Deutschland

Heimatliebe ♥ Biberach in Oberschwaben, meine Perle

Charnette Schnabel

Heimat bedeutet für mich das Zentrum meines Lebens. Also ist meine Heimat dort, wo ich wohne, wo meine Familie lebt und wo ich arbeite. Ich reise gerne und fühle mich an vielen Orten der Welt wohl. Und doch ist es immer wieder schön, nach Hause zu kommen. Mein zu Hause ist mein Ankerplatz, mein Fels in der Brandung. Wir lieben unsere Heimat und darum stelle ich sie euch heute vor.

Biberach an der Riß

Biberach an der Riß © Charnette Schnabel

Biberach an der Riß – unsere Perle in Oberschwaben

Seit 2012 wohnen, arbeiten und leben wir in Biberach an der Riß, in unserem eigenen Heim. Biberach ist die Große Kreisstadt des Landkreis Biberach und liegt im nördlichen Oberschwaben, so grob gesagt zwischen Ulm und Bodensee. Ulm liegt etwa 40 km nördlich und Friedrichshafen etwa 65 km südlich. Biberach ist mit dem Zug gut zu erreichen, da sie an der Württembergischen Südbahn (Ulm-Friedrichshafen) liegt.

Aber wo genau ist denn Oberschwaben? Der Bereich, der heute als Oberschwaben bezeichnet wird, liegt westlich der Iller, nördlich des Allgäus und südlich der Schwäbischen Alb. Idealer Ausgangspunkt also für Ausflüge in alle drei Regionen, vier, wenn man den Bodensee mitrechnet.

Biberachs Altstadt erkunden

Bei schönem Wetter kann ich jedem, der Biberach kennenlernen möchte, eine Stadtführung empfehlen. Biberach hat eine Geschichte, die fast ein Jahrtausend zurückreicht (erste urkundliche Erwähnung war im Jahr 1083) und bei den Führungen werden zahlreiche Anekdoten zum Besten gegeben.

Diese 3 Sehenswürdigkeiten solltet ihr aber auf jeden Fall besuchen, ob mit oder ohne Stadtführung:

  • Weißer Turm und Giglberg
  • Stadtpfarrkirche St. Martin und Marktplatz
  • Weberberg und Töpferei

Einer meiner Lieblingsplätze in der Stadt ist der historische Marktplatz von Biberach. Nicht nur, weil er zu den schönsten in Oberschwaben zählt. Egal ob im Dezember auf dem Christkindlesmarkt, im Juli während des Schützenfestes oder unterjährig samstags auf dem Wochenmarkt: Der Marktplatz ist der umtriebige Mittelpunkt der Stadt.

Mein persönlicher Geheimtipp für alle, die sich an einem heißen Sommertag in Biberach nach Abkühlung sehnen, ist der Ratzengraben. Dort unten ist es schön kühl durch den Bach und durch den Schatten der Bäume und es macht einfach Spaß auf den Steinen zu sitzen und die Füße im Wasser baumeln zu lassen. Außerdem ist Wasser ja immer ein magischer Anziehungspunkt, nicht nur für Kinder.

Mit Kindern die Region um Biberach entdecken

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Kinder am besten „mitspielen“, wenn das Programm abwechslungsreich ist. Das dürfte in Biberach kein Problem sein!

Im Sommer kann man sich auf den unterschiedlichsten Spielplätzen austoben. Diese sind für alle Altersklassen in allen Stadtteilen zu finden. Besonders zu empfehlen sind der Wasserspielplatz im Wolfental, der Spielplatz auf der Riß-Insel oder der Abenteuerspielplatz am Mittelberg. Letzterer bietet in den Sommermonaten immer Freitag abends Stockbrotgrillen an. Würstchen und Teig sind dann für wenig Geld zu erwerben und für die Kinder ist es ein richtig tolles Erlebnis.

Aber auch ein Besuch im Freibad mit großem Kinderbereich lässt den Tag im Nu vergehen.

