Deutschland

Abenteuerliche Ausflugsziele im Allgäu: Burgen, Baumwipfel, Barfußpfade

Charnette Schnabel

Im Allgäu sind wir fast zu Hause, die wunderschöne Region in Süddeutschland erkunden wir daher recht oft auf kurzen und längeren Ausflügen. Hier stellen wir euch zwei wunderschöne Ausflugsziele im Allgäu für ein abwechslungsreiches Familienwochenende vor: das Bergenland Pfronten und den Skywalk Allgäu in Scheidegg.

Ausflugsziele im Allgäu Scheidegg

Der Allgäu bietet eine Menge toller Ausflugsziele für Familien! © Charnette Schnabel

Abenteuer im Pfrontener Bergenland: Burgruinen, Mini-Museum und … Käse

In Zell, besser im Ortsteil Eisenberg, liegen die Burgruinen Hohenfreyberg und Eisenberg. Mit Burg Falkenstein in Pfronten/Meilingen gehören die drei Burgen zur „Burgengruppe südliches Allgäu“. Vom Parkplatz aus führt ein Wanderweg durch einen wunderschönen Wald zu den beiden Burgen.

Von der Vorburg aus hat man einen grandiosen Blick über das Pfrontener Bergenland auf der einen Seite und Schloss Neuschwanstein auf der anderen Seite.

Leider ist von den Burgen nicht mehr viel übrig geblieben, denn gegen Ende des 30-jährigen Krieges wurden die drei Allgäuer Vorposten geräumt und in Brand gesteckt, denn sie sollten ihren Angreifern nicht intakt in die Hände fallen. Leider war dies eine zwecklose Tat, wie sich später herausstellte, denn die Angreifer änderten vor Erreichen der Anlagen ihre Marschrichtung.

Alle drei Burgen sind seither unbewohnte Ruinen.

Ausflugsziele Süddeutschland Allgaeu Pfronten

Die Burgruine Hohenfreyberg im Allgäu © Charnette Schnabel

Aber auch, wenn es sich nur noch um Ruinen handelt, ist ein Besuch der drei Burgen schon alleine wegen der herrlichen Aussichten einen Besuch wert.

In der Burgruine Falkenstein befindet sich das kleinste Museum Deutschlands (na, vielleicht auch nur Bayerns). Im Inneren informieren Schaukästen, Modelle, Originalexponate (eine richtige Ritterrüstung) und Schautafeln über die Entstehung und wechselvolle Geschichte der Burg, zu deren Besitzer auch der bayerische Märchenkönig Ludwig II. gehört hat.

Einst wollte König Ludwig auf dem Falkenstein ein Schloss bauen, das noch prächtiger sein sollte als Neuschwanstein. Die großen Panoramascheiben bieten einen unvergleichlichen Ausblick. Auf der Sonnenterrasse des Burghotels Falkenstein lässt man sich bei frischem Zwetschgendatschi und einer Tasse Kaffee von der Nachmittagssonne verwöhnen.

Allgaeu Pfronten

Auf der Burgruine Falkenstein wartet ein Mini-Museum… © Charnette Schnabel

Ein weiteres Ausflugsziel im Pfrontener Bergenland ist eine Allgäuer Käserei. Wir haben uns die Bergkäserei Weizern in Eisenberg angesehen und sind von dort im Anschluss nach Speiden gewandert.

Bergkäserei Weizern in Eisenberg im Allgäu

Bergkäserei Weizern in Eisenberg im Allgäu © Charnette Schnabel

Im Teilort Speiden steht die berühmte Wallfahrtskirche Maria Hilf. Sie zählt mit der Wallfahrtskirche in Passau zu den ältesten Maria-Hilf-Wallfahrtsorten.

Da die Wanderung über ein paar Hügel führt, waren wir richtig happy, im Kössel Bräu einkehren zu können. Die deftige und regionale Hausmannskost im Sudhaus ist definitiv eine Empfehlung wert! Neugierig wie wir sind, haben wir uns auch gleich noch durch die Brauerei und Brennerei führen lassen. Hier findet man auf jeden Fall ein Mitbringsel für die Daheimgebliebenen.

Wallfahrtskirche Maria Hilf in Eisenberg im Allgäu

Wallfahrtskirche Maria Hilf in Eisenberg im Allgäu © Charnette Schnabel

Maria Hilfer Starkbier in der Kössel Brauerei

Maria Hilfer Starkbier in der Kössel Brauerei © Charnette Schnabel

Füssen und der Forggensee

Wer sich nicht so sehr für Wallfahrtskirchen oder Brauereien interessiert, der findet ein Alternativprogramm in Füssen: einem wunderschönen Städtchen an der „Romantischen Straße“. Im Osten grenzt Füssen an den Lech und im Süden an Österreich.

