Meinung

Anleitung zum (Un-) Glücklichsein: die perfekte Neuseeland-Reise

Glück auf Reisen, das sieht sicherlich für jeden anders aus – ob Alleinreisender, Pärchen oder Familie, ob Flashpacker oder Backpacker, Foodie oder Adrenalin-Junkie. Anstatt herumzuschwafeln, wie das Glück auf Reisen nun speziell für uns aussieht, hier lieber eine Anleitung für unsere Leser zur Glückssuche in Neuseeland.

Norway Hardangerfjord Weltwunderer

Neuseeland ist ja so ein Land, das die allermeisten seiner Besucher zuverlässig glücklich macht – das Gesicht verzieht sich bereits beim Landeanflug nach Auckland oder Christchurch unwillkürlich zu einem leicht debilen Grinsen, das in den nächsten Wochen nie mehr so richtig verschwinden will (liegt es an der UV-Strahlung?).

In Neuseeland finden sich so ziemlich alle Zutaten für das Glück auf Reisen:

  • das Meer – ein Garant für Glücksmomente
  • weite Landschaften – viel Platz zum Toben, Entdecken und Blicke schweifen lassen
  • wenige Einwohner – keine Hektik, kein Gedränge und Menschen, die sich ehrlich über eine Begegnung freuen
  • kaum Städte – viel Grün, viel Luft, viel Wildlife; Kontrastprogramm für betongewohnte Großstädter
  • eine sehr tolerante und rücksichtsvolle Kultur des „Machen und Machen lassen“
  • Kinderfreundlichkeit an (fast) allen Orten

Spätestens bei ihrer Rückkehr fallen Neuseeland-Reisende durch unablässiges (für die Daheimgebliebenen schnell lästiges, weil neidisch machendes) Schwärmen, ständiges Seufzen und das Zeigen von tausenden nahezu identischen Landschaftsaufnahmen auf. Kritik am Urlaubsland? Typisch deutsches Gemeckere an der Gastgeberkultur, den Preisen, dem Schmutz im Hotel? In der Regel erstaunlicherweise nicht.

Weltwunderer

Neuseeland macht es einem also wirklich einfach, dort eine glückliche Reisezeit zu verbringen. Aus eigener Erfahrung (und so einigen Kommentaren und Interviews) wissen wir aber, dass gerade Eltern in Neuseeland auch viel Stress, Nerverei und Enttäuschungen erleben. Damit ihr euch so etwas auf eurer Traumreise erspart, haben wir hier ein paar wichtige Tipps:

1. Stichwort Traumreise: Auch wenn es eine ist und ihr viel Geld und Zeit für diese Reise investiert habt – steckt eure Erwartungen nicht zu hoch. Auch eine Traumreise besteht aus Alltag mit den Kindern, auch in einer Traumdestination leben ganz normale Menschen, die auch mal einen schlechten Tag haben, auch in Neuseeland scheint nicht immer die Sonne (eher im Gegenteil …). Glück auf Reisen heißt nicht, dass ihr in einem rosa Nebel herumspazieren werdet.

2. Informiert euch über euer Reiseziel! Anstatt über die Durchschnittlichkeit der neuseeländischen Großstädte zu jammern, das Fehlen von Lakritze oder die teuren Lebensmittel, solltet ihr das als Teil der Gegebenheiten akzeptieren. So läuft es in NZ nun mal. Und: Die Kiwis sehen zwar (großteils) aus wie Europäer, sie sind aber keine. Die neuseeländische Mentalität kann für Missverständnisse und Enttäuschungen sorgen, sie kann aber auch herrlich glücklich machen.

3. Genießt den Augenblick! Auch wenn es schwerfällt, von der „Must see“-Route abzuweichen – man könnte ja etwas verpassen -, die wirklich schönen Momente kommen ganz von selbst und in der Regel nicht inmitten einer 50-köpfigen Reisegruppe, die einem Guide hinterherlatscht oder die Kameras im Anschlag hält, um einen Wal „zu erwischen“. Einfach mal gar nichts tun oder etwas ganz anderes, kann zu erstaunlichen Glücksmomenten führen.