Etwas außerhalb, im Burrenwald, gibt es einen Kletterpark. Allerdings ist der eher für die größeren Kinder, ab 1,20 m geeignet.  Sind die Kinder noch kleiner, ist der Kletterpark Tannenbühl im 20 Autominuten entfernten Bad Waldsee die richtige Wahl. Dort können Kinder schon ab drei Jahren nach Lust und Laune klettern. Und nach dem Klettererlebnis können die Tiere im angrenzenden Wildgehege besucht und sogar gefüttert werden.

Kletterpark Bad Waldsee

Der Kletterpark in Bad Waldsee ist auch schon für die Kleinen geeignet © Charnette Schnabel

Eine sehr beliebte Attraktion, vor allem, aber natürlich nicht nur bei den Jungs, ist die Fahrt mit der Schmalspurbahn, dem „Öchsle“, von Warthausen nach Ochsenhausen. Wer sich davor noch ein bisschen auspowern möchte, der fährt mit dem Fahrrad zuerst nach Ochsenhausen und mit dem Bähnle wieder zurück.

Tipp: Diese Idee haben viele, darum unbedingt die Rückfahrt vorher anmelden!

Weitere Ausflugsziele, bei denen sich die Fahrtzeit im Rahmen hält:

  • Bärenhöhle Sonnenbühl mit Traumland (Freizeitpark, geeignet bis ca. 10 Jahre)
  • Wimsener Höhle in der Nähe von Hayingen auf der Schwäbischen Alb
  • Legoland in Günzburg
  • Ravensburger Spieleland
  • Skywalk in Scheidegg – Naturerlebnispark Allgäu
  • Museumsdörfer/-bauernhöfe Kürnbach und Wolfegg
  • Bad Buchau Federseemuseum und Pfahlbauten (das Museum gehört zum archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg und behandelt die im See entdeckten Jagdlager, Moorsiedlungen und Pfahlbauten aus vorgeschichtlicher Zeit)
  • Blautopf und Blautopfbähnle in Blaubeuren (ausführliche Informationen gibt es bei kindimgepaeck.de)

Besuch im Braith-Mali Museum: Wo die Räuber wohnen

Eigentlich gibt es ja kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Aber wenn es wirklich mal in Strömen regnet, dann kann man die Zeit drinnen im Braith-Mali Museum verbringen. Dort wird es auch mit Kindern nicht langweilig, da das Museum die Reihe „Kinder im Museum“ immer wieder aktualisiert und auch spannende Ferienprogramme angeboten werden.

Wir waren schon öfters dort und haben sogar schon mal die Räuber im Museum besucht. In dieser Sonderausstellung standen die Porträts der oberschwäbischen Räuber im Mittelpunkt. Da diese bis heute einen wichtigen Stellenwert haben, vor allem beim Biberacher Schützenfest, gehe ich mal ein bisschen näher auf die Herren Hohenleiter & Co. ein:

Im 18. Jahrhundert haben ein paar „Räuber“ ihr Unwesen in Biberach und Umgebung getrieben. Der berühmteste unter ihnen war Franz Xaver Hohenleiter, er wurde der Schwarze Veri genannt. Besonders die auswärts lebenden Bauern wurden häufig bei nächtlichen Einbrüchen heimgesucht.

Die Schandtaten und Raumzüge des Schwarzen Veri hielten die gesamte Bevölkerung in Atem. Und so waren alle erleichtert, als am 16. April 1819 der Schwarze Veri gemeinsam mit dem Schönen Fritz gefangen genommen wurde. Nur wenige Wochen später, am 20. Juli 1819, kam Xaver Hohenleiter auf mysteriöse Weise ums Leben. Anscheinend wurde er bei einem Gewitter vom Blitz erschlagen.

Der Blitz soll in das Ehinger Tor (das Gefängnis) eingeschlagen und durch die Ketten weitergeleitet worden sein. Das war’s dann auch schon wieder gewesen mit dem wohl berühmtesten Räuber Oberschwabens.