In der Altstadt (deren Ursprünge bis in die Römerzeit zurückreichen) finden sich neben netten Geschäften viele Brunnen und eine gut erhaltene Stadtmauer.

Nach einer interessanten Stadtführung haben wir uns für eine Bootstour auf dem nahe gelegenen Forggensee entschieden. Und auch wenn das Wetter leider nicht mitgespielt hat, so war es doch ein schöner und abwechslungsreicher Ausflugstag.

Informationen zum See:
Der Forggensee wird auch Speicher Roßhaupten oder Füssener See genannt und ist eigentlich ein vom Lech durchflossener Stausee. Mit 15,2 km² Fläche ist er der fünftgrößte See Bayerns und der flächenmäßig größte Stausee Deutschlands. (Da hat er schon eine Erwähnung verdient, finden wir). Seinen Namen erhielt der See von dem ehemaligen überfluteten Weiler Forggen.

Innenstadt Füssen

Füssen ist auch bei Regen schön © Charnette Schnabel

Der Forggensee mit Blick auf Schloss Neuschwanstein

Der Forggensee mit Blick auf Schloss Neuschwanstein © Charnette Schnabel

Schloss Neuschwanstein

Neuschwanstein und wir: Es soll einfach nicht sein. Es ist ja immer so, das was einem am nächsten ist, hat man meistens noch nicht gesehen. So geht es uns mit Schloss Neuschwanstein.

Immer, wenn wir das ändern wollen, klappt es nicht: ohne Reservierung keine Chance, ohne lange Wartezeiten an einer Führung teilzunehmen. Es gibt auch Familienführungen, die in kindgerechter Sprache und in kleineren Gruppen durchgeführt werden. Sie finden während der bayerischen Schulferien mindestens einmal täglich (14:00-14:30 Uhr) sowie außerhalb der Schulferien an Wochenenden und Feiertagen einmal pro Tag statt.

Also, wer sich Neuschwanstein auch von innen ansehen möchte, der muss unbedingt cleverer sein als wir und Tickets im Voraus buchen!

Rauf auf den Breitenberg

Was wäre ein Ausflug ins Allgäu ohne eine schöne Bergwanderung? Eine tolle Möglichkeit für Familien mit kleineren Kindern bietet der Breitenberg, denn hier können sommers wie winters schöne Bergwanderungen auf gut befestigten Wegen gemacht werden.

Auf der Hochalphütte gibt es eine feine Flädlesuppe und einen Topfen-Himbeer-Strudel, den man mindestens einmal im Leben probiert haben sollte.

Ausflugsziele Süddeutschland Allgaeu Pfronten

Der Breitenberg im Allgäu © Charnette Schnabel

Achtung: Seit 2017 gehört die Breitenbergbahn nicht mehr zur Königscard, die Fahrt mit der Seilbahn hinauf müsst ihr also bezahlen. Eine Alternative ist die Alpspitzbahn in Nesselwang, die noch zur Königscard gehört.

Übernachtet haben wir dieses Mal in der Schlossanger Alp in Pfronten im Allgäu. Das 4- Sterne-Familienhotel ist extrem kinderfreundlich, auch Hunde sind willkommen. Zum Hotel gehört auch ein Baumhaus. Eine Übernachtung darin stand schon lange auf unserer Vater-Sohn-Wunschliste!

Unsere besonderen Empfehlungen für Pfronten im Winter (inklusive Hoteltipp) könnt ihr bei Mel von kindimgepaeck.de nachlesen.

Scheidegg: Skywalk Allgäu, Naturerlebnis-Pfad und Abenteuerspielplatz

Nur knapp eine Stunde Autofahrt von uns entfernt ist Scheidegg. Der sonnenreichste Ort Deutschlands liegt auf ca. 1000 Höhenmetern und wird „Sonnenterrasse über dem Bodensee“ genannt. Die Region hat einiges zu bieten und lädt zu Ausflügen, Urlauben oder zur Kur ein.

Geografisch liegt Scheidegg im Bezirk Westallgäu und gehört zum Landkreis Lindau. Ganz grob gesagt: Scheidegg liegt zwischen Lindau und Oberstaufen, in 20-minütiger Entfernung zum Bodensee.

An einem Sonntag im August machten wir einen Ausflug zum Skywalk Allgäu in Scheidegg. Den Namen hat der Baumwipfelpfad nicht zu Unrecht erhalten. In 40 m Höhe hat man tatsächlich das Gefühl, als wandere man durch den Himmel. Na gut, zumindest erahnt man hier, was Vögel für eine tolle Aussicht über das Land haben.

