Hobbit & Co. Where to go in NZ

Wellington auf Hobbit-Spuren: unsere Location Tour

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Wellington ist für jeden „Hobbit“-Fan „the place to be“. Extra für die Premiere hat sich die Hauptstadt Neuseelands in „Middle of Middle Earth“ umbenannt (kein Scherz!). An Film-Locations in Wellington herrscht kein Mangel – und wir haben sie uns angeschaut.

Wellington

Auf nach „Wellywood“!

Eine Menge der Drehorte des „Herrn der Ringe“ und des „Hobbit“ liegen auf der Nordinsel, vor allem um Wellington herum. Logisch: Hier lebt nicht nur Regisseur Peter Jackson, sondern hier sitzen auch seine Produktionsfirma „Wingnut Films“ und die „Weta Studios“ der Special-Effects-Firma „Weta Workshop“.

Da Wellington außerdem umgeben von verwunschenen Parks, Flüssen, Bergen und schroffen Küsten ist, konnte die Crew hier schon einige Locations abdecken. Viele Szenen wurden auch im Studio und an so „pittoresken“ Stellen wie einem Parkplatz in Paraparaumu oder einem Steinbruch an der Haywards Hill Road gedreht, die heute gar keinen Eindruck mehr von den Filmszenen erwecken. (Der echte Fan fährt natürlich trotzdem mal eben vorbei, um den Geist der Dreharbeiten zu spüren…)

Erste Location der Mittelerde-Tour: Weta Cave

2011 führte unser erster Weg in Wellington in die „Weta Cave“, und auch 2018 sind wir wieder hingefahren. Im Stadtteil Miramar haben die Weta Studios ein kleines „Museum“ für Fans aufgebaut, die wahrscheinlich vorher penetrant an den Werkstoren herumgelungert hatten.

Weta Cave Wellington

Die Weta Cave ist geöffnet…

Weta Cave Wellington

… hereinspaziert!

Das „Museum“ ist eher ein Showroom von vielleicht 10 m2, aber auf dieser winzigen Fläche findet der Fan alles, was sein Herz begehrt: von einem lebensgroßen, gefährlichen Uruk Hai über Gollum mit Fisch bis zum Dunklen Herrscher himself – vorsichtshalber hinter Glas. Wer groß genug ist und den Guide überreden kann, Sauron mal antippen zu dürfen, der dürfte überrascht sein… Meine Lieblingsstücke habe ich auf/in/bei (?) Pinterest auf dem Hobbit-Pinboard angepappt; schaut ruhig mal rein!

Weta Cave Wellington Goblin

Ein gewöhnlicher Moria-Ork, mit einer ungewöhnlichen Weta auf der Schulter

Da wir uns in Neuseeland befinden, gibt es natürlich auch … eine Kinderspielecke. Die Erwachsenen dürfen derweil ins Kino gehen und einen 20-minütigen Film ansehen, den wir uns wegen der Kinder allerdings geklemmt haben. Stattdessen genossen wir eine Privatführung mit vielen Insider-Informationen durch einen Zwerg – jedenfalls behauptete er, für den „Hobbit“-Film als Zwergendarsteller gecastet worden zu sein. Die Bartlänge stimmte schon mal.

Bei unserem zweiten Besuch in der Weta Cave haben wir eine Workshop Tour gemacht, die wir euch sehr ans Herz legen! Hinter den Kulissen haben wir hier unheimlich viele Insider-Informationen zum Dreh der Filme bekommen, Modelle und Requisiten sehen und anfassen dürfen… und am Ende durften wir uns noch mit Kunstblut einschmieren und vom gemeinen Azog erschrecken lassen. Ich hätte den Rundgang am liebsten gleich noch einmal gemacht!

Weta Cave Wellington

Weta Cave Workshop Tour: Wir lernen, Kunstblut herzustellen…

Weta Cave Wellington

… und probieren es gleich aus.

Weta Cave Studio Tour Wellington Azog

Ork-Attacke!

Wer die Weta Cave besuchen möchte: Die Adresse ist Camperdown Road/Ecke Weka Street in Miramar, Wellington, geöffnet ist täglich von 9 bis 17:30 Uhr. Parkplätze gibt es genug, wenn nicht gerade Schulschluss ist. Ach ja: Eintritt ist frei!

Für die Workshop Tour müsst ihr euch vorher anmelden, sie kostet 28 NZ$ pro Person, Kinder von 6 bis 13 Jahren zahlen 13 NZ$.

Weta Cave Wellington

Nach dem Besuch der Weta Cave: total erschlagen!

(Unsere Weta Cave Workshop Tour fand auf Einladung von Tourism New Zealand statt – danke!)