Ausstellung "Räuber im Museum" hier: Der Schwarze Veri

Ausstellung „Räuber im Museum“ hier: Der Schwarze Veri © Charnette Schnabel

Aber auch die Dauerausstellungen im Braith-Mali Museum sind einen Besuch wert. In der Naturkunde-Abteilung können sich Kinder selbst ein Bild machen, wie alt Mutter Erde ist oder wie viele Sterne am Firmament stehen. Besonders interessant finden wir die Fossilien und Knochen von Fischsauriern, Haien und Mammuts. Mit Computerspielen, Modellen, Videos und Versuchsstationen kann auch selbst experimentiert werden, z. B. das Betrachten von Radioaktivität bei verschiedenen Gesteinen in der Dunkelkammer.

In der archäologischen Ausstellung werden die jungsteinzeitliche Pfahlbausiedlung am Schreckensee und die bronzezeitliche „Siedlung Forschner“ (zwei der 111 „Prähistorischen Pfahlbauten“) gezeigt. Weitere 15 Stationen liegen am Bodensee, am Federsee und an oberschwäbischen Kleinseen. Die Pfahlbauten gehören zum UNESCO Weltkulturerbe.

In der Kunstausstellung mit Werken aus dem 20. Jahrhundert sind Gemälde von Romane Holderried Kaesdorf, Jakob Bräckle und Ernst Ludwig Kirchner anzusehen.

Wohin in Biberach, wenn der kleine oder große Hunger kommt?

Ein sehr typisches schwäbisches Gericht sind Spätzle. Da es Spätzle in zahlreichen Kombinationen gibt, empfehle ich Kässpätzle mit Röstzwieblen (wir essen gerne Tomatensoße dazu, aber das ist nun wirklich Geschmacksache). Spätzle und auch Kässpätzle gibt es wahrscheinlich in jedem schwäbischen Restaurant, aber ich würde euch dafür besonders den „Landgasthof Pfanne“ in Rindenmoos empfehlen.

Noch ein Tipp: Wer Leber mag, der sollte dort die Kalbsleber probieren! Ein Gedicht!

Schwäbische Kässpätzle

Schwäbische Kässpätzle © Charnette Schnabel

Eine weitere, sehr typische Köstlichkeit für Oberschwaben sind die Fastenbrezeln, auf Schwäbisch: Fastabrezg. Fastenbrezeln werden ohne Lauge gebacken, es sind also weiße Brezeln. Es gibt sie ab dem 27.12. bis Ostern, und wenn ich es richtig weiß, dann gibt es sie wirklich nur in Biberach.

Ja, es ist Geschmackssache, aber mir schmecken nur die Fastenbrezeln vom „Bäcker Häring“ in der Pfluggasse am besten und eigentlich auch nur, wenn sie warm sind. Und weil viele Leute in Biberach wohl den gleichen Geschmack haben, sind die Warteschlangen in dieser Zeit immer besonders lang.

Traditionelle Fastenbrezeln vom Bäcker Häring

Traditionelle Fastenbrezeln vom Bäcker Häring © Charnette Schnabel

Wer im Juli zum Schützenfest nach Biberach kommt und kein Vegetarier ist, dem empfehle ich auf dem Giglberg, also auf dem Rummelplatz, Grillfleisch im Knauzen, dem schwäbischen Dinkelbrötchen, von der „Metzgerei Fuchs“.

Wo übernachten in Biberach?

Auch wenn Biberach nicht sehr groß ist, lohnt es trotzdem, gleich für ein paar Tage zu bleiben. Die Angebote in Biberach lassen eigentlich keine Wünsche offen:

  • Wer Entspannung und Wellness sucht und sich gern ein bisschen verwöhnen lässt, dem empfehle ich das Parkhotel (****) am Jordanbad*.
  • In der Innenstadt gibt es einige schöne Ferienwohnungen, ganz praktisch, da man dann direkt am Ort des Geschehens ist, vor allem wenn man mit dem Zug angereist ist. Eine Zusammenfassung ist auf der Touristikseite der Stadt Biberach zu finden.
  • Wer sparen möchte oder einfach weniger Komfort braucht, dem kann ich die Jugendherberge Biberach empfehlen.