Einfach mal gar nichts machen und in den Himmel schauen ...

Einfach mal gar nichts machen und in den Himmel schauen …

4. Nicht meckern! Eure schlechte Laune wegen Regen, unfreundlichen Campingplatznachbarn oder touristischer Abzocke fällt sowieso auf euch zurück. Versucht, in solchen Fällen durchzuatmen, zu lächeln und das Positive zu sehen. Und da gibt es immer etwas, garantiert.

5. Speziell für Eltern: Denkt an die Bedürfnisse eurer Kinder! Pläne sind dafür da, sie über den Haufen zu werfen, wenn es euch passt. Den größten Spaß hat man als Familie, wenn auch die Eltern mal albern und unvernünftig sind, mit den Augen der Kinder schauen und daran denken, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind. Wer seinen Kindern zuschaut, wie sie ihre eigenen Erlebnisse auf Reisen machen, der findet schnell das Glück.

NZ Tairua Weltwunderer

6. Denkt aber auch an eure eigenen Bedürfnisse! Eltern brauchen Paarzeit, und sie brauchen auch mal Zeit für sich allein. Gerade auf langen Reisen, in engen Campervans oder mit sehr kleinen Kindern stecken die Eltern (und vor allem die Mamas) zu oft zurück. Jeder darf auch mal machen, was ihm (allein) Spaß macht, und jeder muss bei der täglichen Versorgung der reisenden Familie mitmachen. Dann hat auch jeder Zeit, sein eigenes Glück auf Reisen zu finden – ob bei einer Tasse Kaffee, einem Stadtbummel ganz für sich oder an einem 50 Meter langen Bungy-Seil.

7. Vermeidet Stress durch gute Vorbereitung: Bucht euren Flug so, dass ihr möglichst ausgeruht ankommt. Packt nur das Notwendigste ein und vergesst dabei nichts. Stellt ein Reisebudget auf und plant Reserven ein – nichts macht unglücklicher auf Reisen, als ständig sparen zu müssen. Und schließlich: immer wieder lächeln! Wenn ihr das nicht sowieso schon unwillkürlich macht (siehe oben).

Weltwunderer

Na, seid ihr jetzt enttäuscht – ich habe ja gar nichts über die perfekte Reiseroute durch Neuseeland oder die wirklich ultimativen „Must see“-Attraktionen geschrieben?! Genau das war ja der Punkt …

Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Blogparade der Reisemeisterei. Christina hat gefragt: Was macht (euch) glücklich auf Reisen? Wer also partout wirklich wissen will, was gerade uns glücklich gemacht hat in Neuseeland, der kann sich durch unsere persönlichen Top Ten wühlen – die des Weltwundermanns, der Weltwunderkinder und natürlich auch meine eigenen.

5 Kommentare

  • Mit der weiten landschaft stimme ich zu, dass ein Punkt zum Glücklichsein ist. Es gibt fast nichts besseres am Morgen aus dem Fenster zu schauen, und die frische und lebendige Natur zu begrüßen. Am Wochenende ist es besonders schön hier 🙂

    Grüße aus den Bergen

  • […] Jenny von Weltwunderer hat hat den Spieß herumgedreht und 7 Punkte genannt, die man vermeiden sollte, um eine Reise zumindest nicht zum “Unglücksfaktor werden zu lassen. Darunter ganz logische, aber leider oft missachtete Regeln. Sich im Vorhinein vernünftig über sein Reiseziel informieren, seine Erwartungen an die Reise nicht zu hoch stecken und die Bedürfnisse der Kinder und Erwachsenen gleichermaßen zu berücksichtigen. Übrigens: Falls Ihr Euch für eine Familienreise in Neuseeland interessiert, habt Ihr in Jenny die richtige Ansprechpartnerin gefunden. […]

  • Hallo ihr Lieben!
    Das ist mal wieder ein toller Artikel! Dürfen wir diesen mit Text und Link bei uns unter Erfahrungsberichte veröffentlichen?

    Liebe Gruesse,
    Maya & Team

    • Hallo Maya, danke für das Kompliment! Wer so nett fragt, darf natürlich gern 🙂

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