Zweiter Drehort in Wellington: Mount Victoria

Nach mehreren Stunden Schauen, Staunen und Shoppen fuhren wir zum Mount Victoria hinauf und machten dort Lunch Break mit Stadt- und Meerblick. Weiterhin fanden wir dort  tatsächlich die Stelle, an der Frodo und seine Hobbits das erste Mal auf einen Nazgûl trafen; wir erinnerten uns gut an seinen Schrei „Get off the road – quick!“, sahen aber von der Nachstellung des Sturzes ab (was Teilnehmer der LOTR-Touren in Wellington offenbar durchaus tun!).

Auch die Stelle der halsbrecherischen Flucht der vier Hobbits vor den Schwarzen Reitern durch den nächtlichen Wald, bevor sie sich auf die Fähre über den Brandywine retten, war ohne Weiteres wiederzuerkennen, auch wenn es heller Tag war. Was wir nicht angeschaut haben, ist ein Drehort des Lagers der Rohirrim, bevor sie in die Schlacht nach Gondor ziehen (und wo sich Eowyn als Mann rekrutieren lässt). Der Steilhang im Hintergrund der Zelte liegt am Ende der Ellice Street.

Heute lässt sich der genaue Ort einfacher finden, kleine Hinweisschilder zum „Hobbit’s Hideaway“ weisen den Weg.

Mount Victoria LOTR Location Wellington

„Hobbit“-Locations und andere Geheimnisse

Bis Ende 2013 konnte man in Wellington noch das Set der Stadt Thal sehen, das versteckt auf Privatgelände im Maupuia Bush im Stadtteil Miramar lag. Zu sehen war außer einer großen Halle (wo auch King Kong gedreht wurde) nicht viel, aber drin durfte der Drache Smaug die Stadt Thal zerstören – wow!

Wer zu spät kommt, kann sich immerhin mit einem Kaffee im „Chocolate Fish Café“ trösten, das gleich nebenan am Ende der Shelly Bay Road liegt. Hier hat das LOTR-Team während der Dreharbeiten angeblich oft und gern gespeist und auch fern vom Fan-Rummel scheint die kinderfreundliche Lokalität noch genug Atmosphäre zu haben.

Um Wellington herum: Bruchtal, Isengard und Anduin

Ein wenig weiter draußen, aber in lockerer Tagesausflugs-Distanz liegt der Kaitoke Regional Park: 12 Kilometer nördlich von Upper Hut. Dort wurde Rivendell alias Bruchtal aufgebaut und leider, leider auch komplett wieder abgebaut. Als wir 2003 hier waren, fanden wir außer einem ausführlichen Hinweisschild nichts – nur einen Flusslauf, der mit dichtem Laubwald bewachsen ist. Sich hier die eleganten Elbenhäuser und Pavillons hineinzudenken, verlangt schon einiges an Fantasie.

Inzwischen gibt es hier ein paar mehr Hinweisschilder mit vielen Informationen über den Hobbit-Dreh. Sogar ein verfallener steinerner Torbogen im Elbenstil wurde aufgestellt, umd die Atmosphäre etwas realistischer zu gestalten.

Kaitoke Regional Park aka Rivendell by FlickR/Yortw

Von Bruchtal alias Rivendell ist heute nicht mehr viel zu erkennen

Auf dem Rückweg kann man noch in Harcourt Park vorbeischauen; an der Akatarawa Road (die geht vom SH 2 ab) liegen hier die Drehorte für verschiedene Szenen in Isengard (Sarumans Sitz, als er noch einem schönen Garten ähnelte und nicht einem Heinzelmännchen-Bergwerk).

Harcourt Park

Harcourt Park bei Wellington: Gandalf und Saruman treffen sich hier in Isengard © Jeff Hitchcock unter CC 2.0

Natürlich braucht man auch hier Fantasie; für die Dreharbeiten wurde sogar der Rasen entfernt und nachher wieder eingesetzt! Was auch fehlt, sind die großen Bäume, die im Film auf Sarumans Befehl umgerissen wurden. Die hatten hier aber sowieso nie „in echt“ gestanden.

Was man in Harcourt Park hingegen sehr gut sehen kann, ist die Wellington Fault Line – Ergebnis eines starken Erdbebens, das den Boden bis zu fünf Meter anhob und den Lauf des Hutt River veränderte.

An eben diesem Hutt River wurden praktischerweise auch einige Szenen auf dem Anduin gedreht; wer testen will, ob er etwas wiedererkennt, sollte vor allem zwischen Moonshine und Totara Park südlich von Kaitoke schauen. Der Zugang liegt gleich hinter der Moonshine Bridge, links nach dem Poet’s Park.

