USA

Camper-Roadtrip in Kalifornien mit Kind: 3 Wochen im Golden State

Charnette Schnabel

! Aktualisiert am 25. April 2022

3 Wochen Zeit für Kalifornien, yay! Hier zeigen wir euch unsere Wohnmobil-Reiseroute durch Kalifornien, die uns immer entlang der Westküste der USA führte. Weiter unten im Beitrag findet ihr ein PDF mit den genauen Reise-Etappen unseres Camper-Roadtrip in Kalifornien zum Download.

Camper-Roadtrip in Kalifornien

Der weltberühmte Big Sur in Kalifornien © Charnette Schnabel

Vor einigen Jahren durfte ich beruflich nach Fremont in Kalifornien reisen und habe kurzerhand meinen damals vierjährigen Sohn und meine Schwiegermutter mitgenommen. Fremont liegt im Osten der Bay Area und ist ein toller Ausgangspunkt für San Francisco und die Bay Area.

Im Anschluss an meinen Job, der von Mitte Mai bis Mitte Juni dauerte, starteten wir auf einen dreiwöchigen Camper-Roadtrip in Kalifornien mit Kind – wir waren also von Mitte Juni bis Anfang Juli unterwegs.

Erste Erfahrungen im Campen hatten wir zwei Jahre zuvor in Kanada (Vancouver und Vancouver Island) gesammelt und fühlten uns daher gut gewappnet für unseren Camper-Roadtrip in Kalifornien mit Kind.

Die 9 Roadtrip-Etappen durch Kalifornien, zusammen mit den Erfahrungen und Tipps, die wir auf dieser Reise gesammelt haben, stelle ich euch jetzt nacheinander vor. Auf der Karte könnt ihr unsere Reiseroute für 3 Wochen Kalifornien im Wohnmobil sehen.

Weiter unten könnt ihr den Plan mit den einzelnen Etappen kostenlos herunterladen und ausdrucken, wenn ihr unsere Reiseroute im Camper (oder im Mietauto) nachmachen wollt.

Unser Camper-Roadtrip in Kalifornien: Reiseroute mit 9 Etappen

Unsere Reiseroute an der USA Westküste war auf der Karte knapp 1.000 Meilen (ca. 1.600 km) lang. Tatsächlich sind wir aber wegen diverser Abstecher etwa 1.300 Meilen (2.000 km) gefahren.

Ihr solltet also ein wenig Puffer bei eurem Meilenpaket einplanen. (Was ihr ganz allgemein beim Camper mieten in den USA beachten solltet, erkläre ich ausführlich in einem gesonderten Beitrag.)

Wohnmobil-Reiseroute Kalifornien: die Karte im Überblick

1. Etappe: San Leandro – Pescadero

Entfernung: 52 Meilen (85 km)
Fahrtzeit: 1:15 Std.
Besonderheit: Diese Route führt über die Bay Bridge. Alle Brücken haben eine Mautstation, wenn man in Richtung San Francisco fährt. Meist müssen sich Wohnmobile in die rechte Reihe mit den LKWs einsortieren.
Tipps: Die Wohnmobilübernahme dauert in der Regel länger als man erwartet. Die Strecke am ersten Reisetag sollte also nicht zu lang sein. Bis wir das Wohnmobil eingeräumt hatten, tanken und einkaufen waren und unser erstes Ziel erreicht hatten, war der erste Urlaubstag schon vorbei.
Campground: Costanoa KOA in Pescadero
Eindruck Campground: gemütlicher Campground (CG), die Sanitäreinrichtungen waren sauber, der Spielplatz für die Kinder echt nett.

Spielplatz auf dem Costanoa Koa Campground

Spielplatz auf dem Costanoa Koa Campground © Charnette Schnabel

2. Etappe: Pescadero – Sunset State Beach in Watsonville

Entfernung: 52 Meilen (85 km)
Fahrtzeit: 1:15 Std.
Besonderheit: Monterey und Carmel by the Sea sind knapp 50 km entfernt und können von hier aus gut als Tagesausflug angefahren werden.
Tipps: Immer und überall Quarters (Münzen) sammeln! Waschmaschinen und Duschen müssen häufig mit den Vierteldollarmünzen gefüttert werden.
Bei den Duschen gilt häufig: 1 Quarter/Minute, Startgeld: 2 Quarters. Diese Maßnahme soll Wasser sparen, da in Kalifornien oft Dürre herrscht.
Campground: Dunes Campground – Platz 072
Eindruck Campground: Der Platz war sehr idyllisch, mitten in der Natur und viel Abstand zum Nachbarn. Hinter der großen Düne war das Meer. Die Straße war nicht mehr zu hören, nur noch das Rauschen der Brandung.

