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Ein Kakapo: DIE Geschenkidee für Neuseeland-Fans!

Ein kuscheliger, angeblich nach Blumen duftender Papagei, der still dahockt und aus traurigen Kulleraugen schaut – das wäre doch ein tolles Weihnachtsgeschenk!? Wir verraten euch, wo ihr Kakapo in Neuseeland finden könnt und wie ihr einen verschenkt!

Kakapo-CREDIT-Department-of-Conservation

Kakapo leben im dichten Bergregenwald Neuseelands © Department of Conservation

Bevor uns jemand mit dem Artenschutzgesetz kommt oder uns Geschmacklosigkeit vorwirft, weil der Kakapo in Neuseeland schließlich vom Aussterben bedroht ist: Natürlich könnt ihr diesen flugunfähigen Papagei nicht wirklich kaufen und an eure Kids verschenken.

Aber das neuseeländische Umweltschutzministerium DOC hat sich eine nette Aktion ausgedacht, um den in seiner Existenz bedrohten Kakapo zu retten:

Adoptiert einen Kakapo!

Noch bis zum 24. November könnt ihr aus Übersee eine Summe zwischen 100 und 500 NZ$ spenden und damit Futter, Gesundheitsfürsorge und den jährlichen Wechsel der Überwachungssender für einen der aktuell 211 lebenden Kakapos bezahlen.

Geht die Überweisung rechtzeitig ein, bekommt ihr noch vor Weihnachten euer Dankeschön-Paket. (Später ist eure Spende natürlich immer noch gern gesehen!)

Mit einer Gold-Adoption für 500 NZ$ kümmert ihr euch um die Kakapos Gulliver, Kuia oder Sinbad. Als Dankeschön für euren Einsatz gibt es eine persönliche Adoptionsurkunde, einen großen Plüsch-Kakapo, Lesezeichen und Aufkleber.

Kleinere Portionen sind Silber-Adoptionen für 250 NZ$ und Bronze-Adoptionen für 100 NZ$. Ob ihr euch um Ralph, Waikawa, Rangi oder Lisa kümmert – die knuffigen Papageien haben jede Bemühung um die Erhaltung ihrer Art verdient!

Hier geht es zur Adoptions-Anmeldung

Was müsst ihr über den Kakapo in Neuseeland wissen?

Das Wichtigste: Der Kakapo ist extrem selten. In den 1990ern war sein Bestand auf nur noch 47 Tiere geschrumpft. Die lebten im unzugänglichen Regenwald auf Stewart Island und auf einigen abgelegenen Inselchen. (Dort leben sie auch heute noch.)

Wie viele andere Vögel in Neuseeland ist der Kakapo nachtaktiv und kann nicht fliegen. Er ist allerdings ziemlich groß und behende genug, um auch ohne Flügeleinsatz auf Bäume zu klettern. Nahen Feinde, zieht er es vor, reglos am Boden zu verharren. Vor Raubvögeln wie dem (ausgestorbenen) Haast-Adler ist das ein effektiver Schutz, vor Hunden und Mardern aber nicht.

Hinzu kommt, dass sich der Kakapo extrem selten fortpflanzt. Er wird mit 90 Jahren sehr alt. Das Weibchen lässt sich also Zeit mit dem Nachwuchs. Es hat nur dann Lust, wenn der Rimu-Baum ein Mastjahr erlebt und extrem viele Früchte produziert; das geschieht nur etwa alle zwei bis vier Jahre. Ist es dann soweit, muss auch noch ein passendes Männchen vorbeikommen. Bei Tieren, die einzeln und in sehr zerklüftetem Terrain leben, ist das ziemlich unwahrscheinlich. Als i-Tüpfelchen ist der Paarungsruf des Kakapo-Männchens so tief, dass ihn das Weibchen gar nicht richtig hören kann – WTF?

Beim Anblick des immer traurig dreinschauenden Kakapo und der Aufklärung über sein zaghaftes Brutverhalten seufzte mein Lieblingsschriftsteller Douglas Adams in Die letzten ihrer Art*, der Kakapo wolle offensichtlich gern aussterben.

[* Das ist ein Affiliate-Link: Wenn ihr draufklickt und dann auf Amazon etwas kauft, bekommen wir eine Provision.]

Kakapo Nest Theo Thompson_Kakapo Recovery Program

Er legt nur alle Jubeljahre mal ein Ei… oder zwei © Theo Thompson, Kakapo Recovery Program

Wie der Kakapo (hoffentlich) gerettet wird

Das Umweltschutzministerium DOC wollte aber nicht akzeptieren, dass der Kakapo aussterben würde. Sie stapften also nachts durch den nassen, kalten Bergwald, sammelten Kakapos ein und statteten sie mit Transmittern aus. Sie suchten jedes Nest und stellten eine Kamera daneben. Sah es um die Eier schlecht aus, brüteten sie sie im Inkubator aus und päppelten die Küken von Hand auf.

Sie haben die DNA jedes lebenden Kakapo sequenziert. Oh, und natürlich haben sie tausende von Fallen aufgestellt, um Mäuse, Ratten und Wiesel aus dem Kakapo-Revier fernzuhalten. Was das alles kostet, will ich mir gar nicht ausrechnen.

Aber es hat sich gelohnt: Heute leben wieder 211 Kakapos in Neuseeland! Das sind immer noch verdammt wenige, aber doch mehr als viermal so viele wie noch vor 30 Jahren.

Kakapo Sinbad DOC

DOC-Mitarbeiter Dr. Andrew Digby mit Kakapo Sinbad © DOC, über Tourism New Zealand

Wo können wir Kakapos in Neuseeland sehen?

Kakapo leben heute nur noch auf drei Inseln vor der Küste Neuseelands, die von Normalreisenden nicht betreten werden dürfen: Anchor Island, Codfish Island und Little Barrier Island.

Auf eurer Neuseeland-Reise werdet ihr also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Kakapo in freier Natur sehen können. Und bei weltweit nur knapp 200 lebenden Tieren gibt es natürlich auch keines, das an Zoos oder Wildlife Parks abgegeben wird.

Eine winzig kleine Chance habt ihr aber, wenigstens überhaupt einen echten Kakapo in Neuseeland zu sehen: In Invercargill befindet sich eine Zweigstelle des Kakapo Recovery Program, wo Kakapo-Küken von Hand aufgezogen werden. Etwa einmal im Jahr öffnet diese Einrichtung ihre Türen für Interessierte, die dann einen extrem seltenen Blick hinter die Kulissen bekommen.

Im Jahr 2019 waren diese Termine vom 13. bis 15. April. Nach Voranmeldung konnte man auf einer geführten Tour für eine halbe Stunde durch das Gebäude gehen und etwa zehn Minuten die frisch geschlüpften Küken bewundern.

Fragt am besten in der i-Site in Invercargill nach, ob und wann die nächste „Kakapo chick viewing session“ stattfindet. Der Eintritt lag 2019 bei schlappen 10 NZ$!

Ihr wollt noch mehr für Neuseelands Vögel tun? Dann ist vielleicht die Squawk Squad für euch interessant!

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