeland gerade der Herbst beginnt, stammt die Oster-Deko aus dem europäischen Lager: Es gibt Küken, Narzissen, Lämmchen und auch kleine süße Häschen. Die werden vor allem in Otago allerdings lieber gejagt als gestreichelt: Dort findet zu Ostern „the great bunny hunt“ statt, bei der zehntausende Kaninchen erschossen werden. (Bitte kein Mitleid, die Karnickel sind eine Landplage!)

Neuseelands größtes Familienfest, die „Royal Easter Show“, findet ebenfalls zu Ostern statt; wenn ihr gerade in Auckland seid, schaut unbedingt vorbei! Es gibt Achterbahnen und Kettenkarussells, Zuckerwatte, Hotdogs und viele Bauernhoftiere zum Streicheln.

Was ihr vergeblich suchen werdet, sind hingegen bemalte Ostereier. Anstatt sie künstlerisch zu gestalten und an Sträuße oder Bäume zu hängen, werden die (Schokoladen-) Eier in Neuseeland allenfalls versteckt, um den Kindern eine Freude zu machen.

Ostern in Neuseeland: Eier-Jagd!

Wenn ihr die Gelegenheit habt, nehmt an einem „Easter egg hunt“ teil, der einer großangelegten Schnitzeljagd ähnelt und bei der hunderte Familien durch Parks und Straßen ziehen.

Da Ostern ja (siehe oben) für die meisten Kiwis eher ein langes Wochenende mit überdurchschnittlich vielen Eiern ist, wird an den Osterfeiertagen generell viel gefeiert und Spaß gehabt in Neuseeland.

In Christchurch, Auckland und Wellington konnte man am Osterwochenende 2014 zum Beispiel 100 riesige, künstlerisch gestaltete Ostereier suchen. An jedem Ei war ein Code angebracht, mit dem man an der Verlosung eines 18-Karat-Goldstücks (?) teilnahm. Das Ganze war eine Charity-Veranstaltung für das Starship-Krankenhaus in Auckland.

Ei Nr. 85 in Christchurch (c) Jocey K

Ei Nr. 85 in Christchurch (c) Jocey K („Many kinds of shapes and colours“ unter CC-BY-SA 2.0

Ein typisch neuseeländisches Ostergebäck: Hot Cross Buns

Die „Hot Cross Buns“ sind luftige, glasierte Brötchen mit einem deutlich sichtbaren Kreuz darauf. Bei den Angelsachsen stand das Kreuz angeblich für die Phasen des Mondes, für Christen ist die Bedeutung des Symbols klar. Traditionell werden frisch gebackene Hot Cross Buns mit Butter am Karfreitag gegessen, manchmal auch zu Weihnachten oder bei Beerdigungen.

Wenn ihr zu Ostern durch Neuseeland reist, kommt euch dieses Ostergebäck mit Garantie irgendwo unter. Für alle, die hier in Deutschland nach Eiern und Hasen suchen, haben wir das Rezept zum Nachbacken.

Dieses Rezept ergibt etwa 16 Brötchen und funktioniert auch mit kleinen Kindern recht gut (selbst getestet, wenn auch nicht selbst fotografiert…).

Ostern in Neuseeland Hot Cross Buns

Frischgebackene Hot Cross Buns! © Eljay (ready!) unter CC 2.0

Vorbereitungszeit: ca. 2 Stunden
Backzeit:   20 Minuten

Zutaten für die Brötchen:

15 g Trockenhefe
300 ml Milch
4 Tassen Mehl
2 TL Zimt
90 g Butter, in Stücke geschnitten
1/4 Tasse Zucker
1 Tasse Rosinen
1 Ei

Für das Kreuz:
1/2 Tasse Mehl
5 TL Wasser

Glasur:
1/2 Tasse Wasser
1/4 Tasse Zucker

Zubereitung:

1. Milch in einem kleinen Topf erwärmen, Hefe hineingeben und ruhen lassen.

2. Mehl und Zimt sieben. Butterstückchen dazugeben und mit den Fingerspitzen kneten, bis der Teig wie Brotkrümel aussieht. Dann Rosinen und Zucker hinzufügen.

3. Das Ei in die Hefe-Milch einrühren und schaumig schlagen. Dann die Mixtur zum Mehl geben und gut verrühren.

4. Teig auf einer bemehlten Fläche kneten, bis er weich und elastisch ist (ca. 10 Minuten). Dann den Teig in einer großen, gebutterten Schüssel an einem warmen Ort bedeckt ruhen lassen. Wenn er seine Größe verdoppelt hat, ist er fertig (das sollte ca. 45 Minuten dauern).

5. Teig noch einmal gut durchkneten, in 16 Stücke teilen und zu Kugeln formen. Alle Kugeln nebeneinander auf ein gefettetes Backblech legen. Zudecken und erneut an einem warmen Ort gehen lassen, bis sie sich verdoppelt haben.

6. Ofen auf 220°C vorheizen. Die Mixtur für das Kreuz aufschlagen, in eine Spritztülle füllen (oder eine Plastiktüte mit abgeschnittenem Ende) und Kreuze auf die Brötchen malen.

7. Bei 220°C für 10 Minuten backen, dann Ofen auf 200°C runterdrehen und nochmal 10 Minuten backen.

8. Zutaten für die Glasur in einer Pfanne aufkochen, dabei immer rühren. Hitze reduzieren und etwa zwei Minuten köcheln lassen. Dann die Glasur auf die ofenwarmen Brötchen auftragen.

Guten Appetit und frohe Ostern – in Neuseeland oder anderswo!

3 Kommentare

  • Hihi… habe ich mir dann hinterher auch fast gedacht. Hatte diesen Beitrag auch nur gesehen, weil ich einem fb-Link vor ein paar Tagen zum Thema Ostern in NZ gefolgt war und dachte, dass hier wäre ein aktueller Beitrag (geht ja nicht wirklich zu sehen).
    :-)
    LG
    Hartmut

    • Da kommt der Lokalpatriot durch, hm? ;-) Ich werde das natürlich sofort korrigieren, auch wenn der Beitrag eh schon x Jahre alt ist!

      Liebe Grüße
      Jenny

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