Die Sanitäreinrichtung war allerdings dürftig. Toiletten und Duschen schmutzig, kein Spiegel an der Wand und bis man die Einstellung des Wassers verstanden hatte, war die Zeit abgelaufen. Wir empfehlen den Campground aber trotzdem, da die Idylle einfach herrlich war.

Sonne tanken am Sunset State Beach

Sonne tanken am Sunset State Beach © Charnette Schnabel

-> Ein absolutes MUSS: Monterey Bay Aquarium mit Kind

Das in allen Reiseführern als Pflichtprogramm gekürte Monterey Bay Aquarium ist wirklich sehenswert. Wir sind zwar wegen der Eintrittspreise ziemlich erschrocken, aber schließlich kommt man (vermutlich) nur einmal im Leben dorthin.

Die Preise lagen bei 50 $ pro Erwachsenem und 30 $ pro Kind. Für den Parkplatz mussten wir 20 $ bezahlen, das Mittagessen im Aquarium (eine Clam Chowder und eine Pizza Margerita) kam nochmal auf 30 $. Im Internet gibt es wohl öfters Aktionen, leider hatten wir da kein Glück.

Das Aquarium ist groß und die Aktionen und Vorführungen sind vor allem für die Kinder großartig. Wir haben, ohne auf die Uhr zu sehen, locker einen Tag verbracht. Die Fütterung im Kelp Forest mit Taucherin war das Highlight für unseren vierjährigen Sohn. Trotz Sprachbarriere hatte er unglaublich viel Spaß.

Die Sonderausstellung Viva Baja hat uns Erwachsenen besonders gut gefallen. Macht euch am besten vorher im Internet ein Bild über die Vielfältigkeit des Aquariums. So könnt ihr euch einen ungefähren Zeitplan zurechtlegen und verpasst nicht die Fütterungen, die euch besonders interessieren.

Quallen im Monterey Bay Aquarium

Quallen im Monterey Bay Aquarium © Charnette Schnabel

Aquariumbewohner im Monterey Bay Aquarium

Aquariumbewohner im Monterey Bay Aquarium © Charnette Schnabel

3. Etappe: Watsonville – Big Sur

Entfernung: 60 Meilen (100 km)
Fahrtzeit: 1:30 Std.
Besonderheit: Auf der Strecke liegen Monterey, Carmel by the Sea und der 17 Miles Drive.
Tipps: Unbedingt eine Wanderung zu den McWay Falls machen und dem Pfeiffer Beach einen Besuch abstatten! Am besten nicht mit dem Wohnmobil auf dem Parkplatz aufschlagen, da es dort sehr eng zugeht.
Campground: Pfeiffer Big Sur State Park – Site 116
Eindruck Campground: Im Wald, am Fluss, staubig und schwül, Stechmücken. Die Sanitäranlagen waren okay, man braucht hier allerdings spezielle Dusch-Coins, die man an Automaten kaufen muss. Kiosk und Laundry vorhanden.

Auf der Strecke zum Big Sur haben wir die meisten Aussichtspunkte angefahren. Es hat sich wirklich bewährt, dass wir von Norden nach Süden gefahren sind. Mit dem großen RV ist es nämlich einiges einfacher, die Vista Points in Fahrtrichtung anzufahren, als noch die Straße queren zu müssen.

Big Sur Brücke

Big Sur Brücke © Charnette Schnabel

Carmel by the Sea und den 17 Miles Drive haben wir ebenfalls besichtigt. Beides liegt ja an der Strecke. Traumhaft schön ist übrigens auch der Pfeiffer Beach.

Carmel by the Sea

Carmel by the Sea © Charnette Schnabel

Weißer Sandstrand am 17 Miles Drive

Weißer Sandstrand am 17 Miles Drive © Charnette Schnabel

4. Etappe: Big Sur – Pismo Beach

Entfernung: 120 Meilen (190 km)
Fahrtzeit: 2:30 Std.
Besonderheit: Auf der Strecke liegen San Simeon, die See-Elefanten-Kolonie „Piedras Blancas Elephant Seal Rookery„und Morro Bay. Viele tolle Stopps, die die Fahrt abwechslungsreich machen.
Tipps: Unbedingt in Pismo im „Crab Cracker“ einen Crab Bucket essen.
Campground: North Beach Campground – Plätze NB 38 und NB 47
Eindruck Campground: Wunderschöner großer Campground. Hinter einer kleinen Düne liegt das Meer. Die Sanitäranlagen waren okay, man brauchte allerdings spezielle Dusch-Coins.

