Japan Reisetipps für Japan

Nix „Tokyo Hotel“ – wir mieten uns Privatsphäre mit Airbnb

Bis zu unserem Abflug nach Japan ist eigentlich noch Zeit. Die Suche nach passenden Unterkünften wollten wir daher ruhig angehen lassen – bis ich doch schon mal ein wenig auf gängigen Hotelbuchungsseiten stöberte. Mit dem Ergebnis, dass wir ganze fünf Monate vor der Abreise bereits unsere Bleibe in Tokyo gebucht haben. Krass!

Weltwunderer Ohayo Japan

Der frühe Vogel fängt den Wurm, klar. Bei Neuseelandreisen sollten besonders Familien tatsächlich früh aufstehen und ihren Campervan locker ein Dreivierteljahr im Voraus buchen. Aber ein ganz normales Hotel? In einer Großstadt in Asien??

Ein paar Tage Recherche auf den einschlägigen Websites haben mich schnell belehrt: Unsere Erfahrungen aus Thailand, Vietnam und Kambodscha können wir nicht auf Japan übertragen. Das hat drei wesentliche Gründe:

a) „Der“ Japaner (bzw. der japanische Hotelier) mag es nach allgemeiner Auskunft gar nicht, wenn Gäste spontan an seiner Tür erscheinen oder allzu kurzfristig buchen. Das scheint dazu zu führen, dass bereits jetzt ein Großteil der bezahlbaren Unterkünfte in Tokyo ausgebucht ist.

b) Juli und August sind in Japan die Hochsaison, entsprechend wollen dann offenbar alle Menschen in Tokyo wohnen. (Ich hätte ja gedacht, dass sie dann gerade NICHT in Tokyo sein wollen, sondern am Strand… Wir sind gespannt, wie es dort dann aussehen wird!)

c) Als Familie mit drei Kindern brauchen wir trotz Budget-Orientierung und relativer Anspruchslosigkeit in Sachen Komfort eben doch ein Zimmer mit mindestens drei Betten, besser sind vier. Und auf 10 qm – die übliche Größe eines japanischen Hotelzimmers – passen wir fünf beim besten Willen nicht. Dass die günstigeren Zimmer grundsätzlich als Raucherzimmer ausgewiesen werden, macht die Sache nicht einfacher…

Nachdem ich also einige Abende damit verbracht habe, unsere Ansprüche von „Hotel mit guter Lage, Frühstück inklusive, gern mit Außenpool und bitte für weniger als 300 Euro für drei Nächte“ auf Null runterzuschrauben (könnt ihr das glauben – in ganz Tokyo gibt es höchstens zwei Hotels mit Pool?!), gab ich Booking.com und Konsorten genervt auf.

Und schaute bei Airbnb vorbei.

Hier vermieten Leute wie ihr und wir ihre ganz normalen eigenen Wohnungen an Reisende unter, während sie selbst unterwegs sind. So lautet die Theorie (und in unserem Fall stimmt sie sogar – hier könnt ihr die Weltwunderer-Wohnung im Sommer mieten!). Die Praxis sieht in der Mehrzahl der Angebote stark nach professionell vermieteten Ferienwohnungen aus – und die Preise orientieren sich inzwischen durchaus an den Hotelpreisen, viel spart man hier in der Regel nicht.

In Tokyo wurde mir zwar zunächst eine riesige Anzahl von passenden Wohnungen angezeigt, die meisten sind aber ganz eindeutig keine familiengeeigneten Unterkünfte (und ja, ich hatte den Haken bei „familienfreundlich“ gesetzt). Für fünf Schlafgelegenheiten, in ein (!) Zimmer mit Kochnische und Dusch-Klo gequetscht, bezahle ich keine 120 Euro pro Nacht, nein danke.

Dann sah ich die Anzeige von Shu und wusste: Das ist unsere Wohnung in Tokyo. Schaut mal hier…

Airbnb 2 rooms SHIBUYA

Totoro and Catbus Apartment in Shibuya (c) Airbnb

Für Miyazaki-Fans wie uns gibt es quasi keine Alternative, gell? Hier haben wir klassischen japanischen Wohnstil, wie ihn sich die Weltwundertochter gewünscht hat, zwei durch Schiebetür getrennte Zimmer mit Balkon, wie wir Eltern uns das wünschen und Einkaufsgelegenheiten sowie eine Küchenausstattung plus Waschmaschine für Selbstversorgung, wie unser Budget sich das wünscht.

Airbnb mit Kindern in Tokio: Was kostet das?

Weltwunderer Airbnb Japan

Im Sinne totaler Offenlegung verrate ich auch gern, was wir bezahlen: Drei Tage in Shibuya (das ist das Stadtviertel mit der Wahnsinnskreuzung, wo die Fußgänger in fünf Richtungen gleichzeitig laufen) kosten uns 345 Euro – wir haben ein wenig gehandelt und bezahlen für unsere drei Kinder insgesamt den Preis eines Erwachsenen. Andere Gastgeber wollten nur das Baby umsonst berechnen. Das ist jedem selbst überlassen und meiner Ansicht nach auch einer der Nachteile von Airbnb: Es gibt keine klare Regelung, was Kinder angeht. Update: Inzwischen doch: Kinder müssen im Buchungsformular gesondert angegeben werden und zahlen ab 2 Jahren einen Preis, den der Vermieter festlegt (manche bieten Kinderpreise, manche staffeln nach der Kinderzahl, manche legen für Kinder den normalen Preis fest). 

Da die meisten Hotels Rabatte für Kinder einräumen und/oder für Kinder, die mit im Elternbett schlafen, gar nichts berechnen, kostet ein durchschnittliches Hotelzimmer für unsere Familie damit im Endeffekt etwa genauso viel wie eine Unterkunft über Airbnb – Übernachtungspreis, Aufschlag für jede zusätzliche Person, Reinigungsgebühr, Servicegebühr, Wechselgebühr für das Bezahlen in einer anderen Währung… Vom Schnäppchenpreis in der Listenanzeige bleibt da nicht viel übrig.

Klar ist damit auch, dass eine solche Übernachtungsform nur für wenige Tage für uns in Frage kommt – unser Reisebudget sieht das eigentlich nicht vor.

Airbnb mit Kindern – mal ausprobieren?!

Wenn ihr Airbnb mal ausprobieren wollt, nur zu! Über die Weltwunderer bekommt ihr für eure erste Buchung einen 22-Euro-Gutschein, den ihr direkt einlösen könnt.

Wo wir in den restlichen Wochen in Japan schlafen werden, erzähle ich euch bald – denn auch das steht schon fest und ist bereits gebucht. Ich kann schon verraten, dass es wesentlich günstiger und sehr cool ist!

Übrigens: Dass sie in einem Totoro-Apartment wohnen werden, wissen die Weltwunderkinder noch nicht – und das soll auch eine Überraschung werden. Hui, ich freu mich schon auf ihre Blicke… Also: nichts verraten, liebe Leser!!

Wir bedanken uns bei Airbnb.com für die freundliche Unterstützung. Ohne diese hätten wir unsere Unterkunft ganz genauso gebucht, und unsere Beurteilung von Airbnb.com hat dies ebenfalls in keiner Richtung beeinflusst – versprochen!

5 Kommentare

Hier kommt deine Meinung rein.