Spanien

Sommer in Andalusien mit Kindern: das sollten Familien wissen

Ihr wollt euren Sommerurlaub mit Kindern in Andalusien verbringen? Gute Idee! Wir lieben Andalusien und wären bei unserem letzten Urlaub fast ausgewandert. Damit ihr unser Herzensreiseziel auch so toll findet, haben wir hier die wichtigsten Andalusien Reisetipps für Familien für euch gesammelt.

Andalusien Stier El Toro

Alles, was ihr wissen müsst zum Andalusien Urlaub mit Kindern

Spanien hatte im Jahr 2016 das zweifelhafte Glück, zur Urlaubsdestination Nr. 1 der Deutschen aufzusteigen. Entsprechend voll waren Strände und Hotels. Trotzdem haben wir in Andalusien zwei sehr entspannte Wochen verbracht, in denen wir auch Orte ganz ohne Touristenrummel gefunden haben. Gute Vorbereitung ist das A und O!

Andalusien: Mittelmeer oder Atlantik?

Die Region Andalusien erstreckt sich über den gesamten Süden Spaniens und hat daher sowohl Küsten am Mittelmeer als auch am Atlantik. Die Costa de la Luz am Atlantik hat etwas kühleres und weniger salziges Wasser mit mehr Wellen und teilweise straffem Wind. An den breiten, sandigen Stränden, die sehr flach ins Wasser gehen, badet es sich mit Babys und Kindern hervorragend – sofern kein Levante weht (darüber unten mehr).

Die Strände sind nicht nur breit, sondern auch kilometerlang. Und meistens findet sich wenigstens an einem Ende ein nettes kleines Restaurant oder eine Strandbar, mit Duschen, Toiletten und leckeren, günstigen Tapas.

Außerdem ist die Costa de la Luz das Revier der Kitesurfer. Den bunten Drachen schauten wir fasziniert und stundenlang zu, für Unterhaltung am Strand ist also gesorgt 😉

Andalusien Costa de la Luz

Die Costa de la Luz zwischen Tarifa und Cadiz ist ein Traum

Die Mittelmeerküste Andalusiens teilt sich auf in die hübsche, aber knackvolle Costa del Sol zwischen Estepona und Nerja, die eher kieselige Costa Tropical um Almunecar und Motril mit einigen kleineren, aber grau-kieseligen Stränden und die Costa de Almeria ganz im Osten, wo wieder naturbelassene, einsame(re) Strände warten (sollen – die haben wir noch nicht selbst gesehen).

Wenn ihr im Sommer nach Andalusien kommt, ist unsere Empfehlung eindeutig: Die Costa de la Luz ist tausendmal schöner. Die kühle Brise vom Atlantik bringt etwas Erfrischung, allenfalls tagelanger Levante (siehe unten) kann die Badeferien vermiesen. Deshalb lautet unsere zweite wichtige Empfehlung: Bucht unbedingt eine Unterkunft mit Pool!

Wo finden wir familienfreundliche Unterkünfte in Andalusien?

Statt eines Hotels würden wir jeder Familie empfehlen, sich ein Ferienhaus zu mieten. Hier seid ihr Selbstversorger, was bei den günstigen Lebensmittelpreisen und den superleckeren Sachen, die man kaufen kann, absolut Sinn macht. Außerdem habt ihr dann den Pool für euch allein!

Das Angebot ist endlos und durchaus bezahlbar. Ein Haus für vier Personen mit Pool in der Hauptsaison bekommt ihr schon ab etwa 600 Euro. Wir buchen am liebsten über Airbnb, haben aber bei der Recherche festgestellt, dass sehr viele Häuser gleichzeitig auch bei Fewo-direkt und auf anderen Ferienwohnungsportalen eingestellt waren. Das Airbnb-Haus in den Bergen der Alpujarra, das wir für eine Woche bewohnten, war jedenfalls definitiv keine Privatwohnung 😉

Tipp: Da viele Häuser abgelegen außerhalb der Orte liegen und der Nahverkehr in Spanien nicht der zuverlässigste ist, solltet ihr außerdem in einen Mietwagen investieren. Der ist nicht teuer, auch wenn man die billigsten Angebote mit hohem Selbstbehalt außen vor lässt. Wir würden euch aber aus eigener Erfahrung NICHT Hertz empfehlen.

-> Mehr über den Flug nach Andalusien und die richtige Ferienunterkunft

Andalusien mit Kindern Ferienhaus Pool

Andalusien im Ferienhaus: ein Pool ist Pflicht!

Und wo sollt ihr eure Unterkunft in Andalusien suchen?

Wovon wir absolut abraten würden, sind Städte im Landesinneren wie Granada, Cordoba oder Ronda. Dort herrschen im Sommer Temperaturen von über 40° Celsius. In Málaga und Cadiz haben wir uns dagegen sehr wohl gefühlt, hier weht immer eine frische Brise vom Meer. Auch in den Vorläufern der Sierra Nevada sind die Temperaturen erträglich.

Günstiger wird eure Unterkunft, wenn ihr in kleineren Orten schaut, die nicht direkt an der Küste liegen. Wir haben in Conil de la Frontera, zwischen Tarifa und Cadiz, und im kleinen Bergdorf Orgiva etwa eine Stunde östlich von Malaga gewohnt und fast sind jeden Nachmittag mit dem Mietauto zu einem anderen Strand (oder sonstwohin) gefahren – perfekt. Abkühlung zwischendurch hatten wir in unserem Pool.