Die ungeraden Platznummern haben Abendsonne. Da die Nächte am Meer schnell recht kühl werden, sitzt man dann nicht im Schatten des Wohnmobils. Platz 47 war also der Bessere.

See-Elefanten Kolonie am Piedras Blancas Elephant Seal Rookery

See-Elefanten Kolonie am Piedras Blancas Elephant Seal Rookery © Charnette Schnabel

Der Pismo Beach

Der Pismo Beach © Charnette Schnabel

North Beach Campground in Pismo

North Beach Campground in Pismo © Charnette Schnabel

Das ist der Inhalt des legendären Crab-Bucket!!

Das ist der Inhalt des legendären Crab-Bucket!! © Charnette Schnabel

5. Etappe: Pismo Beach – Sequoia und Kings Canyon Nationalpark

Entfernung: 220 Meilen (350 km)
Fahrtzeit: 6 Std.
Besonderheit: Wohnmobile, die länger als 22 Fuß sind, dürfen nur über Grant Grove in den Park fahren. Die kürzere Strecke über Visalia ist für sie zu schmal und kurvenreich.
Tipps: Unbedingt tanken, bevor ihr in die Parks fahrt! Auch wenn es sonnig ist, kann es in der Höhe recht frisch werden. Eine Extra-Jacke und eine lange Hose im Rucksack können nicht schaden.
Campground: Dorst Creek Campground – Platz 174 (liegt in der Sonne, in der Nähe zum Amphitheater und zur Bushaltestelle und war somit perfekt für uns)
Eindruck Campground: Morgens und abends laufen Rehe am Wohnmobil vorbei. Wenn man sich ganz ruhig verhält, trotten sie in knapp 3 m Entfernung an einem vorbei. Der Bus zum Lodgepole Center fährt ab Mitte Juni. Keine Duschen, Toiletten waren okay.

Fast schon zutrauliche Rehe im Sequoia Nationalpark

Fast schon zutrauliche Rehe im Sequoia Nationalpark © Charnette Schnabel

Nach einem Großeinkauf im Whole Foods Market in San Luis Obispo sind wir über Fresno und den Highway 150 nach Dorst Creek gefahren. Die kürzere Strecke über Visalia ist leider für große Wohnmobile gesperrt.

Am Eingang zum Sequoia und Kings Canyon National Park mussten wir einen 7-Tages-Pass für 30 $ kaufen. Dafür kostete der Campground nur 22 $ pro Nacht.

Nach knapp 8 Stunden (davon 6 Stunden reiner Fahrtzeit) waren wir da. Site 174 ist unserer Meinung nach die beste auf dem ganzen Campground. Wir hatten Vollsonne und waren direkt neben dem Amphitheater und der Bushaltestelle.

Unser Stellplatz im Dorst Creek Campground

Unser Stellplatz im Dorst Creek Campground © Charnette Schnabel

Am nächsten Morgen sind wir mit dem Shuttlebus zum Lodgepole Visitor Center gefahren. Dort schauten wir uns das Museum und den Laden an und fuhren dann weiter zum Sherman Tree Trail. Der Trail ist ein geteerter Weg bergab, den man locker in 15 Minuten schafft.

In amerikanischer Manier wird man unten wieder vom Bus abgeholt und zum Giant Forest Museum gefahren. Dort sahen wir uns das Museum an, vesperten auf einer Parkbank und machten mit Theo das Junior Ranger Abzeichen. Dann ging es den ganzen Weg mit dem Bus zurück.

Am zweiten Tag im Sequoia Nationalpark haben wir die zweite Tour gewählt: Mit dem Shuttlebus ging es von Dorst Creek nach Lodgepole, dort stiegen wir in einen anderen Bus zum Giant Forest Museum um.