Allgäu Skywalk

Der Skywalk Allgäu in Scheidegg © Charnette Schnabel

Der Skywalk Allgäu ist eine 540 m lange und wie bereits erwähnt, 40 m hohe Stahlkonstruktion, die mit Stahlpfeilern und Stahlseilen über dem Wald errichtet ist. Auf unterschiedlichen Ebenen kann man hier zwischen den Baumwipfeln wandern und sich die Landschaft in alle vier Himmelsrichtungen betrachten.

Bei guter Sicht sieht man im Südwesten bis zum Bodensee und auf der anderen Seite die (je nach Jahreszeit) schneebedeckten Alpen. Für die, die sich im „Ländle“ ein wenig auskennen: Wir konnten sogar den Bussen sehen.

Der Skywalk Allgäu ist durch einen Aufzug im „Treppenhaus“ sogar barrierefrei. Wieder hinunter geht es über die Treppen, mit dem Aufzug oder – wer sich traut – über Wackelbrücken und eine Röhrenrutsche.

Unten steht man direkt vor der ersten Station des Naturerlebnispfades: In einer kleinen Runde durch den Wald können vor allem kleinere Kinder spannende Aufgaben lösen.

Der Weg führt uns mit Verlassen des Waldes zum Barfußpfad, der um einen Stauden- und Kräutergarten angelegt ist. Besonders intensiv empfindet und spürt man die unterschiedlichen Naturmaterialien, wenn man sich mit geschlossenen Augen über den Pfad führen lässt. Aber nicht nur die Füße erleben einen ungewohnten Sinnesrausch, auch Augen und Nase werden durch den Blütenreichtum verwöhnt.

Skywalk Allgäu Scheidegg Barfußpfad

Unterwegs auf dem Barfußpfad © Charnette Schnabel

Wir sind über eine Stunde beschäftigt und legen uns danach für eine Weile auf die Holzliegen, die auf dem gesamten Gelände verteilt sind.

Weiter geht es auf dem Naturerlebnispfad für Entdecker. Da dieser Pfad mit Hackschnitzeln belegt ist, sind hier feste Schuhe notwendig. Leider eignet sich dieser Pfad nicht für Kinderwagen oder Rollstühle. Der Entdeckerpfad ist eher für die älteren Kinder geeignet und geht ca. 1 km durch den Wald. Die Highlights waren hier für uns die Spechtwippe und das Wurzelnest.

Wir stärken uns im Restaurant „Allgäu Glück“ und ziehen weiter zum Abenteuerspielplatz. Alle Gerätschaften sind aus Holzpfählen und Seilen errichtet. Hier macht das Klettern und Toben Spaß. Unser Sohnemann kommt aus „Kuck mal, Mama“ und „Schau mal, was ich hier gefunden habe“ gar nicht mehr raus.

Der Geschicklichkeitsparcours hat es ihm besonders angetan. Nachdem der Ehrgeiz einmal geweckt ist, können wir ihn nicht mehr zum Aufgeben überreden. Bis der Parcours dann endlich geschafft ist.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz haben wir noch einmal das schöne Alpenpanorama vor Augen. Unseren Ausflug lassen wir im Panorama-Restaurant Schönblick in Eichenberg bei Bregenz ausklingen. Bei wundervoller Aussicht über den Bodensee genießen wir unser Essen. Das Restaurant hat bereits mehrere Auszeichnungen erhalten und ist sehr zu empfehlen. Ein herrlicher Tag mit spannenden Eindrücken und sehr feinem Essen geht zu Ende.

Bodensee

Blick über den Bodensee © Charnette Schnabel

Für Wanderer habe ich noch einen besonderen Tipp: In Eichenberg startet der 8 km lange Käsewanderweg. Schautafeln informieren über die Landwirtschaft und die Käsespezialitäten der Region.

Der Wanderweg führt unter anderem an den beiden Bergsennereien in Lutzenreute und Hinteregg vorbei. Hier kann man Käse direkt vom Erzeuger kaufen. Der Rundwanderweg ist auch über die Bergstation der Pfänderbahn erreichbar und eignet sich gut für Familien, da die Höhendifferenz nur etwa 150 m beträgt.

Die Pfänderbahn fährt in nur 6 Minuten von Bregenz auf den Pfänder. Schon während der Fahrt kann man ein einzigartiges Panorama genießen und hat einen Ausblick über den gesamten Bodensee (natürlich nur bei gutem Wetter). Rund um den Pfänder gibt es unendlich viele Ausflugsziele und Beschäftigungsmöglichkeiten vor allem für Kinder.

Was sind eure liebsten Ausflugsziele im Allgäu? Erzählt es uns gern in den Kommentaren!

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