Andalusien mit Kindern Motril

Irgendwie schön, aber auch schaurig: die Küste westlich von Motril ist voller Gemüse-Treibhäuser

Achtung, Levante!

Wir haben weiter oben schon geteasert, dass der Levante euch alles verderben kann. Es handelt sich dabei um einen Mittelmeer-Wind, der durch die enge Straße von Gibraltar gequetscht wird, während er nach Westen weht – und dabei ziemlich an Fahrt aufnimmt. Alle zwei bis drei Wochen kommt es zu Levante-Schüben, die dann jeweils einige Tage dauern.

Dieser Wind ist der Grund, warum Tarifa (direkt an der Straße von Gibraltar gelegen) so beliebt bei Kitesurfern ist (und er ist sicherlich mitschuldig am Ausgang der Schlacht von Trafalgar, die von den Franzosen krachend verloren wurde).

Für Familien ist der Levante nicht gut: Er kann so stark wehen, dass er euch und vor allem kleine Kinder buchstäblich umwirft. An Strandbesuche ist dann nicht mehr zu denken, der aufgewirbelte Sand beißt und zwickt in jede unbedeckte Stelle und das Meer ist wild und aufgewühlt.

Weht der Levante, fahren keine Schnellfähren nach Marokko, die Fischer bleiben im Hafen, die Whale-Watching-Touren fallen aus. Das einzige, was man dann noch machen kann, sind Stadtbummel in den verwinkelten, windgeschützten Gassen der Altstädte, und: abhängen am Pool.

Zum Glück scheint der spanische Wetterbericht den Levante recht zuverlässig voraussagen zu können; uns wurde er schon drei Tage vorher angekündigt und setzte auch pünktlich ein.

Tipp: Wenn im Wetterbericht „Poniente“ angekündigt wird, könnt ihr aufatmen: Das ist quasi der „Gegenwind“ zum Levante, er bläst vom Atlantik heran und bringt etwas kühlere Luft mit, ohne die Kraft des Levante zu haben. Herrliche Abkühlung!

Kinder Andalusien Levante

Wenn der Levante weht, ist Baden im Meer passé

Wie heiß ist der Sommer in Andalusien?

Da lässt sich nichts beschönigen: Andalusien im Sommer ist heiß. Mitunter sehr heiß. Aber das ist es ja zunehmend auch in Deutschland, und an den Traum-Tropenzielen der Deutschen nicht weniger. Mit Pool und schattiger Terrasse macht euch die Sommerhitze in Spanien sicherlich weniger aus als die drückende, feuchtheiße Luft in Thailand oder der DomRep.

-> Was ihr tun könnt, um euch die Hitze erträglich zu machen, haben wir in diesem Hitze-Beitrag schon ausführlich beschrieben.

In Kürze: Passt eure Tagesplanung und euren Rhythmus an die Landessitten an, also legt zwischen 11 und 16 Uhr eine Siesta ein, legt Ausflüge auf den Spätnachmittag oder Abend (dann ist auch das Licht wunderschön!) und geht abends spät essen (die Restaurant-Öffnungszeiten lassen euch vielerorts auch gar keine Wahl).

Andalusien mit Kindern Malaga

Die Altstadt von Malaga – auch bei Gluthitze im Sommer schön

Mit Kindern in Andalusien essen gehen?

Klar, das macht Spaß! Denn: Tapas, die typischen spanischen Kleinigkeiten, dürfen mit den Fingern gegessen werden, jeder darf von jedem probieren, aufessen muss keiner und wenn dabei etwas auf den Boden fällt, ist das nicht schlimm (richtige Spanier werfen Papierservietten, Olivenkerne und Zahnstocher ganz selbstverständlich unter den Tisch).

Es gibt in der Regel keine Extra-Kindermenüs, aber mit „patatas bravas“ (Kartoffelschnitze), Oliven oder gegrillten Mini-Tintenfischen sind unsere Kinder sehr leicht glücklich zu machen. Notfalls isst man halt Weißbrot, das wird immer dazu gereicht.

Andalusien mit Kindern Restaurant

Tapas essen in Andalusien – lecker!

Ungewohnt für Deutsche sind die spanischen Öffnungszeiten: Die passen nämlich gar nicht zu unserem Verständnis davon, wann Kinder ins Bett zu gehen haben. Vor 21 Uhr gehen spanische Familien nicht essen, und ihr tut gut daran, euch darauf einzustellen. Nur in Touristenzentren (und oft nicht einmal dort) werdet ihr zwischen 14 und 20 Uhr Restaurants finden, die noch oder schon geöffnet haben!

Dafür sind Kinder, die noch um Mitternacht auf dem Platz vor einem Restaurant spielen, kein ungewöhnlicher Anblick. Die Babys schlafen dann schon mal im Buggy vor (nehmt euch also einen mit, wenn ihr essen geht!)

Nur in Andalusien haben unsere Kinder uns bisher gebettelt: „Dürfen wir jetzt schlafen gehen?“

Andalusien mit Kindern Herz

Wir ♥ Andalusien – und unsere Kinder auch!

Tipp: Noch viel mehr darüber, was man mit Kindern in Andalusien unternehmen kann (vielleicht nicht unbedingt im Sommer), findet ihr auf dem enorm gut recherchierten und sehr lesenswerten Blog von Family4travel

Haben wir euch überzeugt? Dann bucht schnell euren Sommerurlaub in Andalusien – und erzählt uns, was ihr erlebt habt!

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