Ein dritter Bus brachte uns zum Moro Rock. Nach der Besteigung (ca. 100 Höhenmeter, Treppen und Felsen nach oben) konnten wir eine herrliche Aussicht genießen. Danach ging es mit dem Bus weiter bis Crescent Meadow. Wir hatten gehört, dass dort eine Bärin mit zwei Jungen zu sehen sei. Und tatsächlich, wir haben alle drei gesehen!

Wer sieht den Bären im Baum?

Wer sieht den Bären im Baum? © Charnette Schnabel

6. Etappe: Sequoia Nationalpark – Jackson/Sutter Creek

Entfernung: 235 Meilen (380 km)
Fahrtzeit: 5 Std.
Besonderheit: Fresno, Sacramento und Davis sind die Attraktionen des Central Valley. Viele Ausflugsziele findet man bei Visitcalifornia. Am Sutter Creek gibt es eine Goldmine, wo die ganze Familie einen Tag lang Gold waschen darf. Natürlich haben wir uns das nicht entgehen lassen.
Tipps: auf der Strecke genügend Wasser kaufen, in Jackson wird es richtig heiß
Campground: Gold Country Campground Resort in Pine Grove – Platz 48 (der Platz liegt im Schatten und nahe bei den Sanitäreinrichtungen, WLAN-Empfang ist dort ebenfalls gut).
Eindruck Campground: Trotz Dürre gab es einen Wasserspielplatz und einen Swimmingpool, was wir bei 40° C gern genutzt haben. Die Sanitäranlagen sind sauber und alle sind superfreundlich. Eine Laundry und einen Kiosk gibt es auch.

Wasserspielplatz im Gold Country

Wasserspielplatz im Gold Country © Charnette Schnabel

-> Gold schürfen am Sutter Creek

Als kleine Überraschung für unseren Sohn hatte wir uns bei der Roaring Campgold Company zur Tagestour angemeldet. Nach einer kleinen Einweisung ins Goldwaschen wurden wir mit dem Pritschenwagen 1.000 Höhenmeter hinab in eine Schlucht gefahren.

Dort hatten wir eine Führung über das Gelände. Nach dem Mittagessen durften wir dann selbst Gold waschen und JA, wir sind fündig geworden! 15:30 Uhr ging es den ganzen Weg wieder zurück nach oben. Im Pool holten wir uns die langersehnte Abkühlung. Es hatte 43° C!

Wir haben Gold gefunden! Also zumindest ein bisschen :)

Wir haben Gold gefunden! Also zumindest ein bisschen :) © Charnette Schnabel

Die Gold mining Anlage in Sutter Creek

Die Goldmining Anlage in Sutter Creek © Charnette Schnabel

7. Etappe: Sutter Creek – Jenner (nördlich von San Francisco)

Entfernung: 180 Meilen (290 km)
Fahrtzeit: 5 Std.
Besonderheit: Bei Gualala steht eine wunderschöne Kirche in Form einer Welle. Am Stump Beach findet man tolle Meeresschnecken, deren Perlmutt in allen Farben schimmert.
Tipps: In Davis im „Whole Foods“ Vorräte auffüllen. Der Pacific Coast Highway 1 nördlich von San Francisco ist sehr kurvenreich und man kommt nur langsam voran. Wem schnell schlecht wird, der sollte sich überlegen, über die 101 zu fahren.
Campground:  Salt Point State Park – Platz 85 (im östlichen Teil, also im Wald), der hatte noch die meiste Sonne. Unsere Empfehlung: Rechtzeitig vorbuchen und im westlichen Teil des State Parks einen Platz buchen. Dort gibt es richtige Sonnenplätze und man sieht das Meer.
Eindruck Campground: State Park, ohne Dusche, Toilette war fast nicht benutzbar. Alles andere war toll. Viel Platz, viel Natur, allerdings echt frisch, da mitten im Wald.

Unser Stellplatz im Salt Point State Park

Unser Stellplatz im Salt Point State Park © Charnette Schnabel

-> Ausflug nach Gualala, zur Sea Ranch Chapel und zum Stump Beach

Bevor wir uns auf den Weg nach Gualala machten, hielten wir am Salt Point Aussichtspunkt. Leider war es so neblig, dass wir die Küste kaum sehen konnten. Gualala ist laut Reiseführer eine kleine Künstlerstadt. Wir waren auch in zwei Ateliers, hatten aber irgendwie etwas anderes erwartet.