Romantiker erinnern sich bestimmt an die Szene, wo Aragorn im zweiten Teil nach seinem Sturz von der Klippe bewusstlos in Rohan ans Ufer gespült wird – wo ihn sein Pferd liebevoll wachküsst. Und mit einer Träne im Auge erinnere ich mich, wie Faramir seinen toten Bruder in einem Boot findet, das den Anduin hinuntertreibt…

Auch die findet ihr nahe Wellington am Hutt River: Ungefähr zwei Kilometer nördlich von Upper Hut biegt ihr vom SH 2 auf die Topaz Street ab, fahrt am nächsten Kreisverkehr rechts auf den Gemstone Drive und parkt vor der Einfahrt zum Fluss.

Seid ihr mit dem Fahrrad unterwegs, könnt ihr die Drehorte auf dem Hutt River Trail besuchen, der über 29 km immer am östlichen Flussufer entlangführt.

Hutt River Anduin

Hier sieht der Hutt River eindeutig aus wie der Fluss Anduin, oder? © Brian unter CC 2.0

 

Spektakulär im Film und in echt: Cape Palliser

Noch weiter draußen, aber absolut lohnend, ist ein Ausflug zu den Putangirua Pinnacles am Cape Palliser. Die Landschaft an der Südseite der Nordinsel ist spektakulär einsam, schroff und karg; hier peitscht der Ozean an die Klippen, die Seelöwen stinken vor sich hin und es warnen die Tsunami-Schilder an bröckeligen Gravel Roads. Von dem gleichnamigen DOC Campingplatz führen drei Wanderwege zu den Pinnacles bzw. den „Badlands Erosions“, wo man die gruselige Atmosphäre auf der Dimholt Road zur Armee der Toten exakt nachfühlen kann.

 

Wellington ist also für Herr-der-Ringe-Fans tatsächlich Pflicht; hier sollte man mindestens drei Tage einplanen. Eine gebuchte Lord-of-the-Rings-Tour fanden wir dagegen überflüssig – schließlich sind alle Drehorte gut zu finden und es gibt keine geheimen Orte, die man nur mit Guide erreicht (wie zum Beispiel Edoras auf der Südinsel). Klar: Auf das Erlebnis gemeinsamen Verkleidens oder das Schwingen von Plastikschwertern mussten wir verzichten, aber dafür haben wir ca. 160 NZ$ gespart – pro Person!

Ausrüstung für Drehort-Jäger in Neuseeland

Viel braucht man nicht, um die wichtigsten Drehorte in Wellington zu finden. In den HEMA-Straßenkarten finden sich an den entsprechenden Stellen kleine Kamera-Symbole am Straßenrand, damit man auch nichts verpasst. Größere Drehorte wie Hobbiton oder Bruchtal (aka „Rivendell“ im Kaitoke Regional Park) sind ausgeschildert.

In vielen Orten kann man geführte Touren wie „Lord of the Rings Guided Tours“, „Scenic Tours“ oder „Four Wheel Tours“ buchen. Auch „Scenic Flights“ zu abgelegeneren Drehorten in den Southern Alps oder im Norden der Südinsel sind für um die 400 NZ$ zu bekommen.

Mitunter treibt die „Lord of the Rings“-Begeisterung allerdings seltsame Blüten; so kann man auf einem Reiterhof bei Rotorua angeblich auf dem Originaldarsteller Shadowfax aka Schattenfell reiten, der bereits Gandalf durch Mittelerde trug…

Hilfreich war für uns bereits 2002 der Lord of the Rings Location Guide* von Ian Brodie. Das kleine Buch enthält alles, von genauen Wegbeschreibungen mit Fotos und GPS-Daten über Wissenswertes zum Dreh bis zu generellen Darstellungen der Umgebung und funktioniert daher sogar als Notfall-Reiseführer. Nach der „Hobbit“-Trilogie ist natürlich ein neuer, aktualisierter Location Guide* erschienen.

4 Kommentare

  • Liebe Jenny,
    ein herrlich lustig geschriebener Beitrag :) Hat sehr viel Spaß gemacht, ihn zu lesen. Als wir in Wellington waren haben wir uns im Vicoria Park auf die Suche nach der Stelle gemacht, wo Frodo sich unterm Baum versteckt hat. Leider sind wir vergeblich im Gehölz rumgestapft, auch wenn wir Ian Brodie’s Location Guide fest umklammert dabei hatten und exakt an den richtigen GPS-Koordinaten standen. Naja, immerhin die Weta Cave haben auch wir gefunden. Auch wenn wir keine Mega-Herr-der-Ringe-Fans sind, hat es in Neuseeland großen Spaß gemacht, sich auf die Suche nach den Drehorten zu machen. Dein Bericht hat mich an diese wunderbare Zeit erinnert.
    Ich danke dir.
    Herzliche Grüße aus Hamburg
    Claudia

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