Neuseeland für Familien

Wellington mit Kindern: Te Papa Tongarewa

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In Wellington, der Hauptstadt von Neuseeland, solltet ihr unbedingt mindestens einen Tag bleiben. Unser wichtigster Tipp für Wellington mit Kindern: Te Papa. Es gibt kein besseres Museum!

Te Papa Museum Wellington

Das Te Papa Museum in Wellington ist ein Weltklasse-Museum

In unseren Reiseberichten klang es schon verschiedentlich an: Museen in Neuseeland sind nicht zu vergleichen mit denen, die wir Deutschen von zu Hause kennen. Ein Museumsbesuch empfiehlt sich hier nicht nur als Überbrückung an Regentagen und beschäftigt euch garantiert mehrere Stunden lang. Das Beste: Museen in Neuseeland sind immer sehr kinderfreundlich und fast immer kostenlos!

Wellington Must-do: Te Papa Tongarewa

Wir hatten für Wellington leider nur einen Tag Zeit, an dem die Sonne wie verrückt schien und auch noch eine selbstgemachte Herr-der-Ringe-Location-Tour anstand. Aber in Neuseelands berühmtes Nationalmuseum wollten wir doch mal kurz reinschauen. Eigentlich heißt es „Te Papa Tongarewa“, was auf Maori etwa „Der Ort der Schätze dieses Landes“ heißt. Und das ist es auch: eine riesige Schatzkammer mit allem, was Neuseeland ausmacht.

Wir betraten das sechsstöckige Gebäude an der Waterfront nach Einparken unseres Wohnmobils und gebührender Bewunderung der Kunstwerke vor dem Eingang relativ blauäugig – einfach mal schauen, war die Devise. Im Nachhinein bin ich nicht sicher, ob das die beste Strategie war, denn auf jeder der sechs Ebenen locken andere interessante Ausstellungen. Von der Entstehungsgeschichte der Welt über die Geschichte Neuseelands bis zu moderner Kunst ist alles dabei.

Te Papa Museum Wellington Treppe

Beeindruckend ist schon der Eingang zum Museum

Te Papa: die Ausstellungen

Zurück ins Hauptgebäude: Das wurde erst 1998 eröffnet, 2019 komplett neu gestaltet und sieht von außen wie innen verdammt schick aus.

Wir mäanderten bei unserem ersten Besuch 2011 etwas planlos, immer den aufgeregten Kindern hinterher, durch die ersten beiden Etagen. Am besten erinnere ich mich an die Ausstellung „Our Space“, einen digitalen Raum, in dem Neuseeland auf interaktiven Karten und anderen Medien präsentiert wurde, und an „Awesome Forces“, wo die geologischen Kräfte gezeigt werden, die Neuseeland bis heute prägen.

Die Weltwunderkinder genossen hier ihr erstes Erdbeben – zum Glück nur simuliert in einem „Erdbebenhaus“, nicht ahnend, dass es in Christchurch schon einige Tage später gewaltig krachen würde.

Das "Erdbebenhaus" beeindruckte die Weltwundertochter sehr

Das „Erdbebenhaus“ beeindruckte die Weltwundertochter sehr

Dann schauten wir noch bei „Mountains to Sea“ vorbei. Dort wartet eine der Hauptattraktionen des Museums: der in Formaldehyd eingelegte Riesentintenfisch. Er ist der einzige komplett erhaltene der Welt (es wurden bisher leider nur tote Exemplare am Strand gefunden). Wie gigantisch er in Bewegung – namentlich im Kampf mit einem Pottwal, denn der wird verdächtigt, diese Viecher zu fressen – sein muss, sahen wir uns in einer 3D-Kinovorführung an, die den Weltwundersohn völlig von den Socken haute.

Der Giant Squid - gigantisch!

Der Giant Squid – gigantisch!

Ja, und dann gab es noch das riesige Wal-Skelett und die zig anderen Nachbildungen von Tieren und Pflanzen aus verschiedenen Ökosystemen, die wunderschön lebensecht mitten im Raum ausgestellt waren, das originalgroße Herz eines Blauwals zum Hineinklettern und die Kinderforschungsstationen mit Mikroskopen und Schaukästen und ausgestopften Tieren im „Discovery Centre„, wo wir Eltern gemütlich auf Sofas lümmeln, Käfer vergleichen und in Büchern schmökern konnten…

Heute gibt es sogar zwei Discovery Centres. Sie sind für Kinder bis 12 Jahre konzipiert und finden sich im 4. Stock. In „Planet Pasifika“ könnt ihr die Vielfalt der pazifischen Kulturen kennenlernen und ausprobieren, in „Te Huka a Tai“ geht es speziell um die Kultur der Maori. Einen reinen Spielbereich gibt es neben dem Café.

Te Papa Museum Wellington Discovery Centre

Durch das Herz eines Blauwals klettern…

Te Papa: die neuen Ausstellungen

Update: Seit März 2019 heißt die Ausstellung zur Naturgeschichte „Te Taiao“ und ist sogar noch spektakulärer! Der Umbau mehrerer Etagen hat 11 Mio. NZ$ gekostet und ein reichliches Jahr gedauert. Zu den Prunkstücken gehört neben dem altbekannten Riesentintenfisch ein echtes, 700 Jahre altes Moa-Ei. Es gibt eine Tsunami-Maschine und auch das Erdbebenhaus ist wieder dabei.