Am Campground von Gualala konnten wir für 7 $ Day Use parken und über den Gualala Coast Trail zur Mündung des Gualala River wandern. Leider hatten wir nicht kapiert, dass wir mit unserem Campground-Schein, den wir an die Windschutzscheibe kleben mussten, freien Eintritt gehabt hätten.

Auf der Rückfahrt haben wir einen Stopp bei der Sea Ranch Chapel gemacht. Eine Kapelle in Form einer Welle oder vielleicht auch eines Morion, also eines spanischen Helms. Außen ists die Kapelle komplett mit Holzschindeln verkleidet. Innen lud das Farbenspiel der bunten Glasscheiben zum Verweilen ein.

Unser nächster Halt war der Stump Beach. Wir hatten diese Bucht eigentlich nur durch Zufall gefunden, da es zwischen Gualala und Salt Point State Park keine andere Möglichkeit gab, mit dem Wohnmobil zu parken.

Wir folgten einem Trampelpfad durch die Bäume den Abhang hinunter und hatten am Ende eine tolle Aussicht auf die Bucht. Wir haben viele wunderschöne Meeresschneckenhäuser gefunden.

Die Sea Ranch Chapel in Gualala - eine Kapelle in Wellenform

Die Sea Ranch Chapel in Gualala – eine Kapelle in Wellenform © Charnette Schnabel

Geheimtipp: Stump-Beach

Geheimtipp: Stump Beach © Charnette Schnabel

-> Wanderung zum Stump Beach entlang des Salt Point Coast Trails

Nach dem Frühstück starteten wir mit unserer Wanderung vom Salt Point Vista Point entlang des Salt Point Coast Trail zum Stump Beach (ca. 3 km). Es war herrliches Wetter und der Nebel war größtenteils schon verschwunden.

Am Strand konnten wir unsere Muschel- und Schneckensuche vom Vortag fortsetzen. Nach einem herrlichen Picknick am Strand war unser Sohn nur durch Bestechung zum Gehen zu überreden.

Da wir noch ein Versprechen einzulösen hatten und daran auch regelmäßig erinnert wurden, sind wir am späten Nachmittag nach Stillwater Cove gefahren und haben dort ein Eis am Stiel gegessen.

Salt-Point-Vistapoint

Die Aussicht auf dem Salt Point Trail ist einfach unglaublich © Charnette Schnabel

8. Etappe: Salt Point State Park – Marshall

Entfernung: 50 Meilen (80 km)
Fahrtzeit: 1:30 Std.
Besonderheit: ganz in der Nähe von Point Reyes, direkt neben Austernbänken und Austern-Restaurants
Tipps: Unbedingt in Bodega Bay im „Spud Point Crab“ eine Clam Chowder essen! In Bodega Bay am Camping Platz alle Tanks entleeren, wenn diese vom State Park noch voll sind.
Wer am 4.-Juli-Wochenende durch die USA reist, sollte dringend einen Campground vorgebucht haben! Wir haben einen kompletten Urlaubstag damit zugebracht, einen Platz zu finden, und mussten schlussendlich wildcampen.
Campground: Boondocking in Marshall an einem Bootsanleger
Eindruck vom „Boondocking“: Wir hatten ein bisschen Angst, dass wir „erwischt“ werden, aber es hat tatsächlich niemanden interessiert. Der Platz war schön, direkt an der Tomales Bay.

Am nächsten Morgen brachen wir um 10:30 Uhr in Richtung Bodega Bay auf. Wir hatten für diesen Tag nicht reserviert, weil wir uns nicht festlegen wollten. Wie sich herausstellte, war das ein Fehler. Es war das 4th of July-Wochenende und ganz Amerika scheint an diesem Wochenende unterwegs zu sein.

Alle, wirklich alle Campgrounds waren voll wegen des anstehenden Feuerwerks in der Bay. Wir haben im Westside Park für 7 $ gedumpt und alles aufgefüllt und anschließend eine Clam Chowder bei Spud Point Crab gegessen.

Es half ja nichts, deshalb sind wir weitergefahren in Richtung Point Reyes. Kurz nach Marshall hielten wir spontan an an einem Bootsanleger und fragten einen sympathischen älteren Herrn um Rat. Er meinte, wir sollten einfach stehen bleiben, das würde niemanden interessieren.

Erst da sahen wir, dass schon ein weiteres Wohnmobil dort stand. Und so haben wir uns fürs Wildcampen oder Boondocking, wie es hier genannt wird, entschieden. Es stand übrigens nirgends ein Schild, dass an dieser Stelle Camping verboten wäre. So konnten wir den restlichen Tag noch am Wasser verbringen und den Fischern und Seglern zusehen.