Auf d’Schütza in Biberach

Die schönste Veranstaltung des Jahres und Pflichtprogramm für jeden eingefleischten Biberacher ist das Biberacher Schützenfest, das von allen Biberachern „D’Schütza“ (also: die Schützen) genannt wird.

An Schützen herrscht Ausnahmezustand in Biberach. An den beiden historischen Umzügen und dem bunten Zug sind schon die kleinsten Biberacher involviert. Auf dem Giglberg ist ein Rummelplatz aufgebaut. Jung und Alt feiern über eine Woche gemeinsam und ausgelassen. Und als ob das nicht genug wäre: Es gibt auch ein Schützenfestlied.

Der Text wurde von Christoph Christian Sturm gedichtet, die Musik von Justin Heinrich Knecht komponiert. Ganz erhaben wird die Stimmung, wenn auf dem Marktplatz vor Umzugsbeginn die Biberacher ihr Schützenlied im Chor singen. Spätestens dann ist klar: Jeder hier ist stolz darauf, aus Biberach zu sein.

Schon die Kindergartenkinder lernen die drei Strophen des Chorals auswendig. Ab Ostern gibt es kein anderes Gute-Nacht-Lied mehr als das Schützenfestlied.

Ansonsten leben die Biberacher getreu nach dem Motto: „Noch d’r Schütza isch vor d’r Schütza.“

Historischer Festzug - Schützenfest Biberach

Historischer Festzug – Schützenfest Biberach © Charnette Schnabel

Biberachs Jahreszeiten

Ich würde ja sagen, bei uns ist es das ganze Jahr hindurch schön. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, dann gefällt es mir in Biberach im Frühling und im Sommer am besten. Warum? Weil im Frühling alles sprießt und grünt und blüht und einem im Sommer so viele Möglichkeiten in der Natur offen stehen. Aber auch im frühen Herbst, wenn die Bäume bunt werden, leuchtet Biberach in allen Farben.

Im Spätherbst und Winter versinken wir dagegen oft im Hochnebel und müssen regelmäßig ins nahe Allgäu entfliehen, um Sonne tanken zu können.

Im Winter könnt ihr in Biberach die verschiedenen Thermen (das Jordanbad Biberach, die Schwabentherme Aulendorf, die Adelindistherme Bad Buchau oder die Sonnenhoftherme Bad Saulgau) besuchen. Die Saunalandschaft Jordanbad hat es im Lufthansa-Magazin auf Platz 2 der „schönsten Exemplare rund um den Globus“ geschafft!

Oder ihr schnappt euch einen Schlitten und geht auf’s Hölzle zum Rodeln.

Biberacher Umland im Winter

Biberacher Umland im Winter © Charnette Schnabel

Empfehlungen für die Urlaubsvorbereitung in Oberschwaben

Im Internet finden wir unheimlich viele Inspirationen für unsere Reiseplanungen. Gerade fürs Reisen mit Kind gibt es jede Menge guter Blogs, die ihre Erfahrungen weitergeben.

Wir planen unsere Reisen gern nach diesen Empfehlungen, und trotzdem kaufe ich mir immer einen Reiseführer. Ein Büchlein zum Anfassen und Einstecken. Wo ich mir meine eigenen Notizen reinschreiben kann. Geht es euch auch so? Dann findet ihr hier eine kleine Auswahl an aktuellen Reiseführern für Oberschwaben*, die ich euch empfehlen kann.

Gut zu wissen:
Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade „Die schönsten Kleinstädte in Deutschland“ teil. Schaut gern mal bei den anderen Teilnehmenden vorbei – es gibt richtig viele schöne Kleinstädte in Deutschland (wobei Biberach natürlich definitiv die schönste ist ;-)

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