Zum neuen Bereich gehört „Ika whenua – Unique NZ“ über die wundervollen einheimischen Tiere und Pflanzen Neuseelands, „Te Kohanga – Nest“ über die bedrohte Vogelwelt und „Ruaumoko – Active Land“ über die seismischen Kräfte. „Nga Kaitiaki – Guardians“ widmet sich dem Naturschutz und was wir als Einzelne dafür tun können.

Te Papa Museum Wellington Taiao Nature

So soll der neue Bereich „Taiao Nature“ aussehen © Te Papa

Der Kultur und Geschichte der Maori in Neuseeland widmen sich die Ausstellungsbereiche „Mana Whenua“ und „Treaty of Waitangi: Signs of a Nation„. Dort steht auch ein kompletter, begehbarer Marae (aber Achtung: nur auf Einladung eintreten!).

Eine weitere Dauerausstellung ist „Toi Art„, die größte Kunstgalerie des Landes mit vielen interessanten (und großen!) modernen Kunstwerken.

Toi Art Tiffany Singh

„Kaleidoscope“ von Tiffany Singh in der Galerie „Indra’s Bow“ © Maarten Holl/Te Papa Museum

Und das sind nur die Dauerausstellungen – dazu kommen noch zahlreiche Langzeit-Ausstellungen, Galerien und zeitlich begrenzte Präsentationen. Die preisgekrönte Erste-Weltkriegs-Ausstellung „Gallipoli: The scale of our war„, die vom Weta Workshop unter Führung von Sir Peter Jackson gestaltet wurde, ist nur noch bis 2022 zu sehen – mit jüngeren Kindern solltet ihr da allerdings nur vorsichtig reinschauen. Die Nachbildung des Schlachtfelds, auf dem viele Neuseeländer starben, soll sehr realistisch sein.

Es wird also definitiv nicht langweilig im Te Papa mit Kindern!

Te Papa Museum Wellington

Welcher Käfer ist das wohl?

Te Papa von außen

Ihr habt wirklich gar keine Zeit, um euch das Museum anzusehen? Dann schaut wenigstens in den kleinen Kellerraum hinein, der direkt gegenüber vom Eingangsportal liegt. Ein paar Treppen unter der Erde könnt ihr dort einen der 250 gewaltigen Gummipuffer – einen Quake Braker – bestaunen, auf denen das gesamte Gebäude ruht. Im Fall eines Erdbebens – und die sind gerade in Wellington sehr häufig – wackelt das Te Papa Tongarewa nur ein wenig hin und her. Sehr beruhigend!

Was wir bei unserem Besuch total übersehen haben, ist „Bush City“: Hier läuft man durch echten Wald und eine künstliche Höhle mit Glow-worms, klettert über versteinerte Lava, durchquert einen Sumpf und kann das Skelett eines Mosasaurus ausgraben. Das Gelände soll so aussehen wie die Gegend um Wellington vor 200 Jahren (tiefe Urgeschichte für neuseeländische Verhältnisse ;-)).

An allen Ecken was zu entdecken!

An allen Ecken was zu entdecken!

Te Papa: Informationen und Öffnungszeiten

Das Nationalmuseum von Neuseeland liegt in Wellington an der Waterfront, direkt an der Cable Street. Es gibt einen großen, wohnmobiltauglichen (kostenpflichtigen) Parkplatz vor dem Museum.

Te Papa Tongarewa hat an jedem Tag des Jahres außer Weihnachten (25.12.) von 10 bis 18 Uhr geöffnet und ist kostenlos.

Die aktuellen Ausstellungen und die riesige Online-Kollektion könnt ihr euch auf der Museums-Website anschauen.

Eintritt bezahlt man übrigens „hintenrum“ trotzdem: Sei es durch die Parkgebühren, die dem Museum zugute kommen, die Kosten für einen Audio-Guide oder eine Führung (beides sehr zu empfehlen, teilweise gibt es sie sogar in Deutsch!) und natürlich die Ausgaben für lecker Kuchen oder tolle Andenken aus dem Shop. Vorsicht Reisekasse, sag ich da nur…

Interaktives Neuseeland in der Ausstellung "Our Space"

Interaktives Neuseeland in der Ausstellung „Our Space“

Und wer keine Zeit hat, in Wellington ins Museum zu gehen, der schafft es vielleicht in Auckland? In den nächsten Jahren soll dort ein Ableger des Nationalmuseums eröffnet werden. Hier werden dann die bisher eingelagerten Stücke der Nationalsammlung gezeigt. Der Fokus soll auf der Bedeutung der  pazifischen Kultur für die heutige neuseeländische Gesellschaft liegen. (Wobei – diese Diskussion läuft seit 2013, und Stand 2019 ist außer engagierten Ankündigungen noch immer nichts passiert…)

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Wart ihr schon mit Kindern im Te Papa Museum? Was hat euch dort am besten gefallen? Und wie lange habt ihr euch im Museum aufgehalten?

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