Boondocking in Marshall an der Tomales Bay

Boondocking in Marshall an der Tomales Bay © Charnette Schnabel

9. Etappe: Marshall – Pacifica

Entfernung: 60 Meilen (95 km)
Fahrtzeit: 2 Std.
Besonderheit: Auf der anderen Straßenseite vom RV Resort ist die Bushaltestelle zur BART-Station in Colma. So ist man in gut 1,5 Std. in San Francisco am Union Square. Es gibt auch Taxis, die für 45 $ ab/nach San Francisco fahren. Aber, Achtung: nicht am 4. Juli!
Tipps: Wir empfehlen euch, das Wohnmobil abzugeben und ein Hotel in San Francisco zu buchen. Wir haben viel Zeit mit Fahren zugebracht, was unser aller Laune stark beeinträchtigt hat. Wir sind sicher, dass ein zentrales Hotelzimmer viel entspannter gewesen wäre.
Campground: San Francisco RV Resort
Eindruck Campground: Sehr schön an der Steilküste gelegen. Die Sanitäreinrichtungen waren sauber und gut ausgestattet. Typischer Stadtcampground, mit gerade mal 2 m Abstand zwischen den Wohnmobilen.

-> Durch das Golden Gate nach Pacifica

Wir erwachten erleichtert: Das Boondocking war unbemerkt geblieben. Nach dem Frühstück starteten wir nach Point Reyes, aber leider machte uns der Nebel einen Strich durch die Rechnung: Der komplette Berg und die Küste waren in einer dicken Nebelwand verschwunden.

Somit ging die Fahrt direkt weiter zur Golden Gate Bridge. Die Parkplätze an den Vista Points waren leider total überfüllt und für unser Wohnmobil auch viel zu klein. So mussten wir bis ganz ans Ende der Vista Point Straße fahren und dort auf einem Busparkplatz am Straßenrand anhalten.

Die Brücke war im Nebel verschwunden. So haben wir gewartet und die Zeit für einen Mittagssnack genutzt. Nach einer guten Stunde lichtete sich der Nebel ein wenig und wir liefen zu Fuß bis zum nächsten Aussichtspunkt.

Ausblick auf die Golden Gate Bridge

Ausblick auf die Golden Gate Bridge © Charnette Schnabel

Wir hatten unsere Brückenüberquerung bereits in Sutter Creek (mit WiFi) angemeldet. Alles funktionierte problemlos. Kurz nach der Brücke sind wir links zur Marina gefahren und schauten uns dort den kostenlosen Parkplatz an, wo wir am nächsten Tag parken wollten, um das Feuerwerk anzusehen.

Parken an einem normalen Tag ist hier sicher kein Problem. Allerdings haben wir uns aus Sicherheitsgründen dagegen entschieden. Es waren einige dubiose Gestalten unterwegs und unser Bauchgefühl riet uns davon ab.

Im Anschluss sind wir durch San Francisco in Richtung Pacifica gefahren, wo wir das letzte Mal auf einem Campground standen. Das San Francisco RV Resort ist ein typischer Stadt-Campground, aber sehr schön an der Steilküste gelegen.

Damit war unsere Camper-Reiseroute durch Kalifornien beendet!

Die Übersichts-Tabelle für unseren Camper-Roadtrip in Kalifornien könnt ihr euch -> hier als PDF herunterladen.

Kalifornien-Reiseführer und andere Lesetipps für Camper-Roadtrips

Diese Reiseführer können wir euch empfehlen:

Mel von Kind im Gepäck war mit Mann und Kleinkind im Death Valley Nationalpark.
Hartmut von 58 Grad Nord war mit seiner Familie unter anderem im Disneyland California.
Angela von Unterwegs mit Kind war mit ihrem Sohn auf einem Roadtrip von Phoenix (Arizona) nach San Francisco.

Und ihr – wart ihr auch schon auf einem Camper-Roadtrip in Kalifornien? Oder habe ich euch jetzt Lust gemacht, es zu versuchen?

1 Kommentar

  • Vielen lieben Dank für Deinen ausführlichen Bericht! Du hast mir richtig Lust gemacht, mal wieder durch Kalifornien zu reisen – diesmal mit Familie!

    Herzliche Grüße
    Küstenmami

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